Produktbild: Die Tagesordnung
Band 21

Die Tagesordnung

Aus der Reihe MSB Paperback
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.03.2018

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

1,6/12,5/20,5 cm

Gewicht

250 g

Auflage

8. Auflage

Originaltitel

L'Ordre du Jour

Übersetzt von

Nicola Denis

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95757-576-0

Beschreibung

Rezension

»Ich kann mich nicht erinnern, jemals so spannend, erhellend und überzeugend über geschichtliche Vorgänge gelesen zu haben. Die Tagesordnung ist ein wahres Wunderwerk!«
– Hans Durrer, In Valparaiso und anderswo ("In Valparaiso und anderswo")
»[Erik Vuillards] Absicht ist es, mit Büchern wie diesem hellhörig zu machen für
die leisen Schritte, die zu mörderischem Getrampel werden können.«
– Bernd Noack, Nürnberger Nachrichten ("Nürnberger Nachrichten")
»[...]seine Tableaus zeigen nicht die großen Ereignisse und Generalansichten, er wirft vielmehr den Blick in die Werkstätten, in denen die Schauseiten des Geschehens hergestellt werden. [...]Historische Imagination und nüchtern recherchierte Faktizität verdichten sich in seinen Skizzenbüchern zu jenen Details, in denen der Teufel der Geschichte steckt.«
– Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung ("Stuttgarter Zeitung")
»Dieses grandiose Buch, das mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, ist gerade in der heutigen Zeit immens wichtig. Viel eher als der Schulunterricht, Talkshows und Geschichtsbücher bringt dieser Band durch seine Beiläufigkeit die Normalität des Bösen zum Vorschein.« ("Buchblinzler")
»Éric Vuillard tut in seinem Roman, was auch gute Historiker tun: Er bürstet die Geschichte gegen den Strich und stellt festgefahrene Bilder in Frage.«
– Felix Münger, SRF ("SRF")
»Die Montage der unvertrauten Miniaturen dieses rasanten und glänzend übersetzten Buches reihen sich geradezu von allein zu einem Film zusammen. Vuillard hat die historischen Fußnoten und Randnotizen mit großer Frechheit und Freiheit zu einem fesselnden Bilderbogen zusammenfügt.«
– Christine Brinck, Der Tagesspiegel ("Der Tagesspiegel")
»›Die Tagesordnung‹ ist dokumentarische Literatur vom Feinsten. Geschrieben von einem wortmächtigen Prosaisten mit analytischer Sehschärfe. Man könnte seine Medaillons mit einem Wort von Walter Benjamin Denkbilder nennen. Damit stellt der Autor mit seinem schmalen Buch einen Wegweiser auf: Er zeigt, wie leichtfertig die Demokratie zerstört werden kann.«
– Oilver vom Hove, die Presse ("Die Presse")
»Die gespenstische Szene festgehalten zu haben erweist, wie sehr Vuillards Verfahren dem absurden Kern dieses Menschheitsverbrechens gerecht wird. Beunruhigend schillern seine historischen Übermalungen im schummrigen Licht der heutigen populistischen Politbühne.«
– Stefan Kister, Suttgarter Zeitung ("Stuttgarter Zeitung")
»Vuillard dringt bis zu den absurdesten Details vor, ihm entgeht keine Nebensächlichkeit und seine einzelnen, durchaus disparaten Berichte, erzählt mit hinterhältig poetischem Unterton von einem wie aus dem Versteck hervorschnellenden Beobachter, ergeben ein anderes, erschütternd groteskes, gestochen scharf entlarvendes Bild.
»Es ist faszinierend, wie es Vuillard gelingt, Geschichte zu kondensieren: Auf nurwenigen Seiten erahntman die ganze Absurdität und den ganzen Schrecken.«
– Ulrich Rüdenauer, Badische Zeitung ("Badische Zeitung")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.03.2018

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

1,6/12,5/20,5 cm

Gewicht

250 g

Auflage

8. Auflage

Originaltitel

L'Ordre du Jour

Übersetzt von

Nicola Denis

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95757-576-0

Herstelleradresse

MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Großbeerenstr. 57A
10965 Berlin
Deutschland
Email: info@matthes-seitz-berlin.de
Url: www.matthes-seitz-berlin.de
Telephone: +49 30 77059860

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  • Bewertung

    5/5

    22.07.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beklemmend

    Ein Buch geeignet zur Schullektüre ! Vuillard nimmt die großen und kleinen Protagonisten unter die Lupe und zeigt auf, wo man noch hätte NEIN sagen können und zeigt die daraus entstandenen Folgen auf. Eine Zusammenfassung von Profitgier, Ignoranz, Einschüchterung, Schreierei. Parallelen kann jeder für sich selbst entdecken...

  • Bewertung

    5/5

    25.05.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Treffen der Mächtigen, das...

    Ein Treffen der Mächtigen, das über den Fortgang der Gesellschaft entscheidet. Literarisch anspruchsvoll und zurecht Sieger.

  • Bewertung

    5/5

    14.05.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wichtiges Buch!

    Mit bösem Witz, satirischem Humor und mitreißender Eindringlichkeit erzählt Vuillard von den Virtuosen der Macht, ohne die Hitlers Schreckensherrschaft nicht möglich gewesen wäre.

  • Bewertung

    aus Viersen

    5/5

    28.03.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wichtiges Buch zur "rechten" Stunde

    Der letztjährige Preisträger des Prix Goncourt erzählt in 16 kurzen Kapiteln über das Versagen der Eliten, aber auch die Verführbarkeit der Massen, die den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland ermöglicht haben. Es sind szenische Einwürfe, die der Literat ausgesponnen hat, dabei jedoch um größte Quellengenauigkeit bemüht. Ein Erspüren der Wahrheit über die Fiktion, in der Erkenntnis, dass gestrige und heutige Realität nicht selten auf Fiktion, Narrativ und simplen Lügen beruht. Vuillard begibt sich in die Rolle des auktorialen Erzählers, der sich anschickt, hinter die Propaganda zu blicken, die seinerzeit die Wochenschauen dominierte. Er erzählt von den vornehmen Patriarchen der deutschen Großindustrie, die sich in edlem Dreiteiler mit kahlem Schädel und weißem Haarkranz unter dem eleganten Filzhut auf ein Tête-à-Tête mit den frisch an die Macht gelangten Nationalsozialisten einlassen, um Vorteile für die jeweils von ihnen vertretenen Riesen wie BASF, Bayer, Opel, Siemens – to name just a few – zu erkaufen. Der Preis waren Wahlkampfspenden für die anstehende Reichstagswahl, von der sie wissen konnten, dass es die letzte demokratische sein würde, die letzte Ausfahrt vor Hitlers Raserei quer durch Europa und die Welt. Die Herren im teuren Zwirn machten es durch ihr Geld und Nicken möglich. An jenem 20. Februar 1933 verhalten sie sich „wie vierundzwanzig Rechenmaschinen an den Toren zur Hölle“, so Vuillard in einem seiner mächtigen Sprachbilder. Mit bitterböser Präzision setzt der französische Autor seine Schnitte in die Hülle der Geschichtsschreibung und belegt anhand historisch überlieferter Begebenheiten vor dem großen Jahrtausendbrausen und der seriellen Vernichtung von einem willkürlich zur Rasse gebrandmarktem Teil der Zivilbevölkerung auch das Versagen der europäischen Nachbarstaaten Frankreich und Großbritannien, die zunächst auf Appeasement und faule Kompromisse gesetzt haben. So zitiert Vuillard Lord Halifax nach einem Treffen mit Hitler: „Nationalismus und Rassismus sind starke Kräfte, die ich jedoch weder als widernatürlich noch als unmoralisch erachte.“ Am Beispiel der Annektierung Österreichs deckt Vuillard die Kettenreaktion der Nachsichtigkeit und des eingeschüchterten Entsetzens auf, mündend in kollektiven Taumel einerseits und scharenweisen Selbstmord andererseits, beides Folgen einer Kapitulation vor dem Bösen in Gestalt der gewieften Mittelmäßigkeit. „Die brutalen Machenschaften verschlagen uns die Sprache. Man traut sich nicht, etwas zu sagen. Ein überhöfliches und übereingeschüchtertes Wesen in unserem Innern antwortet an unserer statt.“ So resümiert der durch das kurze Tausendjährige Reich flanierende Autor das Verhalten des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg. Dabei ist Hitler nur ein aufgeblasenes Nichts in der Maskerade des Feldherrn und sein „Reichsjägermeister“ Göring ein morphin- und großmannsüchtiger Spinner in Fantasieuniformen. All das weiß man vor der Begegnung mit ihnen. Dennoch fehlte die Kraft, sich zu entziehen. Zur Rechtfertigung wird die nationalsozialistische Laienspielschar um ihren maliziösen Star als furchteinflößend und genialisch verklärt, so später in Schuschniggs Autobiografie geschehen. Vuillard deckt in dem Kapitel „Ein Panzerstau“ auch die deutsche Theateroffensive auf, mit der die Österreicher in den Anschluss beeindruckt werden sollten. Schon vor Linz blieben die schlecht konstruierten Panzer stecken und mussten auf Güterzüge verladen werden, damit sie überhaupt ihr Ziel erreichten, sollten sie doch zum großen Spektakel durch Wien rollen. All das konnte den Briten und Franzosen nicht verborgen geblieben sein. Aber dennoch ließ man dem großen Führer die Schau, anstatt mit dem Finger auf ihn zu zeigen und international zu skandieren: „Der Kaiser hat ja gar keine Kleider an.“ Und so schloss man lieber handzahm im Herbst 1938 das Münchner Abkommen. „Die Welt gehorcht dem Bluff.“ Und in Hollywood, lästert Vuillard wortgewandt, hängen zeitgleich bereits all die Kostüme der künftigen deutschen Filmbösewichte auf den Kleiderstangen der Requisite: „Sie hingen auf den Bügeln der ad acta gelegten Angelegenheiten, gefaltet und gestapelt in der Abteilung für altes Zeug. Ja, lange bevor der Krieg überhaupt begann […] und während das österreichische Volk in der Silhouette eines Verrückten sein Schicksal zu erkennen meinte, waren die Nazikostüme im Requisitenlager bereits konserviert.“ Tja, die einen verrecken bald – so ganz in echt – und die anderen warten auf den Stoff, aus dem erfolgreiche Drehbücher für Blockbuster geschrieben werden … Wenigstens da stehen sie aber auf der Seite der "Guten", nicht wahr? Diese Schlussfolgerung, die Vuillard den Lesern nahelegt, ist zwar von arger boshafter Bissigkeit, dennoch zuvörderst erhellend. Des einen Leid ist des anderen Kinokarte. Vuillards Betrachtungen sind von brillanter Gemeinheit, aber nicht minder analytischer Schärfe. Er deckt Mechanismen auf, vor denen wir uns auch und gerade heute in Acht nehmen und sie durchbrechen sollten, denn „man stürzt nicht zweimal in denselben Abgrund. Aber man stürzt immer auf dieselbe Weise, in einer Mischung aus Lächerlichkeit und Entsetzen.“ Vuillard bringt auf den Punkt, dass deutsche Geschichte auch europäische Geschichte ist, weil der Aufstieg des einen auch durch das Versagen der anderen bedingt ist. Das ändert nichts an der Ausgangsverantwortung. Aber es gibt die haftungsbegründende und die haftungsausfüllende Kausalität. Spätestens bei letzterer sind alle am europäischen Tisch aufgerufen, genauer auf die eigene Rolle zu schauen. Wichtige Bücher kommen dieser Tage aus Frankreich. Und sie beschäftigen sich mit deutschen Themen. So ging der Prix Renaudot 2017 an Olivier Guez für seinen Roman „La disparition de Josef Mengele“ (Das Verschwinden des Josef Mengele), während der Preis der Buchmesse Leipzig just an den Geländeroman „Hain“ von Esther Kinsky verliehen wurde. Ich lasse das jetzt einfach mal so im Gelände stehen, ohne der Preisträgerin zu nahe treten zu wollen.

  • Bewertung

    3/5

    27.12.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ich fand es ganz schön sperrig,...

    Ich fand es ganz schön sperrig, deswegen habe ich das Buch auch nicht zu Ende gelesen, aber das muss ja nichts heißen. Meins war es nicht.

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Bewertungen (5)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Alex Husnik

    Alex Husnik

    Thalia Mayersche Lüdinghausen

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.04.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Vuillard schreibt einzigartig!

    „Und nun, meine Herren, an die Kasse!“, werden die vierundzwanzig Bosse der größten deutschen Wirtschaftsunternehmen im Februar 1933 aufgefordert, nachdem Hitler vor ihnen geiferte, er wolle den Kommunismus ausrotten und freie Wahlen abschaffen. Und die Herren zahlen gern und viel: Abermillionen von Reichsmark. Sie zahlen, haben ihren zukünftigen Profit dabei vor Augen, und nehmen dafür das Ende der Demokratie, die Nürnberger Gesetze, die Ermordung unzähliger Menschen in Kauf. *** 1938 der „Anschluss“ Österreichs: Wir haben rollende Militärkolonnen und jubelnde Menschen am Straßenrand vor Augen. In Wirklichkeit bleibt der deutsche Einmarsch jedoch wegen zahlreicher Pannen stundenlang an der Grenze stecken - eine Peinlichkeit für die angeblich stärkste Armee der Welt. Doch Goebbels leistet ganze Arbeit: Bis heute sind die Bilder der Nazi-Propaganda in unseren Köpfen und bestimmen unsere Sicht auf die Dinge. - Erschreckend! *** Diese und weitere verblüffende, verstörende und groteske Anekdoten über den Aufstieg des Nationalsozialismus zeigt Vuillard in seiner Erzählung; jeder Satz dabei geschliffen und scharf wie ein edles Messer, das uns unter die Haut geht.
  • Zum Bewerterprofil von Alexander S.

    Alexander S.

    Thalia Nürnberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    04.08.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Wehret den Anfängen

    "Die Tagesordnung" erzählt auf 95 Seiten die Geschehnisse rund um den Anschluss Österreichs durch Nazi-Deutschland. Sprachlich brilliant werden die entscheidenden Stunden und Tage des Jahres 1938 aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und zwischenmenschlich seziert. Éric Vuillard schildert die Ereignisse mit einem Detailgrad, der unter die Haut geht. Wir tauchen ein in die Psyche verschiedener Entscheidungsträger und wohnen der sich entfaltenden Katastrophe, mit all ihren Lügen, Pannen und politischen Schachzügen bei. Ein hocheindrucksvolles Buch, das mich inhaltlich und sprachlich absolut begeistert hat.
  • Zum Bewerterprofil von Anja Werner

    Anja Werner

    Thalia Leverkusen

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.07.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wie Unheil entsteht....

    Éric Vuillard ist mit "Die Tagesordnung" etwas Außerordentliches gelungen. Er beschreibt mit leiser Ironie und großer poetischer Kraft, wie aus vermeintlichen Banalitäten und kleinen Entscheidungen großes Unheil über die Welt kommen konnte. Ein Roman, der einen emotional nicht kalt lassen kann und mit Recht den Prix Goncourt erhalten hat.
  • Zum Bewerterprofil von Rafael Ulbrich

    Rafael Ulbrich

    Thalia Augsburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.06.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sachbuch oder Roman?

    Bei der Lektüre war ich mir oft nicht sicher, ob ich hier einen Roman oder ein Sachbuch lese. Die Grenze verschwimmt manchmal zwischen den beiden Genres. Vuillard beschreibt die historischen Vorgänge sehr lebendig, vor allem die Personen sind mit Mimik und Gefühlen sehr lebensnah gezeichnet. Abgründe und Schwächen der Beteiligten sind gut herausgearbeitet und geben so einen sehr emotionalen Blick auf die Geschichte der Machtergreifung Hitlers.
  • Zum Bewerterprofil von P. Kurbach

    P. Kurbach

    Thalia Osnabrück

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.05.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hinter den Kulissen.

    Beeindruckendes Lehrstück über die Verflechtungen von Geld und macht, die die Nazis für sich zu nutzen wussten. nichts Neues, aber so geschrieben, dass der Atem beim Lesen stockt.

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Bewertungen (13)

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