"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt", so beginnt eine der wohl bekanntesten Erzählungen der Literaturgeschichte. Der Tuchhändler und Handlungsreisende kann durch die Metamorphose in ein Insekt die Wohnung nicht mehr verlassen, seinem Beruf nicht mehr nachgehen und verunsichert seine Familie zutiefst, die ihn vernachlässigt, so dass er schließlich zugrunde geht.
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Ein zeitloser Klassiker!
Klaus Effing aus Köln am 30.11.2025
Bewertungsnummer: 2666112
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Franz Kafkas „Die Verwandlung“, 1915 erschienen und bis heute erstaunlich aktuell, erzählt die Geschichte von Gregor Samsa, der sich eines Morgens ohne jeden erkennbaren Grund in ein menschengroßes Insekt verwandelt. Gerade diese fehlende Erklärung macht den Text so reizvoll: Die Metamorphose geschieht einfach – wie tiefgreifende Veränderungen im Leben oft plötzlich eintreten, ohne dass man sie versteht oder beeinflussen kann.
Kafkas Erzählung wirkt wie ein Sinnbild dafür, wie Menschen, die sich verändern oder aus gesellschaftlichen Erwartungen herausfallen, von ihrer Umwelt nicht mehr verstanden werden. Zugleich durchläuft auch Gregors Familie eine Art Metamorphose: Bisher vom Einkommen des Sohnes abhängig, sind sie nun gezwungen, selbst Verantwortung zu übernehmen und Arbeit aufzunehmen. Doch diese Entwicklung führt nicht zu mehr Nähe oder Solidarität, sondern verstärkt die Distanz. Am Ende scheint die Familie sogar erleichtert über Gregors Tod. Der abschließende Ausflug der Eltern mit ihrer Tochter, voller neuer Zuversicht, wirkt wie ein Neuanfang – allerdings einer, in dem Gregor keinen Platz mehr hat.
Mit seinen knapp 80 Seiten liest sich Die Verwandlung schnell, entfaltet aber eine nachhaltige Wirkung. Ein kurzweiliger, zugleich tief verstörender Klassiker, der auch nach über hundert Jahren nichts von seiner Relevanz verloren hat.
»Der Grundsatz, nach dem ich entscheide, ist: Die Schuld ist immer zweifellos.«
Bewertung aus Bamberg am 27.10.2025
Bewertungsnummer: 2637753
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
»Der Grundsatz, nach dem ich entscheide, ist: Die Schuld ist immer zweifellos.«
Wenn man Kafka liest, begibt man sich immer in eine andere Welt. Eine Welt, in der nichts sicher scheint und niemanden zu trauen ist, denn auch auf die eigene Wahrnehmung sei kein Verlass!
So auch in diesem ersten Band, der von Kafka-Biograf und Experte Reiner Stach kommentierten Ausgabe, der Erzählungen.
Die Erzählungen, beginnend mit seiner ersten Buchpublikation „Betrachtung“, sind geprägt von kranken, vom Schicksal geplagten, einsamen, aber auch wissbegierigen Figuren an teils abgelegenen Orten. Einige davon werden von der patriarchalen Macht von Kafkas Vater überschattet, die er literarisch verarbeitete und dadurch Einblicke in seine Familie gab.
Auch wenn ich erst vor etwa drei Jahren alle Erzählungen Kafkas gelesen habe, kam es mir bei fast allen – mit Ausnahme „Der Verwandlung“ und „In der Strafkolonie“ – so vor, als läse ich sie zum ersten Mal. Bei den kurzen Texten ist das nicht wirklich verwunderlich, da deren Inhalt oftmals nicht so bedeutungsvoll ist und die mich persönlich auch nicht so begeistern können. Bei den längeren hat es mich jedoch mehr verwundert.
Mein Highlight dieses Bands bleibt ganz klar „Die Verwandlung“, welche einfach zu dem Besten gehört, was Kafka geschrieben hat und ein unbedingtes Must-Read für alle ist, die sie bisher noch nicht gelesen haben. Aber auch die Erzählungen „Das Urteil“, „Erinnerungen an die Kaldabahn“ und besonders „Blumfeld, ein älterer Junggeselle“ haben mir gut gefallen und konnten mich überzeugen.
Ohne Zweifel muss man Kafkas Texte mehrmals gelesen haben, um sie ansatzweise zu verstehen.
Deshalb empfand ich, wie schon beim ersten Band dieser kommentierten Ausgabe zu dem Roman „Der Process“, die Kommentare von Reiner Stach hilfreich, um den thematischen und biografischen Kontext der Erzählungen zu erfassen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ein Affe berichtet vor einem Wissenschaftspublikum wie er Mensch wurde um der Gefangenschaft zu entfliehen.
Wie man es von Kafka kennt: surreale Gesellschaftskritik gepaart mit einem schmerzhaften Selbstfindungsprozeß - das ist ganz große Literatur für jeder Mann!
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