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Eine ganze Welt

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Akzeptabel

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.03.2022

Verlag

Hoffmann Und Campe

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,6/12,6/2,7 cm

Gewicht

278 g

Auflage

1

Übersetzt von

Anette Grube

Sprache

Deutsch

EAN

2710001045358

Beschreibung

Rezension

»So ein Buch gab es noch nie, geschrieben aus dem Innersten einer Welt, die für die meisten Menschen verschlossen ist.« ("Brigitte Woman")
»Eine Entdeckung!« ("stern")
»In ihrem Roman ›Eine ganze Welt‹ erzählt Goldie Goldbloom [...] einfühlsam von verdrängtem Verlust und vom Leben in einer radikal anderen Gesellschaft« ("Brigitte")
»Ein hinreißendes Buch.« ("Donna")
»Goldie Goldbloom erzählt [eine] rührende Geschichte [...].« ("Barbara")
»Ein sehr schönes und sehr zuversichtliches Buch mit einem wunden Punkt.« ("RBB Radioeins")
»Goldie Goldbloom gibt einen tiefsinnigen Einblick in eine vollkommen andere Lebenswelt, mitten in der Metropole New York City.« ("Brigitte wir")
»Liebevoll und auch durchaus komisch zeichnet Goldie Goldbloom [...] ihr Herkunftsmilieu.« ("rbb inforadio "Quergelesen"")
»[Die Autorin] schöpft aus ihrem eigenen Leben, um diesen wirklich großartigen Roman zu schaffen.« ("NDR Kultur "Das Gemischte Doppel"")
»Goldie Goldbloom [...] hat einen berührenden und intensiven Roman über eine starke Frau geschrieben.« ("Badische Zeitung ")

Produktdetails

Zustand

Akzeptabel

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.03.2022

Verlag

Hoffmann Und Campe

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,6/12,6/2,7 cm

Gewicht

278 g

Auflage

1

Übersetzt von

Anette Grube

Sprache

Deutsch

EAN

2710001045358

Herstelleradresse

Hoffmann und Campe Verlag
Harvestehuder Weg 42
20149 Hamburg
DE

Email: vertrieb@hoca.de

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  • Isabel (engi)

    aus Bietigheim-Bissingen

    5/5

    12.03.2025

    Hörbuch (CD-ROM)

    Also ich muss ja sagen,…

    Also ich muss ja sagen, dieses (Hör)buch fand ich höchstinteressant und sehr, sehr berührend. Im Mittelpunkt steht die 57jährige Suri Eckstein. Suri entstammt einer chassidischen Familie. Die "Chassidim" sind ultraorthodoxe Juden, deren Bräuche ins 18. Jahrhundert zurückreichen und von denen die meisten – wenn nicht in Israel - in New York leben. Ich betone an dieser Stelle ihr Alter, denn Suri ist schwanger, mit Zwillingen, und gerät dadurch in höchste Not. Sie kann sich niemandem anvertrauen, denn sie würde Schande über die Familie bringen. So schiebt sie das Offensichtliche vor sich her und versucht den Babybauch zu vertuschen. Nicht einmal ihrem Mann Yidel kann sie sich öffnen, so groß ist ihre Scham. Doch dann eröffnet sich für sie „Eine ganze Welt“, in dem sie auf Freiwilligenbasis im Krankenhaus arbeiten kann, um anderen Frauen in Not zu helfen und sei deren Not auch nur dem Fakt geschuldet, dass sie neben Jiddisch nie die englische Sprache erlernt haben. Sie lässt ihr Leben während ihrer eigenen ungewollten Schwangerschaft nochmal Revue passieren und stellt fest, dass nicht alles wofür der Glaube steht, in Ordnung ist. Nicht in Ordnung ist es totzuschweigen, wenn junge Mädchen von ihrem Psychiater gegen ihren Willen missbraucht werden. Nicht in Ordnung ist es auch, dass ihr eigener Sohn den Freitod wählte, weil er schwul war und von der Gemeinde geächtet wurde. So viel scheint nicht in Ordnung … Die Autorin Goldie Goldbloom lebt als Chassidin in Chicago und hat acht Kinder. Sie schreibt also aus eigener Erfahrung, was den Roman rund um Suri so authentisch macht. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Welt so komplex und streng ist aber ihren Mitgliedern wohl gleichzeitig auch ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl vermitteln soll. Möchte ich tauschen? Niemals! Dennoch fand ich diesen literarischen Ausflug in die Gemeinde Williamsburg in Brooklyn sehr bereichernd. Von mir gibt es ohne zu Zögern mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter an all die LeserInnen, die mal aus ihrer eigenen Welt ausbrechen und eine neue Welt kennenlernen möchten.

  • Bewertung

    5/5

    20.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Späte Mutterschaft

    Die 57-jährige Surie Eckstein erfährt am Tag nach der Hochzeit eines ihrer zehn Kinder, dass sie schwanger ist mit Zwillingen. Wie soll sie das ihrem Mann, dem Rabbi Yidel erklären? Was werden ihre Kinder denken und vor allem auch die Mitglieder der chassidischen Gemeinde in Williamsburg, in der sie lebt? Mit viel augenzwinkerndem Witz und viel Liebenswürdigkeit berichtet die Autorin in dieser aussergewöhnlichen Geschichte. Eine Intelligente Auseinandersetzung mit Mutterschaft sowie mit der chassidischen Glaubensgemeinschaft in New York.

  • Bewertung

    5/5

    28.07.2022

    eBook (ePUB 3)

    Fesselnd

    Ein berührender und fesselnder Roman über eine Frau, die mit den religiösen Strukturen ihres Lebens zu kämpfen hat als sie mit Ende 50 ungeplant schwanger wird. "Eine ganze Welt" ist kein leichtes Leseerlebnis und geht unter die Haut, aber es lohnt sich und ich bin froh, diesen Schatz der Literatur entdeckt zu haben.

  • Lia48

    5/5

    20.05.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Spannende Einblicke in eine chassidische Familie - habe das Buch inhaliert!

    „Wenn sie die Schwangerschaft irgendwie beenden könnte auf eine Weise, die nicht zu schrecklich war, die rabbinisch sanktioniert war, sie würde es tun. Wäre auf und ab hüpfen hilfreich? Oder bäuchlings auf dem Boden liegen? Beten? Sie wusste es nicht. Sie hatte Angst, es zu versuchen. Sie wollte nichts Verbotenes tun.“ INHALT: Surie Eckstein kann es kaum glauben, als sie erfährt, mit 57 Jahren nochmals schwanger zu sein. Mit Zwillingen! Wie ist das nur möglich? Generell sieht ihre chassidische Großfamilie Kinder als das größte Glück auf Erden. Aber in ihrem Alter doch nicht! „Sie schämte sich für sich selbst, für ihren heimtückischen Körper.“ Was sollen nur die Leute denken!?? In ihrer chassidischen Gemeinde in Brooklyn ist Surie hoch angesehen, sie halten sich an die strengen Regeln ihres Glaubens. Was wird ihr Mann Yidel, der Rabbi dazu sagen? Wird die Familie sie dafür verstoßen? Der schlechte Ruf wird schließlich auf sie alle zurückfallen! Surie hatte sich darauf gefreut, die nächsten Jahre etwas mehr Zeit für sich zu haben. 10 eigene Kinder hat sie über die Jahre hinweg zur Welt gebracht und auch die 32 Enkelkinder sorgen weiterhin für ein turbulentes Familienleben im Haus. Yidel plant, in den Ruhestand zu gehen. Wie soll sie ihm das nur beibringen? Plötzlich steht ihr ganzes Leben auf dem Kopf... MEINUNG: Nach „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ und „Unorthodox“ wollte ich schon länger weitere Bücher über ultraorthodoxe Juden lesen. In „Eine ganze Welt“ setzt sich ein weiterer Roman mit dieser Thematik auseinander. Mich persönlich hat er sogar noch mehr beeindruckt, als die zwei anderen. Erneut war ich erstaunt, welche strengen Vorschriften, Gebote und Rituale in der chassidischen Gemeinde herrschen. Auch Surie selbst hat genaue Vorstellungen davon, was das Auftreten, Kleidung und Manieren angeht. Immer wieder gab es Dinge, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie für andere als unanständig oder nicht angebracht gelten würden. Manches fand ich auch schlimm. Z. B., dass die Kinder manche ihrer eigenen Körperteile nicht benennen können, weil sie keine Worte dafür beigebracht bekommen (weltliche Bücher bekommen sie ja nicht zu Gesicht). Bei medizinischen Problemen, Schwangerschaft oder Missbrauch, kann das durchaus auch mal problematisch werden! Allgemein scheinen die Menschen dort nur wenig aufgeklärt zu sein. Auch Surie plagen viele Fragen und Sorgen, als sie aufgrund ihrer Risikoschwangerschaft die örtliche Klinik aufsuchen muss, was sie gerne vermieden hätte. Noch nie hat sie vorher eine anatomische Abbildung eines Frauenkörpers zu Gesicht bekommen. Das gehört sich doch nicht! Dazu kommen Sprachbarrieren, da sie vor allem Jiddisch und nur wenig Englisch spricht. Verständlich, dass dies bei der werdenden Mutter Ängste schürt. Für sie prallen zwei komplett verschiedene Welten aufeinander, die sich nicht einfach miteinander vereinbaren lassen! Mir tat sie stellenweise wirklich leid. Sie steckt in einer verzwickten Lage und hat schon einiges mitgemacht. Aber gleichzeitig habe ich mich auch richtig über sie geärgert! Warum muss sie sich selbst so fertig machen? Warum geht sie davon aus, dass alle Menschen wegen einer späten Schwangerschaft schlecht über sie reden und sich von ihr abwenden werden? Wieso hat sie so einen Hass auf sich selbst? Warum quält sie sich so sehr? Ich hätte ihr gerne hin und wieder einen Schubs verpasst, damit sie endlich diese Unsicherheiten aus dem Weg räumt, ihre Sorgen und Ängste mit anderen teilt und Unterstützung aus ihrem Umfeld erfährt! Als Leser*in bekommt man vor allem einen Einblick in Suries Umgang mit der bevorstehenden Geburt, aber auch in das Familien- und Glaubens-Leben aus ihrer Perspektive. Die große Anzahl an Kindern in den Familien hat mich sehr beeindruckt. Doch die Frauen scheinen diese als ihre größte Aufgabe zu sehen. Sie betrachten Kinder als das Wertvollste überhaupt: „Mein ganzes Leben ist Kindern gewidmet, Kinder zu kriegen, Kinder großzuziehen.“ Das Buch rüttelt an einem. Es zeigt auf, wie wichtig Kommunikation und Vertrauen in einer Beziehung sind. Und es wirft Fragen auf: Ist die strikte Einhaltung von strengen religiösen Geboten und Ritualen so viel Leid und Kummer wert? Steht dies wirklich über dem Wohlergehen aller? Was wiegt mehr? Was, wenn jemand vom rechten Weg abkommt? Und wie weit ist man selbst bereit zu gehen, egal, was andere sagen? FAZIT: Ein Buch, welches beim Lesen an einem rüttelt und einen nicht so schnell wieder loslässt. In mir klingt es noch immer nach und ich habe es regelrecht inhaliert. Wen das strenge chassidische Familien- und Glaubensleben interessiert, oder wer bereits Romane wie „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ und „Unorthodox“ mochte, dem kann ich das Buch sehr ans Herz legen! Ganze 5/5 Sterne! (TW: Risikoschwangerschaft, Suizid, HIV, Tod,…) ANMERKUNG: Bei der Ausgabe würde ich eine Print-Version gegenüber einem digitalen Exemplar bevorzugen, da das Buch hinten ein Glossar mit vielen jiddischen Begriffen sowie einen Familienstammbaum beinhaltet, was zum Blättern oft praktischer sein kann.

  • Herr O.

    aus Nahe Hamburg

    5/5

    11.04.2022

    eBook (ePUB 3)

    Sehr berührend

    Ich wusste nicht so ganz, worauf ich mich einlasse, konnte dieses Buch aber nicht aus dem Händen legen. Es ist bewegend und hat mich berührt; absolute Empfehlung!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (33)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Thomas Schnierer

    Thomas Schnierer

    Thalia Mayersche Düsseldorf-Gerresheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    27.09.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Einfühlsames Porträt von Identität und Verlust

    In „Eine ganze Welt“ erzählt Goldie Goldbloom die Geschichte von Surie Eckstein, einer orthodoxen jüdischen Frau in Brooklyn, deren scheinbar festes Leben plötzlich ins Wanken gerät. Mit 57 Jahren und zehn Kindern erfährt Surie, dass sie erneut schwanger ist. Diese unerwartete Nachricht löst eine tiefe innere Auseinandersetzung aus, in der Surie sich mit ihrer Rolle als Mutter, Ehefrau und ihrer eigenen Identität konfrontiert sieht. Goldbloom schreibt mit großem Feingefühl für die innere Zerrissenheit und das Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Besonders eindrücklich ist, wie sie Suries religiöse Gemeinschaft darstellt – eine enge, aber auch rigide Welt, die wenig Raum für individuelle Bedürfnisse lässt. Die Stärke des Romans liegt in seiner leisen, doch kraftvollen Art, komplexe Themen wie späte Mutterschaft, Ehe und den Wunsch nach Selbstverwirklichung anzusprechen. „Eine ganze Welt“ ist ein bewegendes und tiefgründiges Werk über den Mut, den es braucht, um sich selbst zu finden.
  • Zum Bewerterprofil von Linda Papajewski

    Linda Papajewski

    Thalia Magdeburg – Allee-Center

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.09.2022

    eBook (ePUB 3)

    Eine ganz andere Welt

    "Eine ganze Welt" zeigt Einblick in die fremde jüdisch-orthodoxe Kultur. Ohne viele Umschweife wird mit klaren, harten Worten die Geschichte der 57-jährigen Surie erzählt. Goldie Goldbloom hat es mit ihren Text geschafft, dass ich mit Surie mitgefiebert habe und sie auch schütteln und zum Aufwachen bringen wollte. Einige Passagen ließen mich fassungslos zurück, da Goldbloom wirklich gefühlsintensiv schreibt. Die vielen jüdischen Wörter haben meinen Lesefluss ein wenig gestört, auch wenn diese im Anhang erläutert wurden. Selten hat mich ein Buch so fasziniert und fassungslos zurück gelassen.
  • Zum Bewerterprofil von Angela Franke

    Angela Franke

    Thalia Magdeburg – Allee-Center

    Buchhändler*in

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    5/5

    24.03.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Lesenerv getroffen

    Dieses Buch hat meinen Lesenerv 100% getroffen. Erzählt wird die Geschichte von der 57-jährigen Surie Eckstein. Sie lebt im chassidischem Williamsburg mitten in New York, es ist die Hochburg der Ultraorthodoxen. Suries Welt gerät aus den Fugen als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt, denn eigentlich wollte sie sich so langsam auf den Ruhestand vorbereiten; bei 10 Kindern und 23 Enkelkindern ein nicht ungewöhnlicher Wunsch. Fängt sie nun an ihren Glauben in Frage zu stellen? Eine faszinierende, spannende und sehr bewegende Geschichte um Glauben, Regeln, Traditionen.
  • Zum Bewerterprofil von Dorothea Schwenzer

    Dorothea Schwenzer

    Thalia Ulm

    Buchhändler*in

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    5/5

    06.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lesen Sie diesen Roman und Sie tauchen ein in eine völlig unbekannte Glaubens-und Lebenswelt in Brooklyn, New York, in ein Viertel, in dem ultraorthodoxe Juden zusammenleben. Genau dort wird Surie unerwartet schwanger, mit 57 und dann noch mit Zwillingen. Kinder sind der größte Schatz in dieser Gemeinschaft, Surie ist bereits 10-fache Mutter und hat 32 Enkel! Die Glaubensregeln sind für unsere Begriffe streng und altmodisch, aber die engen Familienbande sind auch ein Schatz an Wärme und Zugehörigkeit. Faszinierend und berührend ist diese Romanwelt, denn mache Seele nimmt Schaden an der religiösen Rigidität. Ein außergewöhnliches Buch!
  • Zum Bewerterprofil von Sabine van Ahlen

    Sabine van Ahlen

    Thalia Münster – Münster-Arkaden

    Buchhändler*in

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    5/5

    21.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Offensichtliche Geheimnisse

    Surie Eckstein ist 57 Jahre alt, vielfache Mutter und Großmutter - und schwanger. Mit Zwillingen. Sie verrät es niemandem. Und niemand scheint es zu merken, bis zuletzt. Unmöglich? Völlig unglaubwürdig? Nicht in Suries hermetischer Welt. Denn dies ist die Welt der chassidischen Juden in Brooklyn. Man lebt nach strengen Regeln, gegen die man besser nicht verstößt, denn ein Regelverstoß führt unweigerlich zu Ansehensverlust, wie Suries Familie schmerzhaft feststellen musste. Nach dem Freitod ihres homosexuellen Sohnes haftet an ihr ein doppelter Makel, durch den sie in der sozialen Hierarchie bereits spürbar zurückgestuft wurde, messbar u.a. an den sinkenden Heiratschancen von Töchtern und Enkelinnen, die bestenfalls noch an Männer aus zweit- oder gar drittklassigen Familien vermittelbar sind. Was würde die Gemeinde also von ihr, einer alternden Frau, denken, die ihr „Soll“ an Geburten längst erfüllt hat und deren späte Schwangerschaft folglich auf völlig inakzeptables sexuelles Begehren schließen ließe? Aber selbst Suries sanftmütiger Ehemann Yidel, mit dem sie immerhin seit 40 Jahren verheiratet ist, scheint nichts zu ahnen. Und Surie schweigt. Vorsichtig, voller Angst, Zweifel und Trotz, beginnt sie stattdessen heimlich eigene Wege zu gehen, überschreitet zunächst zaghaft, dann immer entschlossener, die Grenzen ihrer äußeren und inneren Welt. Und indem sie ganz allmählich deren strikte Regeln und Moral hinterfragt, muss sie sich auch ihren verleugneten Gefühlen und Wünschen stellen - und ihrer Schuld…. „Eine ganze Welt“ ist ein unglaublich fesselnder und intensiver, dabei erfreulich unsentimentaler Roman, in dem man ganz und gar in eine fremde und mitunter befremdliche Welt eintaucht. Mit der eigenwilligen Surie hat Goldie Goldbloom eine unvergessliche Frauenfigur geschaffen, der es gelingt, einen Weg aus der (selbst-)verordneten Ohnmacht zu finden, indem sie – durchaus schmerzhaft - lernt, sich der Frage nach Mitgefühl und Würde, Eigenverantwortung und Schuld zu stellen. Kann man schuldig werden, obwohl, oder womöglich sogar gerade weil man sich immer konsequent und auch mit Stolz an alle Vorschriften, Gebote und Verbote gehalten hat? Strenge Regeln sind eine stabile Stütze eines gesellschaftlichen Systems, bieten verlässliche Orientierung und schaffen Identität. Die Formel scheint einfach und zweifelsfrei: moralisch richtig ist, was regelkonform ist. Aber allgemeinverbindliche (noch dazu religiöse) Gebote auf der einen Seite, bewirken auf der anderen Seite immer auch individuelle Ohnmacht; eine durchaus erbarmungslose Welt der Gesetze enthält notwendigerweise auch eine Parallelwelt der Heimlichkeit und Gewissensnot. Um das System nicht infrage zu stellen, müssen die Ausnahmen von der Regel im Verborgenen bleiben oder – auf welche Weise auch immer - das System verlassen. Was also tun, wenn man, selbst jahrelang Vorbild und Respektsperson, unerwartet zu diesen Ausnahmen zählt? Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Suries Sohn ihr erst jetzt, nach seinem Tod, deutlicher sichtbar vor Augen steht, als je im Leben, eine geisterhafte Vision die sie begleitet wie eine ständige Mahnung gegen vorsätzliche Blindheit und Verleugnung. Angesichts ihrer eigenen absurden Situation ist Surie hilflos, verletzt und wütend - und voller Angst. Ausgerechnet Suries erblindete Schwiegermutter ist hellsichtig und klug genug, die Wahrheit zu erkennen und zu benennen, ebenso ihre Enkelin, die in kindlicher Unbefangenheit die richtigen Fragen stellt. Überhaupt ist „Eine ganze Welt“ nicht zuletzt auch ein beeindruckender und facettenreicher Roman über die Situation von Generationen von Frauen und ihrer möglichen Zukunft in männlich bestimmten Gesellschaften, in denen der Wert der Frauen nach ihrer jeweiligen Zweckdienlichkeit bemessen wird. Und damit sind eindeutig auch die Gesellschaften gemeint, die sich selbstbewusst als fortschrittlich definieren würden. Was Surie bei ihren immer gewagteren Grenzübertretungen in die „andere“ Welt durchaus nicht entgeht…. Goldie Goldbloom schreibt mit tiefem Verständnis, kritisch, aber ohne zu verurteilen von einer Welt, in der sie selbst bis heute lebt, und das, obwohl sie alles andere als das Idealbild einer orthodoxen Jüdin ist. Sie beschreibt, wie es gelingt sich selbst zu verändern, ohne seine Wurzeln zu verleugnen, wie man ein System herausfordert und dennoch am Ende darin besteht.

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