Produktbild: Aus dem Dachfenster die Wolken sehen

Aus dem Dachfenster die Wolken sehen Roman

3

17,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

1923 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783835393189

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

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Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

1923 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783835393189

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  • Bewertung

    5/5

    25.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Scharfe Beobachtungsgabe trifft Feinfühligkeit

    Tagtäglich beobachtet die Ich-Erzählerin, die in einem Café arbeitet, eigentlich jedoch vom Schreiben eines Romans träumt, die Gäste im Café und fragt sich, was für ein Leben diese wohl führen. Diesen flüchtigen, zufällig wirkenden Momenten entspricht auch die episodenhafte Struktur des Romans. Die einzelnen Szenen und Detailbeobachtungen lassen sich schnell lesen und ziehen gewissermaßen wie Wolken vorbei, jedoch nicht, ohne in Erinnerung zu bleiben oder einen inneren Zusammenhang zu enthalten. Die Autorin schafft es herausragend, implizit und leise Gesellschaftskritik durch bloße Beobachtungen des Alltagslebens zu üben, wodurch diese umso eindrücklicher gelingt. Es werden existenzielle Fragen behandelt, denen sich die Ende-zwanzig-jährige Erzählerin als Frau ausgesetzt fühlt: Was möchte ich eigentlich vom Leben und was ist überhaupt möglich in einer immer noch patriarchal geprägten Gesellschaft – abseits der traditionellen Lebensschemata? Insbesondere geht es um die Frage: Will ich ein Kind? Und wenn ja, beruht die Entscheidung wirklich auf meinem Willen oder auf meiner Sozialisierung? Durch imaginierte Gespräche mit einem zukünftigen Kind versucht die Erzählerin, Antworten zu bekommen. Aufgedeckt werden die immer noch bestehenden, konventionellen Rollenbilder, die sie an den Frauen in ihrem Umfeld, etwa an ihrer Schwester oder ihrer Mutter erkennt: »Irgendwann fragte ich sie, warum sie meinen Vater weggeschickt hatte. Sie sagte: ›Es ist schlimmer, wenn jemand da ist, der dich unterstützen könnte und es nicht tut, als, wenn du einfach allein bist‹« (Buchzitat). Auch sie selbst lächelt, funktioniert im Job, trotz einer inneren Leere. Die eigene, unterschwellig stets präsente Wut über soziale Ungleichheit wird heruntergeschluckt. Die Routinearbeit im Café ist ihr andererseits ein Trost, der ihr Sicherheit in ihrem Zustand existenzieller Unsicherheit gibt. Trotz des Schwankens zwischen Zweifeln, Arbeit, Geldsorgen und dem Zeitdruck hinsichtlich wichtiger Lebensentscheidungen wird jedoch auch immer wieder eine Hoffnungsquelle spürbar: der Zusammenhalt unter Frauen. Während sich bei den meisten Frauen im Alter der Protagonistin alles um Männer dreht, sehnt sich diese nach der früheren Tiefe weiblicher Beziehungen. Mittlerweile jedoch sind Männer im Hintergrund stets anwesend, nehmen Raum ein, egal ob Manspreader in der Bahn, Autoren in der Literaturgeschichte oder Männer in alltäglichen Gesprächen unter Frauen. Die Autorin schafft es auf wunderbar sensible Weise, die Bedeutung weiblichen Zusammenhalts herauszustellen und plädiert dafür, sich am Ende des Tages die fürsorgliche Frage zu stellen, wie es einem selbst geht und wovon man eigentlich wirklich träumt. Ein sehr empfehlenswertes Buch.

  • Bewertung

    4/5

    19.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein ganz besonderes Buch

    „Manchmal kommt mir mein Leben viel zu klein vor: arbeiten, einkaufen, kochen, essen, schlafen, repeat.“ Die 30-jährige Ich-Erzählerin beschreibt ihren Alltag, sie arbeitet in einem Café, ist eigentlich Schriftstellerin, aber findet keinen Weg zum Schreiben. Und sie betrachtet das Leben der Anderen. Minutiös schildert sie ihren banalen Alltag, ihre unbefriedigende Tätigkeit, die belanglosen Gespräche mit Mutter und Schwester. In erbarmungsloser Einfachheit fliegen einem die Sätze um die Ohren, es ist als werde der Alltag seziert, in kleine Stücke zerlegt, denen die Verbindung fehlt. Alltagsschnipsel aus dem Leben „perfekter“ Instagram-Frauen, gescheiterten Dates, Paaren mit Kindern, Träume von einem glücklichen Leben. Die Erzählerin weiß nicht wo sie hingehört und wo sie hinwill. Sie führt einen Monolog mit ihrem fiktiven Kind und weiß doch überhaupt nicht, ob sie wirklich ein Kind möchte. Erst als ihre Schwester zu ihr zieht, die ihren Mann verlassen hat, findet sie Struktur in ihrem Leben und ist in der Lage Entscheidungen zu treffen. Die Autorin schreibt mitten aus dem Leben von Frauen, den sozialen Erwartungen, dem Druck, den Frauen sich selber machen sowie den Dauerbelastungen in der Rolle als Frau und Mutter. Mich hat vor allem der collagenhafte Schreibstil fasziniert, der diesen Alltag sowie die Gedanken der Protagonistin abbildet. Ein ganz besonderes Buch.

  • los_lesen

    3/5

    17.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wohin soll die Reise gehen?

    Im Mittelpunkt steht eine namenlose Ich-Erzählerin, die kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag steht und nicht so recht weiß, wohin ihr Leben eigentlich führen soll. Sie möchte schreiben, arbeitet jedoch in einem Café und bewegt sich innerlich ständig zwischen verschiedenen Möglichkeiten und Lebensentwürfen. Ein bisschen dies, ein bisschen das – aber irgendwie nie ganz. Gerade weil heute scheinbar alles möglich ist, scheint für sie nichts wirklich greifbar zu werden. Als ihre Schwester nach einer gescheiterten Ehe mitsamt Kind bei ihr einzieht, wird sie zusätzlich mit den unterschiedlichsten Vorstellungen von Familie, Beruf, Unabhängigkeit und Zukunft konfrontiert. Doch in keinem dieser Modelle findet sie sich wirklich wieder. Der Roman begleitet die Protagonistin dabei in kurzen, beinahe blitzlichtartigen Momentaufnahmen durch ihr Leben. Die einzelnen Textpassagen wirken oft sprunghaft und lassen viel Raum für eigene Gedanken zu Themen wie Selbstbestimmung, Beziehungen oder gesellschaftlichen Erwartungen. Genau diese Erzählweise hat es mir allerdings erschwert, der Ich-Erzählerin wirklich nahe zu kommen. Man beobachtet sie mehr, als dass man sie versteht. So wie die Protagonistin die Menschen in ihrer Umgebung betrachtet. Lange bleibt unklar, was sie eigentlich möchte oder wohin ihr Weg führen soll. Erst gegen Ende beginnt sie langsam, ihr Leben selbst mehr in die Hand zu nehmen, statt nur den anderen beim Leben zuzusehen. Selene Mariani schreibt ruhig, feinfühlig und sehr beobachtend. Viele Gedanken der Protagonistin wirken ehrlich und nachvollziehbar. Gleichzeitig blieb die emotionale Distanz für mich über weite Strecken bestehen, wodurch mich die Geschichte nicht vollständig erreichen konnte. Fazit: Eine Geschichte über innere Zerrissenheit und die Frage, wohin das eigene Leben eigentlich führen soll, mit einer Hauptprotagonistin die bis zum Ende schwer greifbar bleibt.

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    3/5

    18.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nachdenklich und lebensnah, aber ohne den letzten Funken

    Mit “Aus dem Dachfenster die Wolken sehen” legt Selene Miriani einen ruhigen, fein beobachteten Roman vor, der sich mit den großen Fragen unserer Zeit beschäftigt: Wie wollen wir leben? Welche Erwartungen prägen unsere Entscheidungen? Und was bedeutet ein erfülltes Leben jenseits gesellschaftlicher Vorstellung? Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die kurz vor ihrem 30. Geburtstag beginnt, Ihre eigenen Wünsche und Lebensentwürfe zu hinterfragen. Dabei verwebt die Autorin Themen wie Kinderwunsch, Familie, Partnerschaft und Selbstbestimmung zu einer Geschichte, die viele Leser*innen in ihren eigenen Gedankenwelten abholen dürfte. Besonders gelungen sind die alltäglichen Beobachtungen und die authentische Darstellung von Unsicherheiten und Lebensumbrüchen. Mariani schreibt klar und unaufgeregt, lässt ihren Figuren Raum und vertraut auf die Wirkung leiser Töne. Gerade darin liegt auch ein kleiner Schwachpunkt des Romans. Obwohl die behandelnden Themen viel Potential bieten und zum Nachdenken anregen, blieb für mich eine gewisse emotionale Distanz bestehen. Die Geschichte hat mich interessiert, aber nicht vollständig berührt. Es fehlte jener besondere Moment, der eine gute Lektüre zu einer unvergesslichen macht. Dennoch ist “Aus dem Dachfenster die Wolken sehen” ein lesenswerter Roman für alle, die charakterorientierte Gegenwartsliteratur schätzen und Freude an leisen, reflektieren Geschichten haben. Ein Buch, das wichtige Fragen stellt und Denkanstöße liefert – auch wenn der letzte Funke bei mir nicht ganz übergesprungen ist.

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