Produktbild: Elbland

Elbland Roman | »Claudia Rikl schreibt mit großer Empathie und Leidenschaft über die Lebenslügen einer leidgeprüften Generation und das erdrückende Erbe des Ungesagten.« Kristina Hauff

86

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

47066

Erscheinungsdatum

12.03.2026

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

3434 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783843738521

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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47066

Erscheinungsdatum

12.03.2026

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Ullstein Ebooks

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352 (Printausgabe)

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1. Auflage

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Deutsch

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9783843738521

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  • Bellis-Perennis

    aus Wien

    5/5

    19.06.2026

    eBook (ePUB 3)

    Auf den Spuren der Vergangenheit

    Claudia Rikl ist, wie sie erzählt, zu diesem historischen Roman durch ihre eigene Familiengeschichte inspiriert worden. Die Autorin nimmt ihre Leserschaft in drei Zeitebenen (1945/1987 und Gegenwart) in die Geschichte einer dysfunktionalen Familie mit, die vor allem durch Sprachlosigkeit und fehlender Herzenswärme gezeichnet ist. Der Roman ist die Geschichte eines Traumas, das am Ende des Zweiten Weltkrieges beginnt und über die Jahrzehnte wie eine schwärende Wunde keine Heilung erfährt, erfahren kann, weil Mutter Irma über die Ereignisse nicht sprechen kann. Weder mit ihrem Ehemann noch mit ihren Töchtern Nina und Katja. 1987, nach einem Sommerurlaub an Irmas Geburtsort Arnau, heute Hostinné, in der damaligen Tschechoslowakei, bei der die Familie entdeckt, dass ihre Mutter fließend tschechisch spricht, geschieht einiges Unvorhergesehenes, über das geschwiegen wird. Warum stellt niemand die Frage nach den Sprachkenntnissen? Tschechisch ist ja nicht unbedingt eine Sprache, die man nebenher lernt. Wenig später zerreißt es die fragile Familie endgültig, wie wenig später die DDR. Katja macht im Westen Karriere und der Ehemann verlässt den traurigen Rest seiner Familie. Nina, die ältere der Schwestern kümmert sich um ihre Mutter, die zusehends immer tiefer in Depressionen versinkt. Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse stets zugunsten jener der Mutter zurück. Nur einmal, hat sie sich durchgesetzt. Statt Medizin zu studieren, ist sie Schauspielerin geworden. Als die unnahbare Irma stirbt, fällt ihre Tochter Nina selbst in ein tiefes schwarzes Loch. Obwohl, oder vielleicht genau deswegen, weil die Belastung, ihre depressive Mutter zu pflegen, wegfällt, rebelliert ihr eigenen Körper. Nina verliert das wichtigste Instrument einer Schauspielerin - ihre Stimme. Krank geschrieben, stöbert sie in der Hinterlassenschaft und findet ein paar vergilbte Fotos und ein Rechenbuch. Neugierig macht sie sich auf eine Reise nach Tschechien, um den wenigen Spuren, die ihre Mutter hinterlassen hat, zu folgen. Meine Meinung: Obwohl ich natürlich aus zahlreichen Biografien bzw. historischen Romanen und Zeitzeugenberichten weiß, was in den Tagen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit der deutschstämmigen Bevölkerung in der Tschechoslowakei passiert ist, ist es dennoch sehr interessant zu lesen, was Irma als Kind erlebt hat. In abwechselnden Rückblenden erfahren wir Details aus Irmas Kindheit und welche Dynamik aus der Tragödie entwickelt hat. Dieses transgenerationale Trauma, das auch beinahe Ninas Leben zerstört hat. Gleichzeitig eröffnet diese Reise nach Arnau, dem heutigen Hostinné, die Möglichkeit, einer Versöhnung der beiden Schwestern. Beide haben die jeweils andere als bevorzugtes Kind gefunden sowie des Verrats schuldig am Zerwürfnis verdächtigt. Dass hier ganz andere Mechanismen im Spiel sind, ist ihnen nicht bewusst. Für mich, die sich schon länger mit Epigenetik und transgenerationalen Traumata beschäftige, ist die Auflösung sehr gut gelungen. Allerdings liegt vor den beiden noch ein langer Weg, mit den neuen Erkenntnissen umgehen zu lernen und eine neue Beziehung zueinander aufzubauen. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen unausgesprochene Wahrheiten haben können. Vor allem kleine Kinder nehmen an, zum Beispiel an einer Trennung der Eltern „schuld“ zu sein, oder es „verdient“ zu haben, dass das Geschwisterkind augenscheinlich mehr geliebt wird als es selbst. Hier wären die Erwachsenen gefordert, den Kleinen zu helfen, in dem sie ihnen Vertrauen und Liebe schenken. Doch das ist ihnen oft, wie im Fall von Irma, nicht möglich, weil sie selbst emotional bedürftig sind. Die Charaktere wirken authentisch, vor allem weil sie kaum eine emotionale Bindung zueinander aufbauen können. Auch die eine oder andere Leserin wird hier ihre Schwierigkeiten haben, Zuneigung oder Nähe zu den Figuren zu entwickeln. Das ist für mich aber die große Kunst der Autorin, keine rührselige Geschichte zu erzählen, sondern eine doch sachliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auszufechten. Fazit: Gerne gebe ich dieser komplexen Familiengeschichte 5 Sterne.

  • Magdalena

    aus Köln

    5/5

    28.04.2026

    eBook (ePUB 3)

    Das Trauma einer Vertriebenen

    Elbland von Claudia Rikl ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Es hat mich tief berührt, und ich möchte es euch ans Herz legen. Das Buch spielt auf drei Zeitebenen: In der Gegenwart, im Jahr 1945 und 1987. Im Mittelpunkt des Romans stehen Nina und ihre Mutter Irma. Nina, um die 50, ist Theaterschauspielerin in Leipzig. Nach dem Tod ihrer Mutter Irma verliert sie ihre Stimme, die HNO-Ärztin diagnostiziert eine stressbedingte psychogene Aphonie und schreibt sie für eine Woche krank. Nina beschließt, nach Hostinné ins Sudetenland zu fahren, wo ihre Mutter geboren ist und wohin sie im Jahr 1987 in den letzten gemeinsamen Familienurlaub gefahren sind. Die Herkunft der Mutter wurde in der Familie nie thematisiert. Nina ist überrascht, als sie mitbekommt, dass ihre Mutter Tschechisch spricht. Irma war ihr Leben lang sehr in sich gekehrt und ließ niemanden an sich heran. Als die Töchter erwachsen wurden, hat ihr Mann sie verlassen, da er mit ihrer emotionalen Distanz nicht länger leben konnte. Die jüngere Tochter Katja hat im Westen Karriere gemacht und ist nur selten zu Besuch gekommen, was ihre Schwester Nina ihr übel genommen hat. In den Kapiteln aus dem Jahr 1945 lesen wir, was damals in Böhmen passiert ist, als Irma sieben Jahre alt war. Die Familie gehörte der deutschen Minderheit an, sie besaß eine Textilfabrik. Nach der deutschen Kapitulation wurden die Deutschen, die noch in Böhmen lebten, in Lager verfrachtet. Die furchtbaren Erlebnisse der Siebenjährigen im Lager hatten Auswirkungen auf ihr ganzes Leben, und Nina bekommt endlich eine Erklärung für das Verhalten ihrer Mutter. Ich interessiere mich sehr für Geschichten von Vertriebenen, und auch diese hat mich tief berührt. Es macht mich traurig zu lesen, wie grausam Menschen zu Menschen waren, die eine andere Nationalität oder einen anderen Glauben hatten. Noch trauriger macht es mich, dass sich in den letzten achtzig Jahren nicht viel daran geändert hat. Ich hätte gern mehr über Irmas Leben nach 1945 erfahren, vor allem wie und wann sie aus dem Lager in Olesovice nach Leipzig gekommen ist. Gerne vergebe ich fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Reader1965

    aus Hamburg

    3/5

    14.03.2026

    eBook (ePUB 3)

    Unbewältigte Vergangenheit

    In "Elbland" erzählt Claudia Rikl vom Verlust der Heimat und den Folgen - auch für spätere Generationen. Als ihre Mutter stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren an deren Seite fühlt sie sich verloren & haltlos und eine Reise im die Heinat ihrer Mutter soll Klarheit über Familie & Konflikte bringen. Warum wurde das Leben der Mutter von Traurigkeit & Einsamkeit bestimmt? Warum teilt sie keine Erinnerungen mit den Töchtern? Woher kommen das Schweigen & das Verdrängen? Warum kann Nina Nähe nur schwer zulassen? Claudia Rikl greift mit Heimat & Traumata wichtige Themen auf, die mich persönlich sehr interessieren. Der Schreibstil gefällt mir und das Buch lässt sich gut & leicht lesen. Mir gefällt auch, dass auf drei Zeitebenen erzählt wird: 2. Weltkrieg, 1987 & Gegenwart. Viele Themen werden angerissen, jedoch teilweise nicht vertieft. Die Charaktere waren für mich nicht richtig greifbar. Ihr Handeln konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Grob wird die Thematik schon vermittelt & die Konflikte sind spürbar, aber für mich sind Fragen offen geblieben & wichtige Ereignisse werden mir zu knapp abgehandelt. Ich hätte mir mehr zu den Lebensumständen & Gefühlen und den Konflikten der Mutter & den beiden Schwestern gewünscht. Beispiele möchte ich nicht nennen, um nicht zu viel der Geschichte zu verraten. Dennoch ist es ein lesenswertes Buch, auch wenn es meine (vielleicht zu hohen) Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.

  • Bewertung

    Orell Füssli Book Circle Community

    5/5

    13.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    hat mich berührt

    Ein wunderbares Buch, hat mich sehr berührt und angesprochen. Sehr lesenswert! Worum geht es? Zitat Klapptext/Buchvorstellung Als ihre Mutter Irma stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren des Ausharrens an der Seite dieser gebrochenen Frau ist sie plötzlich frei und fühlt sich verlorener denn je. Um wieder festen Grund zu finden, reist sie ins tschechische Riesengebirge, wo die Familie ihren letzten gemeinsamen Urlaub verbracht hat. Nina will ergründen, was die Familie damals auseinandertrieb – und was das Land für sie bereithält, das ihre Mutter einst Heimat nannte: Böhmen. So tiefsinnig wie schwebend schön ergründet Claudia Rikl, was beim Verlassen der Heimat zurückbleibt und was uns das Bleiben kostet. »Claudia Rikl schreibt mit großer Empathie und Leidenschaft über die Lebenslügen einer leidgeprüften Generation und das erdrückende Erbe des Ungesagten.« Kristina Hauff

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    5/5

    23.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Berührende Story

    »Sie sammelt Kraft. »Meine Mutter war Sudetendeutsche.« Das Wort klingt trotzig, derb. Nach Draußenstehen, nach Fremdsein.« (Seite 165) - Als Irma stirbt, begibt sich Nina, eine ihrer beiden Töchter, auf Spurensuche, die auch ein bisschen die Suche nach ihr selbst beinhaltet, nachdem sie sich jahrelang verpflichtet gefühlt hat, Irma beizustehen, sodass ihr eigenes Leben auf der Strecke blieb. Zeit ihres Lebens war die Mutter stumm, was ihre Kindheit betrifft, ihre Heimat in Böhmen Nina unbekannt. Wer war die Frau, die zwei Kinder großgezogen hat und ihnen dennoch bis zuletzt fremd geblieben ist? - »Zweiunddreißig Jahre, in denen Nina allein mit einer unlösbaren Aufgabe zurückgeblieben war: dafür zu sorgen, dass Mutti ihr Leben erträgt.« (Seite 37) - Der Autorin Claudia Rikl ist mit dem vorliegenden Buch etwas gelungen, was selten bei mir geschieht. Sie hat es geschafft, die Gefühlslage der Hauptfigur so abzubilden, dass diese auf mich abfärbte. So habe ich zu Beginn des Romans eine Distanz verspürt, die Nina zueigen ist, die anfangs sogar dazu geführt hat, dass ich mich abgekoppelt fühlte, obwohl die Geschichte doch ziemlich emotional ist. Dies war wichtig und richtig, um zu verstehen, wie einschneidend die Kindheit der Mutter war, welche Auswirkungen deren Erlebnisse besonders auf die ältere Tochter hatten, aber natürlich auch die Jüngste. - »Da ist auch eine Traurigkeit, die tiefer ist als die, die sie in den letzten Tagen gespürt hat, größer, monströser. Schmerz, der nicht ihrer ist und doch immer da war, der nie heilen konnte. Der verborgen liegt im tiefen Graben ihrer Vorgeschichte.« (Seite 239) - Erst im weiteren Verlauf wurde ich mit der Erzählung warm, habe zusammen mit Nina das Geheimnis ihrer Mutter gelüftet, erfuhr Fakten und Hintergründe, war bewegt, erschrocken, traurig und wütend, aber oft auch den Tränen nah. Je näher sich Nina der Lösung näherte, desto mehr bewegte mich der Roman, aus Abstand wurde Nähe, mit dem Verstehen kam letztendlich Akzeptanz. Kurz vor dem Finale war ich total aufgelöst, das Ende ließ mich weinend lächeln, nun waren Nina und ich am Ziel. Gerne empfehle ich dieses wunderbare Buch weiter.

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    Ulrike von Bargen

    Thalia Bad Godesberg

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    4/5

    08.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr bewegend!

    Als ihre Mutter Irma stirbt, fällt Tochter Nina in ein großes Loch. Sie, die Schauspielerin,droht ihre Stimme zu verlieren und muss bei den Proben eine Zwangspause einlegen. Sie spürt, dass es ihre Aufgabe ist, dem Leben ihrer Mutter, geprägt durch die traumatischen Erlebnisse während der Flucht aus Böhmen, nachzuspüren. Nina reist an den Ort, an dem es in ihrer Kindheit zu einem Zerwürfnis kam. Alles fügt sich nun nach und nach zusammen, Dinge, über die nie gesprochen wurde, fügen sich zusammen. Ein emotionaler, atmosphärischer und sprachlich wunderbar zu lesender Roman über die Langzeitwirkung von Familiengeheimnissen und die erlösende Wirkung, wenn es gelingt diese ans Tageslicht zu holen.

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