Produktbild: Badjens. Roman

Badjens. Roman

Aus der Reihe welt bewegt
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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

52346

Erscheinungsdatum

17.09.2025

Verlag

Orlanda Verlag GmbH

Seitenzahl

150 (Printausgabe)

Dateigröße

676 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Astrid Bührle-Gallet

Sprache

Deutsch

EAN

9783949545801

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • nicht oder eingeschränkt barrierefrei

Verkaufsrang

52346

Erscheinungsdatum

17.09.2025

Verlag

Orlanda Verlag GmbH

Seitenzahl

150 (Printausgabe)

Dateigröße

676 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Astrid Bührle-Gallet

Sprache

Deutsch

EAN

9783949545801

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  • Daniela Heinen

    aus Sankt Augustin

    5/5

    08.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Berührender Roman

    Der Roman "Badjens" von Delphine Minoui ist ein überraschend kurzes Buch. Bei einem Buch mit unter 100 Seiten ertappe ich mich oft bei dem Vorurteil, dass darin eigentlich nicht genug Inhalt stecken kann. Doch dieser Roman hat mich eines Besseren belehrt. Es geht um ein sechzehnjähriges Mädchen im Iran, das im Buch unter dem Namen Badjens auftritt. Dies ist der Kosename, den ihre Mutter ihr gegeben hat. Sie wächst mit ihren Eltern und einem jüngeren Bruder auf und hat schon früh die Erfahrung gemacht, dass sie als Mädchen für ihren Vater nichts wert zu sein scheint. Die Mutter scheint das anders zu empfinden, ist aber durch ihre Rolle als Frau im Iran gezwungen, nicht gegen ihren Mann aufzubegehren. Badjens erlebt die Unruhen und Aufstände im Iran, verfolgt, wie Frauen und Mädchen anfangen, sich zu wehren und Widerstand zu leisten, und schließt sich schließlich dieser Revolution an. Wie es dazu kommt und was sie erlebt, lesen wir in diesem Roman. Mich hat die Geschichte sehr berührt. Nicht nur, weil ich eine Frau bin, sondern auch, weil ich Mutter bin. Einerseits habe ich Badjens für ihren Mut bewundert. Andererseits wollte mein Mutterherz sie beschützen und sie warnen, dass sie sich in Gefahr begibt. Es ist ein Roman, der mich bewegt und mitgenommen hat, der mich betroffen gemacht hat und sehr gut aufzeigt, was wir sonst nur über Social Media aus dem Iran mitbekommen. Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

  • Libro

    5/5

    14.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unterdrückung und Rebellion

    "Ich habe das Gefühl, mich für alles rechtfertigen zu müssen. Als ob ich gesündigt hätte. Als ob ich schuldig wäre. Und eigentlich bin ich ja wirklich schuldig. Eine Frau zu sein. Haare zu haben. Zu lachen. Zu sprechen. Zu denken. Zu singen. Zu tanzen. Leben zu wollen. Ich, die eigentlich gar nicht zur Welt kommen sollte. " Wir verfolgen den Lebensweg von Zahra, einer jungen Iranerin. Als bekannt wird, dass sie ein Mädchen ist, möchte ihr Großvater sie am liebsten abtreiben lassen und sieht nur davon ab, weil es zu teuer ist. Über ihre Geburt wird sich nicht gefreut, ihrer Mutter wird nicht gratuliert. Ein paar Jahre später wird ihr Bruder Mehdi geboren, dem zu Ehren ein riesiges Fest gefeiert wird. Schnell erkennt Badjens, wie Zahra von ihrer Mutter genannt wird, dass sie nichts wert ist. So wächst sie relativ unsichtbar auf in einer Welt, die ihr nur Regeln auferlegt, sie einengt und ihr weder Freiheiten noch eine eigene Meinung zugesteht. Nach außen hin spielt sie ihre Rolle, während es in ihr drinnen immer mehr brodelt, bis sie sich als 16-Jährige schließlich einer Demonstration anschließt und ihr Kopftuch verbrennt. Das Buch ist nicht sehr lang, schildert aber sehr eindrücklich den Alltag von Iranerinnen. Badjens erzählt in Rückblicken von ihrem Leben und lässt uns an ihrer Unterdrückung und ihrer wachsenden Wut teilhaben. Ihre Entwicklung und ihre Zerrissenheit zwischen der, die sie vorgibt zu sein, und der, die sie wirklich ist, wird gut nachempfindbar beschrieben. Die Sprache ist eher nüchtern und beschreibend, aber nicht emotionslos. Es wirkt, als würde Badjens uns sehr reflektiert ihre Lebensgeschichte erzählen und uns an ihren Gedanken teilhaben lassen. Besonders beeindruckt haben mich die Stärke und der Mut der Frauen, ihr Zusammenhalt und ihr Kampf für mehr Gleichberechtigung. Badjens' Geschichte ist zwar fiktiv, beruht aber auf Social Media Posts und Online-Interviews, die die Autorin durchgeführt hat, und spiegelt somit die Realität von Frauen im Iran wider. Trotz der Kürze wird dieses Buch noch einige Zeit in mir nachhallen.

  • CK

    aus Raum Stuttgart

    5/5

    13.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Fackel unserer Freiheit:…

    Die Fackel unserer Freiheit: Kraftvoller Roman Der kurze Debütroman „Badjens“ von Delphine Minoui versetzt uns vom ersten Moment an mitten ins Leben der 16jährigen Zahra, von ihrer Mutter liebevoll „Badjens“ genannt“. Wörtlich übersetzt bedeutet das „nicht akzeptabel“, aber im Alltagspersischen steh es auch für schelmisch oder aufmüpfig. Was meiner Meinung nach sehr gut zu dieser Romanheldin passt. Iran im Herbst 2022, hier beginnt der Roman, mitten in den Aufständen der Frauen, die sich nicht länger unters Kopftuch zwingen lassen wollen. „Frau, Leben, Freiheit“ ruft auch Zahra auf der Demonstration, wo sie in aller Öffentlichkeit ihr Kopftuch verbrennt. In Rückblenden erfahren wir von Zahras bisherigem Leben. Als Mädchen war sie nicht erwünscht, nur ihre Mutter liebt sie von Herzen. Ihr Großvater hätte sie am liebsten abteiben lassen. Ihr Vater ist sehr konservativ und streng. Ihr jüngerer Bruder hat viele Freiheiten, wird behandelt wie ein Prinz, während ihr Leben von Zwängen und Unfreiheit bestimmt ist. „Ich bin 16 Jahre alt. Kein Schrei dringt aus meinem Mund. Ich spreche aus diesem Körper, der mir nie gehört hat, zu mir selbst. Ich bin 16 Jahre alt. Ich wiege 47 Kilo und bin 1,59 Meter groß. Ich höre sie ‘Los, Mädchen!’ brüllen und muss wieder an den ersten Schrei denken: ‘Gott, es ist ein Mädchen!’ Dieser Schrei vor meiner Geburt. Der alles begründende Schrei. Ursprünglich. Der der Männer aus meiner Familie, die sich über Mamas Bauch drängten. Ich stelle mir vor, wie mein Vater, mein Großvater, seine Brüder und seine Cousins auf den Bildschirm starren, auf dem mein Fötus in 3D zu sehen ist. Die Geburtshelferin stammelt ‘Es tut mir leid’, ‘Es tut mir leid’, und sie sind so bestürzt, als wäre gerade eine Atombombe auf Schiras gefallen. Es war mein Vater gewesen, der auf den Ultraschall bestanden hatte. Er wollte sich die blaue Tapete an der Wand meines zukünftigen Zimmers und die hübsche Korbwiege sparen, falls es einen ‘Fehler’ geben sollte. So hat er mich lange genannt. Ich bin 16 Jahre alt, und ich spule alles im Schnelldurchlauf zurück. Die Flüche. Die Klagen. Die zugeschlagene Tür. Dieser Satz, ‘Es tut mir leid’, ‘Es tut mir leid’, wie eine Schallplatte mit Sprung. Maman hat mir diese Szene so oft erzählt, dass es mir vorkommt, als ob ich sie selbst ganz bewusst miterlebt hätte. Das Fruchtwasser im Mutterleib wirkt wie ein Resonanzkörper.“ Als Zahra älter wird, mit ihren Freundinnen tanzen will und sich zum ersten Mal verliebt, wächst auch ihr Wunsch nach Freiheit. Die Sprache von Delphine Minoui ist kraftvoll und intensiv und hatte mich sofort begeistert: „Ich bin ein Kind von Schiras. Ich bin die tot geborene Tochter eines Landes, das mich zum Gespenst gemacht hat. Ich verlange zu leben. Selbst wenn ich sterben muss, damit man mich sieht. Ich bekenne mich zu meinem Geschlecht, ob ‘bad’ oder ‘good’, das ist mir scheißegal! Ich fürchte mich nicht mehr vor meinem Schatten. Und auch nicht vor meinem Vater.“ Ein kurzer, aber sehr intensiver und kraftvoller Roman mit einer starken Protagonistin. „Mein ganzes Leben lang habe ich mir andere Leben für mich ausgedacht. Ich habe meine Schreie unterdrückt. Ich habe zugelassen, dass die der anderen allen Raum einnehmen. Mit all dem möchte ich Schluss machen. Den Tyrannen besiegen. Er soll mit unseren Kopftüchern fallen.“ Vielen Dank an den Orlanda Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

  • Bewertung

    5/5

    13.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Fackel unserer Freiheit: Kraftvoller Roman

    Der kurze Debütroman „Badjens“ von Delphine Minoui versetzt uns vom ersten Moment an mitten ins Leben der 16jährigen Zahra, von ihrer Mutter liebevoll „Badjens“ genannt“. Wörtlich übersetzt bedeutet das „nicht akzeptabel“, aber im Alltagspersischen steh es auch für schelmisch oder aufmüpfig. Was meiner Meinung nach sehr gut zu dieser Romanheldin passt. Iran im Herbst 2022, hier beginnt der Roman, mitten in den Aufständen der Frauen, die sich nicht länger unters Kopftuch zwingen lassen wollen. „Frau, Leben, Freiheit“ ruft auch Zahra auf der Demonstration, wo sie in aller Öffentlichkeit ihr Kopftuch verbrennt. In Rückblenden erfahren wir von Zahras bisherigem Leben. Als Mädchen war sie nicht erwünscht, nur ihre Mutter liebt sie von Herzen. Ihr Großvater hätte sie am liebsten abteiben lassen. Ihr Vater ist sehr konservativ und streng. Ihr jüngerer Bruder hat viele Freiheiten, wird behandelt wie ein Prinz, während ihr Leben von Zwängen und Unfreiheit bestimmt ist. „Ich bin 16 Jahre alt. Kein Schrei dringt aus meinem Mund. Ich spreche aus diesem Körper, der mir nie gehört hat, zu mir selbst. Ich bin 16 Jahre alt. Ich wiege 47 Kilo und bin 1,59 Meter groß. Ich höre sie ‘Los, Mädchen!’ brüllen und muss wieder an den ersten Schrei denken: ‘Gott, es ist ein Mädchen!’ Dieser Schrei vor meiner Geburt. Der alles begründende Schrei. Ursprünglich. Der der Männer aus meiner Familie, die sich über Mamas Bauch drängten. Ich stelle mir vor, wie mein Vater, mein Großvater, seine Brüder und seine Cousins auf den Bildschirm starren, auf dem mein Fötus in 3D zu sehen ist. Die Geburtshelferin stammelt ‘Es tut mir leid’, ‘Es tut mir leid’, und sie sind so bestürzt, als wäre gerade eine Atombombe auf Schiras gefallen. Es war mein Vater gewesen, der auf den Ultraschall bestanden hatte. Er wollte sich die blaue Tapete an der Wand meines zukünftigen Zimmers und die hübsche Korbwiege sparen, falls es einen ‘Fehler’ geben sollte. So hat er mich lange genannt. Ich bin 16 Jahre alt, und ich spule alles im Schnelldurchlauf zurück. Die Flüche. Die Klagen. Die zugeschlagene Tür. Dieser Satz, ‘Es tut mir leid’, ‘Es tut mir leid’, wie eine Schallplatte mit Sprung. Maman hat mir diese Szene so oft erzählt, dass es mir vorkommt, als ob ich sie selbst ganz bewusst miterlebt hätte. Das Fruchtwasser im Mutterleib wirkt wie ein Resonanzkörper.“ Als Zahra älter wird, mit ihren Freundinnen tanzen will und sich zum ersten Mal verliebt, wächst auch ihr Wunsch nach Freiheit. Die Sprache von Delphine Minoui ist kraftvoll und intensiv und hatte mich sofort begeistert: „Ich bin ein Kind von Schiras. Ich bin die tot geborene Tochter eines Landes, das mich zum Gespenst gemacht hat. Ich verlange zu leben. Selbst wenn ich sterben muss, damit man mich sieht. Ich bekenne mich zu meinem Geschlecht, ob ‘bad’ oder ‘good’, das ist mir scheißegal! Ich fürchte mich nicht mehr vor meinem Schatten. Und auch nicht vor meinem Vater.“ Ein kurzer, aber sehr intensiver und kraftvoller Roman mit einer starken Protagonistin. „Mein ganzes Leben lang habe ich mir andere Leben für mich ausgedacht. Ich habe meine Schreie unterdrückt. Ich habe zugelassen, dass die der anderen allen Raum einnehmen. Mit all dem möchte ich Schluss machen. Den Tyrannen besiegen. Er soll mit unseren Kopftüchern fallen.“ Vielen Dank an den Orlanda Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

  • Bewertung

    aus Bamberg

    5/5

    03.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    »Manchmal kriege ich Angst vor mir selbst: Wenn ich ständig Masken trage, wird sich dann die echte »Ich« nicht irgendwann in Luft auflösen?«

    »Manchmal kriege ich Angst vor mir selbst: Wenn ich ständig Masken trage, wird sich dann die echte »Ich« nicht irgendwann in Luft auflösen?« Schon als bekannt wurde, dass es ein Mädchen wird, wollte ihr Großvater sie abgetrieben wissen. Diese schon vor ihrer Geburt begonnene Abneigung zieht sich durch Zahras – von ihrer Mutter Badjens genannt – ganzes Leben. Alles was zählt sind Regeln und Gesetze des Staates und der Religion und selbstverständlich ihr jüngerer, lang ersehnter Bruder Mehdi. Ihr eigenes Leben besteht aus Anpassung und aus einer gezwungenen Unterwerfung aufgrund dieses patriarchalen Systems der Unterdrückung von Frauen. Doch sie weiß, dass das nicht alles sein kann und spätestens nachdem sie ihr Kopftuch tragen muss und von ihrem einst so liebevollen Cousin missbraucht wird, kehrt sie ihre innere Rebellion nach außen. Sie teilt Eindrücke auf Social Media, schließt dort Bekanntschaften und redet mit anderen jungen Frauen, denen es ähnlich geht. Ihre größte Stütze ist ihre Mutter, die ihr die benötigte Zuneigung schenkt, wertschätzt und sie unterstützt. Schon vor dem Lesen dieses Romans war ich sehr gespannt und hatte hohe Erwartungen, die sogar übertroffen wurden. Delphine Minoui erzählt keine fiktive Geschichte, sondern eine, in denen sich das Schicksal unzähliger iranischer Frauen widerspiegelt und gibt ihnen eine Stimme, die sonst so oft stumm bleibt. Frauen, die unerwünscht sind und ausschließlich für die Männer da sind und sich herabwürdigenden Gesetzen, die ebenfalls ausschließlich von Männern verabschiedet wurden, unterwerfen müssen. Und doch zeigt sich Widerstand gegen eben dieses scheinbar unerschütterliche System, was spätestens die Bewegung „Frauen, Leben, Freiheit“, nach dem Mord an Jina Mahsa Amini, gezeigt und internationale Wellen geschlagen hat. Eben davon handelt auch dieser Roman auf eindrückliche Weise. Aufgrund seiner bedeutsamen Aktualität sowie der tollen Sprache ist „Badjens“ einer der besten Romane, die ich dieses Jahr gelesen habe und ein Buch, das man gelesen haben MUSS!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (10)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von L. Streithoff

    L. Streithoff

    Thalia Nordhausen – Marktpassage

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Zan, Zendegi, Azadi ! - Frau, Leben, Freiheit!"

    Zu Beginn von "Badjens" steht eine Szene mit großer Wucht: Die sechzehnjährige Zahra klettert während einer Demonstration auf einen Müllcontainer, reißt sich das Kopftuch vom Kopf und verbrennt es vor den Augen der Menge. Es ist Herbst 2022, mitten in den Protesten nach dem Tod von Mahsa Amini. Von diesem Moment aus blickt der Roman in knappen, dichten Rückblenden auf Zahras Leben und zeigt, wie sehr Kontrolle, religiöse Vorschriften und gesellschaftliche Erwartungen ihren Alltag bestimmen. Zahra steht für eine junge, urbane Generation, die zwischen religiöser Propaganda aufwächst und gleichzeitig mit westlicher Popkultur sozialisiert ist – Social Media, Netflix, Taylor Swift... Diese digitalen Räume spielen eine wichtige Rolle: als Ventil, als Ort der Vernetzung, als Fenster zur Welt – und sind auch ein Grund, warum sich diese Generation anders fühlt als ihre Mütter und Großmütter. Oft geht es aber auch um scheinbar banale Wünsche: Glitzerlidschatten, ein neues Handy, ein Tattoo, Musik hören, tanzen, gesehen werden. Dinge, die hier selbstverständlich sind und dort schon als Widerstand gelten - vor allem für Frauen. Gerade daran zeigt sich, wie politisch selbst kleine Freiheiten im Alltag junger Menschen im Iran sind. Das Land und seine Kultur erscheinen uns oft fern und fremd. "Badjens" macht deutlich, wie ähnlich diese jungen Menschen uns in vielem sind. Proteste gibt es im Iran immer wieder, und auch heute, 2026, erlebt das Land erneut massive Unruhen. Gerade dank Internet verbreiten sich Bilder, Videos und Stimmen, man verfolgt das Geschehen aus der Distanz – und bewundert den Mut derer, die auf die Straße gehen und ihr Leben riskieren. "Badjens" macht eindrücklich klar, dass dahinter echte Menschen und Schicksale stehen und lässt einen unweigerlich darüber nachdenken, wie man selbst handeln würde. Ein schmales Buch, das mich aber noch lange beschäftigen wird.
  • Zum Bewerterprofil von Dagmar Küchler

    Dagmar Küchler

    Thalia Mayersche Essen Innenstadt

    Buchhändler*in

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    4/5

    11.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verletzte Seele…

    Die 16-jährige Iranerin Zahra findet bei einer Demonstration den Mut, ihr verhasstes Kopftuch öffentlich zu verbrennen. Mit dieser kraftvollen Szene beginnt der Roman der franco-iranischen Autorin Delphine Minoui. Anschließend lässt sie Zahra ihr Leben Revue passieren. Unerwünscht von ihrem Vater, der sich einen Sohn als Erstgeborenen gewünscht hatte, und stets im Schatten ihres jüngeren Bruders stehend, wächst Zahra in einem Umfeld auf, das von staatlichen Vorgaben für das Verhalten und die Kleidung von Frauen geprägt ist. Diese Umstände führen zu einem tiefen Stau an Wut und Verzweiflung in ihr. Die Sprache des Romans spiegelt Zahras Entwicklung wider. Von ihrer naiven Sicht als Kind bis hin zu ihrer rebellischen Haltung während der Pubertät fängt die Autorin Zahras inneren Wandel ein. Die zahlreichen Interviews mit iranischen Frauen, die Minoui für dieses Buch geführt hat, verleihen dem Roman eine authentische Note. Obwohl der Roman den Fokus auf die schwierige Lebenssituation von Frauen legt, hat er gerade heute, angesichts der wiederaufgeflammten Proteste im Iran, an Aktualität gewonnen.

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