Bremen im 18. Jahrhundert: Die Altendiecks sind eine der angesehensten Handwerksfamilien der Stadt. In ihrer Werkstatt entstehen kunstvolle Uhren für Ratsherren, Kaufleute und Seekapitäne. Doch nicht einmal Uhrmacher können den Lauf der Zeit aufhalten – oder die Katastrophen, die sie mit sich bringt. Johann Altendieck wird die Familie beinahe in den Abgrund stürzen, seine Tochter Gesche wird grausame Entscheidungen treffen müssen, sein Enkel Nicolaus wird einen Krieg erleben, der den ganzen Kontinent zerreißt. In diesen dunklen Zeiten können sie nur eins tun: sich an dem festhalten, was bleibt. Liebe. Hoffnung. Und die Familie.
Ein beeindruckender historischer Roman, der fast hundert Jahre Geschichte einer norddeutschen Uhrmacher-Dynastie erzählt.
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In einem Roman so viele Generationen super gelungen
Der Autor hat das geschafft in einem Roman zu verpacken wozu andere drei dafür brauchten. Sehr gut geschrieben, sehr interessant und mitreisend, traurig und schön mit Nachhall. Ich werde weitere Romane von diesem Mann lesen und empfehle ihn vorbehaltlos weiter.
Eliza
5/5
21.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Die Bremer "Zeit"
Mit dem Roman „Das Erbe der Altendiecks“ ist dem Autor ein herausragender historischer Roman gelungen, welcher mir über viele Stunden sehr viel Freude bereitet hat. Das Cover zeigt sich in einer Mischung aus Farbe und schwarz-weiß und zeigt den Marktplatz von Bremen in der Zeit von ca. 1864 bis 1893. Der Klappentext gibt wesentliche Anhaltspunkte der Handlung an und vermag dem Leser die Geschichte „schmackhaft“ zu machen. Als wesentlicher Hauptprotagonist tritt dabei die Uhrmacher Tochter Gesche Altendieck in Erscheinung. Sie gibt dem Roman den „roten Faden“ einer Entwicklung von einer mit unbändigem Willen ausgestatteten Tochter eines Bremer Uhrmachers hin zu einer „Familienpatriarchin“, welche auch in späteren Jahren noch ihr Lebenswerk stets zu „verteidigen“ weiß, ohne dabei den Sinn für die „Sache“ aus den Augen zu verlieren. Sie überzeugt mit ihrem Willen, ihrer persönlichen Stärke und der Leidenschaft zur Uhrmacherei, ihrer eigentlich größten Liebe. Sie steht für das Sinnbild einer Dynastie die trotz Schicksals- und Rückschlägen die stürmischsten Zeiten zu überstehen. Als erwähnenswerte bedeutsame Nebenfiguren treten Gesches Großvater Nicolaus, ihr Vater Johann Christian, ihr Bruder Friedrich, ihr Ehemann Andreas Niehus sowie ihr Sohn Nicolaus Niehus in Erscheinung. Nicolaus Niehus spielt dabei in der späteren Entwicklung des Romans eine entscheidende Rolle. Er schafft es bestimmte nicht mehr für möglich gehaltene „Grunddogmen“ der Familiendynastie zu überwinden und die Uhrmacherfamilie in die nächste Generation mit neuen Herausforderungen zu führen. Dabei muss er einige Hindernisse überwinden.
Die Spannung der Erzählung lebt von den dramatischen politischen Umständen in Bremen sowie von der teilweisen unbarmherzigen Uhrmacherkonkurrenz untereinander. Der Aufbau der Geschichte ist stringent und zeitlich aufeinanderfolgend. Der Roman spielt in einer Zeitepoche von 1766 bis 1833 und ist in vier Abschnitte aufgegliedert. Sehr hilfreich ist dabei, dass vor Beginn jedes Abschnittes der handelnde Familienstammbaum der Protagonisten aufgezeichnet ist. Des Weiteren glänzt der Roman mit einem Glossar historischer Personen, einem Verzeichnis über die Begriffe der Uhrmacherkunst sowie einem allgemeinen Verzeichnis historisch verwendeter Begriffe aus der damaligen Zeit. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, historisch bewandert und mit einer sehr detailtreuen bildhaften Sprache versehen. Eine Besonderheit der Erzählung ist die enge Verbindung der „Uhrmachergeschichte“ mit der historischen Entwicklung der Stadt Bremen aus dieser Zeit. Man hat als Leser oft den Eindruck die Hauptprotagonistin Gesche symbolisiert die Stadt Bremen und verleiht dem ganzen einen historisch sehr tiefgründigen, mitreißenden und fleißigen Kern. Als Zielgruppe des Romans kommen sowohl Männer als auch Frauen aller Altersgruppen in Betracht. Das Fazit des Romans ist durch und durch positiv. Neben den schönen bildhaften Darstellungen über das mittelalterliche Bremen haben mich die Detailtreue der Uhrherstellung fasziniert. Der Autor hat sehr viel Arbeit in die Recherche über das Uhrmachen der damaligen Zeit gesteckt. Dies hat sich mehr als gelohnt, da der Leser so sehr detailgenau und wissenserweiternd in das Uhrmacherhandwerk hineintauchen kann. Des Weiteren wird der Leser auf eine historische Reise genommen in eine Zeit, in der große Veränderungen ihren Lauf genommen haben. Ich hoffe in Zukunft noch weitere historische Romane von Hendrik Lambertus lesen zu dürfen.
Jasmin Büchermama
aus Berenbach
5/5
08.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Starke Charaktere die alle auf Ihre Art großes geleistet haben und trotz vieler Tiefschläge weiter für Ihre Träume und Ziele kämpfen
Seit langem mal wieder ein toller historischer Roman.
In Bremen selbst war ich noch nie, doch das Setting ist gut ausgearbeitet und ich konnte auf Bildern die historischen Gebäude wiedererkennen.
Angangs dachte ich noch, man hätte daraus auch gut eine Trilogie machen können, weil es ja um 3 Generationen geht. Aber das hat sich schnell gelegt.
Sehr gelungen ist auch, das jeder „Teil“ seinen eigenen Protagonisten hat, die anderen aber trotzdem durchweg präsent sind und man ihre Geschichte weiter verfolgen kann.
Starke Charaktere die alle auf Ihre Art großes geleistet haben und trotz vieler Tiefschläge weiter für Ihre Träume und Ziele gekämpft haben ziehen sich durch die Story wie ein roter Faden.
Der Schreibstiel passt gut zum Buch und hat mich trotz wenig zeit immer wieder direkt gepackt und durch die Geschichte getragen. Eine angenehme Lesegeschwindigkeit und gut platzierte Fakten runden für mich das Buch ab.
Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an das Team des Rowohlt Verlags!
Michaela Weber
aus Weimar
5/5
19.05.2020
Buch (Taschenbuch)
Die Chronik einer Uhrmacherfamilie
In dem Buch wird die Geschichte der Uhrmacherfamilie Altendiecks ab der Zeit von 1766-1846 -4 Generationen,erzählt.Nach einer Sabotage unter Johann,versucht Gesche seine Tochter -den Namen Altendieck wieder herzustellen.Ihr Ziel einen Seecronometer für Seereisen konstruieren.Gesches Sohn Nicolaus betreibt das Uhrmacherhandwerk ohne Begeisterung-er würde lieber malen.Den seine Begeisterung liegt eher bei der Malerei.Erst seinSohn Ernst Theodor ist wieder mit Begeisterung beim Uhrmacherhandwerk.Aber er provoziert seine dominante Großmutter Gesche,für sie sind Uhren Stazussymbole.....
Der Autor Hendrik Lambertus nimmt den Leser mit in die deutsche Geschichte,speziel in die Bremer Stadtgeschichte und dem Uhrmacherhandwerk.
Sein Schreibstil schafft es ,das ich mir ein Bild von der Zeit zwischen 1766 und 1846 mir machen kann.Eingebunden in die Familiengeschichte der Altendiecks.Es hat unheimlich viel Freude gemacht was über das Handwerk der Uhrmacher und iher Familie zu lesen,sehr gerne 5 Sterne.
Bewertung
aus Glauchau
5/5
30.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Spannender und informativer historischer Roman
„...Wer in einem Uhrmacher – Haus aufwuchs, entwickelte schon früh ein Gespür für die veränderliche Qualität der Zeit...“
Wir schreiben das Jahr 1766. Gesche ist die Enkeltochter des Bremer Uhrmachers Nicolaus Altendieck. Die Standuhr, die ihr Großvater entwickelt und gebaut hat, nennt sie Hora. Sie wird sie ihr Leben lang begleiten. Gesche interessiert sich für das Uhrmacherhandwerk. In ihrem Großvater hat sie einen geduldigen Lehrmeister. Doch was nutzt ihr das? Als Frau darf sie keine Werkstatt führen. Für solche Gedanken aber ist noch Zeit. Erst einmal empfängt ihr Vater hohen Besuch. Der Ratsdiener informiert ihn, dass die Stadt Bremen für das Rathaus eine neue Uhr braucht. Daran ist der Posten des Ratsuhrmachers gebunden. Johann will ablehnen. Nicht nur Friedrich, sein Sohn, ist aber dafür, sich für den Auftrag zu bewerben.
Der Autor hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Ich darf mehrere Generationen der Familie Altendieck auf ihren Weg durch die Geschichte begleiten. Der Autor greift vier Episoden heraus, zwischen denen jeweils eine längere Pause liegt.
Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Begriffe, die man von den Uhren kennt, auch in andere Beschreibungen einfließen und so das Thema allgegenwärtig sein lassen. Ein Beispiel ist die Charakterisierung von Friedrich durch seinen Vater:
„...Johann erkannte sich in ihm wieder, eine breitschultrige Version seiner selbst – wenn da nicht diese Spannung in Friedrichs Körper wäre, wie eine aufgezogene Spiralfeder, die darauf wartete, ihre Kraft freizusetzen...“
Als Johann den Auftrag bekommt, hat er sich einen mächtigen Feind gemacht. Albert Greven, einer der erfolgreichsten Uhrmacher der Stadt, hatte auf den gut dotierten Posten gehofft.
Sehr detailliert wird beschrieben, wie die neue Uhr entsteht und funktioniert. Der erwartete Triumph aber bleibt aus. Eine geschickt eingefädelte Intrige bringt die Werkstatt an den Rand des Ruins.
Als die Familie sich durch eine wohlüberlegte Entscheidung von Gesche wieder einen festen Stand in der Stadt erarbeitet hat, sorgt die hohe Politik dafür, dass neues Ungemach droht. Die freie Stadt Bremen kommt unter die Hand Napoleons. Es werden Soldaten gebraucht für dessen Feldzug nach Russland. Wird es auch Gesches Söhne treffen?
Eingebunden in das Geschehen wird der Widerstandskampf gegen Napoleon und die Kämpfe in der Umgebung von Bremen. Über das Vor und Wider der Neuerungen gibt es selbst in der Familie unterschiedliche Meinungen. Mette, Gesches Tochter, bringt es auf den Punkt:
„...Jedenfalls ist die Besetzung durch Soldaten eine merkwürdige Art, jemanden die Freiheit zu bringen...“
Inhaltsreiche Diskussionen sind insgesamt eine Bereicherung für die Geschichte. Sie ermöglichen, die gegenseitigen Meinungen kennenzulernen und damit einen zusätzliche Einblick in das Zeit Geschehen zu erhalten. So fand ich die folgende Aussage von Johann gegenüber Agathe, der Frau eines Ratsherrn, sehr treffend.
„...“Ich finde es eher tröstlich, ein Rad in einem großen Getriebe zu sein“, erwiderte Johann. „Denn das Ganze funktioniert nur durch das harmonische Zusammenspiel seiner Teile. Wer Uhren baut, lernt Respekt vor kleinen Rädchen“...“
Gesche darf noch erleben, wie ihr Enkel Ernst neue Wege in der Werkstatt beschreitet. Und sie lernt eine junge Frau kennen, die weiß, was sie will und die die Zeichen der Zeit erkannt hat. Das Jahr 1848 naht sich mit schnellen Schritten.
Auch im hohen Alter hat Gesche nichts von ihrer Neugier verloren, wie das folgende Zitat beweist:
„...Der Mechanismus des Kosmos besaß noch immer zahllose Rädchen, deren Funktion nicht annähernd erforscht war. Und immer, wenn man einen Blick hinter die Abdeckung warf, um die wahren Zusammenhänge zu erkunden, erblickte man dahinter nur noch feinere Konstruktionen...“
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Eine spannende Handlung, ein detaillierter Blick in die Lebensverhältnisse der Zeit und gut charakterisierte Protagonisten mit Ecken und Kanten machten das Lesen zum Vergnügen.
Zwei Dinge durchziehen insbesondere die Geschichte. Im Auf und Ab des Lebens konnte sich die Familie auf jeden Einzelnen verlassen. Sie standen zusammen. Und bei harten Entscheidungen kam erst die Familie, dann die persönlichen Interessen.
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5/5
14.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine Bremer Uhrmacherfamilie im Wandel der Zeit
Dieser wunderbare Roman beginnt im Jahr 1766, als Gesche , die jüngste Tochter des verwitweten Uhrmachermeisters Johann Altendieck , vor der imposanten Wanduhr steht, die ihr Großvater Nicolaus vor 30 Jahren gebaut hat. Dieser erkennt den wachen Verstand seiner Enkelin und ihre Faszination für das präzise Ineinandergreifen der Räderwerke, die den Lauf der Zeit repräsentieren. Schon früh nimmt er sie zur Seite um ihr diese Handwerkskunst beizubringen. Doch schon bald muss Gesche erkennen, das hart erarbeitete, zum greifen nahe Triumphe auch einen tiefen Fall zur Folge haben können, der die Familie fast zerstört. Das wagemutige Mädchen tut alles, um den guten Ruf ihres Vaters wieder herzustellen. So darf der Leser erfahren, wie es den Altendiecks in den kommenden 70 Jahren ergehen wird. Aber auch den Lauf der Weltgeschichte kann man mitverfolgen, die Erfindung des Seechronometers, der es Seefahrern ermöglicht die Kolonien in Übersee präzise anzusteuern. Dort drohen Aufstände, die zu Revolutionen werden, deren Folgen auch in Bremen zu spüren sind. Als aus dem mutigen Mädchen eine dreifache Mutter und Firmenchefin geworden ist, herrschen napoleonische Truppen in Norddeutschland und auch Gesches Kinder und Kindeskinder bekommen den Lauf der Geschichte am eigenen Leib zu spüren.
Die Hauptfiguren des Romans hat Hendrik Lambertus frei erfunden, doch viele historische Fakten und regionale Gegebenheiten hat er gekonnt in Handlung eingebettet. „Das Erbe der Altendiecks“ ist eine spannende, unterhaltsame und hochinteressante historische Familiengeschichte, die ihrem Genre alle Ehre macht!
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4/5
21.05.2025
eBook (ePUB 3)
eine Familiensaga, die Generationen umspannt
Einzigartig, mit tollem, atmosphärischem Lokalkolorit umspannt diese historische Saga mehrere Generationen. Die Örtlichkeiten sind total faszinierend gezeichnet, und als Bremerin haben sie einen hohen Wiedererkennungswert, der beim Lesen immer wieder Spaß macht! Einer meiner Lieblingstitel zum Empfehlen in diesem Genre.
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4/5
31.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein gut lesbarer und zu jeder...
Ein gut lesbarer und zu jeder Zeit mitreißender historischer Roman, der es versteht ohne falsche Spannungsbögen oder überzeichnet Frauenfiguren auszukommen.
Der Roman erzählt die Geschichte einer Bremer Uhrmacherfamilie über mehrere Generationen von 1766 bis 1848. Dabei durchleben die verschiedenen Charaktere Freud und Leid ihrer jeweiligen Epoche.
Die Geschichte liest sich flüssig und auch spannend. Mir hat die Verknüpfung der historischen Ereignisse mit den fiktiven Figuren sehr gut gefallen.
Ein umfangreiches Glossar und ein interessantes Nachwort runden diesen gelungenen historischen Roman ab.
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