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Thomas Mann Ein Leben | Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 | »Lest dieses Buch!« Daniel Kehlmann

10

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

23280

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.05.2025

Abbildungen

100

Verlag

dtv

Seitenzahl

592

Maße (L/B/H)

21,6/15,5/5,6 cm

Gewicht

910 g

Farbe

Weiß / Kaffee

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28445-5

Beschreibung

Rezension

Wer nur ein einziges Buch über Thomas Mann lesen möchte, sollte dieses auswählen. Wer kein Buch über Thomas Mann lesen möchte, sollte seine Entscheidung überdenken und das Gleiche tun. Lahmes Werk ist eine der packendsten Künstlerbiografien überhaupt, eine grandiose Lebenserzählung. ("Die Zeit")
Warum die Liebe bei Thomas Mann in Tragik, Untergang und Tod mündet – Tilmann Lahme bringt es in seinem exzellenten Buch auf den biografischen Punkt: Ein Liebender, der nicht lieben darf. ("ARD, ttt")
Keine unnötige Verklärung, kein voyeuristisches Enthüllen, sondern ein Balanceakt zwischen Nähe und Distanz, zwischen Fakten und Deutung. Lahme zeichnet Mann als Schriftsteller, der sein Leben fast wie ein Kunstwerk komponierte – voller Masken, Spannungen und Momenten der Grösse. Es ist kein Denkmal, sondern eine lesenswerte Seelen- und Zeitgeschichte. ("Neue Zürcher Zeitung")
Eine glänzend geschriebene Biografie mit viel Stoff zum Lesen – und zum Überraschtsein. ("Hörzu")
Wie Thomas Manns seltsame und künstliche Art von Leben aussah (…) zeigt Tilmann Lahme mit einer Deutlichkeit, vor der andere Thomas-Mann-Biografen bisher zurückgeschreckt sind. Glänzend geschrieben. ("Welt am Sonntag")
Tilmann Lahmes Buch nimmt das große Seelendrama Thomas Manns, das unterdrückte, endlich, endlich ernst. ("Welt am Sonntag")
Enorm kenntnisreich und elegant. ("Frankfurter Neue Presse")
Indem Lahme seinen Fokus auf die prekäre Psyche legt, führt er uns das Allzumenschliche hinter der Jahrhundertikonevor Augen. … Mehr und mehr ergibt sich das intime Bild einer Persönlichkeit jenseits der schillernden Fassade eines Weltliteraten. … Mit dieser Biografie tritt eine ganz neue Modernität Manns hervor. ("Der Freitag")
Mit Tilmann Lahmes Biografie wird Thomas Mann nun ein Stück menschlicher und umso interessanter. ("SRF 2 Kultur")
Packend und klug … Der philologische Detektiv Tilmann Lahme gräbt Materialien aus, die alle bisherigen Biografien geflissentlich übersahen. Es ist beachtlich, was alles ignoriert bzw. zensiert wurde von den Herausgebern seiner Werke. … Tilmann Lahme holt Thomas Mann vom Sockel – und lässt ihn sich so zu echter Größe erheben. ("BR")

Produktdetails

Verkaufsrang

23280

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.05.2025

Abbildungen

100

Verlag

dtv

Seitenzahl

592

Maße (L/B/H)

21,6/15,5/5,6 cm

Gewicht

910 g

Farbe

Weiß / Kaffee

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-28445-5

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: GPSR Kontakt

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  • Bewertung

    aus Buchen

    5/5

    02.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Leidende

    Es gibt schon viele Thomas Mann-Biographien. Doch Tilmann Lahmes Buch zeichnet sich durch dessen guten Stil aus. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen. Als zentrales Element dient Lahme die Homosexualität von Thomas Mann und wie diese Unterdrückung sein Leben bestimmte. Besonders die Beschreibungen seiner Schulzeit bis zum jungen Mann wirkt sehr lebendig. Dabei dient als Vergleich sein Schulfreund Otto Grautoff. Tilmann Lahme zeichnet deren Freundschaft durch Analyse von einen unveröffentlichten Briefwechsel nach. Auch um die schwierige Beziehung zum großen Bruder Heinrich Mann geht es. Schließlich folgen die Katia-Kapitel. Besonders gelungen sind die Abschnitte über die Romane, wobei Lahme die Verbindung zwischen Text und Leben aufzeigt. Zahlreiche Fotos und Abbildungen durchziehen das Buch. Das Buch ist für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. Der Preis wäre eine gute Entscheidung.

  • Alrik Gerlach

    aus NordWestMecklenburg

    5/5

    21.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Genie und Abgrund – ein Leben auf der Rasierklinge

    Ich dachte ja, ich wüsste schon einiges über Thomas Mann – Buddenbrooks, Zauberberg, Schnauzer, Krawatte, bürgerliche Würde deluxe. Tja. Denkste. Tilmann Lahme hat mit dieser Biografie das literarische Porzellanservice einmal komplett vom Tisch gefegt und durch ein sehr viel spannenderes, menschlicheres ersetzt. Ich hab das Buch regelrecht gefressen – und zwar mit Wonne! Hier geht’s nicht nur um den Literaturgott, sondern auch um den Mann hinter der Maske: einer, der mit sich selbst mehr Ringen veranstaltet hat als jeder griechische Halbgott in der Antike. Lahme serviert keine trockene Kost, sondern ein prall gefülltes Buffet aus privaten Abgründen, schrägen Familienkonstellationen und einer inneren Zerrissenheit, die fast schon romantisch ist – wenn sie nicht so weh tun würde. Ich meine: Mann liebt Männer, aber darf nicht. Mann heiratet Katia, hat sechs Kinder (sechs!!), schreibt Weltliteratur im Halbschlaf, flüchtet vor Hitler, wird im Weißen Haus empfangen – und ist trotzdem nie wirklich angekommen. Diese Mischung aus Genie und tragischem Held liest sich wie ein Roman, nur dass alles wahr ist. Und Lahme kriegt das Kunststück hin, das alles weder anbiedernd noch akademisch trocken zu erzählen. Stattdessen haut er einem mit feiner Klinge die Wahrheit um die Ohren. Besonders cool fand ich die Einblicke in die unveröffentlichten Briefe und Tagebuchstellen – da geht's wirklich ans Eingemachte. Und dann noch Susan Sontag aus dem Off – das ist wie Bonusmaterial bei einem richtig guten Film. Was bleibt? Ich hab Thomas Mann nach diesem Buch mehr verstanden, mehr bewundert und auch mehr bemitleidet. Ein Mensch aus Widersprüchen, Sehnsüchten, Anstand und Schmerz. Fazit: Diese Biografie ist wie Thomas Manns literarisches Innenleben auf Speed – klug, schräg, herzzerreißend und mit einem überraschend hohen Unterhaltungswert. Lahme hat nicht nur recherchiert, er hat gegraben. Und gefunden. Ich bin begeistert. Fünf Sterne – ohne Wenn und Aber.

  • Bewertung

    aus Bamberg

    5/5

    13.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    »Es kenne mich die Welt«

    »Es kenne mich die Welt nicht nur in dem, was ich als Literarisches geleistet habe, sondern in meinem Leid und in meinem Kampf.« Was Hermann Kurzke bereits vor über 25 Jahren angerissen, wird von Tilmann Lahme mehr in den Fokus gerückt, gar zur Hauptthematik des Buchs – Thomas Manns Homosexualität. Doch war er ein Homosexueller, ein bisexueller Mann oder doch heterosexuell mit den in der Forschung sog. beschönigten „homoerotischen Neigungen“? Laut Tilmann Lahme war er eindeutig homosexuell und das belegt seine Argumentation an bisher unveröffentlichten Briefen mit seinem Schulfreund Otto Grautoff, zensierten Tagebucheinträgen, die bewusst (!) zurückgehalten wurden und deutlichen Hinweisen in seinen Werken. All das lässt kaum Zweifel offen und trotzdem erregt dieses Buch großen Unmut. Warum will man Thomas Mann nicht als Homosexuellen sehen? Thomas Mann selbst sprach oft von seinen fünf großen Lieben, alles junge Männer, darunter nicht mal seine Frau. Noch dazu wollte er selbst, dass seine Tagebücher veröffentlicht und er als derjenige erkannt werde, der er wirklich war und nicht nur vorgab zu sein. Frühe „wissenschaftliche“ Lektüren, wie die „Psychopathia sexualis“ von Richard Krafft-Ebing, die Homosexualität im harmlosesten Fall als Perversion schildert, hat ihn zeitlebens sehr beeinflusst und animiert gegen seine Sexualität vorzugehen, worauf der Autor detailliert eingeht. Anders wie bei sonstigen Biografien über Mann nehmen seine frühen Jahre bis zur Ehe im Jahr 1905 die Hälfte des Buchumfangs ein. Zudem ist die Biografie unterhaltend geschrieben und regt zum Nachdenken an. Nachdem diese Biografie Thomas Mann erstmals als Homosexuellen schildert, der sein Leben grandios als ein heterosexuelles inszeniert hat, wäre als Nächstes ein neuer Blick auf die Ehe mit Katia – mit der er sich selbst eine „Verfassung“ gegeben hat – interessant. Und was hat überhaupt Susan Sontag mit Thomas Mann zu tun? In diesem Buch erfährt man so viel über Thomas Mann und ich gebe Daniel Kehlmann recht: „Wer nur ein einziges Buch über Thomas Mann lesen möchte, sollte dieses auswählen.“

  • Manfred Orlick

    aus Halle (Saale)

    5/5

    13.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Neuer Blick auf Leben und Wirken von Thomas Mann

    Zum diesjährigen Thomas Mann-Doppeljubiläum (150. Geburtstag und 70. Todestag) hat der Literaturhistoriker und Autor Tilmann Lahme eine umfangreiche Thomas Mann-Biografie vorgelegt. Was in bisherigen Biografien häufig nur am Rande Beachtung fand, ist in Lahmes Biografie ein Hauptthema: Thomas Manns unausgelebte Homosexualität; dabei ist es kein Blick durch das Schlüsselloch und keine Demontage des Literaturnobelpreisträgers, sondern eine geduldige und detaillierte Rekonstruktion des zerrissenen Innenlebens von Thomas Mann. Lahme beruft sich auf bisher wenig beachtete Zeugnisse und Quellen, wie lange verschollene Briefe. Mit dieser neuen Herangehensweise ergeben sich auch neue Deutungen seines Werkes, denn all die unterdrückten Gefühle fanden Eingang in seine Werke. Neben diesem wichtigen Aspekt lässt Lahme aber auch den Jahrhundertschriftsteller lebendig werden. Mit einem anspruchsvollen Erzählstil, aber durchaus anschaulich, werden auch Thomas Manns Romane und Erzählungen vor dem biografischen Hintergrund vorgestellt. Mit dieser lesenswerten Biografie wird Thomas Mann vom Sockel geholt, er erhält eine menschliche Dimension und Größe. Eine empfehlenswerte Biografie über einen großen Dichter und doch eine widersprüchliche Persönlichkeit.

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    08.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein großartiges Buch!

    Lahme versteht es, den bestehenden Mann-Biographien eine entscheidende Facette hinzuzufügen: Der Rückgriff auf seine subjektiv-psychische Verfassung, von der seine Homosexualität sicher eine wichtige, aber nicht die einzige bedeutende Komponente war. Auch die Einbettung in sein komplexes Familiensystem ergeben interessante Einsichten in sein Leben und Werk. Ein journalistischer, packender Schreibstil machen das Buch zu einer spannenden Lektüre.

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von H. Jürgens

    H. Jürgens

    Thalia Düsseldorf – Königsallee

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schlüsselwerk über Thomas Mann

    Elektriker wissen: Wo viel Licht ist, herrscht auch viel Schatten. Unter dieser Binse steht auch das Leben von Thomas Mann. Tilmann Lahme legt den Fokus erfrischenderweise auf das - in der Mann-Rezeption eher stiefmütterlich behandelte - Privatleben. Dabei soll Mann nicht von seinem Sockel gestürzt werden, sein Fundament gerät dabei dennoch beträchtlich ins Wanken. Entsprechend wird weniger Manns literarisches Werk beleuchtet, sondern hauptsächlich sein Privatleben in den Blick genommen. Dabei wertet der Autor unterschlagene Briefe und Tagebuchpassagen aus, die vorgeblich wegen sog. "allerprivatesten Rücksichten" ausgelassen worden sind. Ernüchtert oder leicht gehässig - je nach persönlichem Verhältnis zu Thomas Mann - stellt man fest, dass dieser ein Heuchler vor dem Herren war. Thomas Mann ist zweifelsohne das Opfer einer homophoben Gesellschaft geworden, verhält sich dabei aber dennoch feige. In seinen Büchern geriert er sich als ironisch-distanzierter Romancier, der privat schrecklichen Leidensdruck gehabt haben muss. Insofern ist Mann definitiv eine tragische Figur. Lahme schildert Thomas Mann mit viel Empathie ohne über sein Verhalten zu urteilen. Dabei wird das Leben Thomas Manns behutsam in den historischen Kontext eingebettet. Die gar nicht mal so sublimierte Homosexualität Manns wird hier näher & eingehender beleuchtet. Dies war längst überfällig und wurde lange Zeit von der Forschung geflissentlich "übersehen". Der Schreibstil von Lahme ist luzide & fesselnd zugleich. Mit seiner glänzend geschriebenen und detailliert recherchierten Biographie, hat der Autor ein neues Standardwerk geschaffen. Zurecht ist Lahmes Werk für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Es bleibt zu hoffen, dass es siegreich hervorgehen wird. Verdient wäre es allemal.
  • Zum Bewerterprofil von Annika Bade

    Annika Bade

    Thalia Münster – Münster-Arkaden

    Buchhändler*in

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    5/5

    24.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tolle Erzählkunst!

    Wie soll man sich im großen Aufgebot an jüngst erschienenen Romanen und Biografien über Thomas Mann zurecht finden? Zum 150. Geburtstag erscheint einiges, so auch diese detaillierte und toll recherchierte Biografie von Tilmann Lahme. Er setzt den Fokus auf die versteckt gehaltene Homosexualität Manns und zieht dafür umfangreiches Recherchematerial zu Rate, insbesondere die privaten Briefwechsel zum Freund Otto Grautoff. Lahmes sehr unterhaltsamer Erzählstil schafft es, dass trotz der Detailfülle ein einprägsames Bild Manns und seiner ständigen inneren Zerissenheit entsteht. Ein Mann, der Zeit seines Lebens versucht, durch Disziplin und Kunst sein verstecktes Liebesleben in einem gesellschaftstauglichen Rahmen zu halten. Eine tolle Biografie vor allem für jene, die sich bisher weniger mit Thomas Mann beschäftigt haben und einen lebendigen und toll erzählten Einstieg schaffen möchten.
  • Zum Bewerterprofil von Sebastian Krieg

    Sebastian Krieg

    Thalia Kassel

    Buchhändler*in

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    4/5

    29.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr interssant

    Tilmann Lahmes Buch über Thomas Mann beschäftigt sich größtenteils mit dessen unterdrückter Homosexualität und liest das Werk des Nobelpreisträgers in ebendiese Richtung. In anderen biografischen Darstellungen und in Veröffentlichungen der Briefe Manns wurde oft gekürzt, ausgelassen, in der Hoffnung, die Quellen zu versiegen und Mann allenfalls zum Bisexuellen zu machen. Spannende neue Gedanken in einem tollen Buch! Einen Stern Abzug für die - im ein oder anderen Kapitel - etwas sprunghafte Ausführung. Obendrein bekommt man eines der Frühwerke Susan Sontags - einen ursprünglich 9-seitigen literaridchen Text - über einen Besuch in seinem Haus zu lesen.
  • Zum Bewerterprofil von Michael Hermanns

    Michael Hermanns

    Mayersche Aachen

    Buchhändler*in

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    2/5

    23.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ich bin enttäuscht!

    Fairerweise mag man sagen wollen, was man denn über Thomas Mann noch schreiben soll? Aber dieses Buch bietet leider so gar nichts neues. Dafür bietet es eine nicht nachvollziehbare Fixierung auf die ersten 30 Lebensjahre (sie decken die Hälfte des Textes ab), wo doch meiner Meinung nach die letzten 30 deutlich wichtiger und bedeutsamer waren. Diese Zeit gerät dann, wenig überraschend, sprunghaft und unzusammenhängend. Auch die quasi in jedem Kapitel thematisierte Homosexualität Manns, fand ich irgendwann ermüdend. Literatur kommt dagegen häufig zu kurz; viele Werke des "Zauberers" werden knapp abgehandelt. Kann das eine legitime Schwerpunktsetzung sein? Vielleicht irre ich mich ja. Nein, dieses Buch mag im Thomas-Mann-Jahr ein willkommener Geschenkartikel sein und es sicher noch unter den einen oder anderen Weihnachtsbaum schaffen, aber ein Standardwerk wie die Biographien Kurzkes und Harpprechts wird es nicht. Schade.
  • Zum Bewerterprofil von Jan Scheller

    Jan Scheller

    Thalia Leipzig – Grimmaische Straße

    Buchhändler*in

    4/5

    26.05.2025

    eBook (ePUB 3)

    Innenporträt

    Der Name des Autors, dazu eine hymnische Rezension von Edo Reents – meine Erwartungen an diese Biografie waren hoch. Und tatsächlich destilliert Tilmann Lahme aus der inzwischen unüberschaubaren Fülle an Quellen und Literatur ein schlüssiges, lebensvolles, vortrefflich zu lesendes Porträt. Ebenso entschlossen wie umsichtig ergründet er dabei Thomas Manns Umgang mit seiner Homosexualität und schildert einen lebenslangen Spagat zwischen öffentlicher Inszenierung und geheimem Leiden. Pointiert setzt das Buch eigene Akzente, holt den Jahrhundertschriftsteller gleichsam vom Sockel, um dem Menschen Thomas Mann näher zu kommen. Das gelingt über weite Strecken, wirkt aber gegen Ende zunehmend willkürlich und summarisch. Ein Missklang in einer Lebensbeschreibung, die den „geopferten Freund“ Otto Grautoff so beherzt gegen Pauschalurteile verteidigt.

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