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Nelka Roman | »Von der ersten Seite an war ich verzaubert, so herzzerreißend, so traurig und doch federleicht ...« Kristine Bilkau | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026

17

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

3087

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

204

Maße (L/B/H)

20,7/13/2,6 cm

Gewicht

300 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

5

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43276-1

Beschreibung

Rezension

»... Nelka setzt den ›Ostarbeiterinnen‹ ein filigranes Denkmal. Svenja Leiber erzählt ausbalanciert. ... [I]hr bewegender und bedrückender Roman [macht] Mut.« ("Berliner Zeitung")
» Nelka wird man nicht so schnell vergessen.« ("DIE ZEIT")
»Svenja Leiber ist ein grosser Roman gelungen, ein Text, der einen beim Lesen schier körperlich erfahren lässt, was es damals bedeutete, Mensch zu sein. Vor allem als Frau.« ("NZZ am Sonntag")
» Nelka … ist ein meisterhaftes Buch, präzis, anschaulich und völlig unsentimental. Gerade deshalb wühlt es auf. Die Autorin schreibt mit verblüffendem Sinn fürs sprechende Detail. Nichts wirkt angelesen. Die Konstruktion – zwei Zeitebenen, zwei Perspektiven – trägt.« ("NZZ am Sonntag")
»Ein toller, eindringlicher Roman, nach dessen Lektüre man meint, sehr viel mehr als nur schmale 200 Seiten gelesen zu haben.« ("Hamburger Abendblatt")
»Ein mutmachendes Buch auchin unserer Zeit.« ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung")
»Ein wichtiges, sehr lesenswertes Buch.
»Der Roman ist sehr gut geschrieben ...
»Präzise und poetisch ...« ("Südwestrundfunk")
» Nelka ist ein eindrucksvolles Erinnerungswerk, ein schonungslos offener Roman, dem man vor allem viele junge Leser wünscht. Ein Buch gegen das kollektive Verdrängen und Vergessen.« ("Landshuter Zeitung")

Produktdetails

Verkaufsrang

3087

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

204

Maße (L/B/H)

20,7/13/2,6 cm

Gewicht

300 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

5

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43276-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Elke

    aus Vaihingen an der Enz

    5/5

    07.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wunden heilen, aber Narben bleiben zurück

    Zwischen 1939 und 1945 werden ca. 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder, viele aus Osteuropa, ins Deutsche Reich verschleppt, um meist unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit in Fabriken und der Landwirtschaft zu leisten. Ca. 2,5 Millionen dieser Menschen überleben diese Tortur nicht (Zahlen von der Stiftung evz). Nelka ist eine Überlebende. Als Sechzehnjährige wird sie aus Lemberg verschleppt, kommt auf ein Gut in Norddeutschland. Dort werden im großen Stil Apfelbäume angebaut, etwas, womit sich Nelka auskennt, hat sich doch ihr Vater speziell mit deren Veredlung beschäftigt und das Wissen an seine Tochter weitergegeben. Es bleibt nicht aus, dass sie schon bald dem Gutsverwalter Marten ins Auge fällt. Nicht nur wegen dieser Kenntnisse. Und es kommt, wie es kommen muss. Soweit, so konventionell. Nelka überlebt, und damit wäre eigentlich alles gesagt. Aber die Geschichte kippt, als sie nach Jahrzehnten an diesen Ort zurückkehrt. So lange wurde sie von Erinnerungen an diese Zeit verfolgt, die ihr Leben seither auf verschiedenste Weise geprägt haben. Und nun will und muss sie sich nicht nur diesen stellen, die Gespenster der Vergangenheit endlich loswerden, zum Abschluss kommen. Aber das kann ihr nur durch die erneute Begegnung mit Marten gelingen. Nelkas Geschichte steht stellvertretend für das, was so viele Zwangsarbeiterinnen erlebt haben. Aber Svenja Leiber schaut genauer hin, vermeidet vordergründig das Täter/Opfer-Narrativ, indem sie die historischen Gegebenheit im Blick behält, Abhängigkeiten thematisiert, die wesentlichen Einfluss auf das Überleben in diesen Zeiten haben. Sie verharmlost nicht, konfrontiert uns mit Ausbeutung und Missbrauch, Macht und Ohnmacht, Schuld und Unschuld, beschreibt den Einfluss von Handlungen und Erlebtem auf das weitere Leben und lässt uns so mit mehr als ambivalenten Gefühlen zurück. Ein berührender Roman über ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, nicht nur historisch interessierten Leserinnen und Lesern empfohlen.

  • Donata

    aus Augsburg

    5/5

    31.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schmeckt Hoffnung nach Äpfeln?

    Ich hatte etwas Bedenken, ein Buch von der Liste zum Deutschen Buchpreis 2026 zu lesen. Diese haben sich aber schnell zerschlagen, da man Nelka gut lesen kann. Der reduzierte Schreibstil, der aber alles auf den Punkt bringt, hat in mir trotzdem (oder vielleicht deswegen) ganz viele Bilder erzeugt. Ich war regelrecht dabei und habe mit Nelka gefühlt, gebangt, gehofft... Wie mutig von ihr, nach so langer Zeit zu dem Ort zurückzukehren, an den sie im Krieg verschleppt wurde. Ich habe durch Verwandte einige Geschichten aus dem 2. Weltkrieg gehört, aber noch nie aus dieser Sicht. Wie schlimm muss es sein, als junges Mädchen/junge Frau einfach in ein anderes Land gebracht zu werden, um dort zu arbeiten. So zack, von der Straße weg. Das mag ich mir gar nicht vorstellen. Und doch habe ich es durch diesen Roman nachfühlen können. So schlimm diese Geschichte auch ist, so hoffnungsvoll ist sie auch. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich darauf einzulassen.

  • hamburg.lesequeen

    aus Bargfeld-Stegen

    5/5

    22.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zu Recht auf der Longlist 2026

    NELKA Svenja Leiber ET: 18.02.26 Es wird angenommen, dass etwa 20 Millionen Menschen für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten. Eine von ihnen ist Nelka. Sie befindet sich 1941 in Lemberg auf dem Weg zum Bäcker, als sie abgefangen und in einem Güterzug, zusammengepfercht wie Vieh, nach Deutschland deportiert wird. In Norddeutschland landet sie auf einem Gut, wo sie zunächst zur Feldarbeit gezwungen wird. Später muss sie die Verwalterfamilie im Verwalterhaus bedienen. Nelka ist wunderschön – keine besonders gute Eigenschaft in einem Krieg, in dem Frauen ihrer Schönheit wegen zur Zielscheibe werden können. Auch die Männer auf dem Gut bemerken sie, ganz besonders der Gutsverwalter Marten. Um sich seine Gunst zu sichern und gleichzeitig seiner Aufmerksamkeit zu entkommen, verrät sie ihm, wie man Apfelbäume veredelt. Diese Fähigkeit hat sie vor Jahren von ihrem Vater erlernt. Sie hilft Marten dabei, die Apfelplantagen zu planen und zu erweitern, und trägt damit unbewusst zu seinem späteren Reichtum bei. Jahre später kehrt Nelka noch einmal an den Ort des Schreckens zurück. Denn mit Marten gibt es noch eine Sache zu klären. Svenja Leiber hat hier ein ganz besonderes Buch geschrieben. Obwohl der Roman mit gerade einmal 200 Seiten eher schmal ist, musste ich beim Lesen immer wieder Pausen einlegen. Denn auch wenn die Geschichte fiktiv ist, steht sie doch stellvertretend für die vielen verschleppten Frauen, die ihre Familien zurücklassen mussten, ohne sich von ihnen verabschieden zu können. Fazit: Ein bewegendes Buch in einer wunderschönen, eindringlichen Sprache, das ein schlimmes Verbrechen an unschuldigen Menschen im NS-Regime sichtbar macht. Ein Buch über Mut und den Willen zu überleben. Zu Recht für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. Chancen auf den Buchpreis? Unbedingt! Lieblingszitat: „Es kommt ihr so unwirklich vor, es ist undenkbar, es gehört nicht ins Bild, das sie von der Unbesiegbarkeit des Reiches hatte. Jetzt sind die tausend Jahre also schon rum.“ (S. 105) Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung zum Deutschen Buchpreis @svenja_leiber und @suhrkampverlag ❤️✊

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    18.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was du nicht aussprichst, kannst du nicht vergessen

    „Nelka“ von Svenja Leiber hatte mich vom ersten Satz an in den Bann gezogen: „Sie werden sich nicht an mich erinnern. Mein Gesicht würden Sie nicht erkennen, wenn wir uns auf einer beliebigen Straße begegneten. Ich aber erinnere mich an Ihr Gesicht. Alles daran sehe ich noch heute vor mir. Nichts habe ich vergessen.“   Erzählt wird die berührende Geschichte von Nelka. Mit 16 Jahren wird sie im Jahr 1941 aus dem damals polnischen Lemberg (Lwów/Lwiw) von Soldaten mit zahlreichen Mädchen und Frauen zur Zwangsarbeit in den Westen verschleppt.   „Es scheint möglich, auf einer einzigen Reise um Jahre zu altern. Diejenigen, die als junge Mädchen in Królewska in den Waggon gestiegen waren und die für einige Tage in einem Sammellager bei Krakau bleiben mussten, sehen beim Aussteigen und Hinübergehen zum Desinfektionslager in der Nähe der Reichshauptstadt wie sehr blasse Frauen aus.“   Auf einem Gutshof in Norddeutschland müssen sie unter menschenunwürdigen Umständen körperlich schwere Arbeit verrichten. Als der junge Gutsverwalter Marten auf Nelka aufmerksam wird, nützt ihr das große Fachwissen über Obstbau, das ihr Vater ihr als erfahrener Obstbaukundler beigebracht hatte. Nelka hilft Marten, eine profitable Apfelplantage zu planen und kann sich so vor seinen Zudringlichkeiten erweren; doch die Angst ist unterschwellig immer präsent. Durch enge Freundschaften versuchen die Frauen, den permanenten Machtmissbrauch und die Gewalt zu überstehen.   „‘Was können wir tun?’, flüstert Margaryta endlich und fasst nach Nelkas Hand. ‘Hoffnung verlieren’, sagt Nelka nur. Sie zieht die Hand weg und dreht sich zur Wand. Sie hört Margaryta schluchzen.  ‘Ich meine, was sollen wir tun, Nel?’ Nelka schweigt. Denkt nach. Und dann sagt sie endlich leise zur Wand: ‘Hoffnung wiederfinden, Ryta.’“   Etwa fünfzig Jahre später kehr Nelka als alte Frau aus der Ukraine zurück auf den Gutshof, um den gealterten Marten mit der Vergangenheit zu konfrontieren – in der Hoffnung, sich von dem Trauma der Vergangenheit zu befreien.   „Es kostet zu viel, denkt sie. Diese Reise wird meine Zeit verkürzen. Aber hatte ich eine Wahl? Jede Wahl wird falsch gewesen sein. Die Sache selbst war falsch. Sie hat mich für immer erschöpft. Ich bin, denkt sie, seit damals nie wieder ganz zu Kräften gekommen. Ich habe nur weitergelebt.“   Svenja Leibers präziser, feinfühliger Stil hat mir ebensogut gefallen wie ihre Charaktere. Erst im Laufe der Erzählung fügen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem Gesamtbild zusammen.   „Über das Wichtigste hatte sie nie gesprochen. Über das, was war und was nicht hätte sein sollen, nie ein Wort.“   „Nelka“ ist ein sehr intensiver, bewegender Roman über die Schrecken des Krieges, Ausbeutung und Machtmissbrauch, der mich stark berührt hat. Nelkas Geschichte und das Schicksal der Zwangsarbeiter*innen wird sicher noch lange in mir nachhallen.   „Nelka“ ist zu Recht für den diesjährigen Deutschen Buchpreis nominiert – von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung!   Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

  • Bewertung

    5/5

    20.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wichtiges, sehr lesenswertes Buch

    Svenja Leibers „Nelka“ ist ein stiller, aber eindringlicher Roman über Zwangsarbeit, Gewalt und das lange Nachwirken von Schuld. Er erzählt ein historisches Verbrechen nicht als bloße Kulisse, sondern als tiefe Verwundung von Körpern, Biografien und Landschaften. Im Zentrum steht die 16-jährige Nelka, die 1941 aus Lemberg verschleppt und auf einem norddeutschen Gutshof zur Arbeit gezwungen wird. Leiber verbindet ihre Geschichte mit der Gegenwart: Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück und konfrontiert Marten, den früheren Gutsverwalter, mit dem, was geschehen ist. Dadurch entsteht kein linearer Abhaken-von-Ereignissen-Roman, sondern ein vielschichtiges Erzählen über Erinnerung, Verdrängung und späte Abrechnung. Besonders stark ist der Roman dort, wo er die Ausbeutung nicht nur als historische Tatsache, sondern als konkrete Erfahrung zeigt: als Übergriff, Abhängigkeit, Angst und Entwürdigung. Zugleich bleibt „Nelka“ nicht bei der Dunkelheit stehen. Immer wieder treten Momente von Solidarität, Freundschaft und Überlebenswillen hervor, die den Frauen Würde und Handlungsfähigkeit zurückgeben. Gerade das macht den Roman moralisch und literarisch überzeugend: Er blickt auf Opfer, ohne sie auf Opfersein zu reduzieren. Auch sprachlich leistet Leiber viel. Ihre Prosa ist klar, achtsam und zugleich poetisch. Der Roman ist zwar in der Anlage eher konventionell gebaut, arbeitet aber mit wechselnden Zeitebenen und Perspektiven so präzise, dass die Geschichte umso eindringlicher wirkt. Die wiederkehrenden Motive des „Pfropfens“ und des Obstanbaus verleihen dem Text zusätzlich Tiefe: Was wächst, was verletzt wird, was sich verbinden lässt und was nicht, wird zum Bild für ein Leben unter Zwang. Zusammenfassend lässt sich daher sagen: „Nelka“ ist ein wichtiges, klug komponiertes Buch über ein oft übersehenes Kapitel der NS-Geschichte. Es überzeugt weniger durch formale Experimente als durch seine Genauigkeit, seine moralische Wachheit und die Fähigkeit, großes historisches Leid in eine literarisch dichte, menschlich glaubwürdige Form zu bringen.

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Bewertungen (17)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Lukas Becker

    Lukas Becker

    Thalia Köln-Braunsfeld

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nelka - Poetische Erinnerungsarbeit

    Svenja Leiber erzählt in ihrem neuen Roman eine Geschichte, die unter die Haut geht und dort bleibt. Nelka, eine sechzehnjährige Ukrainerin aus Lemberg, wird 1941 von deutschen Soldaten verschleppt und auf einem norddeutschen Gutshof zur Zwangsarbeit gezwungen. Doch Leiber erzählt nicht von Zwangsarbeit als historisches Faktum — sie erzählt von ihr als körperliches und seelisches Trauma, das über Jahrzehnte nachwirkt. Das Besondere an diesem Roman ist die Balance zwischen Dunkelheit und Leichtigkeit. Leiber schreibt so poetisch und unsentimental zugleich, dass sie der Leserin eine Distanz ermöglicht, die das Buch trotz aller Kriegsgrauels zu einem wunderbaren Leseerlebnis macht. Nelkas Wissen über den Apfelanbau — von ihrem Vater gelernt — wird zur Waffe und zur Überlebensstrategie. Nach dem Krieg wird dieses erpresste Wissen dem Gutsverwalter zu Reichtum, während Nelka mit dem Trauma lebt. Fünfzig Jahre später kehrt Nelka zurück. Nicht zur Rache, sondern zur Heilung. Sie will sich ihrer Vergangenheit stellen und ihrem Peiniger in die Augen sehen — jetzt als freier Mensch. Leiber zeigt, wie Frauen ihre Würde bewahren: durch das, was sie wissen, durch Freundschaft, durch kleine Akte der Selbstbestimmung. Ein Roman über Weiterleben, über die Kraft, sich selbst endlich befreien zu müssen. Herzzerreißend und federleicht zugleich — eine Leseempfehlung, die nachwirkt.
  • Zum Bewerterprofil von Dagmar Küchler

    Dagmar Küchler

    Thalia Mayersche Essen Innenstadt

    Buchhändler*in

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    5/5

    14.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Poetisch, traurig, schön

    Sehr einfühlsam erzählt Svenja Leibers vom Schicksal „Nelkas“, die als 16-Jährige 1941 von deutschen Soldaten aus Lemberg verschleppt und auf einem Gutshof in Norddeutschland zur Zwangsarbeit verpflichtet wird. Ihr profundes Wissen über den Apfelanbau erweckt schnell die Aufmerksamkeit des Gutsverwalters, der jedoch ebenso zusehends an ihrem Körper interessiert ist. Auf einer zweiten Zeitlinie kehrt Nelka nach fünfzig Jahren zum Gutshof zurück und sucht das Gespräch mit ihrem damaligen Peiniger. Die Schilderungen der Gräueltaten während des Krieges sind zwar bedrückend, doch Leiber gelingt es, der düsteren Atmosphäre durch ihre poetische Sprache eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen. Für mich ist es ein trauriger, aber wunderschöner Roman, meisterhaft komponiert, der noch lange nachhallt.
  • Zum Bewerterprofil von Sophie von Lenthe

    Sophie von Lenthe

    Buchhandlung Isartal Ebenhausen

    Buchhändler*in

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    5/5

    23.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindringlich, poetisch, berührend

    Als 16-Jährige wird Nelka 1941 von deutschen Soldaten aus Lemberg nach Deutschland verschleppt, wo sie auf einem Gutshof Zwangsarbeit leisten muss. Nur ihr profundes Wissen über den Apfelanbau, das sie von ihrem Vater gelernt hat, hilft ihr zu überleben. Fünfzig Jahre später kehrt Nelka nach Deutschland zurück – zurück auf den Gutshof, auf dem sie so viel erleiden musste –, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Svenja Leiber schreibt so einfühlsam, poetisch und zugleich unsentimental, dass sie mir als Leserin eine Distanz ermöglicht, die das Buch trotz allen Kriegsgrauens zu einem wunderbaren und zutiefst bewegenden Leseerlebnis macht. Das muss man erst einmal schaffen.
  • Zum Bewerterprofil von Milehi Kiatkoh

    Milehi Kiatkoh

    Thalia Nürnberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    08.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Natur spricht die Wahrheit – Menschen müssen sie erst lernen

    Leiber erzählt von Zwangsarbeit nicht als historisches Faktum, sondern als körperliches und seelisches Trauma, das über Jahrzehnte nachwirkt. Nelka kehrt 50 Jahre später an den Ort ihres Leidens zurück — nicht zur Rache, sondern zur Heilung. Der Roman zeigt, wie Frauen ihre Würde bewahren durch das, was sie wissen (Nelkas Apfelanbau-Wissen), durch das, was sie teilen (Freundschaft mit Gonda), und durch das, was sie sich selbst geben (ein heimliches Bad im Teich als Akt der Selbstbestimmung). Das Buch ist eine Erinnerungsarbeit — gegen das Vergessen, gegen die Verwischung von Untaten, gegen die Auslöschung von Frauenleben, die ausgebeutet wurden. Gleichzeitig ist es ein Roman über Weiterleben, über die Kraft, sich selbst endlich befreien zu müssen. Herzzerreißend, poetisch und doch federleicht! Leseempfehlung!
  • Zum Bewerterprofil von Sonja Köln

    Sonja Köln

    Thalia Cloppenburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    08.03.2026

    eBook (ePUB)

    Beeindruckend

    Realistisch und sehr tiefgründig geschrieben. Tatsächlich sollte man sich an all die Menschen erinnern, die überall auf der Welt nicht nur in Kriegszeiten, zur Zwangsarbeit genötigt wurden und damit für den Rest ihres Lebens klar kommen müssen. Svenja Leiber hat dieses Thema sehr mutig und feinfühlig aufgegriffen. Sehr beeindruckend und nachhallend.

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