Wien, 1966. Die alte Stadt erwacht und auch der Gelegenheitsarbeiter Robert Simon wird vom Aufbruch erfasst. Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet sein eigenes Café. Das Angebot ist klein, das Viertel ist arm, doch die Menschen kommen, und sie bringen ihre Geschichten mit - von der Sehnsucht, vom Verlust, vom unverhofften Glück. Und während die Stadt sich vor ihren Augen erneuert, verwandelt sich auch Simons eigenes Leben.
'Was für ein wunderbarer Autor, der uns so tief bewegen kann.' Elke Heidenreich
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Der Roman spielt 1966 in Wien. Der junge Marktarbeiter Robert Simon will sich beruflich verändern und eröffnet in der Nähe des Karmelitermarktes ein Café. Die Räumlichkeiten hat er von Hauseigentümer Kostja Vavrovsky gepachtet. Simon wohnt bei der Kriegerwitwe Martha Pohl. Sein bester Freund ist der Fleischermeister von gegenüber. Damit ist der Rahmen der Geschichte abgesteckt. Die Erzählungen erfolgen überwiegend chronologisch und decken einen Zeitraum von ca. 10 Jahren ab.
Zu den Besuchern des Cafés gehören Menschen aus dem Viertel, die ihre Lebensgeschichten mitbringen. Es sind die Sehnsüchte, Ängste, Enttäuschungen und Hoffnungen der Menschen, die Seethaler auf seine unnachahmliche minimalistische Art und Weise erzählt. Die Leser tauchen ein in die Welt der einfachen Leute, deren Erfahrungswelt Seethaler prägnant beschreibt. Der Autor verzichtet dabei auf eine politische Ausrichtung. Im Fokus stehen die Menschen mit ihren unmittelbaren Problemen.
Der Roman ist lesenswert, hat mich aber nicht so berührt wie die Lebensgeschichte von Andreas Egger in "Ein ganzes Leben". Vielleicht liegt es daran, dass in "Das Café ohne Namen" kapitelweise – manchmal auch übergreifend - Einzelepisoden erzählt werden, in die man nicht tiefer eintauchen kann, wenngleich der Autor es versteht, mit wenigen Worten Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die die Atmosphäre wiedergeben. Auch fehlt den Handlungen ein politischer Rahmen für die Zeit 20 Jahre nach Kriegsende.
Bories vom Berg
aus München
1/5
24.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Klischeehafte Milieu-Schilderungen
In seinem autobiografisch inspirierten Roman «Das Café ohne Namen» schildert der österreichische Schriftsteller Robert Seethaler, wie zwanzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadt Wien, aus den Trümmern erhoben, in eine neue Zeit hineinwächst. Als Setting nutzt er das titelgebende Café, in dem ein buntes Völkchen von Figuren aus der untersten Gesellschaftsschicht sich die Klinke in die Hand gibt. Wie schon der Titel zeigt, bildet das namenlose Café hier also nur die als solche bedeutungslose Bühne, auf der allein die zahlreichen Figuren, mit ihren Ängsten und Nöten kämpfend, den Erzählstoff dieses Romans bilden. Wobei diese Menschen allesamt, durchaus typisch für diesen Autor, mit ihrem Schicksal hadern und gegen ihre Einsamkeit ankämpfen.
Der Roman beginnt orts- und zeitgleich mit der Geburt des Autors in Wien im Spätsommer 1966. Der junge Gelegenheitsarbeiter Robert Simon, der auf dem Karmelitermarkt in Wien sein Brot verdient, beschließt, eine schon länger leer stehende Gastwirtschaft zu pachten und dort ein Café zu eröffnen. Wobei es eigentlich nicht ein typisches Café ist, das er betreiben will, sondern, vom gastronomischen Angebot her gesehen, eine Mischform mit einer Kneipe, in der die Anwohner und die in dem Viertel arbeitenden Menschen verkehren. Bei ihm also das Kaffeekränzchen älterer Damen ebenso wie der Trupp von Bauarbeitern, die hier ihre Mittagspause machen. Und tatsächlich geht Simons Kalkül auf, sein «Café» entwickelt sich schnell zu einem Szene-Treff im herunter gekommenen zweiten Wiener Bezirk. Manche seiner Gäste suchen lediglich nach Gesellschaft, andere nach Anerkennung und einige sogar nach Liebe. Und alle bringen ihre Geschichten mit, von denen dieser Roman erzählt und von denen nicht zuletzt auch Simon profitiert, er «wächst» menschlich sogar an ihnen.
Kurz entschlossen schließt Simon mit dem Hausbesitzer einen Pachtvertrag und beginnt gleich auch mit der dringend erforderlichen Renovierung der verwahrlosten Räume. Er wohnt bei der Kriegerwitwe Martha Pohl und freundet sich sehr schnell auch mit dem Fleischermeister Johannes Berg auf der anderen Straßenseite an, sein direktes Gegenüber, der dem unerfahrenen Kneipier auch einige gute Ratschläge gibt. Als eine junge Hilfsnäherin Mila aus der Textilfabrik, die gerade ihre Arbeit verloren hat, weil die Konkurrenz aus China zu stark geworden ist, vor der Fleischerei einen Ohnmachtsanfall erleidet, geht der Fleischer mit ihr ins Café gegenüber und empfiehlt sie dem Simon als Bedienung, die er ja sowieso bald brauche, denn dessen Geschäfte gehen gut. Dort verkehrt inzwischen auch René Wurm, einer der wilden Heumarkt-Ringer, der von dem Trubel um die Catcher-Kämpfe gut lebt, aber immer von Amerika träumt. Als es im nächsten Winter bitterkalt wird, ergänzt Simon sein Getränke-Angebot um Punsch, der denn auch sofort begeistert angenommen wird. Es gibt Eifersuchts-Szenen in seinem Café, René und die Bedienung Mila finden als Liebespaar zueinander und bekommen ein Kind, das aber bei der Geburt stirbt. Es ist ein bunter Reigen an Geschehnissen, die der Autor in seinem Roman beschreibt und in dem so ziemlich alle Vorkommnisse thematisiert werden, die sich in derartigen Kreisen ereignen können. Am Ende stürzt am 1. August 1976 nachts kurz vor 5:00 Uhr auch noch die Reichsbrücke ein, woraufhin Simon spontan sein Café schließt.
Von wenigen Rückblenden abgesehen wird die Handlung in 39 Kapiteln chronologisch und intern fokalisiert erzählt. Dabei beweist sich der Autor als Meister darin, kleine und kleinste Ereignisse zu literarischen hoch zu stilisieren. Unbefriedigend bleibt vor allem, dass gerade hier, im größten Judenviertel Wiens, der Holocaust völlig unerwähnt bleibt. Meist ist es ereignisloser Klatsch und Tratsch, der hier erzählt wird, ein oberflächliches Gerede ohne Belang, als ereignislose Banalitäten zum Weiterdenken partout ungeeignet. Welche Intentionen der Autor mit seinen klischeehaften Milieu-Schilderungen letztendlich verfolgt, bleibt sein Geheimnis!
Bewertung
1/5
01.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein dahinplätschernder Roman
Ich habe mich sehr schwer getan diesen Roman zuende zu lesen. Das was andere an dem Roman loben, empfand ich fast schon als zäh. Eine Geschichte, die nur so dahin plätschert, ohne Höhepunkte ohne Spannungskurve. ich verschenke gerne Bürcher, aber dieses Buch gehört definitiv nicht dazu.
Christopher Bahn
Book Circle Community
5/5
17.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
In den Ecken von Wien
Ein unheimlich sanfter, ruhiger Roman über einen Mann, der in einem armen Viertel von Wien ein Kaffeehaus betreibt. Die Geschichten seiner Kunden und seine eigenen Erfahrungen sind Gegenstand des Buches. Eine sehr schöne Sprache und ein unaufdringlicher Erzählfluss runden das Werk ab. Sehr empfehlenswert.
B.V.
aus Berlin
5/5
27.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend
Robert Seethalers Roman: Das Café ohne Namen ist eine berührende Geschichte über Hoffnung und Aufbruch, über Liebe und Sehnsucht und über das Alltägliche im Leben. Simon eröffnet ein Café in Wien ohne groß darüber nachzudenken. Er gibt den Menschen in der schweren Nachkriegszeit ein Zuhause, einen Ort der Begegnung. Er gibt den gescheiterten Existenzen eine Zuflucht. Er ist ein bescheidener Mensch und doch so voller Tatendrang. Man liest sich bis spät Abends in die Atmosphäre des verräucherten Cafés ein und schaut mit einem leicht kritischen Blick auf die Gäste, ist dabei bei intimen oder belanglosen Gesprächen. Man sitzt im Prinzip mit am Tisch und hört den Besuchern zu, beobachtet die Menschen und ganz sachte ist man verstrickt mit jedem einzelnen Schicksal. Man wünscht dem Simon Glück und hofft bis zum Schluss, dass auch er die Liebe findet.
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5/5
01.01.2025
eBook (ePUB 3)
Schöner Wohlfühl-Roman für Zwischendurch
Wien in den 1960er Jahren. Die Hauptperson Robert Simon entschließt sich mit seinen Gelegenheitsjobs auf dem Markt aufzuhören und sein eigenes Café zu eröffnen. Er erlebt mit diesem Café gute und auch schwierige Zeiten. Man lernt seine Besucher kennen, die alle ihre persönlichen Geschichten mitbringen.
Mir waren die Charaktere in diesem Buch alle sehr sympathisch. So mancher findet sich bestimmt selbst in den Geschichten und Problemen der Besucher wieder.
Für mich ein schöner Wohlfühl-Roman, den ich bestimmt irgendwann noch einmal lesen werde. Ein gutes Buch für Menschen, die gerne ruhige Bücher mit etwas Tiefgang Lesen.
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5/5
28.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie ein Spaziergang im lauen Frühlingswind...
Wie ein Spaziergang im lauen Frühlingswind entlang der Donau. Gemächlich & ohne reißerische Wendungen. Absolut genial porträtiert Seethaler hier die kuriosesten Gäste & ermöglicht unaufdringlich Einblick in deren Leben. 60er Jahre Flair trifft auf zynische Tragik & Leichtigkeit.
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5/5
13.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Man trifft im Café ohne Namen...
Man trifft im Café ohne Namen im Wien der 60 er Jahre so viele unterschiedliche Menschen und Charaktere, die Robert Seethaler ganz wundervoll porträtiert. Es sind Gäste aus der Nachbarschaft, die einfachen Bürger Wiens. Es ist ein atmosphärisches Buch mit Tiefgang.
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5/5
14.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
So herrlich unaufgeregt
Ich mag Robert Seethaler. Es sind immer wieder schöne Geschichten, die er schreibt; unaufgeregt, und dennoch fesselnd. Ihm gelingt es in seinen Büchern, interessante Charaktere herauszuarbeiten, mit denen man sich wunderbar solidarisieren kann. Sei es mit dem Cafébesitzer aus Leidenschaft, dem alternden Ringer oder anderen Charakteren, die im Kosmos des Cafés leben.
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5/5
29.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Café für alle
Wien in in den 60er Jahren. Der Krieg ist vorbei und so langsam gibt es im ganzen Land einen Aufschwung. Robert Simon, ein bescheidener Gelegenheitsarbeiter, der sein Geld auf dem Karmelitermarkt verdient, erfüllt sich seinen Traum und eröffnet das "Café ohne Namen", in dem alle Menschen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zusammenkommen. Ich bin lange um das Buch herumgeschlichen, sah es doch eher nach schwerer Literatur aus, zumal ich noch nie ein Buch von Robert Seethaler gelesen hatte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass mich das Buch durch seinen leichten Schreibstil von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat und es definitiv nicht das letzte Buch von Seethaler bleiben wird.
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