William Stoner wird 1891 als Sohn armer Farmer in Missouri geboren. Das Landwirtschaftsstudium lässt er ohne Reue hinter sich, als er seine Liebe zur Literatur entdeckt. Hart arbeitet er für seinen Aufstieg, bringt es bis zum Professor. Doch sonst ist sein Leben enttäuschungsreich: Seine Ehefrau entpuppt sich als gefühlskalte Intrigantin, die seine enge Beziehung zur Tochter zerstört, die leidenschaftliche Liebe zu einer Studentin muss er aufgeben. Und ein Widersacher an der Uni setzt alles daran, Stoners Reputation zu beschädigen. Ein großartiger Roman über einen Mann, der seine Würde durch alle Widernisse rettet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
5/5
02.03.2026
Buch (Taschenbuch)
ein Meisterwerk
Welch schönes Buch! Erzählt wird das Leben eines Bauernjungen, der zum Uniprofessor wird, eine unglückliche Ehe führt, sich in eine Studentin verliebt und nach einigen Spannungen unter den Professoren der Uni sich in den Ruhestand zurückzieht und stirbt. Es ist eine einfache, ziemlich unspektakuläre Biographie, aber dem Autor gelingt es, die richtige Stimmung einzufangen; der Charakter ist ausgezeichnet dargestellt, dieses Grobe, Trockene, Grobkörnige, Direkte. Die Sprache ist ausgezeichnet, einfach und immer in der richtigen Wortwahl und Tonalität. Eigentlich erstaunlich, dass dieses Buch nicht viel früher zu einem der Meisterwerke amerikanischer Literatur avanciert ist!
In einem Punkt entdecke ich eine Inkonsistenz: Stoner ist wortkarg. Er spricht nicht viel; ähnlich wie seine Eltern hat er offensichtlich Mühe, seine Gefühle sprachlich auszudrücken. - Aber wie steht diese Wortkargheit im Einklang mit dem „Professor für Literatur“, der Stoner ist? Wortkarge Literaturprofessoren - das ist schon fast eine Sensation, nicht?
Bewertung
5/5
01.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Grandios erzählte Lebensgeschichte eines einfachen Menschen
Kam durch eine Empfehlung von Benedict Wells in einem Podcast auf das Buch. Die Ankündigung, es sei ein wunderbar geschriebener Text, stellte sich eindeutig als wahr heraus.
Man wird ziemlich schnell in den Bann gezogen und durchlebt mit William Stoner, der Hauptfigur der Geschichte, die Höhen und Tiefen seines Lebens. Durch und durch eine menschliche Geschichte, in der man sich hier und da selbst wiederfindet.
MEva
aus Düsseldorf
5/5
09.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was macht ein Leben lebenswert?
Der zum Farmer vorbestimmte Weg des William Stoner erfährt eine Wendung als er die Literatur entdeckt, welche sein Leben bestimmen soll.
Er lebt ein leises, nicht immer glückliches und zuweilen passives Leben. Seine sanft leuchtende Person, seine Güte und die Passion zur Literatur und dem Lehren bannen den Leser aber so sehr, dass man jeden kleinen Schritt atemlos und empathisch mitverfolgt. Absolut zu empfehlen!
Lesepartie
aus Bielefeld
5/5
06.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Lesenswerte Lebensgeschichte
Um 1900 wächst Stoner auf der Farm seiner Eltern auf, soll diese Übernehmen. Als jungen Mann schickt ihn sein Vater zum landwirtschaftlichen Studium in die Stadt. Dort entdeckt Stoner seine Leidenschaft für Literatur. Anstatt Farmer wird er Literatur Professor, verliebt sich, gründet eine Familie. Die Ehe ist unglücklich, sodass sich Stoner in seine Arbeit flüchtet, zuverlässig, gewissenhaft, aber ohne Ambitionen Karriere zu machen.
Stoner ist eine Figur zwischen erfülltem Lebenstraum und tragischer Gestalt. Vielleicht, weil er trotz seiner Entscheidung zu lehren anstatt Farmer zu werden, nie wirklich in diesem Leben heimisch wird. Stoner ist ein sehr besonderer, außergewöhnlicher Roman, der, ebenso wie seine namensgebende Hauptfigur, im Gedächtnis bleiben wird.
Intentions
5/5
28.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Stoner" ist ein Buch über…
"Stoner" ist ein Buch über die Eigenarten des Lebens. Warum trifft man einige Entscheidungen und welche Wege erschließen sich dadurch. Was passiert, wenn Menschen aufeinander treffen und welche Entschlüsse werden dadurch getroffen. "Stoner" ist kein aufregendes Buch. Es liest sich so dahin und doch bewegt es einen. Man fühlt mit ihm mit und hofft und wird enttäuscht und hofft und freut sich mit ihm. Am Ende des Buches ist man auf gewisse Weise sprachlos und nachdenklich, zumindest ging es mir so. Ein Buch, dass auf einen jeden Fall noch länger begleitet ohne je wirklich aufregend gewesen zu sein.
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5/5
05.01.2026
eBook (ePUB 3)
Lieblingsbuch
Ein gleichförmiges Leben, in dem weder Stoner, noch seine Frau aus den selbst auferlegten Schranken ausbrechen. Emotionen werden unter der Decke gehalten.
Für die Tochter ist das zerstörerisch.
Die Melancholie duchzieht das ganze Werk. Dennoch ist es so gut !
Ich habe es schon zwei Mal gelesen.
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5/5
02.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Beeindruckend, was dieses Buch mit einem macht!
Erzählt wird die Lebensgeschichte von Stoner, dem ständig übel mitgespielt wird, der aber nichts dagegen unternimmt. Man wird beim Lesen immer wütender und möchte ihm zurufen: „Wehre dich endlich mal!“ - eine intensives, einzigartiges Leseerlebnis.
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5/5
20.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
So ein wunderbarer, leiser, intelligenter...
So ein wunderbarer, leiser, intelligenter Roman! Einem jungen Farmersohn, der in seinem Studium der Agrarwissenschaft die Pflichtfächer Literatur und Philosophie belegen muss, erschließt sich dadurch eine neue Welt, die der Gedanken und Worte. Einfach wunderbar!
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5/5
08.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolle literarische Wiederentdeckung....
Tolle literarische Wiederentdeckung. In einer wunderschönen Sprache wird das genügsame Leben von Stoner, einem Farmer, der die Liebe zur Literatur für sich entdeckt, geschildert.
Man fiebert in jeder Zeile mit ihm mit!
Authentisch, autobiographisch!
Mein Lieblingsbuch!
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5/5
27.09.2017
Buch (Taschenbuch)
Welch ein großes Glück, dass dieser Autor wiederentdeckt wurde
Der fast in Vergessenheit geratene amerikanische Autor John Williams hat 1965 mit „Stoner“ ein kleines Meisterwerk geschaffen, das der Deutsche Taschenbuchverlag wieder aufgelegt hat. Es ist ein zutiefst menschlicher Roman über das Leben und seine Fallstricke, über die Liebe und die Vergeblichkeit, über das Lernen und die Literatur – und am Ende ein Roman über ein gelebtes und würdiges Leben.
William Stoner, Sohn armer Farmer in Missouri, soll den gleichen Weg gehen wie seine von der harten Arbeit gebeutelten Eltern, allerdings schicken sie ihn auf die Universität zum Studium der Agrarwissenschaft. Dieses bricht er schnell ab, denn er hat etwas entdeckt, das ihn mit unbändiger Freude erfüllt und sein Leben lang begleiten wird: die Literatur. Inspiriert von Shakespeares Sonett 73 und beflügelt seinem späteren Mentor Sloane beginnt er ein Studium der Anglistik und Literatur, er macht seinen Doktor und fühlt sich zum ersten Mal richtig in seinem Leben angekommen. Der beginnende Erste Weltkrieg fordert auch von ihm, dem Daheimgebliebenen, seinen Tribut, denn sein bester Freund Dave Masters ist aus diesem Krieg nicht mehr zurückgekehrt und legt sich nun wie ein Schatten auf seine Seele. Aber er verliebt sich, nämlich in Edith Bostwicks unergründlichen Blick. Beide sind in der Liebe und im Miteinander unerfahren, sie heiraten fast überstürzt, und bereits die Flitterwochen zeigen, dass besonders Edith das Talent zur Liebe fehlt. Sie wird spröde und unnahbar, und ihre Abneigung gegen Stoner, die für diesen völlig überraschend kommt, bestimmt immer mehr ihre Ehe. Einzig Tochter Grace ist sein Sonnenschein, sie lässt sein Leben im Mittelmaß glänzen und er widmet sich ihrer Erziehung mit großer Wärme und Zuneigung. So ziehen die Jahre ins Land, er durchschreitet den College-Alltag, sieht seine Studenten in den Zweiten Weltkrieg ziehen, seine Ehe immer brüchiger und seine Tochter groß werden. Stoner lebt ein ganzes Leben ohne große Ereignisse, ohne große Dramen, fast ein Leben der Langeweile, hinter der er beinahe zu verschwinden droht. Dennoch erscheint uns Lesern dieses Leben als etwas Besonderes, als Einzigartiges, in seiner Bedeutungslosigkeit bedeutsam, denn Williams beherrscht es meisterhaft, die Sprache so einzusetzen, dass Stoners Geisteshaltung, seine stille Zufriedenheit und seine Leidenschaft uns verzaubern und nicht mehr loslassen. Ein großartiges Buch, in dem keine Zeile, kein Wort zu viel ist.
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