Ein Mann, dessen Welt plötzlich zusammenbrichtDer Paläontologe Zach Wells hat sich in seiner selbstironischen Abgeklärtheit bequem eingerichtet: Idealen misstraut er - ob an der Universität, wo er, selbst Afroamerikaner, sich nicht für Gleichberechtigung einsetzt, oder zu Hause in der erkalteten Beziehung zu seiner Frau. Einziges Licht in seinem Leben ist die zwölfjährige schachspielende Tochter Sarah. Als diese ihr Sehvermögen verliert und eine erschütternde Diagnose folgt, flieht Zach in die Wüste New Mexicos. Dort geht er einem mysteriösen Hilferuf nach, den er in einer Second-Hand-Jacke gefunden hatte.Kann jemand, der einen Menschen rettet, auch sich selbst retten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Gavroche
5/5
30.01.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Schicksalsschlag
Zach Wells ist Paläontologe und lebt mit seiner Familie in Los Angeles. Seine Frau und er haben sich auseinander gelebt, verbringen nicht mehr viel Zeit miteinander. Wenn da nicht Tochter Sarah wäre, wer weiß, ob sie sich nicht trennen würden. Doch dann kommt urplötzlich die "Erschütterung" in sein Leben. Sarah ist krank. Sie leidet an einer undefinierten Sehstörung, doch dann kommt heraus, dass sie eine seltene Krankheit hat und es keine Heilungschancen gibt. Was macht man, wenn das eigene Kind totgeweiht ist? Wie geht man damit um? Wir begleiten Zach Wells auf diesem schwierigen Weg. Eines Tages findet er in einem Hemd, das er gebraucht übers Internet gekauft hat, einen Hilferuf auf spanisch. Er bestellt noch etwas, wieder ein Zettel. Und so beschließt er, dem nachzugehen. Er, der sich vorher noch nie in seinem Leben engagiert hat und der kein allzu engagierter Dozent ist. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze paläontologische Beschreibungen, wie eingestreut in die Handlung. Für mich war dieses Buch etwas Besonderes und lässt sich kaum mit anderen Büchern vergleichen. Ein Buch, das sicher noch länger nachwirken wird und das gelungen von Christian Brückner vorgetragen wird.
Sursulapitschi
3/5
29.01.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Von einem der auszog, Mexikanerinnen zu retten
Dieses Buch fängt grandios an und wird noch dazu von Christian Brückner gelesen, einem meiner Lieblingssprecher. Ich war mir sicher, eine Perle entdeckt zu haben.
Zach ist Professor für Paläontologie, ein liebenswerter Nerd, der kurz vor der üblichen Ehe- und Midlifekrise steht, als er erfährt, dass seine Tochter todkrank ist.
Klug und anrührend wird geschildert, wie sich nach und nach sein Leben ändert, wie er mit einer Situation umgeht, an der man eigentlich nur verzweifeln kann, es erschüttert und nimmt einen sehr mit.
Dann findet er eine Nachricht in seiner neuen Jacke, die er gebraucht bei Ebay erstanden hat. Jemand bittet um Hilfe. Das nimmt Zach zum Anlass, seiner grauenhaften Situation zu entfliehen, direkt zum Verkäufer nach New Mexiko.
Damit haben wir zwei großartige Ideen für zwei wirklich gute Bücher, nur beide Ideen in einem sind ein recht gewagtes Konstrukt.
Wir lassen mal die Frage beiseite, warum ein gut verdienender Paläontologieprofessor gebrauchte Jacken bei Ebay ersteht. Vielleicht leben auch Amerikaner einfach nachhaltiger als man meint.
Aber um die Frage, warum ein intelligenter, empathischer Mensch seine Frau mit dem schwer kranken Kind alleine lässt, um fremde Menschen zu retten, kommen wir nicht herum. Natürlich ist das eine Flucht, ein Verdrängungsprozess, und tatsächlich auch ein bisschen Erholung für den Leser, den die Situation fast so bedrückt wie Zack selbst, nur leider wird das kaum vermittelt. Es wirkt fast wie ein Abenteuerausflug, um auf andere Gedanken zu kommen. Von einem, der auszog, Mexikanerinnen zu retten. Dabei macht er das mit Engagement und Sportsgeist, die schreckliche Situation dieser Frauen und die Hintergründe dazu werden aber nur gestreift. Wo wir auf der einen Seite ein erschütterndes Drama miterleben, dessen Aspekte gründlich analysiert und tiefschürfend vermittelt werden, begleitet man hier Indiana Jones auf einer ehrenvollen Mission, die alles vermissen lässt: Motivation, Hintergrund, Spannung oder auch nur Plausibilität.
Dieses Buch ist kunstvoll erzählt. Christian Brückner liest es grandios und schafft es, genau den richtigen Ton zu treffen, der Poesie, Zynismus und Emotionen berührend transportiert. Leider hat es sich thematisch ein bisschen viel vorgenommen. Es dauert 9 Stunden und eine Minute, ist keine Zeitverschwendung, aber auch nicht das Highlight, das es hätte werden können.
takabayashi
aus Berlin
5/5
11.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was tut man nicht alles, um…
Was tut man nicht alles, um mit einem Schicksalsschlag klarzukommen Der Geologe und Paläontologe Zach Wells hat sich in seiner Welt als schwarzer Uniprofessor an einem kalifornischen College mehr oder weniger gut eingerichtet. Seine Frau, eine Literaturwissenschaftlerin und Dichterin, unterrichtet ebenfalls am College. Sie leben irgendwie nebeneinander her, aber die gemeinsame 12jährige Tochter Sarah ist ihr ein und alles. Dann passiert etwas Schreckliches: bei Sarah wird ein Gen-Defizit diagnostiziert, gegen den man noch kein Mittel hat, unheilbar! Sie wird binnen kürzester Zeit verfallen, dement werden und dann sterben. Das trifft Zach bis ins Mark. Er macht weiter wie bisher, ist aber nicht so recht bei der Sache. Bei einem Ebay-Kauf, einer Jacke, findet sich in einer Jackentasche ein kleiner Zettel auf dem in Spanisch um Hilfe gebeten wird. Um sich von seinem Schmerz abzulenken bestellt er noch ein Hemd vom selben Anbieter und findet wieder einen solchen Zettel. Er findet heraus, woher die Pakete kommen und fährt dann nach New Mexiko. Dort stellt er fest, dass eine Gruppe von Frauen dort wie Sklaven festgehalten und zur Arbeit gezwungen werden. Er fasst den Entschluss ihnen zu helfen. Eigentlich ist diese Geschichte todtraurig, wird jedoch in einem fast launigen Ton dargestellt. Der Autor schreibt gut, ist gut lesbar, doch sind mir die Protagonisten dieses Romans, speziell Zach Wells nie wirklich nahe gekommen. Ich konnte seine Handlungen und seine Verhaltensweisen nicht nachvollziehen. Ich begann mit Vergnügen zu lesen, doch dann wurde Zach mir immer rätselhafter. Gestört haben mich Einschübe von Texten aus Zachs Berufsleben, Funde von versteinerten Tieren aus längst vergangenen Zeiten aus einer Höhle. Diese Textschnipsel standen für mich in keinerlei Zusammenhang mit der Geschichte und trugen nicht zur fortlaufenden Handlung bei. Ich empfand sie als sinnlos. Später folgten noch andere kurze Texte, die mir unverständlich waren. Letzten Endes konnte ich mit diesem Roman nicht so viel anfangen, er hat nicht meinen Nerv getroffen und hat mich ein wenig enttäuscht. So ist das manchmal, eine ganz persönliche Sache: Ich habe zu diesem Buch keinen wirklichen Zugang gefunden!
Bewertung
5/5
26.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wirklich lesenswertes Buch!...
Ein wirklich lesenswertes Buch! Die Geschichte ist durchaus sehr emotional und ergreifend geschrieben. Ich habe eine Weile gebraucht, um den Hauptcharakter wirklich zu mögen, aber am Ende hat er mir so, so gut gefallen! Sehr schön und gedankenreich gemacht!
Bewertung
aus Leutesdorf
5/5
27.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gefühlvoll
Das Cover hat mich zunächst abgestoßen. Erst nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich gemerkt wie tiefgründig es gestaltet ist.
Der Paläontologe Zach Wells hat sich in seinem Job mehr oder weniger gut eingerichtet. Langweilig und verstaubt könnte man es auch nennen. Dann gibt es noch seine Frau, die irgendwie selbstverständlich zu seinem Leben dazu gehört.
Die 12 jährige Tochter Sarah ist Zach s ein und alles. Sie schlägt ihren Vater nicht nur im Schachspiel, sondern auch in Lebensdingen. Umso schrecklicher ist die Erkenntnis um die Diagnose von Sarah. Zach zieht sich zunächst zurück und flieht, gelockt von einem Hilfeschrei aus einem second Hand Hemd.
Doch auch dort muss er sich mit dem Verlust seiner Tochter beschäftigen. Die gemeinsame Aufarbeitung bringt das Ehe Paar wieder näher zusammen. PARCIVAL EVERETT ist mit seinem Roman ERSCHÜTTERUNG ein Meisterwerk an Gefühlen und Leben gelungen. Dieses Buch wird mich gedanklich noch einige Zeit sehr beschäftigen. Von mir bekommt es 5 von 5 Sternen
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5/5
29.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebenskrisen erschüttern bis ins...
Lebenskrisen erschüttern bis ins Mark. Verdeutlich wird es hier radikal durch kurze Einschübe aus dem Leben von Zach, die anfangs berufsbezogen sind und im Laufe der Erzählung immer minimalistischer werden. Berührend und, der Titel ist hier Programm, erschütternd.
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5/5
10.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das eingefahrene Leben des Geologen...
Das eingefahrene Leben des Geologen Zach Wells, das bislang aus dem zynischen Abspulen des Campusbetriebs, Beziehungsproblemen und seiner Liebe zu seiner 12 jährigen Tochter bestand, wird erschüttert: Sarah ist unheilbar erkrankt.
Er kämpft, flieht und rettet andere.
Berührend!
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5/5
04.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erschütternd
Dies ist die Geschichte des 42- jährigen Paläontologen und Familienvaters Zach Wells. Er wirkt wie ein Nerd, hat von sich keine hohe Meinung und ist auf der Flucht vor den täglichen Herausforderungen des Lebens, neuerdings auch vor dem langsamen Verfall seiner tödlich erkrankten, zwölfjährigen Tochter Sarah. Es treibt ihn aus seinem Alltag in die Wüste, nahe der mexikanischen Grenze. Dort macht er sich auf die Suche nach dem Absender mysteriöser Nachrichten - möglicherweise ist Gefahr in Verzug und seine Hilfe erforderlich...
Der US-Amerikaner Percival Everett ist hierzulande ein noch relativ unbekannter Schriftsteller - mit diesem Roman ändert sich das. Mich hat diese spannende Lektüre bestehend aus: Charakterstudie, Familiendrama und Privatermittlung - samt Gedankenausflug in die Paläontologie - vollkommen gefesselt. Die Themen Krankheit und Tod wiegen schwer - trotzdem ein faszinierendes, stark erzähltes Buch mit Langzeitwirkung.
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5/5
22.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie geht man mit einem Verlust...
Wie geht man mit einem Verlust um, der das ganze Leben auf den Kopf stellt? Mit einer sehr klaren und ausdrucksstarken Sprache versucht Everett genau dies herauszufinden und hat mich damit wirklich beeindruckt. Trotz aller Tragik niemals hoffnungslos und sehr gut lesbar.
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