Entdeckungsreise zu einer Welt, die zum Schweigen verurteilt, aber mitten unter uns ist
Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist. Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Leider keine gute Umsetzung eines wichtigen Themas. Der Schreibstil war anstrengend zu lesen, es wurde viel an Füllinfornmationen verwendet, welche man weg lassen könnte. Alles in allem habe ich es gelesen, weil ich musste und es hat meine Sicht für einen gewissen Zeitraum eher verschlechtert auf das Weltgeschehen,was bestimmt nicht der Sinn war. Leider eine klare Empfehlung es im Regal zu lassen und sich ein anderes Buch zu kaufen bzw. zu lesen. Leider kann man keine negativen Sterne vergeben.
Evelyn Roewekamp
aus Rostock
5/5
01.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat den deutschen Buchpreis verdient!
Jenny Erpenbeck ist mit diesem Buch etwas außergewöhnliches gelungen. Ein literarisches Werk zu einem hochpolitischen Thema. Diese Geschichte um Flüchtlinge und einen, etwas unbeholfenen ehemaligen Professor ist vielleicht etwas schräg, aber die Lebensgeschichten der Menschen aus Afrika greifen einen an.
In hoher literarischer Qualität wird das erzählt. Die Autorin beobachtet genau, und oft vermischt sich das Absurde mit dem Realen.
arminius
aus sweden
5/5
30.08.2019
Buch (Taschenbuch)
Grossartig, bin selbst viele…
Grossartig, bin selbst viele Jahre mit Fremden (Flüchtlingen) in den Sprachunterricht gegangen und fühle mich mit der Autorin und den Protagonisten sehr verbunden. Die Metaphern und die Sprache fesselt.Danke ür dieses Buch
Bewertung
5/5
08.06.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Richard war Professor und befindet...
Richard war Professor und befindet sich im Ruhestand. Fragen nach dem Sinn des Lebens und viel Zeit lassen ihn Kontakt zu Asylsuchenden aufbauen. Eine neue Welt tut sich auf.
Bewertung
5/5
23.05.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hochaktuell und sehr gelungen
Jenny Erpenbeck erzählt eine Geschichte vom Wegsehen, vom Tod, Krieg und vom Warten.
Richard, frisch emeritierter Professor sucht und findet Antworten auf seine Fragen: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet sind und auf die Genehmigung ihrer Asylanträge warten und warten und warten....
Ein hochaktueller und wichtiger Roman, der zeigt, wie wichtig es ist, nicht vorschnell zu urteilen. Das Buch stimmt nachdenklich und macht stellenweise traurig über die Ignoranz unserer Gesellschaft.
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5/5
12.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Würde des Menschen hat keinen Pass.
Ich habe dieses Buch mit einer eigentümlichen Schwere beendet und bin froh, für mich ergründet zu haben, warum es wichtig ist, diese Schwere nicht beiseitezuschieben, sondern sie auszuhalten und ernst zu nehmen.
Man kann über diesen Roman durchaus zweigespalten denken. Man kann Erpenbecks Perspektive als einseitig empfinden, ihre Beobachtungen als bewusst zugespitzt oder ihre moralische Haltung als zu eindeutig. Aber all das ändert nichts daran, dass hier ein bitteres, aufrüttelndes und in seinem Anliegen zutiefst ernst zu nehmendes Stück Literatur vorliegt. Denn die eigentliche Zumutung dieses Buches besteht darin, dass es uns zwingt, hinzusehen. Nicht auf „die Flüchtlinge“ als abstrakte gesellschaftliche Gruppe, nicht auf Zahlen, Statistiken oder politische Debatten, sondern auf Menschen. Auf Menschen mit Namen, Erinnerungen, Ängsten, Hoffnungen und Verlusten. Erpenbeck macht etwas denkbar Einfaches und gerade deshalb so Radikales: Sie lässt diejenigen sprechen, über die sonst gesprochen wird. Und genau darin liegt die große literarische Entscheidung dieses Romans. Wer einem Menschen seine Geschichte zurückgibt, gibt ihm auch einen Teil seiner Würde zurück. Das ist umso bemerkenswerter, weil unsere gesellschaftlichen und politischen Verfahren genau in die entgegengesetzte Richtung tendieren. Der Mensch wird in ihnen schnell zum Aktenzeichen, zum Fall, zur Nummer, zum Fingerabdruck. Er wird vermessen, registriert, überprüft, kategorisiert und auf seine rechtliche Verwertbarkeit reduziert. Eine ganze Klaviatur entmenschlichender Prozesse kann schließlich aus einem Leben einen Vorgang machen. Der Mensch, der einst geliebt hat, der jemanden verloren hat, der vielleicht um seine Kinder trauert, der geflohen ist, weil Krieg, Verfolgung oder Elend ihm keine andere Möglichkeit ließen, erscheint dann nur noch als Verwaltungsproblem. Gerade deshalb ist Erpenbecks literarischer Weg der richtige. Sie durchbricht diese Abstraktion. Sie holt den Menschen aus der Akte zurück ins Leben. Sie lässt die Geschichten sprechen, die wir so leicht überhören können, weil wir uns an ihr Vorhandensein gewöhnt haben. Und vielleicht ist das die eigentliche Stärke großer Literatur: Sie macht aus dem Fremden wieder einen Menschen, aus dem Fall wieder ein Schicksal und aus einer Statistik wieder ein Gesicht.
Dabei ist „Gehen, ging, gegangen“ kein Buch, das es einem leicht macht. Es will nicht einfach gut schmecken. Es will wehtun. Und Literatur, die ausschließlich angenehm sein möchte, macht womöglich etwas falsch. Literatur darf verstören, irritieren, beschämen und uns sogar dort treffen, wo wir uns lieber nicht treffen lassen möchten. Sie muss nicht bloß unterhalten, sie kann Bewusstsein schaffen. Sie kann uns aus jener bequemen Illusion herausreißen, dass die Welt schon irgendwie in Ordnung sei, solange ihr Elend nicht unmittelbar vor unserer eigenen Haustür liegt.
Besonders bitter ist dabei die Erkenntnis, wie viel Leid auf den Schultern einzelner Menschen liegen kann: zerstörte Leben, verlorene Angehörige, Flucht, Krieg, Angst, Heimatlosigkeit und eine Trauer, die sich nicht einfach ablegen lässt wie ein Mantel. Das Buch konfrontiert uns mit der Zumutung, dass hinter jedem politischen Begriff eine menschliche Katastrophe stehen kann. „Flüchtling“ ist dann nicht mehr eine Kategorie, sondern ein Mensch, der vielleicht alles verloren hat, was einen Menschen an die Welt bindet. Und genau hier entfaltet der Roman seine moralische Kraft. Es geht nicht darum, sich für einige Stunden dem Gedanken an weniger privilegierte Menschen hinzugeben, um anschließend erleichtert in das eigene Leben zurückzukehren. Es geht um etwas Schwierigeres: um Demut. Um die Bereitschaft, sich selbst nicht zum Maß aller Dinge zu machen. Um die Erkenntnis, dass unser eigenes Glück nicht ausschließlich das Ergebnis unserer persönlichen Verdienste ist, sondern auch davon abhängt, in welche Welt, welches Land, welche Zeit und welche Umstände wir hineingeboren wurden.
Man kann über die politischen Implikationen des Romans streiten. Man kann über seine Einseitigkeiten diskutieren. Das sollte man sogar. Aber man darf diese Diskussion nicht als Vorwand benutzen, um dem Schmerz auszuweichen, von dem das Buch erzählt. Denn die Tatsache, dass eine Perspektive nicht vollständig sein kann, macht das Leid, das sie sichtbar macht, nicht weniger real. Erpenbecks Roman erinnert damit auch an eine viel ältere literarische Tradition: an Bertolt Brechts „Ballade vom ertrunkenen Mädchen“ oder an jene eigentümliche Brecht’sche Fähigkeit, das scheinbar Selbstverständliche so lange gegen den Strich zu bürsten, bis die gesellschaftliche Grausamkeit darin sichtbar wird. Wo beginnt das Menschliche, wenn Systeme Menschen nur noch nach ihrer Funktion, ihrer Herkunft oder ihrem rechtlichen Status beurteilen? Und wo kann es sich überhaupt noch erheben, wenn diejenigen, die am dringendsten eine Stimme bräuchten, immer wieder zum Schweigen gebracht werden?
Diese Fragen sind heute vielleicht sogar dringlicher als bei Erscheinen des Romans. Wir leben in einer Zeit, in der Flucht und Migration längst nicht mehr als vorübergehende Ausnahmesituationen verstanden werden können. Kriege, politische Verfolgung, zerfallende Staaten, Hunger und globale Ungleichheit treiben Menschen weiterhin aus ihren Heimatländern. Gleichzeitig droht die öffentliche Debatte immer stärker von Zahlen, Grenzschutz, Abschreckung und Verwaltung bestimmt zu werden. Je größer die Dimensionen werden, desto leichter scheint es, den einzelnen Menschen darin nicht mehr zu sehen.
Doch was bedeutet eigentlich „aufgeklärtes Zeitalter“, wenn Boote voller Menschen im Meer kentern und wir die Nachricht zwar zur Kenntnis nehmen, aber unser Leben danach nahezu unverändert fortsetzen? Was ist von der Idee des Humanismus übrig, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken und wir es schaffen, dieses Sterben in politische Kategorien zu übersetzen, ohne dass es uns noch wirklich erschüttert? Vielleicht liegt gerade darin die tiefste Anklage dieses Romans: Nicht nur darin, dass Menschen leiden, sondern darin, dass wir gelernt haben könnten, ihr Leiden auszuhalten, ohne uns selbst verändern zu lassen.
Das ist der Punkt, an dem „Gehen, ging, gegangen“ über die konkrete Flüchtlingsfrage hinausweist. Das Buch fragt letztlich danach, was wir unter Menschlichkeit verstehen. Menschlichkeit als Gefühl reicht nicht. Mitleid, das nur einen Augenblick dauert, bleibt bequem. Humanismus beginnt dort, wo aus der Erkenntnis eine Haltung wird. Wo der andere nicht mehr nur Gegenstand unseres Mitgefühls ist, sondern als gleichwertiger Mensch in unser Denken eintritt.
Deshalb ist dieses Buch so wertvoll. Es gibt denjenigen eine Stimme, denen man nicht müde wird, gerade diese Stimme zu nehmen. Es besteht darauf, dass ihre Geschichten erzählt werden dürfen. Und es erinnert uns daran, dass Literatur mehr sein kann als ästhetischer Genuss. Sie kann ein Gegenmittel gegen Gleichgültigkeit sein. Sie kann uns erleuchten, aber eben auch verwunden. Sie kann uns eine Ahnung davon geben, was das Projekt Leben und Menschsein sein könnte, wenn wir es nicht immer wieder auf Verderben, Krieg, Konkurrenz und Kampf reduzieren.
„Gehen, ging, gegangen“ ist deshalb kein bequemes Buch. Und das ist seine Stärke. Es ist ein Buch, das nach dem Lesen weiterliest – in uns. Es zwingt uns, die eigene Position zu überprüfen und die Frage auszuhalten, was unser Menschsein eigentlich wert ist, wenn wir es nur für diejenigen gelten lassen, deren Schicksal uns vertraut ist. Große Literatur muss nicht immer Antworten geben. Manchmal besteht ihre größte Leistung darin, eine Frage so tief in uns hineinzuschreiben, dass wir ihr nicht mehr ausweichen können.
Und so bleibt am Ende nicht nur Trauer, sondern auch eine Verpflichtung: hinzusehen, zuzuhören und den Menschen hinter dem Begriff wieder sichtbar zu machen. Denn vielleicht beginnt Humanismus genau dort, wo wir uns weigern, uns an das Unmenschliche zu gewöhnen.
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5/5
07.11.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gehen, ging, gegangen ist ein...
Gehen, ging, gegangen ist ein Plädoyer für Menschlichkeit, eingebettet in einen ernsten, aber doch unterhaltsamen Roman. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
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5/5
17.06.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sprachlich glänzender Roman...
Ein sprachlich glänzender Roman über Heimatsuche in der Fremde, Verlust, Gemeinschaft und das Wagnis einfach den nächsten Schritt zu gehen. Stimmt nachdenklich...
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5/5
16.05.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein bemerkenswertes Buch
Ein Professor im Ruhestand versucht in Berlin herauszufinden, wie es ist ein Flüchtling in Deutschland zu sein. Ein bemerkenswertes Buch, das die aktuelle Situation schildert. Und so viel Anregung zum (Be- )Denken des Umgangs mit Flüchtlingen bietet.
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5/5
16.03.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein ehemaliger Professor wird...
Ein ehemaliger Professor wird mehr oder minder unbeabsichtigt mit der Flüchtlingsproblematik konfrontiert. Unsentimentaler Roman zur Thematik, der vieles veranschaulicht.
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