Louisiana, die 1940er-Jahre, ein elektrischer Stuhl wird in die kleine Stadt St. Martinsville gebracht für die geplante Hinrichtung eines jungen Schwarzen namens Will, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. In Wirklichkeit ist sie seine Geliebte gewesen, die sich aus Verzweiflung umgebracht hat und ihm nun nicht mehr helfen kann. Alle wissen, dass das Todesurteil ein Skandal ist, aber sogar Will selbst hat aus Trauer und Schuldgefühlen innerlich eingewilligt, und weiße Wutbürger drohen dem zweifelnden Staatsanwalt mit der Entführung seines Sohnes.Nach einer wahren Begebenheit, psychologisch fein und in einer an William Faulkner erinnernden multiperspektivischen Intensität erzählt Elizabeth Winthrop die tragischen Ereignisse bis zum überraschenden Ende. Ein meisterhaftes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt und das niemanden kaltlassen wird.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
30.03.2020
eBook (ePUB)
Bitter anrührend
Louisiana in den 1940er Jahren. Schwarz und Weiß existieren nebeneinander, nicht miteinander. Alle Kontakte sind ganz distanziert. Kaum wagen sich die Menschen, Ansätze von Interesse oder Mitgefühl zu spüren, geschweige denn zu zeigen. Zwei, die sich über diese Grenzen wagen, geraten bitter in die Mühlen von Justiz und Selbstjustiz. Schweigen, Alkohol, Angst und Gewalt - eine zerstörerische Kombination, die schwer zu überwinden ist. Absolut beeindruckend gewebt, diese Geschichte.
NiWa
5/5
04.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Drückend wie vor einem Sommergewitter
1940er-Jahre in Louisiana. Der elektrische Stuhl "Grausame Gertie" wird nach St. Martinsville transportiert. Ein junger Schwarzer wartet auf seinen letzten Gang, und eine Stadt gibt sich der schwermütigen Atmosphäre hin.
In "Mercy Seat" erzählt Elizabeth H. Winthrop auf meisterhafte Weise wie die "Grausame Gertie" nach St. Martinsville gebracht wird, und Will seiner Hinrichtung entgegensieht.
In diesem kleinen Büchlein steckt ein enormer Roman! Obwohl es nicht viele Seiten umfasst, wird eine intensive Geschichte erzählt.
Die Autorin bedient sich dazu mehrerer Perspektiven und Nebenschauplätzen. Sie schafft eine drückende Atmosphäre, die einen an die Stunden vor einem schweren Sommergewitter denken lässt. Seite um Seite sehnt man sich den erleichternden Regen herbei, hingegen wird es schwerer, schwüler und man ringt nach Luft, weil man kaum atmen kann.
Vordergründig ist der junge Schwarze namens Will, welcher wegen der Vergewaltigung an einem weißen Mädchen zum Tode verurteilt ist. Obwohl er zentral für die Handlung ist, nimmt seine Figur nur einen kleinen Part im Geschehen ein. Stoisch schaut er dem letzten Gang entgegen, sitzt die Zeit bis zum Ende ab, und ist sich der Intensität des Lebens in jedem Augenblick bewusst.
Die "Grausame Gertie" wird währenddessen zu ihrem tödlichen Rendezvous chauffiert. Begleitet von einem Wachmann und einen Freigänger, erlebt man den Transport des Hinrichtungsgeräts. Die letzten Meter wird sie getragen, noch einmal richtig in Schale geworfen, und sieht ihrem Einsatz entgegen.
In der Zwischenzeit sind vom nahenden Tod des Verurteilten mehrere Familien betroffen: Die Eltern, die ihre eigene Mission verfolgen, der Staatsanwalt, der nicht begreift, wie er das tun konnte, sein Sohn, den die Neugier drängt, die Ehefrau, der ein Stein im Magen liegt, und ein Ehepaar - das ebenfalls vom Sterben gequält wird.
All diese Perspektiven steuern auf das Finale, den Tod Wills, zu. Obwohl kaum etwas geschieht, und die Ereignisse chronologisch abgearbeitet werden, baut die Autorin bedrückende Spannung auf.
Am Ende gibt es eine grausame Überraschung, die selbst manch hartgesottenen Leser den Atem verschlägt. Dabei zielt die Autorin auf keine Effekthascherei, sondern verarbeitet belegte Fakten, die in groben Zügen auf diese Weise passiert sind.
Allerdings - ich weiß, es gibt Leser, die das stört - zeigt Elizabeth H. Winthrop in ihrem Roman kein Erbarmen. Obwohl man sich sehnlichst Erlösung am Ende wünscht, lässt sie den Schluss offen, und regt somit das Gedankenkarussell an.
„Mercy Seat“ ist ein gewaltiger, drückender Roman, in dem man sich unwohl fühlt. Genau deshalb ist er meiner Meinung nach exzellent. Die Stimmung ist elektrisch geladen, sie strömt auf den Leser ein, wird mit jeder Seite heftiger, und schlägt sich auf den Magen.
Meiner Meinung nach ist „Mercy Seat“ in seiner Schlichtheit ein imposantes Werk, tiefgreifend und intensiv. Winthrop zeigt dem Leser den Tod vor Augen, sodass man um Erbarmen fleht. Beeindruckend.
kingofmusic
aus Bielefeld
5/5
03.09.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grandioses Plädoyer gegen Rassismus!
Gibt es eigentlich das „Jahr der Perle“ in irgendeinem Kalender? Zumindest scheint es besagtes Jahr im Literaturkalender zu geben. Wie sonst erklärt es sich, dass ich dieses Jahr schon so viele sprachlich und thematisch herausragende Bücher gelesen habe? Okay, „Mercy Seat“ von Elizabeth H. Winthrop wurde 2018 veröffentlicht, aber erst kürzlich kam die Idee einer gemeinsamen kleinen Leserunde auf, der ich mich recht kurzfristig, aber dafür umso nachhaltiger angeschlossen habe.
(Nicht nur) im Louisiana der 1940er Jahre war Rassismus an der Tagesordnung; auch heute werden wieder (bzw. immer noch) an allen Ecken und Kanten der Welt Menschen denunziert – sei es wegen ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Gesinnung, ihrer Religion – es gibt genug (bekannte) Beispiele.
Diesen tief in den Köpfen verankerten Rassismus spürt man auch in jeder Zeile von „Mercy Seat“. Zu der Schwere, der Dunkelheit, der Ausweglosigkeit hinter der Situation (ein junger Schwarzer soll auf dem elektrischen Stuhl für ein vermeintliches Verbrechen hingerichtet werden) gesellen sich aber auch immer wieder kleine Lichtblicke, die den ein oder anderen Charakter im Lauf der (wahren) Geschichte erweichen, um über die von ihm gehegten Vorurteile, über seine Trauer, über seine Verschlossenheit nachzudenken, ins Grübeln zu kommen und schließlich auch sich zu verändern, sich zu öffnen…
Vieles bleibt am Ende ungesagt und trotzdem bleibt die Leserschaft nicht unbefriedigt zurück; im Gegenteil: in der Summe ergibt die Geschichte mit dem schlichten, dennoch großartigem Cover ein brillantes Plädoyer gegen Rassismus und die Todesstrafe.
Für mich eines der emotional aufwühlendsten Bücher, die ich jemals gelesen habe und eine absolute Leseempfehlung!
Kaffeeelse
5/5
04.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Will & Grace
Elizabeth H. Winthrop hat hier in meinen Augen ein wunderbares Werk geschaffen, welches zum Nachdenken anregt. Ich empfand es als einen Aufruf zur Menschlichkeit, und obwohl sich in den letzten Jahrzehnten vieles zum Besseren verändert hat, ist es in meinen Augen immer noch sehr wichtig, dass Menschen zum Nachdenken bewegt werden. jedes harte Herz, welches hoffentlich durch die Lektüre eines Buches, das Anschauen eines Filmes etc. … erweicht wird, ist ein immenser Gewinn.
Bei diesem Buch besticht in meinen Augen die Handlung, dieses Schwere und Dunkle im Geschriebenen, die Sichtweisen der verschiedenen Personen zu diesem heftigen Thema, alles erzeugt bei mir einen sehr starken Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Wenn man einmal mit diesem Buch angefangen hat, kann man es nicht mehr weglegen.
Nun ist dieses Buch ein historischer Roman, es spielt 1943 in Louisiana und behandelt den Rassismus in den Südstaaten der USA. Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch in die heutige Zeit übertragbar. Der Rassismus in den Südstaaten existiert vielleicht nicht mehr in dieser offenen Form, ist aber trotzdem weiterhin spürbar. Und genauso nehmen diese rassistischen Umtriebe in der ganzen westlichen Welt wieder zu. Die Angst vor dem Fremden grassiert momentan, leider! Dieses Buch zeigt den Menschen hinter den ganzen Vorurteilen und gleichzeitig zeigt es auch, dass es Menschen gab und gibt, die nicht rassistisch denken und bestehendes Gedankengut hinterfragen. Etwas was Mut macht und optimistisch stimmt. Und deshalb kommt dieses Buch auch zu einem sehr günstigen und richtigen Zeitpunkt und ich wünsche ihm viele Leser!
Zur Handlung: Der junge schwarze Will und die junge weiße Grace lieben sich, in den 40er Jahren in Louisiana. Eine Liebe die zum Scheitern verurteilt ist. Ein bedeutender Faktor für dieses Scheitern ist auch die Tatsache, dass der Vater von Grace ein Mitglied des Klans ist. Die beiden Liebenden werden vom Vater von Grace entdeckt, daraufhin bringt sich Grace um und Will wird wegen Vergewaltigung zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Dieses Situation und die Gedanken zu dieser werden von vielen verschiedenen Personen geschildert, aus vielen Perspektiven beschrieben. Die Mehrzahl der Personen zweifelt an dem Sinn des Urteils und bringt durch deren Überlegungen auch die Menschlichkeit von uns in den Vordergrund. Etwas was mir sehr gefällt, weil wir alle in einer Gesellschaft mit Anderen zusammenleben und empathisch auf unsere Mitmenschen blicken sollten und diese anklagenden Tendenzen klar überdenken sollten. Wie heißt es so schön?: Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! Ein Satz über den nachgedacht werden sollte!
Der Roman ist nicht gefühlsüberfrachtet geschrieben, ist eher in einer ruhigen und beschreibenden Art verfasst, erzeugt aber gerade dadurch bei mir eine ungeheure Tiefe.
Ich kann nur sagen, unbedingt lesen!
anushka
aus Berlin
5/5
23.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schonungsloser Einblick in eine rassistische Gesellschaft
Louisiana, 1940er Jahre: Es soll Will Jones' letzter Abend sein. In dieser Nacht soll das Todesurteil gegen den jungen Afroamerikaner, der fast noch ein Kind ist, vollzogen werden. Er soll ein weißes Mädchen vergewaltigt haben, doch in Wahrheit waren die beiden ein Paar. Grace konnte ihm jedoch vor Gericht nicht helfen. Kurz nach der Entdeckung durch den Vater beging sie Selbstmord. Ganz St. Martinsville ist heute Abend unruhig. Die einen freuen sich auf ein Spektakel, während sich die anderen mit schwerem Herzen zur Hinrichtung begeben, die sie bezeugen müssen. Einigen von ihnen kommen Zweifel an der Rechtmäßigkeit dessen, was geschehen soll, nicht zuletzt dem Staatsanwalt, der für das Urteil verantwortlich ist ...
"Mercy Seat" ist sehr beklemmend und dennoch ein sehr, sehr gutes Buch. Die Handlung findet lediglich während der letzten 24 Stunden bis zur Vollstreckung des Todesurteils statt und trotzdem bekommt man einen sehr tiefen Einblick in das Leben in Louisiana zu dieser Zeit, in der Bürger sich offen zu ihrer Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan bekennen und es für die Vergehen von Schwarzen ganz andere Strafmaßstäbe gibt als für die Vergehen von Weißen. Dieser Einblick gelingt besonders durch die vielen verschiedenen Perspektiven von Personen, die alle in irgendeinem Zusammenhang mit dem Geschehen stehen ... oder noch stehen werden. Da ist Lane, selbst Häftling, der jedoch als Weißer für einen Mord nur zehn Jahre Haftstrafe bekommen hat, von denen er sechs bereits abgesessen hat. Sein erster Tag Freigang dient dazu, zusammen mit einem Captain den elektrischen Stuhl nach St. Martinsville zur Hinrichtung zu fahren. Da sind auch Ora und Dale, die die Tankstelle betreiben, an der Transport mit dem elektrischen Stuhl vorbeikommt und die noch anderweitig mit der Handlung verknüpft sein werden. Auch Frank, Wills Vater, ist auf den Weg nach St. Martinsville. Er hat den Grabstein für seinen Sohn besorgt. Doch er hat das Ganze so lange hinausgezögert, dass er jetzt möglicherweise gar nicht rechtzeitig zurück sein wird, um seinen Sohn noch einmal zu sehen. Hannigan, der Priester, kommt ebenso zu Wort, wie der Staatsanwalt Polly und auch dessen Frau, die ihren Mann zum ersten Mal hinterfragt, und sein Sohn Gabe, der sich in dieser Welt zu orientieren versucht und dessen Sicherheit nicht wenig mit Pollys Entscheidungen zusammenhängt. Und natürlich Will, der keinen Kampfgeist mehr hat und dessen Perspektive die Handlung noch erdrückender und beklemmender macht, wenn man mit ihm seine verbleibende Zeit herunterzählt.
Dieses Buch ist unglaublich gut. Es schafft, den Leser zu fesseln und zu berühren und ist dabei in keinem Moment kitschig, pathetisch oder moralisierend. Die kurzen Kapitel aus den immer wieder wechselnden Perspektiven treiben beim Lesen geradezu an, sie bestehen jeweils immer nur aus wenigen Seiten und dennoch schafft die Autorin es, eine komplexe Situation herzustellen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der man sowohl die Angst und Trauer der direkter Betroffenen spürt, als auch die Wut des Mobs und die sengende Hitze des Landstrichs. Die Figuren sind so lebensecht und glaubhaft gezeichnet, dass man glaubt, man müsste nur die Hand nach ihnen ausstrecken. Aber die Autorin erspart dem Leser auch nichts. Man bekommt zunehmend Beklemmung, hofft immer stärker auf einen Ausgang mit Happy End und spürt fast körperlich den Uhrzeiger ticken.
Winthrop gibt einen schonungslosen Einblick in eine Gesellschaft, in der das Leben von Menschen unterschiedlichen Wert hat und in der Rachebedürfnis und "White Supremacy" zu massiver Ungerechtigkeit führen, die selbst die Afroamerikaner hinnehmen und nicht in Frage stellen. "Mercy Seat" vermittelt stärker als jeder Pressebericht und jede öffentliche Debatte das Bedürfnis, so etwas nie wieder geschehen zu lassen. In meinen Augen ist dieses Buch inhaltlich extrem wertvoll und dabei gleichzeitig anspruchsvolle Literatur.
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5/5
04.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Detailreich und aus vielen Perspektiven...
Detailreich und aus vielen Perspektiven geschrieben, durchlebt man die letzten Tage und Stunden von Will mit. Zum Tode verurteilt, obwohl er unschuldig ist. Rassismus und das Grauen der Todesstrafe wird hier schmerzhaft bewusst gemacht. Ein Buch dem man sich nicht entziehen kann.
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5/5
10.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schonungslos ehrlich und direkt!
An einer wahren Begebenheit im rassistischen Amerika der 40-Jahre orientiert, erzählt Elizabeth H. Winthrop die unfassbare Geschichte von Will Jones, der aufgrund seiner Hautfarbe und Liebe zu einer weißen Frau zum Tode verurteilt ist. Aus vielerlei Perspektiven lässt uns Winthrop an Wills Schicksal und der explosiven Dynamik der hiesigen Dorfgemeinschaft von St. Martinville teilhaben und zeichnet damit ein überaus realistisches Bild der damaligen Gesellschaftsordnung nach. Schnell wird dem Leser bewusst, dass Wills Urteil Resultat tiefsten Rassismus, Gewalt, Erpressung und mangelnder Courage ist. Die bedrückende Atmosphäre der Geschichte hält sich über den ganzen Roman hinweg aufrecht, sodass man sich fast dem unweigerlich bevorstehenden letzten Kapitel entziehen möchte. Doch Winthrops Aufarbeitung der historischen Geschehnisse ist zu wertvoll, um die Augen davor zu verschließen. Sowohl die einzelnen Protagonisten, deren Lebenswege alle auf irgendeine Weise mit Wills Todesurteil verbunden sind, als auch die bildgewaltige Sprache der Autorin machen diesen Roman zu etwas Besonderem und zeigen uns einmal mehr ein dunkles Kapitel der Menschheitsgeschichte, das angesichts der heutigen politischen Gegebenheiten nichts an Aktualität eingebüßt zu haben scheint.
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5/5
12.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einer der zynischsten Buchtitel aller Zeiten...
Ja, dieser Titel ist wirklich zynisch: "Mercy Seat", denn das ganze Buch handelt vor allem von einem, eben: No Mercy - Keine Gnade!
Louisiana, 1943, in die kleine Stadt St. Martinville wird ein elektrischer Stuhl gebracht, auf dem um Mitternacht der junge Will Jones hingerichtet werden soll. Sein "Verbrechen": Er hat mit einem weißen Mädchen geschlafen, in beiderseitigem Einvernehmen, es war einfach eine Liebe, die nicht sein darf. Als der Vater des Mädchens von der Beziehung erfährt, bringt sie sich um. Und nach einer Anzeige des vaters bei der Polizei macht man Will den Prozess, und er wird zum Tod verurteilt - wg. Vergewaltigung!
Elizabeth Winthrop schildert die letzten sechs Stunden vor dem staatlichen Mord an einem Unschuldigen in beklemmender Weise, aus dem Blickwinkel von einem dutzend beteiligter Personen. Da ist ebenso der Henker, der sein "Arbeitsgerät" selbst vor Ort bringt, da ist der Staatsanwalt, der die Todesstrafe gefordert hat, da sind Wills Eltern, da ist ebenso ein Priester wie ein Tankstellenpächter involviert - und da ist der Mob aus Rednecks, der den Vollzug der Exekution am liebsten auf dem örtlichen Marktplatz miterleben würde! Aber um Mitternacht kommt alles ganz anders als erwartet...
Man kann einfach nicht besser und engagierter gegen die Todesstrafe schreiben, als es die Aurorin hier tut! Und sie setzt ein literarisches, äußerst starkes Zeichen gegen jede Form des Rassismus - großartig!
Dieser Roman gehört eigentlich umgehend in den Kanon der Schullektüre aufgenommen - er steht in direkter Nachfolge zu "Onkel Toms Hütte" oder "Wer die Nachtigall stört"!!!
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5/5
27.01.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hautfarbe schwarz
Beim lesen dieses Buches zieht man sofort den Vergleich mit " Wer die Nachtigall stört ". Das Wort Nigger ist in Amerika während des 2. Weltkrieges so normal, wie die Lynchjustiz. Ein junger Schwarzer soll eine weise Frau umgebracht haben und wartet auf seine Hinrichtung . Verschiedene Personen treten in dieser Geschichte auf und sind nicht nur emotional verbunden mit dem Geschehen. Eindrücklich und schlicht erzählt hinterlässt das beim Leser eine besondere Betroffenheit.
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4/5
07.08.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wir geraten in die finstere Zeit...
Wir geraten in die finstere Zeit des Rassismus und lesen dieses Buch mit einem fassungslosem Kopfschütteln!
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