Monte Verità

Monte Verità

1900 – der Traum vom alternativen Leben beginnt

Buch (Taschenbuch)

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Monte Verità

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Taschenbuch

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ab 14,00 €
eBook

eBook

ab 12,99 €

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.04.2019

Verlag

Pantheon

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20/12,3/3,5 cm

Beschreibung

Rezension

»Ein unterhaltsames wie kluges Buch.« ("Martin Doerry, DER SPIEGEL")
»Bollman hat über eine alternative Geistesgeschichte geschrieben, die unsere Gegenwart mit geformt hat – ein faszinierendes und kluges Buch, das zu lesen ein Vergnügen ist.« ("SWR2 Lesenswert")
»Stefan Bollmanns lebendig geschriebenes Buch überzeugt, weil es diese erste moderne Gegenkultur in ihre kulturhistorischen Kontexte einbettet.« ("NZZ am Sonntag")
»Bollmann hat einen einnehmenden, dem Feuilletonistischen und der Ironie verpflichteten Ton, der dem Buch etwas Leichtes verleiht.« ("Falter")
»Stefan Bollmann beherrscht die Kunst, sein weitgespanntes Wissen in exzellente Texte zu fassen!« ("Badisches Tagblatt über »Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug«")

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.04.2019

Verlag

Pantheon

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20/12,3/3,5 cm

Gewicht

379 g

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-570-55406-7

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Monika Fuchs

Thalia Hamburg - EEZ

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5/5

Aussteiger, die bis heute nachwirken

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Monte Verità – der Berg der Wahrheit – in Ascona hat mich schon immer interessiert, seitdem ich in diversen Romanen davon gelesen habe. Als nun im April 2019 das Paperback des Buchs von Stefan Bollmann erschienen ist, und es sich auch noch herauskristallisiert hat, dass wir in 2019 für wenige Tage nach Ascona reisen, war dieses Buch für mich natürlich eine gern genommene Pflichtlektüre. Stefan Bollmann, der Literatur, Geschichte und Philosophie studiert hat, ist einigen durch seine schönen (Geschenk)-bände „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ und „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ bekannt. Das Buch zum Monte Verità ist sicherlich nicht mit diesen beiden Büchern zu vergleichen, aber es ist ausgesprochen interessant und lässt sich gut lesen. Zum Inhalt muss ich Ihnen eigentlich nicht viel erzählen, aber ich fasse die wechselvolle Geschichte ein wenig für Sie zusammen: 1900 gründeten Ida Hoffmann (Pianistin und Feministin) mit ihrer Schwester Jenny, Karl Gräser (ein ehemaliger Soldat) und sein Bruder Gustav (Maler und Lebenskünstler), Henri Oedenkoven (ein belgischer Industriellensohn) und Lotte Hattemer (eine junge Frau, die ihrem bürgerlichen Elternhaus entflohen ist und eine Vorliebe für Esoterik hatte) die erste Kolonie auf dem Monte Verità. Die Gruppe wollte ein anderes Leben führen, als es in der Gesellschaft gerade vorgesehen war. Ein Leben, bei dem sie sich selbst versorgen, jeder ganz individuell seinen Vorlieben nachgeht, aber auch der Gemeinschaft zuarbeitet. Zwänge sollten wegfallen. Dazu gehörten auch die Ehe, die einengende Kleidung und die Wohnsituationen. Freikörperkultur, freie Bewegungstänze, Vegetarismus und Veganismus und die Heilkraft der Sonne gehörten zu dem neuen Lebensstil dazu. Und so änderte sich sowohl die Zusammensetzung der Menschen auf dem Berg als auch die Ideen, wie sie ihr Leben dort finanzieren wollten häufig. Es kamen immer wechselnde (z.T. zahlende) Gäste hinzu und gingen auch wieder. Die wohl bekanntesten waren Hermann Hesse, Erich Mühsam, der Psychiater Otto Gross, Franziska von Reventlow, Rudolf von Laban, Mary Wigman und Marianne Werefkin. Je nach persönlichem Interesse habe ich sicherlich einige bekannte Persönlichkeiten vergessen. 1920 verließen Henri Oedenkoven und Ida Hoffmann als letzte der Gründungsmitglieder den Monte Verità. Danach war die die Übernahme des Geländes durch den Baron Eduard von der Heydt 1926 wieder bedeutend. Nach dem Tode des Barons von der Heydt 1964 geht der Monte Verità zurück in den Besitz des Kantons Tessin. Erst 1978 wird die Geschichte um den Monte Verità und ihrer sehr wechselvollen Bewohner und Besucher wiederentdeckt. Harald Szeemann, ein Museumsleiter und Kurator, entdeckte die Geschichte für sich und recherchierte mit Hingabe, so dass er eine Ausstellung zusammenstellte, die in Zürich, Berlin, Wien und München gezeigt wurde. Danach ist sie eine feste Ausstellung im Museum am Monte Verità geworden. Das ursprünglich als Hospital gedachte Hauptgebäude wurde vom Baron von der Heydt abgerissen und im Bauhaus-Stil neu erbaut. Seit 1970 wurde es umgebaut und erneuert. Die Zimmer befinden sich weitgehend im Originalzustand. Es ist jetzt ein Hotel und Kongresszentrum, das mehrfach prämiert wurde. Der Park ist mit seinen alten Licht-Luft-Hütten Casa Selma und Russenhaus frei für jedermann zugänglich. Die Casa Anata (das ehemalige Wohnhaus von sowohl Ida Hoffmann und Henri Oedenkoven, als auch Baron Baron Eduard von der Heydt) ist heute Museum und kann leider nicht an jedem Tag besichtigt werden. Mich hat diese wechselvolle Geschichte sehr fasziniert. Und was mich ausgesprochen erstaunt hat, ist, dass es eigentliche eine fortlaufende Bewegung ist, die in den 60er Jahren durch die Hippies z.B. weitergeführt wurde. Und immer wieder gibt es Menschen, die mit den aktuellen Lebenssituationen nicht zufrieden sind und neue Wege suchen, wie damals um 1900 die Lebensreformer. Es ist ein Buch über diese sehr spannenden Menschen und ihre Geschichte. Es ist aber auch ein Buch, was diese Zeit und ihre Menschen mit ihren Ideen und Träumen gut erfasst und erklärt. Eigentlich ist es eine sehr interessante Ergänzung für Leser und Leserinnen, die nach alternativen Lebensweisen suchen, Menschen, die nach Ascona reisen wollen und Leserinnen und Leser, die z.B. die folgenden Romane gelesen haben: Wolfram Fleischhauer, Schule der Lügen Micaela Jary, Das Haus am Alsterufer Maria Nicolai, Die Schokoladenvilla Christian Berkel, Der Apfelbaum Herman Hesse, Weltverbesserer Sicherlich gibt es noch weitere Romane, die ich noch nicht kenne.
5/5

Aussteiger, die bis heute nachwirken

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Monte Verità – der Berg der Wahrheit – in Ascona hat mich schon immer interessiert, seitdem ich in diversen Romanen davon gelesen habe. Als nun im April 2019 das Paperback des Buchs von Stefan Bollmann erschienen ist, und es sich auch noch herauskristallisiert hat, dass wir in 2019 für wenige Tage nach Ascona reisen, war dieses Buch für mich natürlich eine gern genommene Pflichtlektüre. Stefan Bollmann, der Literatur, Geschichte und Philosophie studiert hat, ist einigen durch seine schönen (Geschenk)-bände „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ und „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ bekannt. Das Buch zum Monte Verità ist sicherlich nicht mit diesen beiden Büchern zu vergleichen, aber es ist ausgesprochen interessant und lässt sich gut lesen. Zum Inhalt muss ich Ihnen eigentlich nicht viel erzählen, aber ich fasse die wechselvolle Geschichte ein wenig für Sie zusammen: 1900 gründeten Ida Hoffmann (Pianistin und Feministin) mit ihrer Schwester Jenny, Karl Gräser (ein ehemaliger Soldat) und sein Bruder Gustav (Maler und Lebenskünstler), Henri Oedenkoven (ein belgischer Industriellensohn) und Lotte Hattemer (eine junge Frau, die ihrem bürgerlichen Elternhaus entflohen ist und eine Vorliebe für Esoterik hatte) die erste Kolonie auf dem Monte Verità. Die Gruppe wollte ein anderes Leben führen, als es in der Gesellschaft gerade vorgesehen war. Ein Leben, bei dem sie sich selbst versorgen, jeder ganz individuell seinen Vorlieben nachgeht, aber auch der Gemeinschaft zuarbeitet. Zwänge sollten wegfallen. Dazu gehörten auch die Ehe, die einengende Kleidung und die Wohnsituationen. Freikörperkultur, freie Bewegungstänze, Vegetarismus und Veganismus und die Heilkraft der Sonne gehörten zu dem neuen Lebensstil dazu. Und so änderte sich sowohl die Zusammensetzung der Menschen auf dem Berg als auch die Ideen, wie sie ihr Leben dort finanzieren wollten häufig. Es kamen immer wechselnde (z.T. zahlende) Gäste hinzu und gingen auch wieder. Die wohl bekanntesten waren Hermann Hesse, Erich Mühsam, der Psychiater Otto Gross, Franziska von Reventlow, Rudolf von Laban, Mary Wigman und Marianne Werefkin. Je nach persönlichem Interesse habe ich sicherlich einige bekannte Persönlichkeiten vergessen. 1920 verließen Henri Oedenkoven und Ida Hoffmann als letzte der Gründungsmitglieder den Monte Verità. Danach war die die Übernahme des Geländes durch den Baron Eduard von der Heydt 1926 wieder bedeutend. Nach dem Tode des Barons von der Heydt 1964 geht der Monte Verità zurück in den Besitz des Kantons Tessin. Erst 1978 wird die Geschichte um den Monte Verità und ihrer sehr wechselvollen Bewohner und Besucher wiederentdeckt. Harald Szeemann, ein Museumsleiter und Kurator, entdeckte die Geschichte für sich und recherchierte mit Hingabe, so dass er eine Ausstellung zusammenstellte, die in Zürich, Berlin, Wien und München gezeigt wurde. Danach ist sie eine feste Ausstellung im Museum am Monte Verità geworden. Das ursprünglich als Hospital gedachte Hauptgebäude wurde vom Baron von der Heydt abgerissen und im Bauhaus-Stil neu erbaut. Seit 1970 wurde es umgebaut und erneuert. Die Zimmer befinden sich weitgehend im Originalzustand. Es ist jetzt ein Hotel und Kongresszentrum, das mehrfach prämiert wurde. Der Park ist mit seinen alten Licht-Luft-Hütten Casa Selma und Russenhaus frei für jedermann zugänglich. Die Casa Anata (das ehemalige Wohnhaus von sowohl Ida Hoffmann und Henri Oedenkoven, als auch Baron Baron Eduard von der Heydt) ist heute Museum und kann leider nicht an jedem Tag besichtigt werden. Mich hat diese wechselvolle Geschichte sehr fasziniert. Und was mich ausgesprochen erstaunt hat, ist, dass es eigentliche eine fortlaufende Bewegung ist, die in den 60er Jahren durch die Hippies z.B. weitergeführt wurde. Und immer wieder gibt es Menschen, die mit den aktuellen Lebenssituationen nicht zufrieden sind und neue Wege suchen, wie damals um 1900 die Lebensreformer. Es ist ein Buch über diese sehr spannenden Menschen und ihre Geschichte. Es ist aber auch ein Buch, was diese Zeit und ihre Menschen mit ihren Ideen und Träumen gut erfasst und erklärt. Eigentlich ist es eine sehr interessante Ergänzung für Leser und Leserinnen, die nach alternativen Lebensweisen suchen, Menschen, die nach Ascona reisen wollen und Leserinnen und Leser, die z.B. die folgenden Romane gelesen haben: Wolfram Fleischhauer, Schule der Lügen Micaela Jary, Das Haus am Alsterufer Maria Nicolai, Die Schokoladenvilla Christian Berkel, Der Apfelbaum Herman Hesse, Weltverbesserer Sicherlich gibt es noch weitere Romane, die ich noch nicht kenne.

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5/5

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Für alle Leser, die noch mehr über die wohl bekannteste Künstlerkolonie und die Entstehung der Reformbewegung lesen wollen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen.Unterhaltsam beschreibt der Autor die Ideen der Lebensreformer und man merkt wie aktuell diese heute immer noch sind.
5/5

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Für alle Leser, die noch mehr über die wohl bekannteste Künstlerkolonie und die Entstehung der Reformbewegung lesen wollen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen.Unterhaltsam beschreibt der Autor die Ideen der Lebensreformer und man merkt wie aktuell diese heute immer noch sind.

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