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Die verborgenen Bilder

12

16,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

10 - 12 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

12.02.2026

Verlag

Verlag Friedrich Oetinger GmbH

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

21,1/15/3 cm

Gewicht

468 g

Farbe

Grau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7512-0748-5

Beschreibung

Rezension

"Spannend und überzeugend..."

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

10 - 12 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

12.02.2026

Verlag

Verlag Friedrich Oetinger GmbH

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

21,1/15/3 cm

Gewicht

468 g

Farbe

Grau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7512-0748-5

Herstelleradresse

Oetinger
Max-Brauer-Allee 34
22765 Hamburg
DE

Email: GPSR Kontakt

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  • miamina

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    24.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindringliche Zeitreise mit viel queerem Einschlag

    Frieke hat es gerade nicht leicht Ihre Eltern haben sich getrennt und sie muss aus der gewohnten Umgebung in eine neue Wohnung ziehen. Ihre Schwester Henri und ihre Mama scheinen damit gut klar zu kommen, doch für Frieke hat der Vater einen Verrat begangen, den sie einfach nicht verzeihen kann. Doch bald schon ziehen Zeichnungen, die sie in ihrem Zimmer an der Wand finden Friekes Aufmerksamkeit auf sich, denn wenn Frieke sie berührt, kann sie in die Vergangenheit reisen. Dort lernt sie Ilsabeth, die Urheberin der Bilder kennen, die vor etwa 100 Jahren gelebt hat. Bei ihrer neuen Freundin findet sie den Familienzusammenhalt, den sie in ihrer Zeit vermisst. Doch mit der Zeit hört sie auch Dinge, die sie schmerzlich daran erinnern, dass die 1930er nicht nur Positives hervorgebracht haben und die Nachwirkungen noch heute zu spüren sind. Mich hat sowohl das Zeitreisethema, als auch Friekes Umgang mit der Vergangenheit interessiert, doch es dauert etwas, bis das Buch sich diesen Themen zuwendet. Anfangs hat mich das verwundert, doch nun weiß ich, dass die Autorin auf diese Weise einen tollen Bogen in dieser Geschichte schlägt. Frieke lernt man als äußerst frustriertes, wütendes aber auch trauriges Mädchen kennen, das den Verrat ihres Vaters an sich selbst, aber auch an ihrer Mama nicht verwinden kann. Er hat einen neuen Partner und niemand außer ihr scheint sich daran zu stören. So bricht sie den Kontakt zu ihm größtenteils ab, leidet jedoch sehr. Diese ganzen Gefühle transportiert die Erzählweise der Autorin sehr gut. Man kann Friekes Schmerz spüren und nachvollziehen. Da kommt die Möglichkeit, dem in die Vergangenheit zu entfliehen gerade recht. Was zunächst wie eine schöne Abwechslung wirkt, wird bald kompliziert, denn obwohl Ilsabeths Familie sie immer gern begrüßt, schleichen sich immer mehr judenfeindliche Aussagen in die Gespräche ein und damit ist Frieke, die weiß, was passieren wird, natürlich alles andere als einverstanden. Doch sie will auch ihre einzige Freundin nicht verlieren. Wie Maja Ilisch mit dieser Zwickmühle spielt, hat mich etwas an die Entwicklungen in “Die Welle” erinnert. Auch hier kommt am Ende ein abrupter Bruch, denn was einmal war, hat leider das Denken mancher Menschen immer noch nicht verändert. Für Leser*innen ab 10 Jahren kann diese Entwicklung ganz schön aufrüttelnd sein. Doch meiner Meinung nach, sollte die Erkenntnis besser früher als später stattfinden. Gerade in der heutigen Zeit, wo es wieder “schick” wird, Minderheiten als Sündenböcke zu benutzen und Gruppierungen auszugrenzen, die nicht ins eigenen Weltbild passen, ist das wichtiger denn je. Gerade, dass das Buch queere Menschen mit in den Fokus stellt, hat mich sehr angesprochen. Ein interessantes Buch, das Familienprobleme und die nationalsozialistische Vergangenheit und Gegenwart zu einer lesenswerten Geschichte vereint.

  • Bewertung

    5/5

    08.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Regt zum Nachdenken an

    Ich bin absolut begeistert von diesem Buch. Es ist durchweg sensibel und liebevoll geschrieben. Die Gefühle der jungen Protagonistin Frieke sind so authentisch geschildert, alles ist so detailreich beschrieben, die Atmosphäre der Szenen ist so greifbar, dass ich durchweg das Gefühl hatte mitten in der Geschichte zu sein. Es ist ein intensives Leseerlebnis, das mich manchmal zu Tränen gerührt hat. Die Worte sind perfekt gewählt, der Schreibstil ist ergreifend. Manche Szenen sind so bedrückend, dass sie mir die Luft zum Atmen genommen haben. Die Schilderungen der "netten" Familie Vossens erschüttert, macht traurig und wütend. Der Roman zeigt, wie aus Gedanken Worte werden und aus Worten Taten. Wie wichtig es ist, Zivilcourage zu zeigen. Den Mund auf zu machen, wenn andere falsche Dinge sagen. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber wir können die Gegenwart gestalten, damit wir uns in der Zukunft nicht schämen müssen. Ich fände es super, wenn das Buch in den Lehrplan aufgenommen wird. Die (jungen) Leser kommen im Laufe des Romans selbst darauf, wie wichtig es ist, jetzt auf zu stehen und sich klar gegen Rechtsextremismus zu stellen. Opfer sind nämlich nicht nur die anderen, sondern einfach alle, die irgendwie nicht in diese Ideologie passen. Diese Buch ist ebenso lesenswert für Erwachsene wie für Kinder/Jugendliche. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite sehr gerne gelesen.

  • Anja

    5/5

    02.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Reise ohne Wiederkehr

    Als Frieke in ihrer neuen Wohnung Zeichnungen von früher entdeckt, sind ihre Nöte aufgrund der neuen familiären Situation fast vergessen. Denn in dieser Welt von damals ist doch alles so viel schöner, findest du nicht? Ein Ansatz, eine Welt besser kennenzulernen, ist sich selbst in sie begeben. Nun ist das etwas schwierig, wenn zwischen dieser Welt und der eigenen etwa 100 Jahre liegen. Die Autorin hat den Weg gewählt, diese Möglichkeit über eine Zeitreise zu geben. Dabei ist die Geschichte von damals eng mit der Gegenwart verknüpft, nicht nur im Buch, sondern auch in der Realität. Die Thematik des Nationalsozialismus wird ja in Schulen behandelt, allerdings kam es mir in Erinnerung immer sehr abstrakt vor. Weil man in einer Welt lebt, in der man meist selten mit solchen Auseinandersetzungen in Kontakt kommt und Menschen überwiegend glücklicherweise ein anderes Mindset haben. Allerdings ist in den letzten Jahren leider ein deutlicher Rückschritt von der liberalen Entwicklung zu bemerken. Kindern über den Unterricht hinaus die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema vertraut zu machen und demokratische Werte zu lernen, ist daher ein guter Weg, Verständnis zu erwirken. Dieses Buch, wie andere Vertreter ebenfalls, bietet Wissen und zeigt auf, wie man sich auch in sich selbst täuschen kann. Dabei fühlt es sich nicht an wie lernen, sondern ist eine Abenteuergeschichte, die das mit mit der Gesellschaft verbindet. Ich finde das Buch gelungen, denn Lernen ist für das Leben, nicht für die Schule, ist hier ein essentieller Punkt. Gleichzeitig wird auch die aktuelle Brisanz inkludiert und die Erinnerung gestärkt. Kleines Manko für mich war nur im Schlussteil eine Reaktion, die ich mir im Gesamtbild anders gewünscht hätte, da sie meines Erachtens "sich ein Bild machen" und "sich (weiter-)bilden" hätte unterstützen können. Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch als Schullektüre geeignet wäre.

  • Laura

    5/5

    26.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wut, Zeitreisen und die Schatten der Vergangenheit ein intensives Kinderbuch mit Tiefe

    Der Einstieg in Die verborgenen Bilder ist unglaublich intensiv. Maja Ilisch gelingt es beeindruckend, die Wut, Verzweiflung und innere Zerrissenheit einer Zwölfjährigen einzufangen, deren Eltern sich gerade getrennt haben. Friekes Gefühle wirken roh, echt und schmerzhaft nahbar gerade diese emotionale Ehrlichkeit hat mich sofort gepackt. Dass es sich um ein Kinderbuch handelt, schmälert das Leseerlebnis für Erwachsene keineswegs. Im Gegenteil: Auch als erwachsene Leserin konnte ich viel mitfühlen und mitdenken. Die Trennung der Eltern, der Umzug in eine neue Wohnung, das Gefühl von Kontrollverlust – all das wird sensibel und authentisch dargestellt. Die neue Altbauwohnung birgt ein Geheimnis: Unter der Tapete kommen jahrzehntealte Zeichnungen zum Vorschein, und durch das Berühren dieser Bilder reist Frieke in die Vergangenheit. Dort trifft sie auf Ilsabeth, ein Mädchen aus den späten 1920er-Jahren, das die Zeichnungen einst geschaffen hat. Diese Zeitebenen sind gut ausgearbeitet und atmosphärisch gestaltet. Besonders gelungen ist die Idee, dass Frieke in der Vergangenheit zunächst genau das findet, was ihr in der Gegenwart fehlt: eine scheinbar heile Familie. Die historischen Elemente wirken sorgfältig recherchiert, auch wenn ich mir gerade im Hinblick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit insbesondere im Vorfeld des Nationalsozialismus – stellenweise etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Das Thema wird angerissen, aber nicht umfassend ausgeführt. Sehr positiv hervorzuheben ist, dass das Buch moderne Familienmodelle selbstverständlich integriert. Dass Friekes Vater einen Mann liebt, wird nicht problematisiert, sondern als Teil der Realität gezeigt ein wichtiges und wertvolles Signal in einem Kinderbuch. Dennoch ist es ein Buch, das man besonders mit jüngeren Leser*innen – unbedingt gemeinsam besprechen sollte. Es behandelt komplexe emotionale und historische Themen, die Raum für Austausch brauchen. Fazit: Ein emotional starkes, klug konstruiertes Kinderbuch über Wut, Verlust, Zeitreisen und das Verstehen der Vergangenheit. Anspruchsvoll, berührend und diskussionswürdig. Für mich 4 von 5 Sternen.

  • Bewertung

    aus Bergisch Gladbach

    5/5

    20.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zeitreise durch Bilder

    Das Kinderbuch "Die verborgenen Bilder" richtet sich an Kinder ab 10 Jahren. Es erzählt die Geschichte der 11-jährigen Frieke, deren Eltern sich getrennt haben und die nun mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester in eine neue Wohnung ziehen muss. Für Frieke ist dies schwer, sie ist sauer auf ihren Vater, vermisst ihn aber auch und eigentlich soll einfach alles so bleiben, wie es war. In ihrem Zimmer entdeckt sie unter der Tapete alte Zeichnungen, durch die sie in eine andere Zeit reisen kann- zur gleichaltrigen Ilsabeth, die diese Zeichnungen vor fast hundert Jahren auf die Wand gemalt hat... Der Schreibstil ist angenehm und für lesegeübte Kinder schnell lesbar, die Kapitel haben ebenfalls eine gute Länge. Man kann sich gut in die Gefühle von Frieke hineinversetzen, da sie sehr ausführlich und anschaulich geschildert werden. Für mich waren besonders die Zeitreisen in die Zwischenkriegszeit interessant, da man so durch Kinderaugen einen Blick in diese Zeit werfen konnte. Auch das Konzept der Zeitreisen fand ich spannend- allerdings hatte es in der Umsetzung für mich einige Schwachstellen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Reisen in die Vergangenheit mehr Raum einnehmen und auch ausführlicher beschrieben werden. Der Fokus lag allerdings auf Friekes gegenwärtigem Leben und den schwierigen Familienverhältnissen. So hat es auch 100 Seiten gedauert, bis überhaupt die erste Reise stattgefunden hat. Außerdem wurde häufiger auch nur zusammenfassend von ihnen erzählt, statt die Szenen dort stattfinden zu lassen. Es hätte dem Konflikt, der sich durch das Gedankengut der NS-Zeit gebildet hat, sicherlich gut getan, wenn man mehr über den Alltag der Protagonisten dieser Zeit erfahren hätte. Auch das Ende ging mir dann etwas zu schnell. Deshalb konnte mich das Buch trotz seiner schönen Grundidee leider nicht komplett überzeugen. Positiv finde ich trotzdem die Entscheidung für das Jahr 1928: Der Roman zeigt die ideologische Entwicklung vor 1933 und macht Radikalisierung als Prozess sichtbar – mit deutlichem Aktualitätsbezug. Außerdem wird das Thema Diskriminierung behandelt. Ein gewisses Vorwissen zur NS-Zeit ist allerdings unerlässlich. Für Schul- und Projektarbeit trotz angeführter Kritik empfehlenswert.

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Rita Berhausen

    Rita Berhausen

    Thalia Siegburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieses Buch hat mich zum Weinen gebracht

    Frieke musste umziehe, weil der Vater sich von der Familie getrennt hat. Im neuen, sehr alten Haus kann sie in die Zeit vor 100 Jahren zurückreisen und freundet sich da mit Ilsabeth an. Schon bald wird Frieke klar, dass die Familie ihrer Freundin, die sie selbst als herzlich und warmherzig empfindet, Anhänger Hitlers sind. Was das mit ihr in der Vergangenheit und in der Gegenwart macht, erzählt dieses Buch plausibel. Mich hat es zu Tränen gerührt.
  • Zum Bewerterprofil von Antje Bergt

    Antje Bergt

    Thalia Berlin – Tauentzienstraße

    Buchhändler*in

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    4/5

    17.07.2026

    eBook (ePUB 3)

    Früher war alles besser?

    Frieke hat es nicht leicht - ihre Eltern trennen sich, sie zieht mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in eine neue Wohnung, der Vater hat sich als schwul geoutet und zieht mit seinem Freund zusammen. Frieke fällt es schwer, die neue Lebenssituation zu akzeptieren und zudem hat sie sich noch mit ihrer besten Freundin auseinandergelebt und fühlt sich einsam und unverstanden. In der neuen Wohnung finden sie unter den alten Tapeten alte Bleistiftzeichnungen, die Frieke sofort in ihren Bann ziehen. Sie will herausfinden, wer sie gemalt hat und warum. Die Bilder ziehen sie nicht nur magisch an, sondern auch in die Vergangenheit, in der sie die Zeichnerin kennenlernt, ein Mädchen in ihrem Alter. Die beiden freunden sich an und bald verbringt Frieke mehr Zeit im Jahr 1928, als in ihrer Gegenwart. Doch es ist die Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus und Frieke muss sich bald entscheiden, wie sie mit ihrem Wissen und Gewissen umgeht... Spannend bis zum Schluss, dabei aber einfühlsam und lebensnah. Das Buch bricht eine Lanze für Toleranz und Verständnis und stellt die große Frage, was wir aus der Vergangenheit lernen können und wie wir dies in unsere Lebensrealität integrieren können. An manchen Stellen sehr plakativ, aber nie unangenehm. Super Ende, vielleicht gibt es eine Fortsetzung...?
  • Zum Bewerterprofil von Ricarda Martius

    Ricarda Martius

    Thalia Dresden – dresden.karree

    Buchhändler*in

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    4/5

    09.07.2026

    eBook (ePUB 3)

    Wie hättest du gehandelt?

    Für die Heldin Frieke bricht gerade ihre Welt zusammen, alles ist auf einmal anders. Da kommt eine Flucht aus der Gegenwart in die scheinbar sorglose Vergangenheit gerade recht. Einfühlsam erzählt Maja Ilisch von Friekes Nöten, man folgt ihr ins Jahr 1928. Bis sich auch dort der Himmel verdunkelt. Frieke ist gezwungen sich mit der Gegenwart und der Vergangenheit auseinanderzusetzten, und Stellung zu beziehen. Ein ergreifendes Kinderbuch, dass zum Nachdenken anregt und nachhallt.
  • Zum Bewerterprofil von Kerstin Hahne

    Kerstin Hahne

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

    4/5

    26.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Friekes Flucht in die Vergangenheit

    Dieses flüssig geschriebene Jugendbuch ab ca. 11 J.aufwärts von Maja Ilisch hat mehrere Themen wie Familie, Freundschaft, Querness, Zeitreisen und aufkeimender(Neo-)Nationalsozialismus, die sich stimmig in einander verschränken. Protagonistin Frieke ist tief enttäuscht und verletzt: ihre Eltern trennen sich - der Vater hat anscheinend schon länger einen gleichgeschlechtlichen Partner und er und die Mutter sind nur wegen der gemeinsamen Töchter noch zusammen geblieben. Nun aber werden Frieke, Henri und Mama in eine große Altbauwohnung ziehen und Papa mit seinem Partner zusammen sein. Frieke ist zornig auf die ganze Welt: auf Schwester Henri, (die sich auch vor einiger Zeit als lesbisch geoutet hat), auf Papa, der seinen Andreas lieber hat und auf Mama, die das alles wußte - warum kann nicht einfach alles so bleiben, wie es war...?? Dann aber findet sie unter der Tapete in ihrem neuen Zimmer alte Zeichnungen aus dem Jahr 1928 und stellt fest, das sie bei Berührung selbiger, zu deren Schöpferin (zurück)zeitreisen kann. Schnell fühlt sie sich bei dem Mädchen Ilsabeth und deren (heiler?)Familie angekommen, immer häufiger verschwindet sie nach der Schule in die damalige Zeit und versucht, antisemitische Meinungen, die Ilsabeths Familie äußert, zu ignorieren - trotz miesen Bauchgefühls. Ganz allmählich übernimmt sie die damals vorherrschenden politischen Auffassungen zu Hitler, den Juden-Anfeindungen und Verboten gleichgeschlechtlicher Liebe und riskiert eine heftige Entzweiung mit Henri, die als einzige Bescheid über ihre Zeitreisen weiß. Erst als ihr Vater + dessen Partner von Neo-Nazis krankenhausreif geschlagen werden, zieht Frieke die Konsequenzen und kehrt ein letztes Mal zu Ilsabeth zurück, um ihr von der Zukunft und Hitlers Kriegspolitik zu erzählen - was scheitert. Die Autorin hat es geschafft, Friekes Geschichte, emotional wie zeitreisentechnisch, nachvollziehbar darzustellen. Ihre Teenie-Protagonistin hat es nicht leicht, frustriert und angeschlagen teilt sie daheim auch selber aus und muss lernen/entdecken, wie unbedarft sie die die Vorstellungen der 1928er Gesellschaft übernommen hat - nur durch ihre persönliche Betroffenheit ihres Vaters wegen stellt sie sich dann ihren Problemen und beginnt, einiges in ihrem Leben wieder gerade zu rücken. Am Ende sind alle zusammen auf einer großen LGBTQIA+ Demo und das Mädchen merkt, das seine Familie nicht kaputt, sondern gewachsen ist. Gleichzeitig kann man das Buch auch als ersten Einstieg zum Thema Nationalsozialismus nutzen, da er historische Ereignisse in eine persönliche Geschichte einfügt und Anlass zu Gesprächen bieten kann.

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