Eine abenteuerliche Zeitreise in die eigene Familiengeschichte
>Bibliothek der Geheimnisse<, ein uraltes mächtiges Gebäude, in dem die Bücher zwar nicht ausgeliehen werden können, aber Portale sind zu großen Abenteuern - auch ins eigene Leben. Dally taucht tief ein in die Geheimnisse ihrer eigenen Familiengeschichte, geht mit ihren Piraten-Vorfahren im 19. Jahrhundert auf Kaperfahrt, wird aber auch Zeugin, wie ihre Familie Diskriminierung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erdulden muss. So lernt sie ihren Großvater, aber auch ihren Vater und die scheinbar so unnahbare Mutter neu und besser kennen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
coala
aus Hamburg
5/5
13.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnde Erkundung von Familie und Identität
In Die Bibliothek der verborgenen Erinnerungen von Kekla Magoon wird die elfjährige Dally nach dem Tod ihres geliebten Großvaters auf eine außergewöhnliche Reise geschickt. Eine hinterlassene geheime Nachricht und eine mysteriöse Karte führen sie zur Bibliothek der Geheimnisse, einem uralten Gebäude, in dem Bücher als Portale zu Abenteuern und persönlichen Einsichten dienen.
Der Roman beeindruckt durch seine tiefgründige Erzählweise und die gute Verknüpfung von Abenteuer und Selbstfindung. Die Protagonistin Dally führt die Leser dabei auf eine Reise, die nicht nur die Geheimnisse ihrer Familie enthüllt, sondern auch universelle Themen wie Rassismus und persönliche Identität anspricht. Die Autorin schafft es, komplexe historische Ereignisse mit einer packenden Handlung zu verbinden, die sowohl junge als auch erwachsene Leser anspricht. Die Charaktere sind authentisch und vielschichtig dargestellt, was es leicht macht, eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Besonders beeindruckend ist Magoons Fähigkeit, schwierige Themen mit Sensibilität und Tiefe zu behandeln, ohne dabei die Spannung der Geschichte zu mindern. Die bildhafte Sprache und die lebendigen Beschreibungen lassen die Welt von Dally vor dem inneren Auge lebendig werden und regen zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte und Identität an.
Insgesamt ein bemerkenswertes Werk, das durch seine Mischung aus Abenteuer, Geschichte und tiefgründigen Themen besticht. Es lädt dazu ein, über die Bedeutung von Erinnerungen und die Suche nach dem eigenen Selbst nachzudenken.
Bewertung
4/5
10.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannende Zeitreisegeschichte
Die 11jährige Dally hat es nicht leicht. Nicht nur stammt sie aus der reichsten Familie der Stadt, sondern muss es auch hinnehmen, dass ihr Tag von ihrer ehrgeizigen und unterkühlt wirkenden Mutter durchgetaktet wird, die ihr nur eine knappe Stunde Freizeit am Tag gewährt. Üblicherweise verbrachte Dally diese Stunde mit ihrem geliebten Großvater, der nun aber vor ein paar Monaten gestorben ist. Als Dally eine Karte findet, die ihr Opa ihr hinterlassen hat, macht sie sich heimlich auf den Weg und entdeckt am Ziel eine besondere Bibliothek, in der man sie schon erwartet hat – wenngleich auch nicht so früh – und in der sie bei jedem Besuch ein Buch aus dem Regal nehmen darf, das ihr ein Geheimnis aus ihrer Familie oder deren Umfeld verrät. Und so taucht Dally nun heimlich nahezu täglich in Geschichten aus der nahen oder gar fernen Vergangenheit ein und erfährt so zum Beispiel Unbekanntes aus dem Leben ihrer Eltern und ihres Großvaters.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obgleich ich mir vorstellen kann, dass jüngere Kinder mit den ständigen Zeiten- oder gar Epochenwechseln Schwierigkeiten haben. Beim Lesen hat man dann vielleicht das Gefühl, dass man durch die vielen Verbindungen und Zusammenhänge etwas verwirrt wird. Deshalb vielleicht eher ein Buch für geübte Leser.
Bewertung
aus Moosburg
4/5
16.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine leichte Lektüre für die Zielgruppe
Als ihr geliebter Großvater stirbt, hinterlässt er seiner elfjährigen Enkelin Dally eine geheime Nachricht und eine Karte. Dally folgt dieser (natürlich) und entdeckt die ›Bibliothek der Geheimnisse‹, ein uraltes mächtiges Gebäude, in dem die Bücher zwar nicht ausgeliehen werden können, aber Portale sind zu großen Abenteuern – auch ins eigene Leben. Dally taucht tief ein in die Geheimnisse ihrer eigenen Familiengeschichte, geht mit ihren Piraten-Vorfahren im 19. Jahrhundert auf Kaperfahrt, wird aber auch Zeugin, wie ihre Familie Diskriminierung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erdulden muss. So lernt sie ihren Großvater, aber auch ihren Vater und die scheinbar so unnahbare Mutter neu und besser kennen. (Klappentext)
So ganz überzeugen konnte mich das Buch nicht, wenn ich ehrlich bin., Der Ansatz ist zwar gut, aber die Umsetzung, gerade für die Zielgruppe finde ich nicht immer so gelungen. Die Handlung ist nachvollziehbar, geht in die Tiefe, ist aber auch an manchen Stellen etwas vorhersehbar. Die verschiedenen Botschaften kommen zwar an, sind aber nicht immer auf den ersten Blick verständlich. Die verschiedenen Emotionen sind erlebbar und man taucht ein in eine komplexe Familiengeschichte. Stellenweise macht das Buch nachdenklich. Die verschiedenen Charaktere, egal ob sympathisch oder nicht, sind gut beschrieben und auch real vorstellstellbar. Der Schreibstil ist gut lesbar und es wird auch nicht langweilig. Ein Buch welches zum Nachdenken anregt und vielleicht bei manchen Lesern Redebedarf bestehen wird.
SimoneF
3/5
24.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gute Idee, aber schwache Umsetzung
Delila „Dally“ Peteharrington ist 11 Jahre alt, POC und Tochter einer wohlhabenden Unternehmerfamilie in South Carolina. Ihr Vater ist bereits früh gestorben, und so lebt sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Großvater auf einem herrschaftlichen Anwesen. Während ihre Mutter eine gestrenge Geschäftsfrau ist, die Dally mit Privatstunden in Wirtschaftslehre und einem straffen Tagesplan zu Disziplin erziehen will, damit sie später das Unternehmen leiten kann, erlebt sie mit ihrem lebensfrohen Großvater Abenteuer und schöne Stunden. Als ihr Großvater stirbt, hinterlässt er ihr eine Schatzkarte, die Dally zu einer magischen Bibliothek führt. Die Bücher dort ermöglichen den Besucher:innen Zeitreisen zu Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit oder der Vergangenheit eines Familienangehörigen bzw. Vorfahren. Auf diese Weise begegnet Dally ihren jungen Eltern, segelt mit Urahnen auf einem Piratenschiff und erlebt Diskriminierung von POC.
Ich habe das Buch zusammen mit meinem Sohn (11) gelesen. Die Idee hinter dem Buch, durch Zeitreisen sich selbst, seine Familie und die Familiengeschichte besser zu verstehen, hat uns sehr gut gefallen. Leider empfanden wir die Umsetzung als weniger gelungen. Das erste Drittel des Buches zieht sich, und die ersten Zeitreisen sind eher langweilig, so dass die Gefahr besteht, dass die jungen Leser:innen die Lust verlieren und abbrechen. Erst mit der Fahrt auf dem Piratenschiff kommt etwas Abenteuer in die Geschichte, doch wirklich spannend wird es nicht.
Die Beispiele, anhand derer die Autorin Kekla Magoon die Diskriminierung Schwarzer Menschen zeigen möchte, fand ich für die Altersgruppe nicht gut gewählt. Ich hatte erwartet, dass eine Zeitreise auf eine Baumwollplantage führen würde oder Dally in den 50er und 60er Jahren Zeugin von Segregation im öffentlichen Nahverkehr, den Schulen, Wohngegenden, Restaurants etc. werden würde. Stattdessen wurde hauptsächlich über Rassismus gesprochen, aber keine konkrete Situation kreiert, in der eine Figur eine rassistische Erfahrung macht. Letzteres wäre für Kinder besser nachzuvollziehen.
Als sehr problematisch empfand ich, dass im Buch immer wieder das N-Wort verwendet wird. In der jeweiligen Erzählzeit wurde dieses Wort zwar im Alltag noch benutzt, dennoch sehe ich es kritisch, wenn es in einem Kinderbuch ohne weitere Erläuterung Verwendung findet. Erklärende Fußnoten oder eine Vorbemerkung bzw. ein Nachwort hätte ich mindestens erwartet, um die Kinder hier zu sensibilisieren.
Sehr konstruiert und zu bemüht wirken die erzählerischen Klimmzüge, die die Autorin macht, um auch noch LGBTQIA+-Themen unterzubringen wie Homosexualität, Transgender und Dritte Pronomen. Das erschien doch sehr aufgesetzt und mein Sohn wusste damit auch noch nichts anzufangen.
Positiv bewertet hat mein Sohn, dass das Buch immer wieder reale Alltagssituationen enthält, was er als angenehme Abwechslung zu vielen aktuellen Kinderbüchern empfand, die in einer reinen Abenteuer-Fantasywelt spielen.
Insgesamt wirkte das gesamte Buch sehr bemüht und etwas hölzern, die Geschichte kommt nicht richtig in Schwung und die Figuren bleiben blass. Das im Verhältnis zum langatmigen Beginn eher abrupte Ende empfand ich als recht unbefriedigend, zumal es zu einem Logikproblem im Zeitreisekontext führt.
A.Basan
aus Garbsen
3/5
15.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht gänzlich überzeugend
So richtig überzeugt hat mich dieses Buch nicht. Die Grundidee fand ich zwar gut. Aber im Laufe der Geschichte werden die Zeitstränge zu verwirrend.
Dally, die unter ihrer distanzierten und kühlen Mutter leidet, will aus ihrem durchgetakteten und vorbestimmten Leben ausbrechen. Doch ihr Mutter erlaubt ihr nicht einmal die Teilnahme an einem schulischen Abenteuerclub. Für sie ist die Tochter eher eine Investition in die Zukunft. Da entdeckt Dally eine geheimnisvolle Bibliothek, zu der schon ihr vor Kurzem verstorbener Großvater Zugang hatte. Hier werden Bücher nicht gelesen, sondern man taucht förmlich in sie hinein. Dolly wird mit seit Generationen gehüteten Familiengeheimnissen konfrontiert. Sie sieht ihre Mutter und ihren Großvater plötzlich in einem anderen Licht und findet auch über sich selbst etwas heraus, das ihr ganzes Leben verändert.
Die Themen Einsamkeit und Rassismus werden gut veranschaulicht. Manche Szenen driften aber zu sehr in Richtung Seefahrerromantik ab. Man erhält zwischenzeitlich den Eindruck, als hätte die Autorin lieber ein ganz anderes Buch geschrieben. Weiterhin denke ich, dass das Springen in den verschiedenen Zeiten und das Ende der Geschichte zu verwirrend für junge Leser ist.
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4/5
16.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vermächtnis
Deliah, Dally möchten an allem festhalten, an ihren Erinnerungen, an Ritualen, aber vor allen an ihren geliebten Großvater. Sie möchte nicht noch mehr den Halt verlieren, sie musste schon ihren Großvater loslassen. Dann findet sie diese Karte, einen Brief von ihm. Alles weist ihr den Weg in die Bibliothek der geheimen Erinnerungen. Sie steigt ganz neu und angeahnt in die Geschichte ihrer Familie ein. Sie versteht die Strenge und Härte ihrer Mutter, sie lernt ihren Vater neu kennen. Es ist ein Abenteuer, ein ganz eindrucksvolles.
Kekla Magoon ist ein sehr emotionales und zugleich spannendes Buch für alle ab 10 Jahren gelungen.
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