Martin, sechsundsiebzig, wird von einer ärztlichen Diagnose erschreckt: Ihm bleiben nur noch wenige Monate. Sein Leben und seine Liebe gehören seiner jungen Frau und seinem sechsjährigen Sohn. Was kann er noch für sie tun? Was kann er ihnen geben, was ihnen hinterlassen? Martin möchte alles richtig machen. Doch auch für das späte Leben gilt: Es steckt voller Überraschungen und Herausforderungen, denen er sich stellen muss.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
09.04.2024
Hörbuch (CD)
Großartige Hörbuchinterpretion
Wenn der (meiner Ansicht nach) beste Hörbuchsprecher Deutschlands, Ulrich Noethen, wieder ein Buch einliest, dann ist das ein Grund direkt hellhörig zu werden! - Als der 76jährige Martin die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhält, gerät sein Leben aus den Fugen. Den Schock selbst noch nicht verarbeitet, muss er seine junge Frau Ulla und seinen sechsjährigen Sohn David darauf vorbereiten, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat. Während Martin sich Gedanken macht, was von ihm bleiben und er seinem Sohn hinterlassen wird, wirkt Ulla, die seit jeher zu intensiven Gefühlen auf Distanz geht, als würde sie ihr Leben einfach weiterleben...
Unglaublich, wie sensibel und emotional Ulrich Noethen selbst die leisesten Zwischentöne zur Geltung bringt, während Schlinks Figuren nach Wegen suchen, um mit dem gravierenden Einschnitt in ihrer aller Leben umzugehen. Noethens Interpretation von “Das späte Leben” ist berührend, grandios und lässt einen so schnell nicht mehr los!
Galladan
aus Niederrhein
5/5
15.01.2024
Hörbuch (CD)
Sehr einfühlsam erzählt
Das späte Leben von Bernhard Schlink, gelesen von Ulrich Noethen, erschienen im Diogenes Verlag am 13. Dezember 2023 als ungekürztes Hörbuch.
Martin geht zum Arzt, weil er immer wieder müde ist. Leider hat der Arzt keine guten Neuigkeiten für Martin. Er hat Krebs. Martin entscheidet sich nicht die letzten Wochen seines Lebens mit einer heftigen Therapie zu verbringen, sondern sich zu überlegen, was er dem sechsjährigen Sohn und seiner Frau als geistiges Vermächtnis hinterlassen kann.
Erst war ich etwas wütend auf Martin, der hatte aber den späten Sohn gar nicht geplant und brauchte auch etwas, um sich in dieses von ihm nicht geplante Kind zu verlieben. Jetzt will er aber alles richtig machen, und stellt fest, dass sein bisheriges Leben mit Ulla, seiner Frau, auf tönernen Füßen gestanden hat. Er versucht auch Dinge zu klären, die noch offen sind und ist dabei schon fast nicht mehr von dieser Welt. Seine Frau bittet ihn seinem Sohn etwas zu hinterlassen, was nur ein Vater seinem Sohn beibringen kann. Er begibt sich daran einen Brief zu schreiben und führt den Leser mit inneren Monologen durch sein leben. Wunderbar gemacht.
Ulrich Noethen liest wie immer hervorragend, gibt Martin eine Stimme deren Nachhall auch Tage später vorhanden ist. Er gehört zu den Sprechern, wo man weiß, dass das Hörbuch gut wird, wenn er es liest.
Bewertung
aus Issum
5/5
08.01.2024
Hörbuch (CD)
Denkanstöße für eine schwere Zeit
Buchmeinung zu Bernhard Schlink – Das späte Leben
Das späte Leben ist ein Roman von Bernhard Schlink, der 2023 im Diogenes Verlag erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch wird von Ulrich Noethen vorgetragen.
Zum Autor:
Bernhard Schlink wurde 1944 in Bielefeld geboren, ist gelernter Jurist und war als Professor für Öffentliches Recht tätig. Von 1988 bis 2006 war er Verfassungsrichter in NRW. Seit 1987 ist er als Schriftsteller tätig.
Sprecher:
Ulrich Noethen (bürgerl. Ulrich Schmid; geboren am18. November 1959 in München) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Hörbuchsprecher. 1997 hatte er seinen Durchbruch in Joseph Vilsmaiers Comedian Harmonists. Er spielte bislang in über 110 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Klappentext:
Martin, sechsundsiebzig, wird von einer ärztlichen Diagnose erschreckt: Ihm bleiben nur noch wenige Monate. Sein Leben und seine Liebe gehören seiner jungen Frau und seinem sechsjährigen Sohn. Was kann er noch für sie tun? Was kann er ihnen geben, was ihnen hinterlassen? Martin möchte alles richtig machen. Doch auch für das späte Leben gilt: Es steckt voller Überraschungen und Herausforderungen, denen er sich stellen muss.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken angeregt. Martin wird von der Krebsdiagnose überrascht, verarbeitet den ersten Schock und beginnt seine letzte Zeit zu planen. Zuerst denkt er an Dinge, die ihm wichtig sind. Bald merkt er, wie wichtig die Abstimmung mit seiner Familie ist. Er überlegt insbesondere, was er seinem Sohn noch weitergeben will. Er erntet Kritik, weil David kein Abbild seines Vaters sein soll, sondern sich selbstständig entwickeln soll. Er erfährt von einem zweiten Leben seiner Frau und muss einen Weg finden, damit umzugehen. Wie will er seiner Familie in Erinnerung bleiben und was möchte er noch erleben? Martin rechnet sich 12 gute Wochen aus, bevor der körperliche Verfall die schlechten Wochen beginnen lässt. Einfühlsam werden die Veränderungen in seinem Zustand beschrieben und der Leser spürt die Liebe seiner Frau und seines Sohnes. Das Buch endet mit dem letzten Tag vor Martins Einzug ins Hospiz.
Ulrich Noethen liest das Buch vortrefflich und ist die Idealbesetzung für den Vortragenden.
Fazit:
Ein berührender und sprachlich herausragender Roman, der viele Denkanstöße gibt. Ulrich Noethen macht einen herausragenden Job als Sprecher. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und spreche eine Lese- und Hörempfehlung aus.
EineMami
3/5
26.09.2024
Hörbuch (CD)
Der Tod als Lehrmeister Mit…
Der Tod als Lehrmeister Mit 76 Jahren erhält Martin eine Krebsdiagnose, ohne Aussicht auf Heilung. Trotz des fortgeschrittenen Alters ist er erschüttert, will nicht wahrhaben, was der Arzt sagt. Denn Martin hat einen sechsjährigen Sohn, eine deutlich jüngere Frau. Ein Leben, das noch nicht fertiggelebt ist. Was soll er in den letzten Wochen und Monaten tun, noch erleben? Was seiner Familie hinterlassen? Er verbringt viel Zeit mit seinem Sohn, schreibt ihm Briefe für später, analysiert die Beziehung zu seiner Frau, entdeckt Geheimnisse, die sie umgeben. Darf erkennen, was wirklich wichtig ist und in Liebe Abschied nehmen. Ein Buch nicht nur für Sterbende, sondern viel mehr für jeden, der in sein Leben mehr Bewusstsein, Achtsamkeit und Dankbarkeit für das, was ist, einladen möchte. Gelesen wird das Hörbuch von Ulrich Noethen. Er ist die perfekte Wahl. Seine Stimme haucht Martin gekonnt Leben ein, ist ruhig, aber betont an den richtigen Stellen. Das Zuhören ist sehr angenehm. Wirklich sympathisch ist mir keiner der Charaktere. Aber ich denke, darum geht es auch gar nicht. Die Geschichte, eigentlich nur ein kurzer Einblick in das Schicksal eines Menschen, der jeder sein könnte, soll zum Nachdenken, zum Entschleunigen einladen. Wie oft vergessen wir, nach links und rechts zu schauen? Unsere Mitmenschen, unsere Lieben WIRKLICH zu sehen. All die Facetten, die Schönheiten und Schrecken wahrzunehmen. Da ich mich schon länger mit Liebe, Weisheit und auch dem Tod beschäftige, war die Geschichte nicht wirklich neu oder besonders unter die Haut gehend für mich. Sie hat ihre Daseinsberechtigung und kann für manchen als Denkanstoß fungieren. Vielleicht trösten. Dazu anregen sich zu fragen, was bleibt von einem, wenn man geht? Nicht mit allen Gedankengängen und Ansichten der Figuren stimme ich überein. Aber ich verstehe, dass wir alle - ausnahmslos jeder - im Grunde auf dem gleichen Weg unterwegs sind und dass wir alle uns wünschen, geliebt zu werden, anderen etwas zu bedeuten. Insgesamt habe ich von dem Buch dennoch mehr erwartet.
EineMami
3/5
26.09.2024
Hörbuch (CD)
Der Tod als Lehrmeister
Mit 76 Jahren erhält Martin eine Krebsdiagnose, ohne Aussicht auf Heilung. Trotz des fortgeschrittenen Alters ist er erschüttert, will nicht wahrhaben, was der Arzt sagt. Denn Martin hat einen sechsjährigen Sohn, eine deutlich jüngere Frau. Ein Leben, das noch nicht fertiggelebt ist. Was soll er in den letzten Wochen und Monaten tun, noch erleben? Was seiner Familie hinterlassen?
Er verbringt viel Zeit mit seinem Sohn, schreibt ihm Briefe für später, analysiert die Beziehung zu seiner Frau, entdeckt Geheimnisse, die sie umgeben. Darf erkennen, was wirklich wichtig ist und in Liebe Abschied nehmen.
Ein Buch nicht nur für Sterbende, sondern viel mehr für jeden, der in sein Leben mehr Bewusstsein, Achtsamkeit und Dankbarkeit für das, was ist, einladen möchte. Gelesen wird das Hörbuch von Ulrich Noethen. Er ist die perfekte Wahl. Seine Stimme haucht Martin gekonnt Leben ein, ist ruhig, aber betont an den richtigen Stellen. Das Zuhören ist sehr angenehm.
Wirklich sympathisch ist mir keiner der Charaktere. Aber ich denke, darum geht es auch gar nicht. Die Geschichte, eigentlich nur ein kurzer Einblick in das Schicksal eines Menschen, der jeder sein könnte, soll zum Nachdenken, zum Entschleunigen einladen. Wie oft vergessen wir, nach links und rechts zu schauen? Unsere Mitmenschen, unsere Lieben WIRKLICH zu sehen. All die Facetten, die Schönheiten und Schrecken wahrzunehmen.
Da ich mich schon länger mit Liebe, Weisheit und auch dem Tod beschäftige, war die Geschichte nicht wirklich neu oder besonders unter die Haut gehend für mich. Sie hat ihre Daseinsberechtigung und kann für manchen als Denkanstoß fungieren. Vielleicht trösten. Dazu anregen sich zu fragen, was bleibt von einem, wenn man geht?
Nicht mit allen Gedankengängen und Ansichten der Figuren stimme ich überein. Aber ich verstehe, dass wir alle - ausnahmslos jeder - im Grunde auf dem gleichen Weg unterwegs sind und dass wir alle uns wünschen, geliebt zu werden, anderen etwas zu bedeuten. Insgesamt habe ich von dem Buch dennoch mehr erwartet.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
06.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn das Lebenslicht langsam verlöscht
Martins Tage sind gezählt. Obwohl er mit sechsundsiebzig dem Ende naturgemäß stetig näherrückt, hat er sich mit seiner eigenen Sterblichkeit noch nicht wirklich befasst. Nun bleibt ihm kaum noch Zeit und er muss entscheiden, wie er die letzten Monate verbringen will. Die niederschmetternde Diagnose macht ihm erst bewusst, dass es am wichtigsten sein wird, seiner geliebten, sehr viel jüngeren Frau und seinem vergötterten, sechsjährigen Sohn ein geistiges Erbe zu hinterlassen. Eines, das ihnen hilft, sich liebevoll an ihn zu erinnern und mit dem Schmerz zurechtzukommen. Schlink erzählt in einfühlsamer Sprache von einem Kapitel im Leben, das uns alle irgendwann, auf irgendeine Weise einmal betreffen wird. Sehr ehrlich, emotional und ohne zuviel Reue zuzulassen, denn dafür fehlt schlichtweg die Zeit, muss sich Martin mit den eigenen Verfehlungen und den seiner Frau auseinandersetzen. Am Ende gilt es zu entscheiden, ob nicht die Stärke der Vergebung, die Kraft des Ertragens und auch die Absenz des Beklagens, zu einem friedvolleren Ende führen kann. Eines, das sich in den letzten Zügen doch noch miteinander genießen lässt. Ein schrecklich trauriges Buch, das mir sehr unter die Haut gekrochen ist und mich dennoch beglückt, wenn auch tief bewegt, zurückließ. Eine absolute Leseempfehlung!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
26.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sterbender Mann hinterlässt...
Ein sterbender Mann hinterlässt seinem kleinen Sohn Briefe über das, was wirklich wichtig ist im Leben. Dieses Buch berührt sehr. Und hat dabei so kluge Gedanken! Einige Kapitel könnten auch als Essays für sich stehen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
16.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein leises, berührendes und würdevolles Buch
Ein Roman über die letzten Wochen eines Todkranken muss schwer und düster sein, sollte man meinen. Aber Bernhard Schlink hat ein erstaunlich leichtes Buch über dieses Thema geschrieben, das zwar voll von Melancholie, aber auch reich an Schönheit ist. Das Leben wird hier in vielen kleinen Details gefeiert, ob beim Staudammbauen am Fluss mit dem Sohn oder beim Lauschen nach dem Rauschen der Wellen am Strand. Die Sprache ist einfach und die Sätze kurz, alles liest sich angenehm. Mich rührte sehr, wie achtsam, wertschätzend und würdevoll Schlink schreibt und mit all seinen Figuren umgeht. Gerade mit der fremdgehenden Ehefrau und dem Nebenbuhler. Es gibt keinen Groll, keine Zwietracht in diesen letzten Wochen. Jedoch viel Gefühl, Einsicht und Liebe.
Ein ruhiges, nachdenkliches Buch, das mir sehr gefallen hat. Und ein Lehrstück, wie man besonnen und verständnisvoll mit Problemen umgeht, die einen normalerweise verzweifeln oder aus der Haut fahren lassen würden.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
31.01.2024
eBook (ePUB)
Über das letzte Abenteuer
Was geschieht mit einem, der das Todesurteil Krebs bekommt. Der eine viel zu überschaubare Gnadenfrist erhält. Der eine noch junge Frau und ein noch jüngeres Kind zurücklassen wird. Gerade der typische Schlink-Stil, schnörkellos und geradeaus, bestätigt den Roman als große Gegenwartsliteratur. Schlicht brillant. Chapeau!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.