Dezember 1952: Inspector Frank Grasbys Erfolgsquote lässt zu wünschen übrig. Als er bei einem Einsatz versehentlich zwanzig wertvollste Pferde in die Freiheit entlässt, ist seine Versetzung in das beschauliche Elderby besiegelt. Das Dorf liegt abseits jeglicher Zivilisation, und der Leiter der Polizeistation schläft tief und fest, als Grasby dort eintrifft. Doch so ereignislos es hier auch zuzugehen scheint, der erste Fall lässt nicht lang auf sich warten: Im nahe gelegenen Holly House, Sitz des örtlichen Adels, gab es einen Einbruchsversuch. Vor Ort stört eine ungewöhnliche Rauchentwicklung die Ermittlungen von Grasby und Polizeipraktikantin Deedee - und beim Griff in den Kaminschacht fällt dem Inspector prompt eine Leiche vor die Füße. Spätestens als kurz darauf auch der Mann der Dorfärztin tot aufgefunden wird und Grasby einen merkwürdigen Auftrag erhält, wird immer unklarer, wem man vertrauen kann. Inspector Grasby steckt in gehörigen Schwierigkeiten ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Julia
aus Rendsburg
5/5
17.10.2025
eBook (ePUB)
Mit seinem Kriminalroman "Der…
Mit seinem Kriminalroman "Der Tote im Kamin" hat Denzil Meyrick einen wunderbaren tiefgründigen und vielschichtigen Kriminalroman erschaffen. Der Schauplatz befindet sich in den North York Moors im verschlafenen Ort Elderby, in welchen Frank Grasby strafversetzt wird und eigentlich nur ein paar Diebstähle aufklären soll. Aber es kommt alles anders, als der 38-jährige jemals erwartet hätte. Er bekommt es mit dem Adel zu tun, muss mehrere Morde aufklären, ist bei einer mysteriösen älteren Frau untergebracht, die stets einen schwarzen Raben auf der Schulter trägt und behauptet, in die Zukunft sehen zu können. Um die Geschichte, die im Jahr 1952 spielt, besser einordnen zu können, muss man wissen, dass die meisten Männer zu der Zeit im Krieg gekämpft haben. Diejenigen, die überlebt haben, leiden noch an den Folgen, Verletzungen und Traumata des Krieges. Jede Menge geheime Bündnisse, Intrigen und Verschwörungen spielen immer noch eine Rolle. Die internationale Politik ist ein schmutziges Geschäft und auf beiden Seiten des Atlantiks herrscht eine schlechte Stimmung. Daraus resultierende Lebensmittelrationierungen, die auf die Stimmung der Bevölkerung drücken, gehören ebenfalls zum Hintergrund, welcher die Stimmung dieses Romans prägt. Es gibt Generationenkonflikte, der Adel spielt eine große Rolle sowie die religiöse Herkunft des jungen Inspektors. Sein Vater und Großvater, die beide die Religion und Kirche zu ihrem Lebensinhalt gemacht und Frank in dem Sinne erzogen haben. Denzil Meyrick ist es hervorragend gelungen, dies nicht nur in eindrücklicher Weise zu beschreiben, sondern auch das Gefühl der damaligen Zeit in die Geschichte aufzunehmen und sehr gut zu transportieren. Die Charaktere sind ebenfalls so eindringlich und passend charakterisiert. Wenn es darum geht, nicht nur die intelligente Vorgehensweise von Frank Grasby darzustellen, sondern auch den Konflikt, den er mit seinem Vater austrägt. Er fühlt sich verloren und in seiner Freizeit trinkt er gern ein Glas zu viel, raucht, beteiligt sich an Pferdewetten, ist ein Bonvivant, liebt die Frauen und konnte bisher noch keine halten. Trotzdem ist der Zwiespalt zu spüren, wenn es für ihn darum geht, dass seinem Vater etwas passieren könnte. Er hat eine tiefsitzende, bedrohliche Angst vor Verlust, gemischt mit Trauer und Schuldgefühlen. Sein Vater ist sehr fromm und hat nie verstanden, dass Frank nicht ebenfalls Pfarrer werden wollte. Er ist dem Trinken ebenso zugeneigt und schafft es nicht, seinem Sohn das Gefühl zu vermitteln, dass er ihn liebt. Dass er ihn liebt, zeigt sich im Laufe der Geschichte. Die Mutter von Frank ist bereits gestorben und so hat er nur noch seinen Vater - und dieser nur noch seinen Sohn. Die junge Deedee sorgt ebenfalls für Verwirrung. Sie wirkt clever, weiß recht viel, kommt aus Amerika und macht in Elderby ein Praktikum. Die junge Dame ist keinesfalls naiv und für Frank eine große Unterstützung. Es spielen sehr viele Protagonisten eine Rolle und die Schwierigkeit ist, zu erkennen, wer hier in der Geschichte zu den Gutmenschen gehört und wer nur so tut als ob. Für die Leserschaft gestaltet sich das sehr spannend. Für die aktiven Protagonisten ist es eine Herausforderung, was den Lese Spaß noch mehr erhöht und die Spannung immer wieder auf ein Neues auflodern lässt. Bald stellt dann auch der Leser fest, dass es einen Grund gibt, warum all diese Menschen sterben mussten. Dies hat der Autor so gekonnt eingebaut, dass immer neue Erkenntnisse ans Licht kommen und dabei auch einige katastrophale Wendungen eingebaut. "Der Tote im Kamin" spielt im Winter und so kommt es oft vor, dass es schneit, die Wege glatt und schneebedeckt sind und mit Schnee gefüllte Wolken über die Ortschaft schweben. Kalte, frostige Tage, an denen alles frisch und wie neu erschaffen wirkt, die kalte Luft, die nach Schnee und hart gefrorener Erde riecht, die Wintersonne, die nicht mehr wärmt und krächzende Raben in den Bäumen sorgen für das passende Stimmungsbild. Fazit: Dieser Kriminalroman ist sehr intelligent, raffiniert und gehört zu den Highlights in diesem Herbst. Ein Wehmutstropfen dabei ist jedoch, dass der Autor leider am 14. Februar 2025 verstorben ist.
Leseigel
aus Villingen
5/5
03.10.2025
eBook (ePUB)
Spannender , englischer Krimi…
Spannender , englischer Krimi mit überraschenden Ende Mich hat schon der Titel neugierig gemacht. Da hatte ich sofort Bilder von alten Herrenhäusern und Teegesellschaften im Kopf. Und dann noch ein Inspector, der strafversetzt wird, weil er Pferde entkommen ließ . Da bedarf es keiner weiteren Überlegung , den Krimi in die Hand zu nehmen. Die Geschichte bietet alles, was ich von einem gelungenen englischen Cosy Crime erwarte. Da ist ein kleines Dorf voller skurriler Bewohner. Hier nimmt für mich Hetty Gaunt, die Pensionswirtin unseres Inspectors Frank Grasby , den ersten Platz meiner Hitliste ein. Ihr ständiger Begleiter ist ein Rabe und sie hat Visionen. Dann gibt es ein sehr unsympathisches adliges Ehepaar und ein paar Constables , die mehr durch ihre Eigenheiten auffallen als durch ihr berufliches Können. Wer mir sehr ans Herz gewachsen ist, ist Grasbys Vater, ein pensionierter Geistlicher mit Hang zu alkoholischen Getränken. Mit unserer Hauptperson Inspector Grasby habe ich mich zu Beginn etwas schwer getan. Seine Vorgeschichte ließ mich an seinen beruflichen Fähigkeiten zweifeln. Zu Unrecht wie ich im verlaufe der Ermittlungen zu meiner Freude feststellen durfte. Er erzählt die Ereignisse selbst und so hatte ich tiefe Einblicke in seine Überlegungen zu m Fall, aber auch vielen anderen Dingen. Es war nicht immer einfach seinen etwas sprunghaften Gedankengängen zu folgen, die oft ungewöhnliche Wege gingen. Er war auf jeden Fall immer für eine Überraschung gut und wurde nicht nur einmal mit dem Tode bedroht. Der Fall selbst scheint zu Beginn harmloser Natur, nimmt dann schnell Fahrt auf und entwickelt sich zu einem Komplott , das ich so nicht erwartet habe. Die Verdächtigen und Motive sind zahlreich und bieten reichlich Gelegenheit zu Spekulationen. Wie dann alles zusammenhängt und wer die wirklichen Übeltäter sind, ergibt sich erst am Ende und hatte für mich einige Überraschungen parat. Ich habe den Krimi mit viel Vergnügen gelesen und fand ihn absolut spannend
ancla_books4life
aus Schwerte
5/5
22.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein weiterer Grund, warum historische Krimis für mich unschlagbar sind!
**** Mein Eindruck ****
Historische Krimis besitzen für mich immer eine ganz eigene, beinahe magische Atmosphäre. Für mich ergänzen sich diese beiden Genres perfekt und dieses Buch hat mir das erneut eindrucksvoll bewiesen. Der Schreibstil von Meyrick ist äußerst stimmig. Er ist klar erzählerisch, zugleich aber feinfühlig in der Dialogführung. Die Figuren fühlten sich lebendig an und ich hatte als Leserin das Gefühl, ihnen auf ihren Wegen zu folgen und mitten durch ihre Welt zu gehen.
Die Geschichte nimmt sich Zeit, einfach zu erzählen. Sie ist nicht ausschließlich auf das Ziel fixiert, sondern erlaubt es sich, in Freundschaften, Alltagsmomente und zeitgeschichtliche Entwicklungen einzutauchen, ohne dabei den eigentlichen Kern aus den Augen zu verlieren. Die Mordermittlung empfand ich als angenehm ruhig und dennoch spannend. Das Erzähltempo ist bewusst gewählt und passt hervorragend zur Geschichte. Die weihnachtliche Atmosphäre sorgt für eine behagliche Grundstimmung, ohne dass sich alles ausschließlich um die Jahreszeit dreht.
Täuschen lassen sollte man sich davon allerdings nicht. Die Handlung spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, der Kalte Krieg ist bereits in vollem Gange und Entbehrungen sowie Misstrauen prägen weiterhin den Alltag. Genau diese Umstände machen den Fall komplexer, durchzogen von falschen Spielen, verdeckten Motiven und unterschwelliger Spannung. Der Ermittler steht vor zahlreichen Herausforderungen und erweist sich dabei als ausgesprochen sympathischer Protagonist, dem man gern weiter folgt.
**** Empfehlung? ****
Dieser historische Krimi überzeugt durch Atmosphäre, Figurenzeichnung und ein ruhiges, aber wirkungsvolles Spannungsniveau. Wer entschleunigte Ermittlungen mit historischem Tiefgang schätzt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Evaki
5/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannende Vorweihnachtszeit im verschneiten Yorshire
Wir befinden uns im Jahr 1952 im verschneiten Yorkshire und begleiten Inspector Frank Grasby in das verschlafene Elderby. Alles spielt kurz vor Weihnachten und ist weiß überzuckert, könnte also zusammen mit Creamtea eine wirklich romantische Geschichte werden. Tatsächlich trifft Frank allerdings auf so viele unerwartete mysteriöse Vorfälle, daß man auch als Leser kaum zu Atem kommt. Eine kleine Romantik könnte sich mit der jungen Praktikantin im Polizeirevier, Mrs. Daisy Dean, oder liebevoll Deedee ergeben, mit der, der Inspektor in der gleichen Pension wohnt. Wer denkt, das sich das Buch zu einer "Schnulze" entwickelt, der liegt weit daneben. Der Roman ist tatsächlich super spannend und noch dazu politisch aktuell! Mehr will ich gar nicht verraten!
Bewertung
aus Bad Säckingen
5/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Außergewöhnlich, mit viel schwarzem Humor
Ich liebe English Crime und diese Reihe um Inspektor Frank Grasby, den Pfarrersohn mit der Vorliebe für Pferdewetten, macht richtig gute Laune.
Bei seinen Vorgesetzten ist Grasby in Ungnade gefallen und er wird deswegen in das verschlafene Dörfchen Elderby versetzt. Was ihn aber dort erwartet ist ungeheuerlich und hier jagt eine Überraschung die Nächste.
Grasby ist eine Art Anti-Held, den ich aber trotzdem ins Herz schließen muss. „Aufsässige junge Kollegen kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Vor allem nicht, wenn sie im Recht sind.“
Als Sohn eines Pfarrers hat Grasby gelernt: „Das kennt man von den Geistlichen. Nehmen jede Gelegenheit wahr, sich einen hinter die Binde zu kippen. Ob bei Hochzeit, Begräbnis oder Taufe - der Pfarrer wird gewiss einen sitzen haben und selig in die Runde lächeln.“
Der trockene, ziemlich schwarze Humor zieht sich durch das ganze Buch und Elderby wimmelt geradezu vor kuriosen Gestalten. Nichts ist wie es scheint und ich habe absolut keine Ahnung, was mich auf den nächsten Seiten erwartet, herrlich.
Der titelgebende Tote im Kamin bleibt nicht die einzige Leiche und auch Grasby muss ziemlich viel einstecken.
Was für eine geniale Neuentdeckung, hiervon würde ich gerne noch mehr lesen.
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5/5
12.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbarer Antiheld
Strafversetzt ins verschneite Yorkshire ermittelt Inspector Grasby nicht nur in einem Einbruch in herrschaftlichem Hause, sondern stolpert unglücklicherweise dort auch über eine Leiche im Kamin, aber im Nachkriegsengland sind auch andere Kräfte involviert, die ihm das Leben wirklich schwer machen. Unerschrocken stellt er sich Geheimdienst und örtlichen Netzwerken in den Weg, fesselnd, angenehm bedrohlich und sehr unterhaltsam!
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5/5
11.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
britischer Antiheld mit einer Begabung für Probleme ;-)
Ein Pfarrerssohn, der lieber zur Polizei ging, ein verschlafenes(?) Dörfchen in den 50ern und jede Menge Zwischenfälle, mal tödlich, mal grade so nicht -
dieser etwas schwarzhumorige Fast-Weihnachtskrimi macht Laune.
Den jungen Frank Grasby, Unglücksrabe und Di in einer Person, möchte man zwar manchmal etwas Durchschütteln ob seiner Dusseligkeit , andererseits passieren in dem verschneiten Elderby, wohin Frank strafversetzt wurde, so viele hanebüchene Dinge, das man selber vielleicht auch überfordert gewesen wäre.
Mit etlichen Wendungen und viel britischem Flair der Beginn einer neuen Krimi-Reihe -
mir hat dieser Einstieg durchaus gefallen!
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5/5
28.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Meine Güte, der Weihnachtsmann hat es aber dieses Jahr gründlich vermasselt.“
Sie sind auf der Suche nach einem Krimi für die Vorweihnachtszeit? Ein bisschen cosy solle es sein, aber trotzdem spannend? Sie mögen es schwarzhumorig und britisch?
Dann habe ich hier etwas für Sie.
Als der in Ungnade gefallene Inspektor Frank Grasby aus York in das vermeintlich verschlafene Städtchen Elderby versetzt wird, um eine Reihe von Diebstählen aufzuklären, scheint seine größte Sorge der veraltete Dienstwagen und seine Unterhaltung über die nahenden Weihnachtsfeiertage zu sein.
Das ändert sich in dem Moment, als aus dem Kamin des örtlichen Lords eine Leiche poltert. Es wird nicht die letzte bleiben und auch unser Inspektor muss so einiges einstecken, bis diese Geschichte aufgelöst wird.
„Der Tote im Kamin“ hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Grasby ist kein übermäßig cleverer Ermittler, der jedoch die nötige Hartnäckigkeit mitbringt, uns durch die zahlreichen Plot-Twists zu manövrieren.
Spannender Unterhaltung vor (!) Ihrem Kamin seht also nichts mehr im Wege.
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4/5
14.11.2025
eBook (ePUB)
Eigentlich ein kleines gemütliches Städtchen
aber in Elderby gehen merkwürdige Dinge vor sich. Das muss auch Frank erleben. Eigentlich ist er strafversetzt und soll eine ruhige Kugel schieben, aber dann überstürzen sich die Ereignisse und frank steckt mitten in einer nationalen Krise.
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4/5
25.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
England in den 50er Jahren...
Schwarzer Humor und britisches Landleben vom Feinsten - und das in der Vorweihnachtszeit!
Eine verzwickte Geschichte, ein unbequemer auch noch strafversetzter Inspector - alles ist anders als es scheint. Sehr gelungen.
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