• Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas

Die Eroberung Amerikas

Roman

Buch (Gebundene Ausgabe)

26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Die Eroberung Amerikas

Ebenfalls verfügbar als:

Gebundenes Buch

Gebundenes Buch

ab 26,00 €
Taschenbuch

Taschenbuch

ab 14,00 €
eBook

eBook

ab 19,99 €

Beschreibung

Nach dem Bestseller „Das Floß der Medusa“ begibt sich Franzobel in seinem neuen Roman auf die Spuren eines wilden Eroberers der USA im Jahr 1538.

Ferdinand Desoto hatte Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner.
Franzobels neuer Roman ist ein Feuerwerk des Einfallsreichtums und ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.01.2021

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

20,8/13,2/4 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.01.2021

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

20,8/13,2/4 cm

Gewicht

620 g

Auflage

5. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-07227-5

Das meinen unsere Kund*innen

4.0

4 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

1 Sterne

(0)

Selbstüberschätzung

Kaffeeelse am 15.02.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Und noch ein Buch aus der 2021er Longlist des Deutschen Buchpreises. Interessant und auch eckig und sperrig. Franzobel schreibt nicht gefällig und/oder flüssig. Eher wirkt die Schreibe etwas zerrissen und hin und her springend. Nicht einfach zu lesen. Der etwas eigene Humor/der böse Sarkasmus ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch habe ich dieses Buch sehr gern gelesen und es bekommt eine 5 Sterne Bewertung von mir. "Die Eroberung Amerikas" ist für mich das bisher beste Buch aus der 2021er Longlist des Deutschen Buchpreises. Schon die Handlung interessiert mich hier sehr. Von Hernando de Soto und seinem Wirken in der neuen Welt habe ich schon gelesen. Gerade die Welt der Indianer des Südostens, eines der nordamerikanischen Kulturgebiete, interessiert mich seit frühester Zeit. Hatte doch hier die Moundkultur einen gewaltigen mesoamerikanischen Einfluss zu verzeichnen und gebar eine Vielzahl von äußerst interessanten Stämmen und Kulturen. Nur verschwanden hier viele dieser Stämme aufgrund des Gebarens der Eroberer und der grassierenden Krankheiten sehr schnell. Interessante Welten und Sichtweisen verschwanden, das kann man durchaus mit dem Abbrennen von ganzen Bibliotheken vergleichen. Franzobel beschreibt mit seinem bösen Sarkasmus das Leben des Hernando de Soto und das entsetzliche Wirken/das entsetzliche Denken von Hernando de Soto im Südosten des nordamerikanischen Kontinents in meinen Augen absolut treffend und setzt dieses damalige Verhalten der Europäer gleichzeitig auch in Bezug zu dem späteren Verhalten der Europäer in Amerika, oder eigentlich dem westlichen Verhalten in der ganzen Welt. Hier in diesem Buch wird die Welt von 1539 bis 1542 wieder greifbar und erfahrbar. Aber der Vergleich dieser alten Denke mit dem Denken und Handeln der heutigen westlichen Welt ist ein vollkommen gelungener Schachzug. Absolut treffend und gerade jetzt in der Coronazeit ist dieses egozentrische Gedankengut wieder trefflich zu beobachten. Ich sage nur verfallene Covid-Impfdosen, wie kann denn etwas in der westlichen Welt verfallen, dass in der restlichen Welt dringend gebraucht wird?! Ich frage mich des Öfteren wieso der westliche Mensch eigentlich so weit gekommen ist, wieso es den westlichen Menschen nicht schon eher von der Erdkruste befördert hat? Verdient hätte er es, wenn man sein Wirken aus der Sicht der überrannten Völker betrachtet. Dieses Buch lässt solche Fragen wieder hochkommen, gewährt aber mindestens ebenso interessant geschichtliche und auch lehrreiche Einblicke in eine vergangene Zeit! Ein faszinierendes und informatives Buch, wenn man sich darauf einlässt und sich von dem Sprachklang nicht abschrecken lässt.

Selbstüberschätzung

Kaffeeelse am 15.02.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Und noch ein Buch aus der 2021er Longlist des Deutschen Buchpreises. Interessant und auch eckig und sperrig. Franzobel schreibt nicht gefällig und/oder flüssig. Eher wirkt die Schreibe etwas zerrissen und hin und her springend. Nicht einfach zu lesen. Der etwas eigene Humor/der böse Sarkasmus ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch habe ich dieses Buch sehr gern gelesen und es bekommt eine 5 Sterne Bewertung von mir. "Die Eroberung Amerikas" ist für mich das bisher beste Buch aus der 2021er Longlist des Deutschen Buchpreises. Schon die Handlung interessiert mich hier sehr. Von Hernando de Soto und seinem Wirken in der neuen Welt habe ich schon gelesen. Gerade die Welt der Indianer des Südostens, eines der nordamerikanischen Kulturgebiete, interessiert mich seit frühester Zeit. Hatte doch hier die Moundkultur einen gewaltigen mesoamerikanischen Einfluss zu verzeichnen und gebar eine Vielzahl von äußerst interessanten Stämmen und Kulturen. Nur verschwanden hier viele dieser Stämme aufgrund des Gebarens der Eroberer und der grassierenden Krankheiten sehr schnell. Interessante Welten und Sichtweisen verschwanden, das kann man durchaus mit dem Abbrennen von ganzen Bibliotheken vergleichen. Franzobel beschreibt mit seinem bösen Sarkasmus das Leben des Hernando de Soto und das entsetzliche Wirken/das entsetzliche Denken von Hernando de Soto im Südosten des nordamerikanischen Kontinents in meinen Augen absolut treffend und setzt dieses damalige Verhalten der Europäer gleichzeitig auch in Bezug zu dem späteren Verhalten der Europäer in Amerika, oder eigentlich dem westlichen Verhalten in der ganzen Welt. Hier in diesem Buch wird die Welt von 1539 bis 1542 wieder greifbar und erfahrbar. Aber der Vergleich dieser alten Denke mit dem Denken und Handeln der heutigen westlichen Welt ist ein vollkommen gelungener Schachzug. Absolut treffend und gerade jetzt in der Coronazeit ist dieses egozentrische Gedankengut wieder trefflich zu beobachten. Ich sage nur verfallene Covid-Impfdosen, wie kann denn etwas in der westlichen Welt verfallen, dass in der restlichen Welt dringend gebraucht wird?! Ich frage mich des Öfteren wieso der westliche Mensch eigentlich so weit gekommen ist, wieso es den westlichen Menschen nicht schon eher von der Erdkruste befördert hat? Verdient hätte er es, wenn man sein Wirken aus der Sicht der überrannten Völker betrachtet. Dieses Buch lässt solche Fragen wieder hochkommen, gewährt aber mindestens ebenso interessant geschichtliche und auch lehrreiche Einblicke in eine vergangene Zeit! Ein faszinierendes und informatives Buch, wenn man sich darauf einlässt und sich von dem Sprachklang nicht abschrecken lässt.

Hohe Erwartungen - leider nicht erfüllt

Bewertung aus Maria Enzersdorf am 16.03.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Erobern langweilt mich", so Ruben, einer der Männer Desotos auf Seite 385. Auch ich langweile mich und auch restlichen Seiten bis 539 hat es dieses Buch nicht geschafft, mich zu erobern. Ja, es ist wortgewaltig und sehr bildhaft geschrieben, hin und wieder gibt es ganz witzige Details (z.B. by the way Erfindung von Popcorn, Cola, Burger und der Gepäckkontrolle). Die Schilderungen der damals vorherrschenden Brutalität und Unappetitlichkeiten werden aber irgendwann mal zu viel und machen sogar vor romantischen Gedanken nicht Halt "...da hat der liebe Gott uns Öffnungen gegeben, damit die Schleimhäute sich berühren...." Himmel - sowas denkt doch kein Mensch! Die größte Enttäuschung war für mich jedoch die Geschichte mit der Klage eines New Yorker Anwalts. Diese durchaus spannende Idee war für mich eigentlich die Hauptmotivation das Buch zu lesen - jedoch diese Story nimmt vielleicht gerade mal 10 Seiten im ganzen Buch ein und bleibt ein Erzählfragment. Am Ende...naja, netter Gedanke.

Hohe Erwartungen - leider nicht erfüllt

Bewertung aus Maria Enzersdorf am 16.03.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Erobern langweilt mich", so Ruben, einer der Männer Desotos auf Seite 385. Auch ich langweile mich und auch restlichen Seiten bis 539 hat es dieses Buch nicht geschafft, mich zu erobern. Ja, es ist wortgewaltig und sehr bildhaft geschrieben, hin und wieder gibt es ganz witzige Details (z.B. by the way Erfindung von Popcorn, Cola, Burger und der Gepäckkontrolle). Die Schilderungen der damals vorherrschenden Brutalität und Unappetitlichkeiten werden aber irgendwann mal zu viel und machen sogar vor romantischen Gedanken nicht Halt "...da hat der liebe Gott uns Öffnungen gegeben, damit die Schleimhäute sich berühren...." Himmel - sowas denkt doch kein Mensch! Die größte Enttäuschung war für mich jedoch die Geschichte mit der Klage eines New Yorker Anwalts. Diese durchaus spannende Idee war für mich eigentlich die Hauptmotivation das Buch zu lesen - jedoch diese Story nimmt vielleicht gerade mal 10 Seiten im ganzen Buch ein und bleibt ein Erzählfragment. Am Ende...naja, netter Gedanke.

Unsere Kund*innen meinen

Die Eroberung Amerikas

von Franzobel

4.0

0 Bewertungen filtern

Unsere Buch­händler*innen meinen

Profilbild von Matthias Kesper

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Matthias Kesper

Thalia Kassel

Zum Portrait

5/5

"Himmelreich? Die Alligatoren dachten an fette Happen Gringofleisch und ein Festmahl aus Spaniern."

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wann habe ich das letzte Mal ein Buch, das eine einzige Ungeheuerlichkeit darstellt, gelesen? Ad hoc will und will mir keines einfallen, oder doch: Des großen Eckhard Henscheids "Trilogie des laufenden Schwachsinns"! da hat ein Autor der deutschen Tümelei und dem Leben in der Provinz ein außerordentliches literarisches Denkmal gesetzt... Franzobels umfangreiche Erzählung (530 Seiten) der "Eroberung Amerikas" ist voller schwarzem Humor, grandios geschrieben und vor allem eines, "eine auf`s Maul" der Europäer! Bitte entschuldigen Sie diese rüde Ausdrucksweise, aber die letzten Lese-Stunden haben mich ein wenig geprägt - und treffender kann man es nicht ausdrücken :-) Im Mittelpunkt des irrwitzigen Romans steht Ferdinand Desoto, der in jungen Jahren Pizarro in Südamerika behilflich war, die indigene Bevölkerung Perus radikal zu dezimieren. Zum Ausgleich befreite man Land und Leute vom sinnlosen Gold, verschaffte ihnen aber einen Platz im Himmel, so sich die, die noch lebten, taufen liessen... Einschub: Das alles kann man heute noch in einem Augenzeugenbericht nachlesen - Las Casas "Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder" ist im Insel Verlag lieferbar...) Dieser Desoto erbittet sich von Karl dem Fünften, der obigen Bericht kannte, und seinen Inhalt nicht unbedingt goutierte, das nächste Goldland, den heutigen Staat Florida, für die Krone Spaniens und zur Mehrung des eigenen Ruhms, versteht sich, in Besitz nehmen zu dürfen. Von Kuba aus geht es los, im Jahr des Herrn 1537. Ob es ein Gott gefälliges Unterfangen war, mit 800 Raufbolden, Schlägern, Säufern und anderen Hallodris durch die wenig einladenden Mangrovensümpfe zu waten, um doch, irgendwie, den goldenen Palästen nicht näher zu kommen, davon berichtet Franzobel ausschweifend, gallig und einfach mitreissend! Das Ganze hat natürlich, neben dieser Haupt-Story, unendlich viel Nebenhandlungen, von denen man einfach nicht genug bekommen kann; Querverweise in die Historie, aber auch in die Subkultur unserer Tage. Mein Herz schlug höher, als tatsächlich selbst die legendären Piraten, bekannt aus "Asterix", ihren Auftritt hatten. Oder die wahrlich ergreifende Geschichte des Nichtnutzes, der selbst nicht genau weiß, wie es ihn eigentlich in Desotos Heerschar verschlagen hat - es könnte allerdings etwas damit zu tun haben, dass er vor Jahren in Spanien einen Elefanten gestohlen hat. Ans Herz wachsen auch jene beiden Anwälte, Turtle Julius aus dem 16. Jahrhundert, und Trutz Finkelstein aus der Neuzeit. Während ersterer verzweifelt versucht, eine Erbschaft zuzustellen, und dabei diverser Körperteile verlustig geht, klagt der andere im Namen der amerikanischen Ureinwohner und ihrer Nachfahren gegen die Vereinigten Staaten auf Rückgabe der unrechtmässig besetzten Ländereien, also die kompletten USA! Der Autor befleissigt sich einer Sprache und Wortwahl, die geradezu einzigartig ist, gleichzeitig salopp und doch auf den Punkt genau. Er eilt hin und her durch die Jahrhunderte, nimmt auf nichts und niemand Rücksicht, radikal und lustvoll zerlegt er das Genre des historischen Romans und setzt die Trümmer zu etwas ganz eigenem zusammen. Phantastisch! Ich kann das Werk nur nachhaltig empfehlen - es wird Sie blendend unterhalten, Sie werden ein ganz neues Geschichtsbewußtsein entwickeln und zweifellos nach Beendigung der Lektüre nach mehr verlangen. Zum Glück ist mir doch noch etwas ähnliches eingefallen: "World`s End" von T. C. Boyle, ähnlich anarchisch und sprachgewaltig!
5/5

"Himmelreich? Die Alligatoren dachten an fette Happen Gringofleisch und ein Festmahl aus Spaniern."

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wann habe ich das letzte Mal ein Buch, das eine einzige Ungeheuerlichkeit darstellt, gelesen? Ad hoc will und will mir keines einfallen, oder doch: Des großen Eckhard Henscheids "Trilogie des laufenden Schwachsinns"! da hat ein Autor der deutschen Tümelei und dem Leben in der Provinz ein außerordentliches literarisches Denkmal gesetzt... Franzobels umfangreiche Erzählung (530 Seiten) der "Eroberung Amerikas" ist voller schwarzem Humor, grandios geschrieben und vor allem eines, "eine auf`s Maul" der Europäer! Bitte entschuldigen Sie diese rüde Ausdrucksweise, aber die letzten Lese-Stunden haben mich ein wenig geprägt - und treffender kann man es nicht ausdrücken :-) Im Mittelpunkt des irrwitzigen Romans steht Ferdinand Desoto, der in jungen Jahren Pizarro in Südamerika behilflich war, die indigene Bevölkerung Perus radikal zu dezimieren. Zum Ausgleich befreite man Land und Leute vom sinnlosen Gold, verschaffte ihnen aber einen Platz im Himmel, so sich die, die noch lebten, taufen liessen... Einschub: Das alles kann man heute noch in einem Augenzeugenbericht nachlesen - Las Casas "Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder" ist im Insel Verlag lieferbar...) Dieser Desoto erbittet sich von Karl dem Fünften, der obigen Bericht kannte, und seinen Inhalt nicht unbedingt goutierte, das nächste Goldland, den heutigen Staat Florida, für die Krone Spaniens und zur Mehrung des eigenen Ruhms, versteht sich, in Besitz nehmen zu dürfen. Von Kuba aus geht es los, im Jahr des Herrn 1537. Ob es ein Gott gefälliges Unterfangen war, mit 800 Raufbolden, Schlägern, Säufern und anderen Hallodris durch die wenig einladenden Mangrovensümpfe zu waten, um doch, irgendwie, den goldenen Palästen nicht näher zu kommen, davon berichtet Franzobel ausschweifend, gallig und einfach mitreissend! Das Ganze hat natürlich, neben dieser Haupt-Story, unendlich viel Nebenhandlungen, von denen man einfach nicht genug bekommen kann; Querverweise in die Historie, aber auch in die Subkultur unserer Tage. Mein Herz schlug höher, als tatsächlich selbst die legendären Piraten, bekannt aus "Asterix", ihren Auftritt hatten. Oder die wahrlich ergreifende Geschichte des Nichtnutzes, der selbst nicht genau weiß, wie es ihn eigentlich in Desotos Heerschar verschlagen hat - es könnte allerdings etwas damit zu tun haben, dass er vor Jahren in Spanien einen Elefanten gestohlen hat. Ans Herz wachsen auch jene beiden Anwälte, Turtle Julius aus dem 16. Jahrhundert, und Trutz Finkelstein aus der Neuzeit. Während ersterer verzweifelt versucht, eine Erbschaft zuzustellen, und dabei diverser Körperteile verlustig geht, klagt der andere im Namen der amerikanischen Ureinwohner und ihrer Nachfahren gegen die Vereinigten Staaten auf Rückgabe der unrechtmässig besetzten Ländereien, also die kompletten USA! Der Autor befleissigt sich einer Sprache und Wortwahl, die geradezu einzigartig ist, gleichzeitig salopp und doch auf den Punkt genau. Er eilt hin und her durch die Jahrhunderte, nimmt auf nichts und niemand Rücksicht, radikal und lustvoll zerlegt er das Genre des historischen Romans und setzt die Trümmer zu etwas ganz eigenem zusammen. Phantastisch! Ich kann das Werk nur nachhaltig empfehlen - es wird Sie blendend unterhalten, Sie werden ein ganz neues Geschichtsbewußtsein entwickeln und zweifellos nach Beendigung der Lektüre nach mehr verlangen. Zum Glück ist mir doch noch etwas ähnliches eingefallen: "World`s End" von T. C. Boyle, ähnlich anarchisch und sprachgewaltig!

Matthias Kesper
  • Matthias Kesper
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Profilbild von David Möckel

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

David Möckel

Thalia Coburg

Zum Portrait

5/5

Mehr Don Quijote als Konquistador?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mit seiner unverwechselbaren Erzählkunst mischt Franzobel hier Geschichten, Erzählstränge, Anekdoten, Anspielungen und Semmannsgarn zu einem schillernden Bild, bei dem man als Leser das Gefühl hat, nur zupacken zu müssen und man hält eine reife Zitrusfrucht in Händen. Aber mehr möchte man auch nicht, denn er hält mit Grausamkeit, Barbarei und Brutalität, die für einen Großteil der Eroberung der beiden Amerikas stehen, nicht hinterm Berg. Absolut lesenswert! Vor allem für alle, die auch gern mal einen etwas anderen historischen Roman mögen ;o)
5/5

Mehr Don Quijote als Konquistador?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mit seiner unverwechselbaren Erzählkunst mischt Franzobel hier Geschichten, Erzählstränge, Anekdoten, Anspielungen und Semmannsgarn zu einem schillernden Bild, bei dem man als Leser das Gefühl hat, nur zupacken zu müssen und man hält eine reife Zitrusfrucht in Händen. Aber mehr möchte man auch nicht, denn er hält mit Grausamkeit, Barbarei und Brutalität, die für einen Großteil der Eroberung der beiden Amerikas stehen, nicht hinterm Berg. Absolut lesenswert! Vor allem für alle, die auch gern mal einen etwas anderen historischen Roman mögen ;o)

David Möckel
  • David Möckel
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Unsere Buchhändler*innen meinen

Die Eroberung Amerikas

von Franzobel

0 Rezensionen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas
  • Die Eroberung Amerikas