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Cristina Henríquez‘ gefeierter Roman über den Bau des Panamakanals. »Der Sog dieser Geschichte ist ebenso gewaltig wie das Projekt, von dem sie erzählt.« The New York Times
Als um 1900 ein Kanal gebaut wird, der Atlantik und Pazifik verbindet, treffen in Panama die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: Arbeiter aus der Karibik, amerikanische Journalisten, aber auch Malaria-Ärzte und Wahrsagerinnen. Viele sehnen sich nach einem neuen Leben. So auch Ada und der Fischerssohn Omar, die sich ineinander verlieben. Doch wie nah beieinander stehen Fortschritt und Ausbeutung? Und welche Rolle spielen Frauen bei dieser Unternehmung? Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft, die getrennt ist durch Geschlecht, Hautfarbe und Status. Henríquezʼ gefeierter Roman behandelt Fragen, die aktueller denn je sind, und erzählt aus der Perspektive von Frauen von Menschen, die im Getriebe der Geschichte kaum wahrgenommen wurden.
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Menschlich breiter Panoramablick über den Bau des Panamakanals
gaia am 08.05.2025
Bewertungsnummer: 2485775
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich muss zugeben, dass sich dieser historische Roman von Cristina Henríquez für mich überraschend als Highlight gemausert hat. Er gibt mithilfe von vielen Figuren einen breiten Überblick über den Bau des Panamakanals, die Arbeitsbedingungen unter denen dies Anfang des vergangenen Jahrhunderts geschehen ist, das Leben auf dem Isthmus zur damaligen Zeit, die politischen Verwicklungen und Einflüsse, sowie die ganz persönlichen Befindlichkeiten von einfachen Menschen, die irgendwie – unter anderem auch eher lose - in Verbindung mit dem Bau dieses Mammutprojekts von Menschenhand standen. Dabei wird nicht minutiös über die Baufortschritte berichtet, sondern Schlaglichter auf einzelne Szenen und Personen geworfen.
Nach den ersten 100 Seiten des Romans kam mir der Gedanke: „Sollten jetzt nicht so langsam mal alle Hauptfiguren vorgestellt sein, oder wie viele Personen sollen hier noch eingeführt werden?“ Denn eins muss man Henríquez lassen: Sie spart nicht an Figuren, deren Lebensgeschichten bis zum Punkt, an dem wir sie im Buch antreffen, in kleinen Vignetten knackig vorgestellt werden und die uns meist bist zum Schluss des Romans begleiten. Oder auch nicht, denn es gibt auch Todesfälle, die das Erzählte nur umso realistischer und nie heroisierend wirken lassen. Und gerade diese Art des Erzählens, dass ich so viele Einblicke in so viele Leben bekommen habe, und dabei die Hand, an die ich genommen wurde, niemals fallen gelassen wurde, ich also dem immensen Personal problemlos folgen konnte, hat mich bis zuletzt gefesselt. Innerhalb von zwei Tagen war dieser historische Pageturner von über 400 Seiten eingesogen. Nebenbei lernt man die wichtigsten historischen, politischen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, technischen Zusammenhänge zum Panamakanal, die einen denken lassen: „Warum habe ich bisher so unwissend diesen Kanal, den man im Geografieunterricht kurz kennengelernt hat, als gegeben hingenommen?“
Cristina Henríquez schreibt unglaublich süffig und zügig. Keiner einzigen Länge begegnete ich in diesem Roman und trotzdem fehlte meines Erachtens nichts. Ich habe selten mit so vielen Figuren gleichzeitig mitgefiebert, denn geschickt wechselt sie in den Kapiteln zwischen den Figuren, kein Erzählstrang fällt hinten runter, jeder wird zielsicher zum richtigen Moment wieder aufgegriffen.
Allein die deutsche Übersetzung, welche inhaltlich und stilistisch grundsätzlich gelungen ist, braucht für diese erste Auflage noch einmal ein aufmerksames Lektorat, welches an der ein oder anderen Stelle ein paar Tippfehler korrigiert. Die Schutzumschlag- und Buchdeckelgestaltung finde ich äußerst gelungen und nach der Lektüre erkennt man auch, dass genau das richtige Bild- und Kartenmaterial hier herausgesucht und genutzt wurde. Eine runde Sache.
Somit bin ich insgesamt durchaus begeistert von „Der große Riss“, habe viel Wissenswertes erfahren, wurde gut unterhalten und kann die Lektüre demnach guten Gewissens empfehlen.
4,5/5 Sterne
Der Panamakanal, der es auch…
US aus Sulzbach am 01.04.2025
Bewertungsnummer: 2931901
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Panamakanal, der es auch heute noch manchmal in die Nachrichten schafft, wenn ein Schiff stecken bleibt oder Donald Trump denselben für sich beansprucht, ist tatsächlich schon über 200 Jahre alt. Wie es zum Bau des Kanals kam und welche sehr unterschiedlichen Personen davon betroffen waren, das beschreibt dieser informative Roman. Das sind auf der einen Seite die europäischstämmigen Nordamerikaner, die wegen Geld, Macht und Profilierung nach Panama gekommen sind. Zur Ausführung der körperlichen Arbeit haben diese viele Mittelamerikaner angeworben, die dort allerdings als Menschen 2. Klasse leben. Als drittes gibt es noch die Einheimischen, die dem Bau mit unterschiedlichen Gefühlen gegenüberstehen. Aus allen diesen Personengruppen gibt es in diesm Buch Charaktere, sodaß man einen schönen Einblick in das Zeitgeschehen bekommt.
Meinung aus der Buchhandlung
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Henriquez neuer Roman entführt den Leser in die Zeit, als der Panamakanal gebaut worden ist. Sie erzählt Geschichten von Frauen und Männern, die direkt oder indirekt etwas mit dem Bau des Kanals zu tun hatten. Alle Personen eint, dass sie im Laufe der Geschichte einen Schicksalsschlag erleiden werden, der nicht vor der Hautfarbe haltmacht.
Henríquez ist eine großartige Geschichtenerzählerin, deren Geschichten ich gerne gefolgt bin. Mit ihren Protagonisten habe ich gelitten und gehofft und hätte Ihnen durchaus etwas weniger Regen und mehr Sonnenschein gewünscht. Gleichzeitig hat der Roman eine große Symbolkraft und ist durchaus tiefgründiger. Meine absolute Leseempfehlung!
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... aber kein schlechtes Buch.
Ich hätte mir etwas mehr historischen Roman gewünscht, also in dem Sinne, dass wir etwas mehr Fakten zum Thema Bau des Panamakanals bekommen. Denn das ist wahrscheinlich nicht nur für mich ein unbekanntes Thema. Genau aus diesem Grund hatte ich mich auch für das Buch interessiert, um eben unbekanntes Faktenwissen in einem Roman verpackt lesen zu können.
Auch hatte ich ein etwas mehr abenteuerliches Buch erwartet.
Stattdessen geht es sehr viel um zwischenmenschliche Beziehungen. Das war auch wirklich gut gemacht, wie die einzelnen Erzählstränge sich immer mehr annähern und zum Schluss zu einer Erzählung verflechten! Leider verkommt dadurch das Setting zur bloßen Randkulisse, denn diese Handlung hätte man genausogut zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort spielen lassen können. Das hatte ich so nicht erwartet und es hat mich schon ein bisschen enttäuscht. Da mich aber die Protagonisten und ihre Geschichten trotzdem für sich einnehmen konnten, würde ich eine Gesamtbewertung von 3,5 Sternen vergeben und das Buch an alle Lesenden von gesellschaftskritischen Stoffen weiterempfehlen. Aber nicht unbedingt an die typische Leserschaft historischer Romane. Es ist eben mehr Roman als historisch.
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