Das Buch zur Netflix-Serie: Niedergang einer Adelsfamilie
»Der Leopard« gehört schon bald nach seinem Erscheinen 1958 zur Weltliteratur. Inspiriert von der eigenen Familiengeschichte, gelingt Giuseppe Tomasi di Lampedusa der größte Italienroman unserer Zeit und eine schillernde Hommage an das Europa des 19. Jahrhunderts. Mit melancholischer Ironie schildert er den Niedergang des sizilianischen Adelsgeschlechts um Don Fabrizio, Fürst Salina. Der Fürst sieht die alte Ordnung der italienischen Gesellschaft in Gefahr: Tancredi, sein Neffe und Ziehsohn, heiratet die verführerische, aber bürgerliche Angelica – das Ende der Feudalherrschaft kündigt sich an.
»Der Leopard« hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren und zieht die Leser:innen noch immer in seinen Bann. Ein moderner Klassiker und eine Glanzstunde der Literatur.
»Eine bestechende Neuübersetzung« - Denis Scheck
»Lampedusas Roman ist wie ein verführerisch morbider Reiseführer für Sizilien, und für seinen verzweifelten Glanz.« – The Guardian
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Der Leopard von Lampedusa ist ein literarisches Juwel, das die Leser in eine vergangene Welt entführt und sie dort zwischen Pracht und Untergang wandeln lässt. Die Sprache schimmert wie Goldstaub – reich an Bildern, präzise und zugleich voller feiner Ironie. Gerade dieser feine, fast spielerische Witz macht den Roman so besonders, denn er durchzieht die melancholische Grundstimmung wie ein zarter Lichtstrahl, der die Schwere des drohenden Verfalls durchbricht. Lampedusa gelingt es meisterhaft, die Vergänglichkeit einer ganzen Epoche spürbar zu machen, ohne je ins Sentimentale zu verfallen. Die Figuren sind lebendig gezeichnet, der Fürst selbst wird zum Sinnbild des Abschieds von einer Welt, die sich unwiderruflich verändert. Wer sich auf dieses Buch einlässt, wird nicht nur eine Geschichte lesen, sondern eine poetische Meditation über Zeit, Macht und das bittersüße Ende einer Ära erleben. Ein Roman, der lange nachklingt.
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
5/5
02.09.2022
eBook (ePUB 3)
ein Klassiker
Der Übergang von einem verzettelten Königreich mit Königen und Fürsten und verschiedenen Regionen hin zur einheitlichen Nation Italien war eine schwierige, konfliktreiche Zeit, in der es viele Spannungen, kriegerische Auseinandersetzungen, politische Fehden und internationale Einflüsse gab. Diese turbulente Zeit wird aus der Sicht des „Leoparden“ beschrieben, eines Fürsten in Sizilien, der Söhne, Neffen. Töchter und Cousinen hat und versuchen muss, seine grosse Familie und seine Güter, sein Personal, seine Paläste und Häuser über die schwierigen Zeiten hindurch in wieder ruhigere Gewässer zu führen.
Der Roman ist ein schöner Wurf, gut geschrieben, linear, geradlinig, zugänglich; aber mit tiefsinnigen, sehr feinfühligen Sätzen und mit Beschreibungen, die sowohl den Geist der Zeit, die damalige Denkweise der Personen, sowie den psychologischen Witz der einzelnen Individuen präzis treffen. Der Roman bietet einen schönen Spiegel der damaligen Zeit und liest sich mit grösstem Vergnügen in einem Wurf.
Bewertung
aus Zürich
5/5
03.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Meisterwerk
Eine hervorragende Lektüre. Äusserst intelligent geschrieben. Tiefsinnig ohne ermüdend zu wirken. Die Übersetzung aus dem Italienischen ist sehr gut gelungen. Die zur Verfügung gestellten Anmerkungen helfen dem Leser beim Verständnis.
Bewertung
5/5
03.02.2021
eBook (ePUB 3)
Sehr unterhaltsam und immer noch zeitgemäß
Ich bin der ZEIT Leseempfehlung gefolgt und kann bestätigen, dass der Untergang des sizilianischen Adels mit einer hervorragenden, unverklärten und unterhaltsamen Beobachtungsgabe beschrieben wird. Ein Lesegenuss.
Bewertung
5/5
14.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Italienischer Roman im Kanon der Weltliteratur
Tomasi di Lampedusas einziger Roman diente als Vorlage zu Viscontis Film und ist für sich ein wahres Meisterwerk.
Literarisch anspruchsvoll, sinnlich und voller Ironie, erzählt er die Geschichte einer sizilianischen Adelsfamilie im 19. Jahrhundert, zur Zeit der politischen Einigung Italiens.
Während der Patriarch Don Fabrizio an alten Strukturen und Traditionen festhält, verliebt sich sein Neffe in eine schöne Bürgerliche, die er auch heiratet. Skandalös und bedrohlich!
"Der Leopard" zeichnet auf wunderbare Weise ein Gesellschaftspanorama der damaligen Zeit mit ihren Sitten und Gebräuchen und ihrem allmählichen Verfall.
Man sollte ihn unbedingt einmal gelesen haben!
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5/5
14.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss alles sich ändern"
"Der Leopard“ ist ein grandioses Werk der italienischen Literatur, das die Dekadenz und den Wandel einer aristokratischen Familie im Sizilien des 19. Jahrhunderts schildert. Es ist ein heroischer bedeutungsschwerer Augenblick: Don Fabrizio Salina führt Angelica, die strahlende Verlobte seines Neffen Tancredi, in die palermitanische Gesellschaft ein. Doch in den prachtvollen Sälen des Palazzo Ponteleone wird das Familienoberhaupt plötzlich von Schwermut ergriffen. Ein dunkler Schatten hat sich seiner bemächtigt, lässt ihn nicht mehr los. Das alte, zeitlose Sizilien? Verloren! Die glanzvolle Haushaltsführung? Nichts als Theater! Seit der nationalen Einigung 1861 versinkt die Welt, der er sich zugehörig fühlte, und der Fürst spürt Todesnähe. Doch als ihn seine zukünftige Nichte zum Walzer auffordert und er mit ihr das Parkett betritt, fallen mit jeder Drehung Jahrzehnte von seinen Schultern. Don Fabrizio sticht noch einmal seinen Neffen aus, umfasst mit seinen "Pranken" die Taille Angelicas und bewegt seinen mächtigen Körper, ganz wie der stolze Leopard auf seinem Wappen, mit kraftvoller Eleganz. Die Gäste weichen bewundernd zur Seite. Es ist dieser weit ausgreifende Walzertakt, den auch die Neuübersetzung von Burkhart Kroeber in sich trägt. Zum ersten Mal entfaltet Tomasi di Lampedusas Roman "Der Leopard" über den Epochenbruch nach Garibaldis Eroberung der Insel den Schwung des Originals und die vibrierende untergründige Ironie. Das liegt an der Präzision auf lexikalischer Ebene, dem Sensorium für Soziolekte und vor allem an der Sorgfalt im Satzbau. Kroeber setzt Akzente, variiert die Verbstellung, arbeitet mit Inversionen, retardiert oder rafft, wodurch das Gefüge einen eigenen Rhythmus gewinnt. Denn die großartigen Tableaus Tomasis, die auf acht Kapitel verteilt sind und die Zeit zwischen 1860 und 1910 umfassen, werden mit dem erzählerischen Gestus des 19. Jahrhunderts entworfen. Zugleich durchlöchern innere Monologe immer wieder die Allwissenheit des Erzählers. Manchmal sind es Nuancen. Der näselnde Tancredi, der sich Garibaldi anschließen will, besäße eben einen jugendlichen Elan, heißt es, "überrascht zu sein war jedoch wohl erlaubt" endet der Satz, und urplötzlich landen wir im Kopf Don Fabrizios. Kroeber arbeitet das Formvollendete an Tomasis Schreibweise heraus: "Um vier Uhr nachmittags ließ der Fürst Chevalley ausrichten, er erwarte ihn nun im Arbeitszimmer. Es war dies ein vergleichsweise kleiner Raum ..." Ungleich hölzerner die Version von Giò Waeckerlin Induni, die 2004 erschienen war: "Um vier Uhr nachmittags ließ der Fürst Chevalley bestellen, dass er ihn im Arbeitszimmer erwarte. Es war ein kleiner Raum ..."Bei der Unterredung wird Don Fabrizio dem piemontesischen Abgesandten Chevalley, der ihm ein Amt anträgt und den Fürsten für den Wandel Italiens gewinnen will, eine Absage erteilen. Sizilien sei nicht zu retten, stellt er fest und empfiehlt ausgerechnet Angelicas Vater für den neuen Senat. Dieser Mann, ein Emporkömmling und Prototyp eines Mafioso, soll das Vakuum füllen, das seine eigene, passive Gesellschaftsklasse hinterlassen hat. Obwohl "Der Leopard" mit Tancredis sprichwörtlichem Ausruf "Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss alles sich ändern" beginnt, erzählt Tomasi di Lampedusa vor allem vom Wandel. Der Opportunist Tancredi heiratet die schwerreiche Angelica mit ihrer appetitlichen Sahnehaut und sichert sich dadurch seine Position. Don Fabrizios eigene Tochter Concetta, die sehr viel standesgemäßer gewesen wäre, endet als alte Jungfer und Reliquiensammlerin. Liebesgeschichte, ätzendes Gesellschaftsporträt, eine politische Analyse mit Anklängen an Machiavelli - Tomasi di Lampedusa, der seinen Roman kurz vor seinem Tod 1957 beendete und die Veröffentlichung im Jahr darauf nicht mehr erlebte, hat viel zu bieten. Besonders schön sind bei Kroeber die Wechsel zwischen wohlerzogenem Geplauder, den frivolen Bemerkungen Tancredis, den salbungsvollen Formeln des Paters und dem politischen Pathos der Einheit. Wie Walter Benjamin in seinem Aufsatz "Die Aufgabe des Übersetzers" feststellte, altert die Sprache einer Übersetzung anders und schneller als die des Originals. Mit beeindruckender philologischer Genauigkeit bildet Burkhart Kroeber Tomasi di Lampedusas sinnliche Schilderungen und kraftvollen Bilder im Deutschen nach. Er legt dem Klassiker einen neuen Königsmantel aus Sprache um, ganz wie es einem Leoparden gebührt.
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4/5
02.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Deutlich ironischer als die bekannte...
Deutlich ironischer als die bekannte gleichnamige Verfilmung. Ein Buch der Weltliteratur, das man gelesen haben sollte und nicht vergisst!
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