“In allen, die Nietzsches «Also sprach Zarathustra» gelesen haben, dürften die adverbial gebrauchten vier Buchstaben ›also‹ vieltönig nachsummen und nachklingen. «Man darf vielleicht den ganzen Zarathustra unter die Musik rechnen», schreibt Nietzsche auch in seiner Selbsterklärungs- und Lebensberatungsschrift «Ecce homo». Da die quantitative Nietzsche-Forschung noch nicht wirklich begonnen hat, prescht Hartmut Abendschein schon mal vor, zählt die Vorkommen, verzeichnet die Vorkommenspositionen des Wörtchens ›also‹ und diagrammatisiert diese mit One-Click-Tools. (…) Diese visuelle Studie zielt auf die Entheiligung und Reästhetisierung eines berüchtigten Textes mit Hilfe statistischen Bestecks und einem darauf beruhenden Missbrauch von Diagrammen. Die zentrale Instanz, die Nietzsche im «Zarathustra» für tot erklärt, hat übrigens auch vier Buchstaben. Das andere four-letter word, das ubiquitäre ›also‹, überlebt hingegen den Text.” (Frank Fischer)
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Eine philosophische Komposition, die nicht für jedermann / jedefrau geeignet ist
In dem Werk spricht Nietzsche vielerlei Dinge des Lebens an. Seine Darstellungsweise ist gewöhnungsbedürftig.
Die Inhalte sind manchmal treffender denn je, manchmal jedoch auch klar veraltet.
Er betrachtet alles im Hinblick auf den Übermenschen, der den regulären Menschen ablösen wird. (Ob das jetzt gut ist oder nicht sei mal dahingestellt)
Nietzsche bietet eine Lösung für existenzielle Krisen an. Dabei formuliert er es auf einer fast schon literarischen, schönen und synästhetischen Weise.
Hier zwei Beispiele:
„Niemand redet mit mir. Der Frost der Einsamkeit macht mich zittern.“
„Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: wirf den Helden in deiner Seele nicht weg! Halte heilig deine nächste Hoffnung.“
MaWiOr
aus Halle
5/5
27.10.2022
Buch (Taschenbuch)
„Also sprach Zarathustra“ ist…
„Also sprach Zarathustra“ ist das wohl bekannteste Werk des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900). Nietzsche lässt den Einsiedler Zarathustra (benannt nach einem persischen Religionsstifter und Propheten) nach zehnjährigem Einsiedlertum von seinem Berg zu den Menschen eines Dorfes herabsteigen, denen er seine Lehren verkündet. Doch mit der Aufforderung: glaube nicht einfach und folge mir nicht nach, sondern denke selbst und finde deinen eigenen Weg. Im Zentrum der philosophischen Schrift steht die Idee des Übermenschen, an der sich jeder orientieren kann, um über sich selbst hinauszuwachsen, um neue Werte, vielleicht sogar eine neue Welt zu schaffen. Doch Zarathustra wird von den Dorfbewohnern verhöhnt, sodass er beschließt, nicht mehr zum Volke, nur noch zu herausragenden Einzelnen (Jünger) zu sprechen, und er setzt seine Reise fort. Nachdem seine Jünger die Lehre vom Übermenschen verbreiten, zieht sich der alternde Prophet in seine Höhle zurück. Das Werk besteht überwiegend aus Predigten, Gesängen und (Selbst)gesprächen, die den Leser*innen Zarathustras Lehren anschaulich und kraftvoll vermitteln. In „Also sprach Zarathustra“ stellt sich Nietzsche eine Welt vor, in der der Übermensch die Lehren des toten Christentums überwinden kann, um zu einer größeren ewigen Wiederkunft zu gelangen. Nach vielen Missverständnissen in der Vergangenheit ist das Werk heute Ausdruck unseres Verlangens nach einem sinnerfüllten, lustvollen Leben und offenbart ein neues Selbstverständnis jenseits von Religion und Dogma. Dieses vitalste Buch der Geistesgeschichte ist jetzt in der kultigen und preiswerten Penguin Edition erschienen – ergänzt mit einem Nachwort der Philosophin und Schriftstellerin Annemarie Pieper. Fazit: Zeitlose philosophische Dichtung, heute aktueller denn je.
Bewertung
aus Leverkusen
5/5
03.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es ist halt ein Buch für Alle und Keinen...
"Wahrlich, ich nahm euch wohl hundert Worte und eurer Tugend liebste Spielwerke; und nun zürnt ihr mir, wie Kinder zürnen.
Sie spielten am Meere – da kam die Welle und riß ihnen ihr Spielwerk in der Tiefe: nun weinen sie.
Aber dieselbe Welle soll ihnen neue Spielwerke bringen und neue bunte Muscheln vor sie hin ausschütten!
So werden sie getröstet sein; und gleich ihnen sollt auch ihr, meine Freunde, eure Tröstungen haben – und neue bunte Muscheln! –"
B. Singer
aus Erlangen
5/5
18.12.2015
eBook (ePUB)
Ähem - "_Sprach_" oder…
Ähem - "_Sprach_" oder "Sparch"... (Ich würde das Titelbild korrigieren :-) nicht gelesen aber für einen Schmunzler gut! wenn das Titelbild korrigiert wird, würde ich es ggf. lesen...
Bewertung
4/5
20.06.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Man muss das Buch lesen, um…
Man muss das Buch lesen, um es zu verstehen. Nietzsche wollte nicht das Böse, wie viele es ihm unterstellen, die seine Werke missverstanden haben. Er wollte eine andere, eine bessere Welt, frei von Moralvorstellungen. Er war für Lebensbejahung und Hedonismus ohne falsche Scham und Hemmungen. Er wusste selber, dass dies schwer zu erreichen sein wird, da auf dieser Welt viele Kleingeister dagegen sind. Aber er hoffte auf diese Umwandlung in eine bessere Welt irgendwann in ferner Zeit wie ein Blitz aus einer Wolke voll Weisheit, die über uns kommt. Friedrich Nietzsche entstammte einer Pfarrersfamilie. Er wurde 1844 geboren und starb 1900 in geistiger Umnachtung in einer Nervenheilanstalt. Er war studierter Philologe, jedoch bekam er mit 45 Jahren eine rätselhafte Nerven- und Geisteskrankheit. Seine philosophischen Werke sind davon gekennzeichnet, denn er will darin die "Regeln" der Gesellschaft gewissermaßen kritisieren und er erhofft sich andere Werte bzw. das Fehlen der Werte, so dass allein der Wille zur Macht ohne Rücksicht auf Verluste zählt. Nietzsche erhoffte sich, dass irgendwann der "Übermensch" geboren werde, der frei von unseren uns bisweilen lästigen Moralvorstellungen, die unterteilt sind in "gut" und "böse", ist. In diesem Werk hier verwendet er den Namen Zarathustra, der früher einmal ein persischer Religionsführer war, dafür, dass dieser seine Vorahnungen und Erlebnisse auf unserer Welt beschreibt und sich als Vorreiter des sogenannten "Übermenschen", der gewissermaßen "göttlich" sei, sieht. Menschen, Priester, das Christentum und Gott selbst kritisiert Nietzsche und wirft ihnen Scheinheiligkeit vor. Außerdem lässt er sich dazu hinreißen, dass Gott heute "tot" sei. Und die Menschen selbst hätten Jesus, der als Gottessohn auf die Welt kam, gekreuzigt, weil sie seine Lehre verkannten. Nietzsche wurde von vielen für seine Lehre vom Übermenschen verlacht, aber er hat es ja nicht böse gemeint, denn er hatte sich durch seine Lehre nur eine bessere Welt als unsere jetzige erhofft. Er wollte nichts schlechtes. Nur er war der Meinung, dass der Übergang von dieser in die Welt der "Übermenschen" mit Kriegen und Verwirrung gekennzeichnet sein wird. Und wie man heute sieht - es gibt jede Menge Kriege und die Menschen verändern sich rapide. Also hat seine angebliche "Irrlehre" durchaus seine Berechtigung, auch wenn sie nicht direkt als Lebenshilfe in "unserer" Welt taugt, außer dass man auch die schlechten Seiten durch Nietzsche aufgezeigt bekommt.
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