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Die Inkommensurablen Roman | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023

18

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

14.01.2023

Abbildungen

mit Lesebändchen

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

21,3/13,3/3,1 cm

Gewicht

448 g

Farbe

Anthrazit / Khaki

Auflage

5. DruckAuflage, 2023

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98647-1

Beschreibung

Rezension

»Man [lässt] sich gerne auf Edelbauers Schnellstrundgang durch das kaiserlich-königliche Metropolenleben ein: Sinnlicher wurde es noch nie nachgebaut. Die Autorin tuscht das Zeitkolorit mit feinem Pinsel, aber breiter Geste.«Florian Eichel, Die Zeit, 09. Februar 2023 ("Die Zeit")
»Raphaela Edelbauer geht es in ihrem famosen Roman - anders als dem Gros der Gegenwartsliteratur - nicht um Realismus. Vielmehr streift sie mit beeindruckender Klarheit durch schwindelerregende Gedankengebäude […]. Originell und lebendig entwirft sie dabei ein Gesellschaftsbild, in dem es um Fragen der Klassenzugehörigkeit geht, um Diversität im Geschlechterverhältnis und natürlich um die Mobilisierung und Manipulation der Massen. […] Dass Die Inkommensurablen trotzdem kein historischer Roman ist, sondern ganz nah an den Themen und Problemen unserer Zeit, liegt nicht zuletzt an der Sprache der Autorin, die erstaunlicherweise kunstvoll und natürlich zugleich wirkt.«Andrea Gerk, WDR 3 Kultur am Mittag, 08. Februar 2023 ("WDR 3")
»Raphaela Edelbauers 350-Seiter ist vieles zugleich: Großstadtroman, massenpsychologische Fallstudie und Psycho-Thriller vor späthabsburgischem Hintergrund. Mitreißend, vielstimmig, und von knisternder Intelligenz.« Günter Kaindlstorfer, Ö1 Mittagsjournal, 14. Januar 2023 ("Ö1 Mittagsjournal")
»Raphaela Edelbauer hat einen schwindelerregenden Bildungsroman geschrieben, in den man als Leser von der ersten Seite an hineingesogen wird.«Florian Welle, Münchner Feuilleton, Dezember 2024 ("Münchner Feuilleton")
»Dieses Buch ist ein Rausch, geschrieben in dieser ganz besonders eleganten und virtuosen Art, wie es vielleicht wirklich nur Österreicher auf Deutsch können.«Timo Feldhaus, Berliner Zeitung, 12. Dezember 2023 ("Berliner Zeitung")
»Ein Roman für alle, die Lust auf einen komplexen und vielschichtigen Roman mit historisch bedeutsamem Setting haben.«Hanna Naatz, Buchsichten, 19. November 2023 ("Buchsichten")
»Raphaela Edelbauers Roman ›Die Inkommensurablen‹ ist ein rauschhafter Streifzug durch das Wien am Kipppunkt der Geschichte. Darin erzählt die österreichische Autorin von unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und großstädtischen Lebensentwürfe, mal altbekannt, mal neu – doch stets auf sprachlich wie erzählerisch eigene und damit ingeniöse Art.«Benedikt Arnold, Goethe Institut, November 2023 ("Goethe Institut")
»Edelbauers Roman ist ein virtuoses Lob des Nonkonformismus. Ein großartiges Buch.«Svenja Flaßpöhler, Philosophie Magazin, August/September 2023 ("Philosophie Magazin")
»Dieser vielschichtige Roman […] vollzieht an sich selbst, wovon er handelt. Zirkulation von Erinnerungen, Suggestionen und Texten, die jenen Raum beschriften, in dem wir glauben, ganz wir selbst zu sein. Das macht diese ›Inkommensurablen‹ ziemlich unvergleichlich.«Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 29. Juni 2023 ("Stuttgarter Zeitung")
»›Die Inkommensurablen‹ ist das komprimierte Panorama einer Gesellschaft am Abgrund – überwältigend, atemlos und ungeheuer unterhaltsam.«Ruth Roebke, KommBuch, 16. April 2023 ("KommBuch")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

14.01.2023

Abbildungen

mit Lesebändchen

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

21,3/13,3/3,1 cm

Gewicht

448 g

Farbe

Anthrazit / Khaki

Auflage

5. DruckAuflage, 2023

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98647-1

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

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  • Gesellschaftliche Betrachterin

    aus Großraum Halle (Saale)

    5/5

    20.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Haben in der Konsequenz nicht wir die Ideen, sondern haben sie uns?“

    Ein sprachgewaltiger Roman mit gesellschaftlicher Weitsicht! - Der Bauernknecht Hans Ranftler trifft mit einer Visitenkarte der Psychoanalytikerin Helene Cheresch in Wien ein. Ihn plagt seine seherische Fähigkeit, dass er in manchen Situationen einen Satz schon genau kennt, den sein Gegenüber im nächsten Moment aussprechen wird. Sein im Unterbewusstsein hysterisches Empfinden tritt aber in den Hintergrund angesichts der propagandistisch entfachten, sich lauffeuernd durch Wien bewegenden Massenhysterie für die Mobilmachung zum Beginn des Weltkrieges. Ist der Wiener Bahnhof bei Hans frühmorgendlichen Ankunft am 30. Juli 1914 bereits proppenvoll mit Menschen und flüchtigen Eindrücken von ihnen, wird sich in den nächsten 36 Stunden der Romanhandlung die Masse Mensch zur Undurchdringbarkeit steigern. Auf der Schwelle der auf der Visitenkarte markierten Praxis begegnet Hans den gleichaltrigen Adam und Klara und bewegt sich mit ihnen fortan gemeinsam gegen den Menschenstrom. Hans muss ohne Geld die Zeit bis zum für den Nachmittag des Folgetages vereinbarten Termin mit Helene überbrücken, ohne in eine Musterungsstelle zu schwappen. Adam, mit aristokratischem Stammbaum und Offizierslaufbahn, hat seinen Einberufungsbefehl schon und zweifelt (noch in ziviler Kleidung) hin- und hergerissen, ob er in den Krieg ziehen soll. Klara, die sich aus niedersten sozialen Verhältnissen lösen konnte und sich an der Stufe zur akademisch anerkannten Spitzenmathematikerin befindet, muss zu ihrem Rigorosum in die Universität, wohingegen die bellizistischen Macker den Frauen in der Gesellschaft nur noch den Wert von dringend benötigten Uniformschneiderinnen zumessen. Die Stationen, die die Autorin Raphaela Edelbauer Hans, Adam und die stets klarsehende Klara in diesen anderthalb Tagen nehmen lässt, seien hier nicht verraten – seien Sie als Leserin stets überrascht. Vermeiden Sie beim Lesen aber bitte keinesfalls den Parallelblick auf heutige gesellschaftliche Zustände, die nicht wirklich anders sind als am 30. Juli 1914, denn: „Das Prophetische tarnt sich stets als Erinnerung.“

  • Manfred Fürst

    aus Kirchbichl

    5/5

    17.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erzählerisches Universalgenie

    Nicht messbar, nicht vergleichbar; unwägbar (s. DUDEN), soviel muss zunächst als Worterklärung genügen. Dystopisch und finster geht es in Edelbauers neuem Roman, ,,Die Inkommensurablen", zu. Der spielt in der Vergangenheit und ist vordergründig ein reiner historischer Roman geworden. In der Nacht vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs irrlichtert ein ungleiches Trio schlaflos durch ein kriegsbegeistertes Wien. „Der Krieg ist der Grund für die Begeisterung, die Begeisterung ist der Grund des Krieges.“ (S. 130) Am Vorabend des Ersten Weltkriegs sitzt der 17-jährige Knecht Hans Ranftler im Zug von Tirol nach Wien. Nicht um sich zur k. k. Armee einziehen zu lassen wie andere junge Männer. Sondern um von einer Psychoanalytikerin seine besondere Fähigkeit behandeln zu lassen: Er kann voraussehen, was Menschen sagen werden. Bereits die Ankunft am Südbahnhof haut Hans um: Es zischt, wurlt, glänzt golden. Die pferdelose Tram? "Ein Münchhausenzug, der sich am eigenen Zopf in Richtung Stadt zog.“ Hans findet schnell Anschluss. Auf den Treppen vor der Ordination der Psychoanalytikerin Helene Cheresch lernt er erst Klara und dann Adam kennen. Beide haben natürlich das gemeine Bewusstsein übersteigende Begabungen. Klara eine junge Suffragette, Sozialdemokratin und Studentin der Mathematik, „vollkommen schön“- wie Hans empfindet, die als eine der ersten Frauen vor ihrem Rigorosum an der Universität Wien steht; nicht nur als speziell talentierte Träumerin die „Lieblingspatientin“ der lesbischen Analytikerin. Der junge und schmächtige Adam Graf von Jesenky mit dem Einberufungsbefehl in der Tasche. Beiden schlägt morgen die Stunde. Die Zeit drängt, es entsteht roadmoviehafte Handlung zwischen Prachtpalais, queeren Halbweltlokalen und Universität an. Grandiose Szenen und starke Dialoge prägen den Roman. Die Leidenschaft Adams, von Kindheit an von väterlicher Härte zum Militär gedrillt, gehört der Musik Arnold Schönbergs. Zusammen mit Gleichgesinnten probt er nicht nur die Kompositionen der Moderne, deren Noten man in der Stadt kaum erhält. Großartig wie bei einem Abendessen im Palais von Adams Familie Nationalismus, Kriegsidealisierung und Antisemitismus der versammelten, gerade noch den Kaiser beraten habenden Aristokratie aufeinander kracht, während Hans mit der Abfolge der Menügänge nicht mehr Schritt halten kann. „Er (Hans) hatte mit den feinsten Menschen der Stadt gegessen und sich in einem marmorierten Bad in einen mandelgrünen Anzug gekleidet, der jetzt – vom Abstieg in die Kanalisation – von den Beinen aufwärts besudelt war. Er hatte vorgestern noch den Stall des Viehs ausgemistet und würde in wenigen Stunden eine Analyse beginne. Es schien alles gar nicht real“ (S. 275). „Wenn es eine Erkenntnis gäbe, dann müsste es die Mathematik sein (Kant)“ (S 307). Was darauf folgt sind elfeinhalb Seiten des Rigorosums der Doktorandin Klara, die einen staunen und mit den Ohren schlackern lassen, bis sie von kriegslüsternen Vandalen unterbrochen wird. Die 33-jährige Niederösterreicherin, die in Wien lebt, hat in den letzten fünf Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt. Ihr Prosadebüt ,,Entdecker. Eine Poetik“ erhielt 2018 den Rauriser Literaturpreis. Ebenfalls 2O18 gab es für die Newcomerin, die in Wien sowohl Philosophie als auch an der Universität für Sprachkunst studierte, bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt den Publikumspreis. Ihr Debütroman ,,Das flüssige Land" kommt auf die Bühne, 2O19 erschienen, landete er sowohl auf der Shortlist des Deutschen als auch des Österreichischen Buchpreises. Mit ,,Die lnkommensurablen" erscheint ihr dritter Roman binnen vier Jahren. 2021erschien Edelbauers zweites Buch, ,,Dave". Als Raphaela Edelbauer 2022 den mit 3.000 Euro dotierten Thomas-Jorda-Preis erhielt, der an niederösterreichische Autorinnen und Autoren verliehen wird, hieß es in der Begründung: Man habe ,,eine der spannendsten und interessantesten Schriftstellerinnen, nicht nur innerhalb Österreichs, sondern international" ausgezeichnet. Edelbauer beherrscht die große Kunst des Fabulierens und unterfüttert ihre Plots mit allem, was Wissenschaftsdiskurse so hergeben. Ob Philosophie, Psychologie oder Naturwissenschaften - die Literatin legt ihre Romane in der Metaebene fächerübergreifend an. Danach schichtet sie das alles zu komplexen, aber ebenso fantastischen wie absurden Storys. „Dass etwas aus der echten Welt geträumt wird ist ganz normal. Wenn aber etwas aus dem Traum ins Wache dringt – das meine Lieber ist Perversion“ (S. 197).

  • Bewertung

    5/5

    04.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sachertorte und Radetzkymarsch oder doch die Zwölftonmusik?

    Allein der Titel macht neugierig! Allerdings hätte ich nicht zu dem Buch gegriffen,wenn nicht die Stadt Wien Ort der Handlung gewesen wäre. Wien am Vorabend des 1. Weltkriegs aus dem Blickwinkel dreier sehr unterschiedlicher junger Menschen. Selbige handeln, obwohl es vor allem um ihre Zukunft geht, auffällig unaufgeregt. Wir begleiten sie 24 Stunden durch den Tag und die Nacht. Kein historischer Wien-Roman zur ausgehenden Kaiserzeit ohne die Verbindung zur Psychoanalyse. Die Treppe zu dem Haus, in dem sich die Praxis von Helene Cheresch befindet führt Hans, Adam und Klara zusammen. Alle drei sind bei ihr in Behandlung. Hier endet aber auch die Gemeinsamkeit. Sie sind und bleiben "inkommensurabel". Gut so, sie lassen viele Elemente in der Handlung zu: Adel und Miltitär, Armut, soziale Herkunft, queere Lebensentwürfe sowie philosophische und naturwissenschaftliche Diskurse. Das leuchtende Wien und den Untergrund einer Großstadt bilden die historische Kuslisse dieses sehr unterhaltsamen zeitgenössischen Romans. Ich hatte viel Freude beim Lesen und die wünsche ich Ihnen auch!

  • Edith Berger

    aus Graz

    5/5

    20.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ungemein großes Lesevergnügen

    Es sind die letzten Stunden bevor das deutsche Ultimatum an Russland abläuft. Hans verlässt still und heimlich den Hof und macht sich auf nach Wien. Ohne Geld aber mit dem Plan die über alle Grenzen bekannte Psychoanalytikerin Helene Cheresch aufzusuchen. Dort trifft er auf die hochbegabte Mathematikstudentin Klara und den musisch begabten Adeligen Adam. Die Stimmung in Wien ist aufgeheizt. Und mitten in diesem nervös geschäftigen Treiben feiern Klara, Adam und Hans den Abschied von einer Epoche die vor dem Untergang steht. Die unmittelbar bevorstehende Generalmobilmachung verzerrt Gedanken, Gefühle, Nähe und Wahrnehmungen.

  • Bewertung

    5/5

    22.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Buch des Jahres 2023 (jetzt schon!)

    Wer kennt nicht das Gefühl der Traurigkeit, wenn der hintere Buchdeckel zugeklappt wird und ein tolles Buch zu ende gelesen wurde. Das ist mir bei den Inkommensurablen passiert. Ausgehend vom 31. Juli 1914 in Wien , es wird das Verstreichen des deutschen Ultimatums erwartet, wird die Geschichte von Hans (Pferdeknecht, frisch aus der Provinz nach Wien gekommen), Adam (adlig), Klara ( steht vor dem Rigorosum, also der Verteidigung ihrer Doktorarbeit) und Helene ( Psychoanalytikerin). Wegen letzterer kam Hans nach Wien ,in einer nervösen Zeit, brodelnd wie ein Vulkan und ungewisser Zukunft. Und um diese Personen und Zeit geht es hier. Stellenweise wurde ich an Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" erinnert. Und dies ist es auch unter anderem warum dies mein Buch dieses Jahr wird. Das ist natürlich nicht alles. Findet es bitte selber herraus. Mein Dank gilt dem klett-Cotta Verlag, dem Vertreter Herr A. und natürlich der Autorin für diese tollen Lesestunden.

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Bewertungen (18)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Nate Pischner

    Nate Pischner

    Thalia Berlin – Alexa

    Buchhändler*in

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    5/5

    30.06.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wilder Ritt durch Wien am...

    Ein wilder Ritt durch Wien am Vorabend des 1. Weltkriegs. Traumwandlerisch und sparchgewaltig.
  • Zum Bewerterprofil von Patricia Rast

    Patricia Rast

    OSIANDER Wangen

    Buchhändler*in

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    5/5

    22.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mathematik, Psychologie und Geschichte - großartig miteinander verwoben.

    Wien 1914, ein Tag vor der Machtergreifung. Hans, ein Knecht aus Salzburg und quasi mittellos , geht nach Wien um eine Psychotherapeutin um Hilfe zu bitten. Währenddessen lernt er drei weitere junge Menschen kennen. Für alle ist klar, dass ab dem nächsten Tag alles anders sein wird und es ihr Leben, so wie es bisher war, nicht mehr geben wird. Ein anspruchsvolles, großartig geschriebenes Buch, in dem die Autorin die Geschichte Wiens und Österreichs parallel zu den Ereignissen erläutert.
  • Zum Bewerterprofil von Dagmar Klein

    Dagmar Klein

    Thalia Nürnberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    08.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Zeitalter geht zu Ende und...

    Ein Zeitalter geht zu Ende und wir begleiten drei jungen Menschen durch ein fieberhaftes, aufgewühltes Wien am Vorabend des 1. Weltkriegs. Das ist mitreissend und dramatisch, gegen Ende wurde mir die Geschichte dann aber doch etwas zu stark konstruiert und überfrachtet.
  • Zum Bewerterprofil von Kevin Beckmann

    Kevin Beckmann

    Thalia Mayersche Wuppertal-Barmen

    Buchhändler*in

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    5/5

    13.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das literarische Highlight des Frühjahrs

    Raphaela Edelbauer hat es wieder geschafft: Auch der dritte Roman, den ich von ihr gelesen habe wird es in meiner Jahresliste ganz nach oben schaffen. Mit welcher Leichtigkeit und sprachlichen Finesse sie einen Wendepunkt der neueren Geschichte aus der Sicht von drei völlig unterschiedlichen Menschen zum Leben erweckt ist schlicht beeindruckend. Auch wenn sich die Ganze Handlung innerhalb eines Tages und einer Nacht abspielt, ist dieser Roman so atmosphärisch dicht geschrieben, dass es sich anfühlt die Charaktere viel länger zu kennen. Exemplarisch dafür steht der Beginn des vierten Kapitels, der für mich zum Besten gehört, was ich in der deutschsprachigen Literatur in den letzten Jahren gelesen habe.
  • Zum Bewerterprofil von Alex Sättele

    Alex Sättele

    Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

    Buchhändler*in

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    4/5

    28.07.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Wimmelbild des Vorabends des ersten Weltkrieges

    Wien, 1914 – Vorabend des ersten Weltkrieges, wortwörtlich. Der Bauernknecht Hans verlässt sein Dorf, um sich in Wien bei einer berühmten Psychoanalytikerin in Behandlung zu begeben. Praktisch ohne Mittel und durchnächtigt trifft er in der für ihn verwirrenden Großstadt ein. Die Stadt ist in Aufruhr, denn morgen läuft das deutsche Ultimatum gegen die Serben aus. Die Parapsychologin ist gewillt ihm am nächsten Tag einen Termin zu geben, außerdem trifft er vor ihrer Tür auf zwei andere Patient*innen: Den adligen Offizier Adam, der am morgigen Tag eingezogen werden soll, und die Doktorandin der Mathematik Klara, die am nächsten Tag ihre Doktorarbeit verteidigen muss. Zusammen verbringen sie die letzten Stunden vor dem Ausbruch des Krieges. Zwischen Orchesterproben, Dinner mit dem österreichischen Generalstab, und Suffragetten Kneipen, in denen Ragtime gespielt wird, durchzechen sie die Nacht. Großartige historische Recherche, eine Momentaufnahme in die gesellschaftlichen Verwerfungen des baldig zerbrechenden Kaiserreiches. Der Auftakt lässt einen erst an einen klassischen Bildungsroman denken, der Roman liest sich aber mehr wie ein Wimmelbild über die Ideen, Gedanken und Menschen der Zeit – von CG Jungs esoterischen Archetypen in der Psychoanalyse, bis hin zum Nationalismus und Antisemitismus der herrschenden Klassen und natürlich der Manipulation der Massen. Alle drei Figuren haben mit ihren eigenen parapsychologischen Phänomenen zu kämpfen, wegen derer sie sich auserwählt fühlen. Mit der Auflösung, was es mit diesen fast schon übernatürlichen Phänomenen auf sich hat, legt die Autorin einen Finger auf die gesellschaftlichen Probleme von heute. Der Roman ist mit bildungsbürgerlichen Fachworten gespickt, die mich beim Lesen immer wieder ein bisschen herausgerissen und irritiert haben. Wer die Originale der Zeit von Robert Musil oder Joseph Roth genossen hat, wird hier eine selbst reflektierte, moderne Aufarbeitung ihrer Werke finden.

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