Das leise Platzen unserer Träume
Roman | Roman | Ein authentischer Roman über Liebe, Mutterschaft und das Neuerfinden von Lebensträumen »Wie ein Gespräch mit der besten Freundin.« Süddeutsche Zeitung
Bleiben oder Gehen?
Ein Haus auf dem Land. Das hast du dir immer gewünscht, Jule. Dazu ein wilder Garten, durch den eure Kinder rennen. So hast du dir das Glück vorgestellt. Doch die Kinder sind nie gekommen. Und dein Mann hat jetzt eine Affäre in der Stadt. Ihr Name ist Hellen, und Hellen denkt viel an dich. Vielleicht ein bisschen zu viel. Oft fragt sie sich, warum du und dein Mann noch immer zusammen seid. Wie zwei Menschen es so lange miteinander aushalten können, wenn ihre gemeinsamen Träume doch längst geplatzt sind. Aber von alldem hast du keine Ahnung, Jule. Du weißt nicht von Hellen und nicht von ihren Fragen. Noch nicht. Noch sitzt du da, in deinem hübschen Garten, und überlegst, ob das, was du hast, vielleicht doch reichen könnte, um glücklich zu sein.
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Freiheit
Fee04 am 10.10.2023
Bewertungsnummer: 2041083
Bewertet: eBook (ePUB 3)
“Das leise Platzen unserer Träume“ von Eva Lohmann erzählt uns eine Geschichte über eine gescheiterte Ehe und eine Affäre.
Jule lebt mit ihrem Mann David in einem Haus auf dem Land. Das erhoffte Glück findet man leider nicht mehr in deren Beziehung. Ein Leben nebeneinander, warum beide daran festhalten ist nicht klar.
David hat eine Affäre mit der zweifachen Mutter Hellen, die ihre Freiheit feiert und keinen Mann in ihrem Leben braucht.
Die Kapitel werden abwechselnd von Hellen und Jule erzählt; Hellen denkt viel über David und Jule und deren Beziehung nach. Warum die Beiden dieses traurige gemeinsame Leben leben? Die gemeinsamen Träume von Familie und Glück sind Vergangenheit und doch kann das Ehepaar einander nicht loslassen um das eigene Glück zu finden.
Hellen versucht zu verstehen und ist doch ein komplett anderer Typ. Sie möchte sich nicht mehr an einen Mann binden, egal welche Vorteile dies mitbringt. Hellen liebt ihre Unabhängigkeit und ihre wiedergewonnene Freiheit. Nichts wird sie davon abhalten.
Jule und David leben wie Geschwister in dem Haus, es gibt viel Streit und noch mehr Schweigen. Sex ist schon seit sehr langer Zeit kein Thema mehr zwischen dem Paar.
Eine leere Hülle in einem stillen Haus.
Bis Jule von Hellen erfährt und ihr die Zeilen von Kästners berühmten Gedicht „Sie waren traurig, betrugen sich heiter“ in den Sinn kamen.
Ihre Ehe war am Ende, sie musste sich entscheiden, ob sie weiter in dieser Hülle leben wollte.
Das wahrlich Schlimme war, dass sich die beiden Frauen sehr ähnlich waren und, gäbe es David nicht, in einem anderen Leben Freundinnen sein könnten.
Die Autorin beschreibt einfühlsam die Emotionen der Protagonisten, die Kapitel sind kurzweilig und man fliegt durch die Seiten. Der Alltag auf dem Land von Jule, ebenso die Emotionen von Hellen in der Stadt wurden hervorragend ausgearbeitet. Die Protagonisten beschreiben ihre Situation ohne Wertung und doch so feinfühlig, dass es ein reines Lesevergnügen ist. Die Handlungen werden bildlich und intensiv beschrieben, der Leser wird direkt in eine Welt zwischen Beziehung, Einsamkeit, Gewohnheit, Affäre, Familie und Unabhängigkeit gezogen.
Das Platzen der Träume wird sensibel und doch schonungslos beschrieben, eine Traurigkeit und zugleich Heiterkeit begleiten den Leser.
Der Roman zeigt auf, was Entscheidungen bewirken und vor allem, dass man täglich die Wahl hat, sein Leben neu zu gestalten.
Eine wundervolle Geschichte, welche zum Nachdenken anregt.
Eine klare Leseempfehlung.
Ich bin verliebt in dieses Buch
Lesefuchs - Bücher mit Herz aus Bargteheide am 17.09.2023
Bewertungsnummer: 2023807
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Seitdem sich Julia Eisele mit ihrem Verlag selbstständig gemacht hat, bin ich ein Fan von ihren ausgewählten Büchern. Leider schaffe ich es als Buchhändlerin aber nicht, all die tollen Bücher, die sie für uns auswählt, zu lesen. Aber ich gucke immer wieder gerne, was erscheint und picke mir das eine oder andere heraus. Manche möchte ich zwar auch gerne lesen, aber für sie fehlt mir schlicht die Zeit. Sie landen dann auf dem SuB (Stapel ungelesener Bücher).
Das neue Buch von Eva Lohmann hat es aber geschafft. Es wurde von mir mit Begeisterung gelesen. Als ich es im Katalog entdeckt habe, ist es mir sofort auf Grund des Covers, welches ich sehr schön finde, aufgefallen. Den Titel fand ich erst einmal merkwürdig, aber nach der Lektüre des Romans sehr stimmig. Und dass Eva Lohmann vor Jahren bereits ein sehr erfolgreiches Buch – „Acht Wochen verrückt“, erschienen 2011 – geschrieben hatte, habe ich erst gemerkt, als ich ihre Vita gelesen hatte. „Acht Wochen verrückt“ ist auch eins der Bücher, die noch auf den SuB schlummern.
Nun zu diesem Buch: Der Klappentext ist einerseits stimmig, aber bei mir erweckt er ein mulmiges Gefühl. „Du weißt nicht von Hellen und nicht von ihren Fragen. Noch nicht. Noch sitzt du da, in deinem hübschen Garten, und überlegst, ob das, was du hast, vielleicht doch reichen könnte, um glücklich zu sein.“ So steht es im Klappentext. Und bei mir hat dies die Assoziation geweckt, dass Hellen Jule vielleicht stalken würde. Dass sich das Buch zu einem Psychothriller entwickeln würde. Aber so ist es überhaupt nicht.
Eva Lohmann erzählt immer abwechselnd aus den Perspektiven Jules und Hellens. Jules Geschichte wird in der dritten Person erzählt, Hellen erzählt ihre Geschichte selbst in der Ich-Form. Es ist von vorneherein klar, dass Hellen ein Verhältnis mit Jules Ehemann David hat. Und das David verheiratet ist, hat er auch nie verschwiegen. Er erzählt Hellen sogar regelmäßig von seiner Frau. Hellen und David haben eine Affäre, aber mehr soll es auch bitte schön nicht werden. Und doch interessiert sich Hellen sehr für Jule. Sie hat das Gefühl, dass sie und Jule hätten Freundinnen werden können, wenn sie sich unter anderen Umständen kennengelernt hätten. Und sie überlegt, warum Jule und David an ihrer Ehe festhalten, die doch offensichtlich schon ihr Haltbarkeitsdatum überschritten hat. Die Ehe ist schal geworden. Die beiden leben ohne große Emotionsschwankungen nebeneinanderher.
Jules Geschichte wird etwas ausführlicher erzählt. Wie waren die Träume von David und ihr? Warum sind sie aufs Land gezogen? Warum hat es mit den Kindern nicht geklappt? Und warum haben sie es danach nicht geschafft, ihrer Ehe ein anderes Ziel zu geben oder aber sich zu trennen? Ist es immer noch Liebe? Freundschaft? Finanzielle Abhängigkeit? Oder einfach Trägheit?
Mir hat dieser Roman ausgesprochen gut gefallen. Ich mag beide Frauen sehr. Und ich finde es ausgesprochen interessant, wie Eva Lohmann ihre Geschichte aufbaut. Jule hat sich mit ihrem Leben arrangiert. Allerdings ist sie noch nicht richtig auf dem Land angekommen. Sie hat sich dadurch zwei Persönlichkeiten geschaffen, die unterschiedlich reagieren – die Stadt-Jule und die Land-Jule. Eigentlich hat man beim Lesen das Gefühl, dass sie gar nichts vermisst. Hellen hat sich nach einer gescheiterten Ehe ebenfalls in ihrem Leben mit zwei kleinen Kindern eingerichtet. Und sie ist mit dem Arrangement mit David zufrieden. Mehr möchte sie gar nicht. Und doch forciert sie es, dass die beiden Frauen aufeinandertreffen. Natürlich ist anhand des Klappentextes klar, dass auch Jule irgendwann bewusstwird, dass ihr Mann eine Beziehung mit Hellen hat. Dies bringt ihr sorgsames Gerüst der noch existierenden Beziehung ins Wanken. Was wird die Zukunft für sie bringen? Wird Hellen ihren Platz auf dem Land einnehmen? Werden endlich Kinder in dem Garten toben? Was soll sie machen? Irgendwann wird ihr klar, dass ihre gemeinsamen Träume mit David langsam und leise geplatzt sind und sie eine Entscheidung treffen muss.
Mich hat dieses Buch zum Nachdenken gebracht. Jede und jeder, die/der in einer eigentlich auf Dauer angelegten Beziehung lebt, kommt irgendwann einmal an den Punkt, wo sie/er darüber nachdenkt, ob dies noch die Beziehung ist, die man sich am Anfang erträumt hat. Sind die Träume ebenfalls langsam geplatzt? Hat man neue gemeinsame Träume oder Ziele gefunden? Wie wichtig ist Sex für eine stabile Beziehung? Darf sich ein Partner Sex außerhalb holen? Und sollte dies im Einverständnis passieren? Und wenn ja, möchte es die „betrogene Person“ wissen oder lieber nicht? Oder ist die Beziehung dann gescheitert? Kann man eine glückliche Beziehung führen, wenn man eigentlich nur noch eine tiefe Freundschaft füreinander empfindet? Oder macht man sich dann etwas vor?
Eva Lohmann hat ihre beiden Protagonistinnen diese Fragen jede für sich beantworten lassen. David hatte letztendlich kein Mitspracherecht. Und mir hat das Ergebnis gut gefallen! Ein wirklich tolles Buch!
Meinung aus der Buchhandlung
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Eva Lohmann gehört ab sofort zu meinen Lieblings Autorinnen.
Sie schafft es so leicht, schwierige Lebensumstände in wunderbare Worte zu packen.
Nun warte ich sehnsüchtig auf ein neues Buch von ihr.
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Der Affäre eines Mannes können viele Bilder vorausgegangen sein. Nicht selten waren diese von Routinen des Alltags durchzogen.
Gleicht die Affäre der Ehefrau ist sie eine Ergänzung oder eher der Gegensatz der Ehe?
Könnten die Frauen Freundinnen oder doch Feindinnen sein?
Ein Buch das die emotional verstrickten Geschichten vieler Ehen wiederspiegelt ohne sie zu romantisieren.
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