Die verdammte Generation
Gespräche mit den letzten Soldaten des Zweiten Weltkriegs | Entdecken Sie die bewegenden Geschichten der letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs in Hardinghaus' Bestseller.
Während Holocaust und Judenverfolgung seit Jahrzehnten ihren berechtigten Platz in der Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs einnehmen, wurde das Erleben der deutschen Soldaten wenig beleuchtet. Ein Versäumnis, das Ende der 1960er-Jahre seinen Anfang nahm, als rebellische Studenten damit begannen, ihre Elterngeneration pauschal als Nazis zu verdammen.
Alle bisherigen Versuche einer differenzierten Betrachtung des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte scheiterten. Die Legende einer sauberen Wehrmacht ist zur Legende einer verbrecherischen Wehrmacht geworden. Historische Erkenntnisse zeigen jedoch, dass nur ein geringer Teil der Wehrmachtssoldaten an Kriegsverbrechen und dem Holocaust beteiligt war. Wenn es gelingt, dies anzuerkennen, kann der Blick auf die Soldaten der Wehrmacht erweitert und damit ein besseres gesellschaftliches Verständnis im Sinne einer ganzheitlichen Erinnerungskultur gewonnen werden.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Das Buch ist wirklich sehr gut und anschaulich geschrieben.Es ist wirklich sehr erschreckend zu lesen was andere Menschen erlebt haben.Der Autor hat wirklich sehr gut recherchiert und geschrieben.Würde ich jedem weiter empfehlen.
NiWa
5/5
07.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das war die Hölle
Dreizehn deutsche Soldaten erzählen, wie sie den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Christian Hardinghaus ergreift die letzte Chance, die Geschichten dieser Männer zu bewahren und damit die Menschen der Gegenwart und Zukunft mit einem differenzierten Blick auf die verdammte Generation des Zweiten Weltkriegs zu versehen.
Das Schweigen der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde gebrochen als offen über den Holocaust und die Judenverfolgung gesprochen wurde. Es handelt sich um wichtige Themen, die aus unserem Bewusstsein nicht wegzudenken sind. Zahlreiche Dokumentationen berichten über die Verbrechen der Nationalsozialisten, wie tragisch es den Juden erging und wie fassungslos die ganze Welt vor den Taten der Deutschen und Österreichern stand.
Aber eine Frage wurde bisher übersehen. Wer waren die Männer, die für den Nationalsozialismus in die Schlacht gingen? Wer sind unsere (Ur-) Großväter im Krieg gewesen? Wie haben sie diesen erlebt und was haben sie bis zuletzt darüber gedacht?
Christian Hardinghaus widmet sich in seinem Buch dieser verdammten Generation. Er gibt ihr stellvertretend dreizehn Namen und Lebensgeschichten, er stellt die alten Männer vor, und lässt sich an die stattlichen Burschen von damals heranführen.
Bevor der Autor die einzelnen Zeitzeugen vorstellt, geht er allgemein auf die Soldaten-Generation ein. Dazu thematisiert er die historischen Hintergründe und gegenwärtigen Zwischentöne, die Entwicklung der Kriegsaufarbeitung im gesellschaftlichen Bewusstsein und nähert sich behutsam den dreizehn Herren und ihrer Geschichten an.
In den einzelnen Porträts stellt er die alten Männer vor. Wer sie jetzt sind, wie sie ihren Lebensabend verbringen und welcher Weg sie bis dahin geführt hat. Danach geht es ans Eingemachte. Er lässt sie von ihren Erfahrungen im Krieg berichten, was mitten in der Seele trifft. Als Leser wird man mit damaligen Schrecken konfrontiert, erfährt, wie die Männer zum Soldaten geworden sind und wie sie sich dabei und danach gefühlt haben.
„(…) so habe ich mir Krieg nicht vorgestellt. Das war die Hölle. Man kann dann, wenn man in Sicherheit ist, kaum glauben, dass man das überlebt hat.“ (S. 228)
Bemerkenswert war für mich, dass viele Aspekte besprochen wurden, welche ich so bisher nicht wahrgenommen bzw. über die ich nie bewusst nachgedacht habe. Dazu zählt beispielsweise, wie unterschiedlich der Krieg erlebt wurde oder wie verschieden der Beginn der Soldatenlaufbahn war. Während der eine auf Rache für seine Familie aus war, hat der andere getan, was er tun musste, um zu überleben, und der Nächste war anfangs aus politischer Überzeugung und Inbrunst dabei.
„Vielleicht habe ich mich von der Propaganda blenden lassen. Wir haben geglaubt, dass wir kommen, sehen und siegen.“ (S. 200 - 201)
In allen dreizehn Berichten ist mir eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit aufgefallen. Trotz all der Gräuel, die sie erlebten, haben sich diese Männer bis zuletzt eine zuversichtliche und optimistische Einstellung bewahrt. Ich frage mich, ob sie vom Krieg geläutert waren, und wussten, dass sie ohnehin das Schlimmste schon gesehen hatten, oder ob sie aufgrund dieser positiven Energie so alt geworden sind.
Sämtliche Interviews sind mit Fotografien, u.a. der interviewten Männer von damals, versehen. Gewünscht hätte ich mir, von den alten Herren Fotos zu sehen, weil sie dadurch noch greifbarer geworden wären. Ich vermute, dass die Männer damit nicht einverstanden gewesen sind, oder andere Gründe dagegen gesprochen haben.
In einem Punkt muss ich Christian Hardinghaus widersprechen, weil an dieser Stelle Äpfel mit Birnen verglichen werden. Es wird angeprangert, dass in den USA Soldaten an Schulen vom Krieg und ihren Erlebnissen sprechen, während in Deutschland und Österreich Schweigen bewahrt wird. Meiner Ansicht nach ist das differenzierter zu betrachten. Einem Sieger fällt es eindeutig leichter, von seinen Heldentaten zu erzählen. Außerdem ist das amerikanische Militär ein anderes Kaliber, als das Heeresprogramm hier. Denn in den USA wird mittels Propagandamaschinerie mächtig der Nachwuchs gefördert. Es werden weder Kosten noch Mühen - oder ehemalige Soldaten an Schulen - gescheut.
„Die verdammte Generation“ ist jedenfalls ein wichtiges Buch. Es ist ein Gedenken an die Kriegsgeneration, an unsere Ur-Opas und Großväter und ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen - welche umso wichtiger werden, je länger der Zweite Weltkrieg vergangen ist.
Bewertung
aus Brandis
5/5
28.09.2021
eBook (ePUB 3)
Die ewige Schuld: Wissen und Wahrheit die verloren geht
Dieses Buch ist eine weitere Ausgabe von Christian Hardinghaus, die sich mit dem Schicksal der Menschen während und nach dem zweiten Weltkrieg befasst. Der Fokus liegt hierbei auf den Soldaten, ihr Erleben und persönliche Ansichten. Dazu hat der Autor zahlreiche Männer der Geburtsjahrgänge 1916 bis 1930 interviewt und deren Erinnerungen sehr gelungen zusammengefasst. Abgeschlossen wird das jeweils einer Person zugeordnete Kapitel mit einer kurzen Befragung zu dem persönlichen Empfinden.
Es ist sehr mutig den Finger in die Wunde zu legen und sich damit gegen den allgemeinen Mainstream zu behaupten. Christian Hardinghaus spricht aus, was sicher viele denken, sich jedoch aus Angst vor Vorverurteilung nicht zu sagen trauen: "...Weil zuviel Politiker nicht in der Lage sind, zu differenzieren und/oder auch nicht willens, sich multiperspektivisch mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen, lassen sie lieber Straßen und Plätze umbenennen. Das Gebot der Stunde heißt wieder: lieber nicht darüber reden, lieber wegsehen, lieber alle Denkmäler einreißen als ein möglicherweise Falsches stehen lassen..." Dem ist nicht wirklich viel hinzuzufügen.
Überhaupt ist es eine wichtige Aufgabe, wie es auch oft in dem Buch als Wunsch von den Zeitzeugen anklimgt/anklang, das das Geschehene nicht in Vergessen gerät.
Mit " Die verdammte Generation" ist Christian Hardinghaus wieder ein hervorragender und vor allem kritischer Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung gelungen.
Klare Leseempfehlung!!!
Anika F./Nikas Lesewahnsinn
aus Kronshagen
5/5
16.06.2021
eBook (ePUB 3)
Die verdammte Generation
Ich muss zu meiner Schande gestehen, daß ich genau zu dieser Generation gehöre, die den zweiten Weltkrieg in der Schule nie wirklich behandelt hat. Leider, leider. Genau deswegen liebe ich Bücher aus dieser Zeit und gerade wenn sich ein Historiker mit Soldaten des Krieges unterhält und ihre Geschichten für uns fest gehalten hat.
Man bekommt 13 Einblicke in die Erlebnisse von Zeitzeugen. Was ich wahnsinnig erschreckend und überraschend fand, dass alle nichts über den Holocaust während ihrer Zeit mitbekommen haben,sondern erst im Nachhinein. Kann man sich kaum vorstellen oder? Aber wahr!
Definitiv wird nichts verschönigt, sondern berichtet. Man durchlebt Wut, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Elend. Man bekommt ein Einblick in eine gravierende Szene aller. Definitiv sollte man sich bewusst sein, daß diese Herren die letzten sind, welche uns noch einen ehrlichen Einblick verschaffen können. Diese Erkenntnis hat mich das Buch noch mal ganz anders erleben lassen.
Es gibt dieses Zitat im Buch, welches mich nicht mehr los lässt und wo ich heftig genickt habe.
„Nur schade, dass man sich in Deutschland nicht für meine Geschichte interessiert, das heißt für die Geschichte deutscher Soldaten überhaupt. Ich wäre gerne mal in Schulklassen gegangen. Die amerikanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg haben das gemacht für Schüler. Vielleicht hätte es auch hier etwas gebracht. Vor dem Krieg muss man warnen, wenn man ihn kennt. Aber da hat niemand gefragt.“
Ich finde der Titel ist perfekt gewählt, denn diese Generation ist für mich verdammt zum Schweigen. Niemand schenkt ihnen gehör,niemand fragt nach ihrer Meinung und ihren Erlebnissen.
Für mich ein Buch, was man gelesen haben muss.
Bewertung
5/5
01.03.2021
eBook (ePUB 3)
Wichtig, spannend, berührend u darüber hinaus wissenschaftlich von einem Historiker eingeordnet
Diese Generation nach ihren Kriegserlebnissen zu fragen war wirklich wichtig.
Die wissenschaftliche Einordnung und Ergänzung durch den Autor ist hervorragend gelungen.
Meinen Schwiegervater, der aus der gleichen Generation (Jg.1925) kommt, habe ich noch gefragt und er hat auch etwas erzählt (Funker an der Ostfront, Kriegsgefangenenlager in Sibirien) aber richtig intensiv hat sich niemand in der Familie getraut zu fragen, man wollte keine Wunden aufreißen und freiwillig erzählt kein Mann aus dieser Generation von seinen Emotionen.
Mich (Jg 1959) hat das Buch sehr berührt und ich bemerkte wieder, dass das ein Trauma ist für viele Deutsche und dass ich so schrecklich finde, dass das Thema der Nazizeit, des zweiten Weltkriegs, des Holocaust, der Manipulation der deutschen Bevölkerung immer noch nicht verarbeitet ist. Es werden nur Teilthemen immer wieder und wieder vorgekaut, andere einfach ausgeklammert oder, was noch schlimmer ist, sogar verdreht oder pauschal abgehandelt als unwichtig. Die (politischen) Gefahren, die aus dieser extrem einseitigen Erinnerungskultur resultieren, reißt der Autor nur kurz an, aber er hat meiner Meinung nach sehr recht.
Besonders interessant fand ich die Anmerkungen des Autors über die unsägliche und größtenteils erlogene sogenannte Wehrmachtsaustellung und die schnelle Bereitschaft von Politikern der "Grünen" "PDS" und "FDP" dies so zu glauben und der Medien, die eine Sensation witterten, dies zu nützen.
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5/5
09.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein anderer Blickwinkel
Der Historiker Christian Hardinghaus führt in diesem Buch Gespräche mit 13 ehemaligen Wehrmachtssoldaten. Diese waren an den unterschiedlichsten Orten stationiert und berichten von ihren erschreckenden Erfahrungen.
Es wird eine Seite der Geschichte beleuchtet, die selten Beachtung findet. Die der einfachen Wehrmachtssoldaten.
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