Alles ist so gekommen, wie sie es vorausgesagt hatten...
... nur noch schlimmer! Troja brennt, der Krieg ist verloren. Warum hat Hektor nicht auf die weisen Worte seiner Frau gehört? Doch Andromache empfindet keine Genugtuung darüber, dass sie recht hatte - sondern stetig wachsendes Grauen. Denn während die Männer im Krieg ihr Leben verlieren, verlieren die Frauen alles andere. Doch sie zeigen ihren Tränen nicht. Vielmehr erzählen sie ihre Geschichte, als wäre sie ein Gedicht: melodisch, klug und unterhaltsam. Ihre Erinnerungen sind schmerzhaft, doch ihr Kampfgeist ist ungebrochen.
>A Thousand Ships - Die Heldinnen von Troja< füllt eine Leerstelle: Endlich hören wir von den Frauen, deren Leben, Lieben und Rivalitäten durch den tragischen Krieg für immer verändert wurden - eindrucksvoll übersetzt von Lena Kraus »Elegant und intelligent ... Haynes verbindet ihr umfassendes Wissen über die griechische Mythologie mit der Gabe, fesselnd zu erzählen« - The Times
Für alle Leser*innen von Madeline Miller
Lesen Sie auch > STONE BLIND - Der Blick der Medusa< von Natalie Haynes. Poetisch und klug erzählt Natalie Haynes darin die Geschichte einer Frau, die von anderen zum Monster gemacht wird - und sich doch selbst behauptet.
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Für alle Liebhaber der griechischen Mythologie!
mibeabooks aus Schweiz am 01.07.2024
Bewertungsnummer: 2234286
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sobald man der griechischen Mythologie über dem Weg läuft, braucht es nicht lange, um auf den Trojanischen Krieg zu stoßen. Viele Helden sind aus diesem Krieg hervorgegangen. Achilles, Odysseus, Hektor, Paris… Aber was geschah eigentlich mit den Frauen, Töchtern und Schwestern? In dieser Geschichte geht es nicht um den Triumpf und reichen Erfolg der Männer, sondern um das Leid und die Hoffnung der Frauen. In den Geschichten von Hekabe, Kassandra, Polyxena, Iphigenie, Penelope, Oinone und vielen weiteren Frauen werden die Schattenseiten von diesem Erfolg gezeigt und die Frauen bekommen ihre Stimme, welche in den Geschichten oftmals untergeht.
In dieser Buchbewertung möchte ich nicht nur meine Meinung zu diesem Buch äussern, sondern den Frauen auch hier eine leise Stimme geben. Einige Frauengeschichten, die mich sehr begeistert haben, werde ich hier kurz niederschreiben und beleuchten was mich daran fasziniert hat.
Vorab: Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Die Autorin geht nicht chronologisch vor und man steigt direkt mit dem Untergang der Stadt ein. Und auch wenn man sich immer wieder ein wenig einfinden muss, wo man sich befindet, macht es auch gerade, dass das Geniale der Geschichte aus! Immer wieder springt man von der einen Geschichte zur anderen und dennoch fügt sich bis zum Schluss ein wunderbares Bild zusammen.
Auch der Schreibstil hat sehr gut zum Buch gepasst. Ich brauchte zwar am Anfang ein wenig Zeit, um die vielen Umschreibungen einordnen zu können, aber danach hat es mich einfach nur noch gepackt. Ich werde sicherlich noch mehr Bücher von der Autorin lesen!
Die erste Geschichte, die ich gerne näherbringen möchte, handelt von Iphigenie, die viele auch aus dem verarbeiteten Werk von Johann Wolfgang von Goethe kennen. In „Iphigenie auf Tauris“ lernen wir Iphigenie als eine sehr verantwortungsbewusste, ehrliche, reine und selbstlose Persönlichkeit kennen. In dem Buch von Natalie Haynes wird sie als ein junges Mädchen vorgestellt, was sich ein glückliches Leben an ihrem versprochenen Ehemann Achilles wünscht. Mit dem Vorhaben ihren zukünftigen Ehemann zu ehelichen, reist sie mit ihrer Mutter Klytämnestra zu dem Lager, wo ihr Vater Agamemnon mit seinen Soldaten nach Troja aufbrechen möchte. Jedoch als sie am Lager auftaucht, erwartet sie eine erdrückende Stimmung und niemand von den Soldaten traut sich, ihr in die Augen zu blicken. Als sie am nächsten Morgen ihren König auf einem Altar stehen seht, graust es ihr, was sich ihr erwarten wird. Der König zückt ein Messer und Iphigenie bekommt nur noch mit wie ihre Mutter schreit und sich gegen die Soldaten auflehnt. Iphigenie wurde von ihrem eigenen Vater geopfert. Für bessere Winde nach Troja. Auch wenn nach Überlieferungen und auch nach Goethes Werk Iphigenie weiterlebt (weil sie von Artemis gerettet wird und auf Tauris gebracht wird), finde ich die Arroganz der Feldherrn in dieser Geschichte sehr präsent. Der Vater opfert seine eigene Tochter, damit er in den Krieg ziehen kann. Dieser Absurdität muss man sich erst einmal bewusst werden. Ich finde dieser Teil der Geschichte wird zu oft vergessen, dadurch das es im Goethes Werk kaum beachtet wird. Dadurch geht mir das Schicksal von Iphigenie noch näher!
Oinone, Bergnymphe und Tochter des Flussgottes Kerbes, wird die erste Frau von Paris. Dieser wurde von seinen Eltern, Hekabe und Priamos ausgesetzt, weil seiner Mutter in einem Traum prophezeit wurde, dass ihr Sohn der Untergang Trojas sein wird. Paris wächst bei einem Hirten auf und lernt dort dann die Bergnymphe Oinone kennen. Sie heiraten und bekommen einen gemeinsamen Sohn. Als dann Paris von Zeus gedrängt wird den goldenen Apfel Athene, Aphrodite oder Hera zu geben, die sich darum stritten, versprach Aphrodite ihm die schöne Helena. Oinone verlässt er und lässt sie und ihren Sohn auf dem Hügel zurück, ohne einen Abschied. Erst zehn Jahre später, als das kleine Kind schon zu einem Jugendlichen herangewachsen ist, kommt Paris verwundet zurück nach Hause, und fleht Oinone an ihn gesund zu pflegen. Doch diese ist so verletzt von seinem Verhalten, dass sie ihm keine Hilfe anbietet. In weiteren Überlieferungen bereut sie diese Entscheidung und schmeißt sich dann mit ihm in die Flammen. Ich finde es aber besonders gut, dass dieses Schicksal nicht eingetreten ist im Buch, weil ich finde, Oinone muss sich nicht entschuldigen für ihre Entscheidung und dafür Büße tun, wie sie es in den anderen Überlieferungen tut. Paris hatte dieses Verhalten verdient und Oinone muss nicht als sittlich dargestellt werden und sich auch in die Flammen werfen!
Penelope, die Frau des Helden Odysseus, wird mit ihrem Neugeborenen allein gelassen, als ihr Mann in die Schlacht zieht um Troja. Jedoch kehrt er auch nach den 10 Jahren Krieg nicht wieder zurück. Penelope schreibt ihm in diesem Buch, verzweifelte Briefe, die ihn dazu animieren sollen, wieder zu ihr zurückzukommen. Doch Odysseus möchte weiterhin auf seinen Reisen bleiben. Er trifft auf die Zauberin Circe, bleibt bei ihr und bekommt mit ihr laut Mythos sogar zwei Kinder. Seine Frau dagegen sitzt verzweifelt zu Hause und wartet auf ihren Mann, treuergeben, und er bleibt extra fort und genießt das Leben. Dann landet er bei der Kalypso, die ihn zu ihrem Geliebten macht. Widerwillig bleibt Odysseus und teilt auch hier wieder sein Bett mit ihr. Erst nach sieben Jahren setzt sich Athene dafür ein, dass Odysseus wieder zurück nach Hause kehren kann. Seine Frau, welche seit 20 Jahren auf ihren Mann gewartet hat, kommt die Rettung nah, denn schon mehrere Freier haben es auf sie abgesehen. Hätte sie ihren Mann während dieser Zeit betrogen, wäre es eine Schande gewesen. Bei ihm konnte man drüber hinwegsehen, dass er mit weiteren Frauen Kinder gezeugt hatte.
Nicht nur wegen diesen berührenden Geschichten, sondern auch vom Gesamtkonzept hat mich dieses Buch mitgerissen und inspiriert. Ich würde es jedem ans Herz legen, der griechische Mythologie mag oder sich damit mehr auseinandersetzen möchte. Eines Tages werde ich es auch noch einmal lesen! Für mich war es ein absolutes Jahreshighlight!
Bewertung: 5+++ von 5
Eine großartige Geschichte über starke Frauen, die die Welt gebraucht hat
Bewertung aus Wolfsburg am 19.09.2023
Bewertungsnummer: 2025874
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Cover:
Das Cover sticht mit seiner wunderschönen Gestaltung einem sofort ins Auge. Besonders gut hat mir die zusätzliche Klappe vorne am Buchschnitt gefallen, die mit goldenen Wellen verziert ist. Durch die goldene Prägung sieht das Buch sehr edel aus. Lieb das sehr!
Meine Meinung:
Fast jeder kennt die Geschichten um Troja. Ist euch dabei aufgefallen, dass die Geschichte immer aus der Sicht der Männer erzählt wurde? In die Heldinnen von Troja kommen endlich die Frauen zu Wort, hier wird die Geschichte nämlich aus der Sicht der Frauen erzählt. Man liest die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven wie z. B. Helena, Kassandra oder auch Aeneas Frau Krëusa. Da ich ein großer Fan der Mythologie bin, war mir die Schlacht um Troja nicht unbekannt. Die Autorin hat eine sehr realistische Darstellung der Geschichte geschrieben und ich habe richtig mitgefiebert. Der Schreibstil ist sehr fesselnd und bildhaft und konnte mich auch hier wieder total mitreißen. Ich mochte ihr Medusa Buch schon sehr, daher musste bei mir auch unbedingt „Die Heldinnen von Troja“ einziehen. Auch hier hat mich die Autorin nicht enttäuscht und das Buch bringt einen Suchtfaktor mit sich. Manche Kapitel waren aber auch echt hart, die Autorin muss sehr stark gewesen sein, so etwas verfassen zu können. Da musste ich das Buch dann manchmal zur Seite legen und die Geschichte etwas sacken lassen. Ich habe großen Respekt an diese Frauen. Ich sehe die Geschichte jetzt völlig mehr aus einem anderen Blickwinkel. All die Frauen, die so gelitten haben in diesem Krieg. Es gab auch viele Stellen im Buch, die ich mega interessant fand, was z.b. in Filmen immer nur kurz angeschnitten wurde, dass Paris Helena entführt hat wissen wir ja alle, aber was genau noch dahinter steckt, erzählt die Autorin hier noch weiter. So verschmelzen Frauenliteratur und Mythologie zu einer großartigen Geschichte. Ich würde euch gerne mehr berichten, aber meine Rezension soll Spoiler-frei bleiben. Das Nachwort der Autorin sollte hier auch unbedingt gelesen werden. Ich freue mich schon sehr auf alle weiteren Bücher von Natalie Haynes.
Fazit:
Eine großartige Geschichte über starke Frauen, die die Welt gebraucht hat. Sehr emotional und spannend geschrieben.
Meinung aus der Buchhandlung
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"A Thousand Ships" von Natalie Haynes ist ein Roman, der die Ereignisse des Trojanischen Krieges aus der Perspektive der beteiligten Frauen neu erzählt. Die Geschichte wird von der Muse Kalliope eingerahmt, die einem namenlosen Dichter (implizit Homer) die Erlebnisse verschiedener Frauen schildert, darunter Hekabe, Briseis, Andromache, Kassandra, Kreusa, Penelope, Klytaimnestra, Iphigenie, Laodamia und Penthesilea sowie einige Göttinnen wie Oinone, Thetis, Eris, Themis und Athene.
Haynes' Motivation für diesen Roman war es, die oft übersehenen Geschichten der Frauen in den klassischen Mythen zu beleuchten. Sie betont, dass diese Charaktere in den Schatten darauf warten, entdeckt zu werden, und dass es unwiderstehlich sei, ihre Geschichten zu erzählen.
Insgesamt bietet "A Thousand Ships" eine kraftvolle und einfühlsame Neuerzählung des Trojanischen Krieges, die den oft übersehenen Stimmen der Frauen Raum gibt und die bekannten Mythen aus einer frischen Perspektive beleuchtet.
Ein muss für alle die gerne über grichische Sagen und Mythologien lesen !!!
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Eris, Kassandra, Klytaimnestra und Andromache ziehen das Buch nach oben
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Wenige Geschichtenquellen sind für mich so prägend wie die griechische Mythologie, von daher finde ich es super, wie umfangreich die aktuelle Renaissance dieser Geschichten ist. Ich bin nicht sicher, wie sehr der Trend von Madeline Miller ausgeht, deren Werke ich tendenziell ein bisschen fantasielos finde, während Jennifer Saint für mich aktuell die Königin des Genres bleibt. Natalie Haynes findet sich irgendwo dazwischen ein.
Erst nachdem ich begonnen hatte, "Die Heldinnen von Troja" zu lesen, erinnerte ich mich, dass ich auch schon "Stone Blind", Haynes' Version des Medusa-Mythos gelesen hatte, und mein Haupteindruck war, emotional ziemlich kalt gelassen worden zu sein. Das trifft auch hier auf weite Passagen zu. Ich hätte gern mehr mit Hekabe mitgelitten oder mich auf Briseis und Chryseis eingelassen, aber sie luden mich nicht ein.
Ein paar der Figuren schafften es aber schon, allen voran Eris, die Göttin der Zwietracht. Die Art, wie Haynes Eris offenbar selber nicht registrieren lässt, wie intrigant sie ist, ist eine spannende Auslegung der Figur, und dass Themis und Zeus eine Mitschuld an Eris' bekanntsteer Intrige tragen, ist ebenfalls ein interessanter Zusatz.
Ebenfalls mitreißend ist die Passage, die sich Klytaimnestra widmet und wie Kassandra Teil dieser Geschichte wird. Die Szene zwischen den beiden ist ein Highlight des Buchs. Vielleicht bin ich Andromache sowieso zugetan, weil Saffron Burrows im Film "Troja" ein rares Highlight war, aber ich hatte mich nie mit ihrem Schicksal nach dem trojanischen Krieg auseinandergesetzt. Ihr Handlungsfaden entstammt zwar nicht Haynes' Fantasie, sie bereitet ihn aber dennoch gut auf.
Weniger gut gefallen mir Penelopes Briefe - sie fallen stilistisch für mich zu sehr aus dem Rest der Struktur heraus. Auch Athenes Darstellung geht für meinen Geschmack zu weit weg von der asexuellen Göttin, die sie ist.
Und: Für ein Buch, das explizit die mythologischen Frauen in den Mittelpunkt stellen will, ist es schade, dass vermutlich kein einziges Kapitel den Bechdel-Test bestehen würde. Selbst Kassandra, die sich nicht durch eine starke Libido auszeichnet, thematisiert ihren Bruder viel mehr als notwendig. Natürlich ist es schwierig, die alten Mythen so stark umzuerzählen, dass Männer überhaupt kein Thema sind, aber wer weiß, welche Abenteuer man um Athene, Artemis und Hestia stricken könnte, die sich nicht konsequent um Männer drehen.
Trotzdem gefällt mir "Die Heldinnen von Troja" deutlich besser als "Stone Blind" - sollte Haynes also wieder mal einen Stoff berühren, der mich interessiert, lese ich es vermutlich wieder.
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