Wie gehe ich mit Diversität im Alltag um?2007 spricht ein junger Mann vor einem Millionenpublikum die Worte: "Ich bin Balian!" und kündigt seine bevorstehende Transition an. Balian Buschbaum wird zum Vorbild für viele Menschen auf dem Weg zu ihrer wahren Identität. Inzwischen ist das Thema Diversität mitten in der Gesellschaft angekommen, wird leidenschaftlich diskutiert, führt aber auch zu Unsicherheiten und Unverständnis. Balian Buschbaum klärt auf und beantwortet offen und verständlich Fragen zu den unterschiedlichen Diversity-Dimensionen, zu geschlechtlicher Identität und Selbstverständnis. Wie unterstützen Eltern ihre Kinder am besten? Wie kann der Freundeskreis, die Nachbarschaft mit den Neuigkeiten und persönlichen Veränderungen umgehen? Wie können Firmen die Vielfalt in ihrem Unternehmen besser fördern und einsetzen?Und Balian Buschbaum erzählt über seinen eigenen Weg. Fast 15 Jahre lebt er nun ein selbstbestimmtes Leben. Einen Schritt, für den er hart gekämpft hat, immer noch kämpft und für Aufklärung sorgt. Denn eins ist für Balian Buschbaum sicher: Ohne Diversität kein Überleben!
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Wortliebende
5/5
22.02.2022
eBook (ePUB 3)
Authentische, mutige Lebensschilderung
Ein wichtiges Buch über ein viel zu wenig bekanntes Thema. Bislang konnte ich nicht ansatzweise nachempfinden, wie es ist, nicht in dem Körper zu leben, dessen geschlechtliche Ausrichtung man innerlich fühlt. Diese gravierende äußerliche Abweichung vom empfundenen Selbstbild muss eine enorme Belastung sein. Balian Buschbaum erzählt seine persönliche Entwicklung auf eine authentisch nachvollziehbare und besonders mutige Weise. Die im ersten Buchteil ausführlich geschilderten sportlichen Erfolge, werden in der zweiten Buchhälfte in ein neues Licht gerückt und man fragt sich unweigerlich, wie sein Leben ohne den Hochleistungssport als Bewältigungsmechanismus verlaufen wäre. Glücklicherweise hat Herr Buschbaum überwiegend positive Erfahrungen in seinem privaten Umfeld sammeln können und ich hoffe, dass ein offener, akzeptierender Umgang zukünftig nicht mehr eine Besonderheit darstellt, sondern zur Normalität gehören wird. Die persönlichen, berührenden Tagebucheinträge in kursiver Schrift haben mir besonders gut gefallen, denn sie vermitteln ein noch tiefergehendes Verstehen, das nur mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung belohnt werden kann.
Wortliebende
5/5
22.02.2022
eBook (ePUB 3)
Authentische, mutige Lebenssch…
Authentische, mutige Lebensschilderung Ein wichtiges Buch über ein viel zu wenig bekanntes Thema. Bislang konnte ich nicht ansatzweise nachempfinden, wie es ist, nicht in dem Körper zu leben, dessen geschlechtliche Ausrichtung man innerlich fühlt. Diese gravierende äußerliche Abweichung vom empfundenen Selbstbild muss eine enorme Belastung sein. Balian Buschbaum erzählt seine persönliche Entwicklung auf eine authentisch nachvollziehbare und besonders mutige Weise. Die im ersten Buchteil ausführlich geschilderten sportlichen Erfolge, werden in der zweiten Buchhälfte in ein neues Licht gerückt und man fragt sich unweigerlich, wie sein Leben ohne den Hochleistungssport als Bewältigungsmechanismus verlaufen wäre. Glücklicherweise hat Herr Buschbaum überwiegend positive Erfahrungen in seinem privaten Umfeld sammeln können und ich hoffe, dass ein offener, akzeptierender Umgang zukünftig nicht mehr eine Besonderheit darstellt, sondern zur Normalität gehören wird. Die persönlichen, berührenden Tagebucheinträge in kursiver Schrift haben mir besonders gut gefallen, denn sie vermitteln ein noch tiefergehendes Verstehen, das nur mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung belohnt werden kann.
sleepwalker
1/5
01.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Das Leben von Balian Buschbaum…
Das Leben von Balian Buschbaum drehte sich lange Zeit nur um Sport, Geschwindigkeit und Frauen. Und um seine Transsexualität. Aus seiner Lebensgeschichte entstand sein Buch „Blaue Augen bleiben blau“, das jetzt unter dem Titel „Warum Diversity uns alle angeht“ neu aufgelegt wurde. Als Betroffener habe ich mich auf das Buch gefreut und muss sagen, dass ich auf ganzer Linie enttäuscht bin. Aber von vorn. Balian Buschbaum ist ein trans Mann. Schon früh war ihm klar, dass er mit seiner ihm bei der Geburt zugewiesenen weiblichen Identität nicht glücklich werden würde. Seine Karriere im Stabhochsprung, seine Vorliebe für hohe Geschwindigkeiten und später seine Beziehungen zu (wie er nie müde wird zu betonen) heterosexuellen Frauen schildert er sehr ausführlich. Ein Riss der Achillessehne stoppte seine Leistungssport -Karriere und sein Wunsch, den Körper dem Geschlechtsempfinden angleichen zu lassen, wuchs. 2007 outete er sich öffentlich als trans Mann und begann eine Hormontherapie, Operationen folgten. Wäre Balian Buschbaum weniger selbstverliebt, hätte das Buch wirklich gut sein können. Aber das Einzige, was ich an ihm sympathisch fand, war die Liebe zu seiner Oma. Der Rest des Werks ist eine Selbstdarstellung eines arroganten, teilweise naiven, Menschen, der meiner Meinung nach zu oft nicht erkennt, wie privilegiert er ist. Therapie und Gutachten gemäß des Transsexuellengesetzes können sehr lange dauern, eine Menge Geld kosten – und oft werden Operationen und Therapien verweigert. Bei ihm liest sich das alles eher wie ein Spaziergang. Die Kosten, für die manche Betroffene Kredite aufnehmen müssen, wurden beispielsweise für ihn als Sportsoldaten durch die Bundeswehr übernommen. Ob und inwiefern er Kämpfe ausfechten musste, Diskriminierung oder gar Ablehnung und Hass erlebt hat, darauf geht er nicht ein. („Dass ich mich wie ein Junge benahm und auch so aussah, hat die anderen Kinder nicht gestört. Nie wurde ich gehänselt oder ungerecht behandelt.“) Es wäre ihm zu wünschen, dass er es nie erleben musste, ebenso die tiefe Verzweiflung vieler trans Menschen. Sein Weg entspricht nicht der Realität, die die meisten Betroffenen erleben und das sollte sein Publikum auch wissen. Insgesamt zeichnet Balian Buschbaum seinen Weg zu seinem Ich als Mann sehr oberflächlich und viel zu einfach. Und sich selbst stellt er gerne als tollen Typen dar, sein Umgang mit Frauen ist mir unsympathisch. Schon in der Grundschule war er wohl schon so jungenhaft, dass sich die Mädchen reihenweise in ihn verliebten und auch später scheint ihm nie eine heterosexuelle Frau einen Korb gegeben zu haben. Selbstzweifel sucht man in seinem Buch vergeblich, Regeln gelten auch nur für andere, was auch seine Haltung zu Verkehrsregeln (er fährt sehr gerne sehr schnell) deutlich zeigt. Ob er seine innere Zerrissenheit durch den Sport kompensiert hat, vermag ich nicht zu sagen, denn er schreibt nur, dass er sich damit immer wieder selbst herausforderte, um Frauen zu beeindrucken. So gerne er seinen Körper zeigt, so gerne gibt er sich als Philosophen, kommt aber über Küchentischphilosophie nicht hinaus und das gipfelt oft nicht in weisen Worten, sondern in Geschwafel. Und auch sonst ist das Buch stilistisch nicht wirklich ausgereift, da wäre noch viel Luft nach oben. Für mich war das Buch schlicht der literarische Versuch eines selbstverliebten Selbstdarstellers, sich mit einem machohaften Frauenbild als der große Männer- und Frauenversteher zu zeigen. Um dieser zu sein, fehlen ihm aber sowohl tieferes Verständnis als auch die nötige Empathie. Trotz seiner Transsexualität zeigt er sich ziemlich abschätzend und überheblich gegenüber anderen, was mir das Buch zu einer quälenden und unbefriedigenden Lektüre gemacht haben. Es tut mir in der Seele weh, aber ich kann das Buch weder Betroffenen noch am Thema Interessierten empfehlen, da das, was der Autor beschreibt zwar seiner, aber nicht der allgemeinen Lebenswirklichkeit entspricht. Von mir daher 1 Stern.
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3/5
25.02.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Nicht so ganz, was ich erwartete
Offenbar ist der Untertitel "Wie ich der wurde, der ich immer war" näher am Inhalt als der Titel "Warum Diversity uns alle angeht". Meine Erwartung war ein Sachbuch über Fragen, die Sexismus, Rassismus, Homo- und Transphobie betreffen, geschildert von einer Person, die sich besonders in Bezug auf die Trans-Perspektive gut einbringen kann. Im Endeffekt ist aber einfach eine Biografie.
Und das ist natürlich auch okay. Balian Buschbaum hat Dinge zu erzählen, wenn auch Sport, Bundeswehr und ein gewisses Draufgängertum einfach nichts mit mir zu tun haben. Das half mir allerdings nicht, mich auf die erzählende Person einzulassen, da wir mit Ausnahme des LGBTQ-Akronyms einfach wenig gemein haben.
Eine interessante, und absolut legitime, Aussage des Buchs ist, dass nach der Transition eigentlich keine Notwendigkeit mehr besteht, die betreffende Person noch als trans zu bezeichnen, und da ist absolut etwas dran - Laverne Cox, Kylie Sonique Love und die Wachowski-Schwestern als Frauen und nicht als Trans-Frauen zu bezeichnen, ist sinnvoll - allerdings verlieren Buschbaum und ich so sogar unser gemeinsames Akronym.
Ich bin sicher, dass Leute, die den Autoren charmant oder gar charismatisch finden, ihren Spaß mit dem Buch und besonders auch dem Hörbuch haben - die Outtakes am Ende sind das sympathischste am ganzen Buch, finde ich - aber bei mir sprang der Funke nicht so komplett über.
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