Der Würfel

Der Würfel

Roman

Buch (Gebundene Ausgabe)

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Der Würfel

Ebenfalls verfügbar als:

Gebundenes Buch

Gebundenes Buch

ab 22,00 €
Taschenbuch

Taschenbuch

ab 12,00 €
eBook

eBook

ab 10,99 €

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.02.2019

Verlag

Atrium Verlag AG

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

22,3/14,5/3,9 cm

Beschreibung

Rezension

Gewinner des Deutschen Science-Fiction-Preises 2020 in der Kategorie »Bester deutschsprachiger Roman«
Ausgezeichnet mit dem Seraph 2020 als bestes Debüt
»Spannend, ideenreich und bringt den Leser zum Nachdenken.«
WDR 5 Bücher
»Dieser Roman ist Diskussionsgrundlage. Fesselnd!«
Kurier
»Ein sehr lesenswerter Roman.«
SRF Kultur
»Ein beängstigender Blick auf die Manipulierbarkeit von uns allen.«
Kronen Zeitung
»Clever konstruiert!«
Augsburger Allgemeine
»Ein notwendiges Buch, weil es die Tendenzen unserer Zeit bewusst macht und über die Folgen nachdenken lässt. Ein prophetischer Roman in der Tradition von Huxleys ›Schöne neue Welt‹ und Orwells ›1984‹.«
Der Teckbote
»Lebendig und spannend.«
Badische Zeitung
»Eine spannende Vision einer nahen Zukunft.«
Donaukurier
»Aktueller als ›Der Würfel‹ kann ein Roman in seinen Themen und Gedanken – und hoffentlich in seinen Impulsen, die er dem Leser gibt – kaum sein.«
diezukunft.de

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.02.2019

Verlag

Atrium Verlag AG

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

22,3/14,5/3,9 cm

Gewicht

648 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-85535-059-9

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

4.4

14 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

1984 - aktualisiert

Bewertung aus Vaihingen am 18.02.2021

Bewertungsnummer: 1453712

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auch wenn die Vision eines George Orwell bisher nicht in vollem Umfang eingetreten ist, gehört zur Wahrheit, dass Gesellschaften zumindest teilweise auf deren Versprechen und Vorteile reagiert haben. Der Mensch ist in der Mehrzahl bequem und faul. Und die Vorteile des "Würfels" führen auch in Moinis Buch zu deren Anpassung. Widerstand gibt es immer nur von einer Minderheit, die die Konsequenzen der Entwicklung überschauen und befürchten, weil sie ein anspruchsvolleres Menschenbild anstreben. Aber auch wenn nicht alle Entwicklungen eintreten, so ist zu beobachten, dass - siehe China - viele Gesellschaften sich langsam in diese Richtung entwickeln. Die Hoffnung auf eine "starke Hand", besonders in Krisen, bleibt im Menschen bestehen.
Melden

1984 - aktualisiert

Bewertung aus Vaihingen am 18.02.2021
Bewertungsnummer: 1453712
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auch wenn die Vision eines George Orwell bisher nicht in vollem Umfang eingetreten ist, gehört zur Wahrheit, dass Gesellschaften zumindest teilweise auf deren Versprechen und Vorteile reagiert haben. Der Mensch ist in der Mehrzahl bequem und faul. Und die Vorteile des "Würfels" führen auch in Moinis Buch zu deren Anpassung. Widerstand gibt es immer nur von einer Minderheit, die die Konsequenzen der Entwicklung überschauen und befürchten, weil sie ein anspruchsvolleres Menschenbild anstreben. Aber auch wenn nicht alle Entwicklungen eintreten, so ist zu beobachten, dass - siehe China - viele Gesellschaften sich langsam in diese Richtung entwickeln. Die Hoffnung auf eine "starke Hand", besonders in Krisen, bleibt im Menschen bestehen.

Melden

Recht pragmatisch und ohne Umschweife beschreibt Moini das Dilemma einer digitalen Gesellschaft.

Bewertung aus Recklinghausen am 06.01.2021

Bewertungsnummer: 1423865

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Jeder von uns trägt das gesamte Wissen der Menschheit in der Hosentasche. Mit einem Klick kann man mittlerweile so viel mehr, als Döner-Hollandaise-Pizza zu bestellen oder in Bitcoins zu investieren. Man kann die Welt verändern oder sein Leben ruinieren und nichts davon bleibt ungesehen. Wir sind der gläserne Mensch. Erich Honecker hätte sich bei diesem Gedanken in den Achtzigern vor Freude eingenässt. Im Gegensatz zu Boykottführer Michael Schroeren damals, sind wir jedoch völlig entspannt und synchronisieren unsere Identität mit dem World Wide Web. Das ist kein Vorwurf, sondern der faszinierende Fortschritt unserer Gesellschaft und der Stellenwert der Digitalisierung in unserem Leben. Die Frage nach einer Prognose der nächsten Jahre und Jahrzehnte ist genauso spannend, wie einschüchternd. In seinem Debütroman „Der Würfel“ spinnt Bijan Moini eine mögliche Antwort auf diese Frage. Die Ausgangssituation ist Folgende: Der Würfel ist die künstliche Intelligenz, die nun als Regierungsinstanz – der Kubismus - in Deutschland fungiert. Alles ist digital und eben gläsern. Jede Handlung, jede Vorliebe, jeder Fehltritt werden auf dem Würfel gespeichert und nach normativen ethischen Kriterien bewertet. Wer „gut“ ist, bekommt einen höheren Score, mehr Geld und lebt glücklicher. Wer „schlecht“ ist, bekommt existenzielle Probleme. Klingt sehr absolut. Aber alles hat Vor- und Nachteile. In Restaurants wird das á la carte Essen abgeschafft. Via voreingestellter Parameter im System, die Auskunft über Ernährungsstil und Allergien geben, wird direkt das passende Menü zusammen gestellt. Man muss keine Kalorien mehr zählen oder um Spuren von Nüssen bangen. Mit der Augmented Reality-Einstellung kann man auf dem Weg zur Arbeit Raumschiff fliegen oder Zombies eliminieren. Einsamkeit aufgrund der falschen Partnerwahl ist nicht mehr existent, weil es möglich ist, den langfristig perfekten Partner zu berechnen. Naja, und Kreativität, Individualität und Leidenschaft werden wegberechnet. Man ist nicht mehr verwegen, wenn man anders ist. Die Ära von Charles Bukowski und Yungblud ist vorbei. Alles was bleibt, ist Depression, wenn man den Finger aus den Gitterstäben der Norm steckt. Die zentrale Frage des Romans, ist eine, die auch für uns immer mehr an Bedeutung gewinnt: Freiheit oder Sicherheit? Muss das Eine unwiderruflich das Andere ausschließen? Welche Alternativen gibt es? Wie nah dran sind wir jetzt schon? Recht pragmatisch und ohne Umschweife beschreibt Moini das Dilemma einer digitalen Gesellschaft. Dystopien dieser Art sind dieser Tage nicht das originellste Stück Literatur, dass der Markt zu bieten hat. Aber jede einzelne, hilft uns immer mehr Punkte zu verbinden, um irgendwann das Große, Ganze zu sehen. Und „Der Würfel“ ist eine Elementare davon.
Melden

Recht pragmatisch und ohne Umschweife beschreibt Moini das Dilemma einer digitalen Gesellschaft.

Bewertung aus Recklinghausen am 06.01.2021
Bewertungsnummer: 1423865
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Jeder von uns trägt das gesamte Wissen der Menschheit in der Hosentasche. Mit einem Klick kann man mittlerweile so viel mehr, als Döner-Hollandaise-Pizza zu bestellen oder in Bitcoins zu investieren. Man kann die Welt verändern oder sein Leben ruinieren und nichts davon bleibt ungesehen. Wir sind der gläserne Mensch. Erich Honecker hätte sich bei diesem Gedanken in den Achtzigern vor Freude eingenässt. Im Gegensatz zu Boykottführer Michael Schroeren damals, sind wir jedoch völlig entspannt und synchronisieren unsere Identität mit dem World Wide Web. Das ist kein Vorwurf, sondern der faszinierende Fortschritt unserer Gesellschaft und der Stellenwert der Digitalisierung in unserem Leben. Die Frage nach einer Prognose der nächsten Jahre und Jahrzehnte ist genauso spannend, wie einschüchternd. In seinem Debütroman „Der Würfel“ spinnt Bijan Moini eine mögliche Antwort auf diese Frage. Die Ausgangssituation ist Folgende: Der Würfel ist die künstliche Intelligenz, die nun als Regierungsinstanz – der Kubismus - in Deutschland fungiert. Alles ist digital und eben gläsern. Jede Handlung, jede Vorliebe, jeder Fehltritt werden auf dem Würfel gespeichert und nach normativen ethischen Kriterien bewertet. Wer „gut“ ist, bekommt einen höheren Score, mehr Geld und lebt glücklicher. Wer „schlecht“ ist, bekommt existenzielle Probleme. Klingt sehr absolut. Aber alles hat Vor- und Nachteile. In Restaurants wird das á la carte Essen abgeschafft. Via voreingestellter Parameter im System, die Auskunft über Ernährungsstil und Allergien geben, wird direkt das passende Menü zusammen gestellt. Man muss keine Kalorien mehr zählen oder um Spuren von Nüssen bangen. Mit der Augmented Reality-Einstellung kann man auf dem Weg zur Arbeit Raumschiff fliegen oder Zombies eliminieren. Einsamkeit aufgrund der falschen Partnerwahl ist nicht mehr existent, weil es möglich ist, den langfristig perfekten Partner zu berechnen. Naja, und Kreativität, Individualität und Leidenschaft werden wegberechnet. Man ist nicht mehr verwegen, wenn man anders ist. Die Ära von Charles Bukowski und Yungblud ist vorbei. Alles was bleibt, ist Depression, wenn man den Finger aus den Gitterstäben der Norm steckt. Die zentrale Frage des Romans, ist eine, die auch für uns immer mehr an Bedeutung gewinnt: Freiheit oder Sicherheit? Muss das Eine unwiderruflich das Andere ausschließen? Welche Alternativen gibt es? Wie nah dran sind wir jetzt schon? Recht pragmatisch und ohne Umschweife beschreibt Moini das Dilemma einer digitalen Gesellschaft. Dystopien dieser Art sind dieser Tage nicht das originellste Stück Literatur, dass der Markt zu bieten hat. Aber jede einzelne, hilft uns immer mehr Punkte zu verbinden, um irgendwann das Große, Ganze zu sehen. Und „Der Würfel“ ist eine Elementare davon.

Melden

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

Der Würfel

von Bijan Moini

4.4

0 Bewertungen filtern

Meinungen aus unserer Buchhandlung

Profilbild von Julia Busik

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Julia Busik

Thalia Stuttgart-Vaihingen – Schwabengalerie

Zum Portrait

3/5

Kontrolliert von einer allessehenden Macht. Da ist die Bequemlichkeit vorprogammiert, oder?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Stellen Sie sich vor: es gibt etwas, dass im Tausch für Ihre Daten, Ihr Leben bequemer macht. Es berechnet anhand von Ihren Präferenzen Ihr Mittagessen, Ihre Kleiderwahl, Ihre Partnerwahl, einfach alles. Je mehr Daten Sie preisgeben, desto genauer sind die Prognosen. Das ist die Welt, die Bijan Moini zeichnet. Der Würfel sieht alles, weiß alles und kontrolliert alles. Dafür leben wir bequemer, müssen weniger Entscheidungen treffen. Was sind schon ein paar Daten, die wir dafür hergeben? Hier kommt auch schon das Gegenstück zur Bequemlichkeit: Offliner und Gaukler. Offliner halten sich weitesgehend aus dem System raus, versuchen soweit wie möglich vom Würfel ungesehen zu bleiben. Gaukler hingegen tun alles, damit der Würfel sie nicht berechnen kann. Und genau das ist Taso. Ein Offliner und Gaukler, der das System ablehnt. Es ist interessant die beiden Gegensätze zu sehen. Das System selber, sowie die passenden Gegenspieler. Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten, nur noch so viel: Sie werden sich fragen, auf welcher Seite Sie stehen würden. Der Würfel verspricht Bequemlichkeit, dank der Berechenbarkeit - wenn man Daten zur Verfügung stellt. Die Frage ist nur: will man das wirklich? Das irgendjemand (oder eher irgendwas) wirklich jede kleine Information über einen sammelt und verarbeitet? Beide Seiten werden beleuchtet und es ist sehr interessant zu betrachten, wie die Geschichte weiter verläuft. Bijan Moini setzt eine sehr interessante Idee gut durchdacht um. Sein Schreibstil ist schön flüssig und lässt einen kaum noch los. Immer wieder hinterfragt man sich und seine Meinung selber und das ist das, was mir persönlich sehr gefallen hat. Der Autor lässt einen noch eine Weile nach dem man das Buch zugeklappt hat, immer noch darüber nachdenken. Echt super!
3/5

Kontrolliert von einer allessehenden Macht. Da ist die Bequemlichkeit vorprogammiert, oder?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Stellen Sie sich vor: es gibt etwas, dass im Tausch für Ihre Daten, Ihr Leben bequemer macht. Es berechnet anhand von Ihren Präferenzen Ihr Mittagessen, Ihre Kleiderwahl, Ihre Partnerwahl, einfach alles. Je mehr Daten Sie preisgeben, desto genauer sind die Prognosen. Das ist die Welt, die Bijan Moini zeichnet. Der Würfel sieht alles, weiß alles und kontrolliert alles. Dafür leben wir bequemer, müssen weniger Entscheidungen treffen. Was sind schon ein paar Daten, die wir dafür hergeben? Hier kommt auch schon das Gegenstück zur Bequemlichkeit: Offliner und Gaukler. Offliner halten sich weitesgehend aus dem System raus, versuchen soweit wie möglich vom Würfel ungesehen zu bleiben. Gaukler hingegen tun alles, damit der Würfel sie nicht berechnen kann. Und genau das ist Taso. Ein Offliner und Gaukler, der das System ablehnt. Es ist interessant die beiden Gegensätze zu sehen. Das System selber, sowie die passenden Gegenspieler. Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten, nur noch so viel: Sie werden sich fragen, auf welcher Seite Sie stehen würden. Der Würfel verspricht Bequemlichkeit, dank der Berechenbarkeit - wenn man Daten zur Verfügung stellt. Die Frage ist nur: will man das wirklich? Das irgendjemand (oder eher irgendwas) wirklich jede kleine Information über einen sammelt und verarbeitet? Beide Seiten werden beleuchtet und es ist sehr interessant zu betrachten, wie die Geschichte weiter verläuft. Bijan Moini setzt eine sehr interessante Idee gut durchdacht um. Sein Schreibstil ist schön flüssig und lässt einen kaum noch los. Immer wieder hinterfragt man sich und seine Meinung selber und das ist das, was mir persönlich sehr gefallen hat. Der Autor lässt einen noch eine Weile nach dem man das Buch zugeklappt hat, immer noch darüber nachdenken. Echt super!

Julia Busik
  • Julia Busik
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Profilbild von Matthias Kesper

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Matthias Kesper

Thalia Kassel

Zum Portrait

5/5

Was für eine schöne neue Welt!

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Deutschland in nicht allzu weiter Zukunft: Vieles ist besser geworden, es gibt ein staatliches Grundeinkommen, von dem man sogar leben kann, dank immer weiter verbesserter medizinischer Vorsorge ist die durchschnittliche Lebenserwartung weiter gestiegen. Die Autos fahren, unfallfrei, selbstständig, die Verbrechensrate sinkt immer weiter, und mittels 3D-Brillen bewegt man sich, scheinbar, nur noch in Umgebungen, die individuell ausgewählt werden können. Der größere Teil der Bevölkerung genießt das Leben deutlich mehr, seit dem Referendum vor einigen Jahren, das dem sog. "Kubismus" den Weg bereitete! Kubismus? Nein, nicht die Kunstrichtung ist gemeint, sondern ein gigantisches Rechenzentrum, der "Würfel", der das gemeinschaftliche Leben organisiert und permanent verbessert. Grundlage dafür ist eine unfassbare Menge gesammelter Daten, Grundstock lieferten die sozialen Netzwerke. "Natürlich" gibt es weiterhin ein Parlament, das alles kontrolliert, freie Wahlen und, vor allem, die Möglichkeit für jedes einzelne Individuum, sich nicht unter das Dach des Würfels zu begeben - auch wenn das Leben dadurch ein wenig eingeschränkt ist. Entscheidend für berufliche und gesellschaftliche Stellung ist der persönliche Punktestand, genannt "Score", dessen Höhe sich aus der Menge der über die jeweilige Person gesammelten Informationen errechnet; je höher, desto besser! Warum gibt es in dieser, fast, perfekten Gesellschaftsform, die es in unterschiedlichen Ausprägungen weltweit gibt, Leute, die ihren "Score" so niedrig wie möglich halten? Die als so bezeichnete "Gaukler" dem System die Berechnungsgrundlagen entziehen, in dem sie sich möglichst oft unwahrscheinlich verhalten, angefangen von der Wahl der Kleidung bis hin zum Nichtnutzen all der positiven Dinge, die das Leben doch so schön und besser gestalten. Dies ist die Geschichte von Taso, der sich Anfangs nur dem Würfel entzieht, und der später zu einem echten Widerstandskämpfer wird.... Bijan Moini hat einen komplexen, äußerst spannenden Roman geschrieben. Das Thema ist hoch aktuell und brisant, der Kampf einer kleinen Gruppe von Menschen gegen einen Moloch von Staatsapparat ist hier sehr sehr gut in Szene gesetzt. Und natürlich hält er uns allen den Spiegel vor: Datenschutz ist wichtig! Privatsphäre ist wichtig! Auch eine eigene Meinung! Und es lohnt sich, dafür zu kämpfen... Das alles ohne erhobenen Zeigefinger - dafür aber mit einer gehörigen Portion Zynismus, einfach genial!
5/5

Was für eine schöne neue Welt!

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Deutschland in nicht allzu weiter Zukunft: Vieles ist besser geworden, es gibt ein staatliches Grundeinkommen, von dem man sogar leben kann, dank immer weiter verbesserter medizinischer Vorsorge ist die durchschnittliche Lebenserwartung weiter gestiegen. Die Autos fahren, unfallfrei, selbstständig, die Verbrechensrate sinkt immer weiter, und mittels 3D-Brillen bewegt man sich, scheinbar, nur noch in Umgebungen, die individuell ausgewählt werden können. Der größere Teil der Bevölkerung genießt das Leben deutlich mehr, seit dem Referendum vor einigen Jahren, das dem sog. "Kubismus" den Weg bereitete! Kubismus? Nein, nicht die Kunstrichtung ist gemeint, sondern ein gigantisches Rechenzentrum, der "Würfel", der das gemeinschaftliche Leben organisiert und permanent verbessert. Grundlage dafür ist eine unfassbare Menge gesammelter Daten, Grundstock lieferten die sozialen Netzwerke. "Natürlich" gibt es weiterhin ein Parlament, das alles kontrolliert, freie Wahlen und, vor allem, die Möglichkeit für jedes einzelne Individuum, sich nicht unter das Dach des Würfels zu begeben - auch wenn das Leben dadurch ein wenig eingeschränkt ist. Entscheidend für berufliche und gesellschaftliche Stellung ist der persönliche Punktestand, genannt "Score", dessen Höhe sich aus der Menge der über die jeweilige Person gesammelten Informationen errechnet; je höher, desto besser! Warum gibt es in dieser, fast, perfekten Gesellschaftsform, die es in unterschiedlichen Ausprägungen weltweit gibt, Leute, die ihren "Score" so niedrig wie möglich halten? Die als so bezeichnete "Gaukler" dem System die Berechnungsgrundlagen entziehen, in dem sie sich möglichst oft unwahrscheinlich verhalten, angefangen von der Wahl der Kleidung bis hin zum Nichtnutzen all der positiven Dinge, die das Leben doch so schön und besser gestalten. Dies ist die Geschichte von Taso, der sich Anfangs nur dem Würfel entzieht, und der später zu einem echten Widerstandskämpfer wird.... Bijan Moini hat einen komplexen, äußerst spannenden Roman geschrieben. Das Thema ist hoch aktuell und brisant, der Kampf einer kleinen Gruppe von Menschen gegen einen Moloch von Staatsapparat ist hier sehr sehr gut in Szene gesetzt. Und natürlich hält er uns allen den Spiegel vor: Datenschutz ist wichtig! Privatsphäre ist wichtig! Auch eine eigene Meinung! Und es lohnt sich, dafür zu kämpfen... Das alles ohne erhobenen Zeigefinger - dafür aber mit einer gehörigen Portion Zynismus, einfach genial!

Matthias Kesper
  • Matthias Kesper
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Meinungen aus unserer Buchhandlung

Der Würfel

von Bijan Moini

0 Rezensionen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Der Würfel