Produktbild: Oktoberfest

Oktoberfest Ein Spaziergang auf der Wiesn | | "In Sargnagels Provokationen steckt jede Menge Herzlichkeit. Niemand beleidigt so menschenfreundlich wie diese Frau." SRF 2 Kultur

3

14,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

19912

Erscheinungsdatum

14.08.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

96 (Printausgabe)

Dateigröße

2159 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783644026735

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ePUB

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Verkaufsrang

19912

Erscheinungsdatum

14.08.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

96 (Printausgabe)

Dateigröße

2159 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783644026735

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  • Majo C.

    aus Wien

    4/5

    14.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Beste das Deutschland je passiert ist

    Mit ihrem gewohnten Witz und einer großen Portion Schamlosigkeit nimmt uns Sargnagel durch ihre Worte mit nach München und schreibt alles nieder, von den Aggregatszuständen der Männer beim Saufen und Schnackseln und fantastischen bis realitätsbefreiten Beobachtungen der breiten und immer breiter werdenden Masse auf der Theresienwiese. Clever, humorvoll und gerade ausgedacht genug, dass man sich als Normalsterbliche:r beim Thema Oktoberfest nicht zugrunde langweilt – weil am Ende des Tages passiert dort auch nichts, was meine Welt tatsächlich bewegen würde (außer natürlich die Sargnagel schreibt darüber). Auch wenn das Thema an sich, losgelöst von der Autorin, weit außerhalb meines Interessensgebiets fällt, ist es doch gut zu wissen, dass es zum Beispiel die Rosa Wiesn gibt und was dort außer Brezen gegessen wird. Damit ist dieses Buch die einzige Art und Weise auf die ich mit dieser Veranstaltung etwas zu tun haben und darüber lernen möchte, das aber dafür unbedingt. Irritiert hat mich der zweite Teil, der dann nicht mehr viel mit dem Oktoberfest an sich zu tun hat und der nahtose Übergang davon, dass Sargnagel ihren Traumprinzen zum schwanger werden sucht und dann mit einem auf Reise ist. Eignet sich hervorragend als Lektüre für Zugfahrten und als Geschenk an Menschen, denen man sonst Socken, Grillschürzen oder Schnapsgläser in Bierkrugoptik schenken würde sowie intellektuelle Literaturinteressierte.

  • Johanna

    aus München

    3/5

    10.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Mythos in der Groteske

    Weil das Oktoberfest nie auserzählt ist und das Immer-Gleiche sich in immer neuen Variationen zu einem Mythos aufgebaut hat, braucht auch die Gegenwartsliteratur einen Wiesnbesuch. Rustikal und derb darfs ruhig sein und zum Lachen aus sicherem Abstand. Gleich zu Beginn betont die Sargnagelstefe, ihr seien „Volksfeste dieser Art nicht unbekannt. […] Nationalstolz, Alkoholmissbrauch und Übergriffe kennt man in der geliebten Heimat von Kindheit an.“ Der Unterschied sei, dass kein FPÖ-Mann vorne stehe und über den Islam schimpfe. Staunen wird sie dann über das Ausmaß des Exzesses. Zwei Wochen lang stand Stefanie Sargnagel nicht nur am Wiesnrand, sondern auch im biersumpfigen Zelt, am Kotzhügel, im Flohzirkus und vor der Toilettentür und verdichtete dann das Ergebnis ihrer teilnehmenden Beobachtung des seltsamen Gebarens der hiesigen und auswärtigen Erdbewohner mit kenntnisreichem feministisch-satirischen Blick, scharf, unappetitlich, ordinär (wie sonst?). Dass die Beschreibung bei Sargnagel genauso drastisch und grotesk ausfällt wie das Geschehen da unten auf der Theresienwiese, ist für Sargnagel-Leserinnen eh selbstverständlich. Sehr treffende Beobachtungen (ins Absurde verzerrt) gelingen ihr immer wieder: zum Beispiel beim Aufmascheln der Wiesngängerinnen, denen in Friseursalons pseudobayerische Frisuren gedrechselt werden: „Kordelzöpfe, Gretchenschwänze, Kränze, Gräten, Kronen, Dutte, Bauerntaue, Wasserfälle, Schnecken. Selbst die Wimpern werden eingeflochten. Ganze Frauengruppen, bestehend aus Töchtern, Tanten und Großmüttern, lassen sich ineinander verknüpfen, bis sie sich in einen großen deutschen Zopf mit zappelnden kleinen Gliedmaßen verwandeln, der wie ein Rattenkönig Richtung Festgelände wackelt.“ Sargnagels Ausrüstung für die Expedition ist ebenso bemerkenswert. Neben dem obligatorischen Wegwerfdirndl aus Polyester wird die Berichterstatterin von einer Freundin mit „Pfefferspray, Gleitgel, Pflaster, Notrufnummern für Sexualstraftaten“ ausgestattet. Den Traumprinzen, den sie sich erhofft hat, wird sie da nicht finden. Es geht halt um den Rausch, die schnelle Nummer und eigenartige Attraktionen. Teufelsrad-Moderatoren werfen mit zotigen sexistischen Kommentaren um sich. Achtzehnjährige Polizisten-Bürscherln überbieten sich im Festnehmen, besonders von Cannabis-Konsumenten (denn Rauschgift ist hier nicht erlaubt). Irgendwann werden mir die Monstrositäten dann doch zu viel. Das Amüsement hält sich in Grenzen. Das Immer-Gleiche kann auch langweilen. Noch mehr im zweiten Teil, der ihren Besuch in Bayreuth dokumentiert. Einst (2016) im Auftrag der Zeit verfasst geht es hier um das Befremden im Angesicht der verknöcherten Wagner-Hochkultur, aber eigentlich ums pausenlose Essen, mit dem Sargnagel der Kultur ausweicht, mit der sie nichts anfangen kann (Buch-Füllstoff?). Viel besser, versponnener, geschickter ins Groteske kippend und zugespitzter ist ihre Satire „Opernball“ (2026). Auch das amerikanische Reisetagebuch „Iowa“ (2023) hat mir gefallen.

  • Bewertung

    aus Waldkraiburg

    1/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Oktoberfestbesucher - das "abartige Wesen"

    Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein Spießer und selbst eher mal für anzügliche oder unpassende Kommentare unrühmlich bekannt. Aber was Frau Sprengnagel (alias Sargnagel) hier zu Papier bringt, ist jenseits jedes toleranten Geschmacks. Wer eine humorvoll überzogene Satire über Sitten und Unsitten der Wies'n erwartet wird enttäuscht. In beispiellos ordinärer, geschmackloser Weise werden auch die positivsten Seiten in den Dreck gezogen. Da wird aus jedem Wiesenbesucher, insbesondere den Bayern, ein dumpfer, besoffener, sexsüchtiger Volltrottel mit Hang zur Glorifizierung des Nationalsozialismus und ohne Kontrolle über Speichelfluss, Harn- und Stuhldrang. Polizisten werden ausnahmslos als unreife (18jährige), gewalttätige Sadisten beschrieben, die das Oktoberfest benutzen um ihre Brutalo-Phantasien straflos auszuleben. Aus dem weltberühmten Trachten- und Schützenzug, Präsentation des Brauchtums zahlreicher deutscher Regionen und internationaler Gäste, wird die Wiederauferstehung von Nazi-Aufmärschen. Die zig tausenden Zuschauer beschreibt sie als grölenden pöbelnden, die eigenen Kinder vernachlässigenden Mob. Dass es bei dieser Riesenveranstaltung negative Auswüchse gibt, ist mir, jahrzehntelang als Polizist auch auf der Wies'n im Einsatz, durchaus bewusst und (unangenehm) bekannt. Wer als unbedarfter Leser auf dieses unsägliche Werk stößt und es für bare Münze nimmt, wird sicher keinen Schritt mehr auf die Münchner Theresienwiese setzen. Frau Sargnagel konzentriert sich, wohl aus Publicity-Gründen, nur auf die übelsten denkbaren Vorkommnisse und nimmt freudig selbst daran teil. Kein Wort darüber, dass bei jährlich 6 bis 8 Millionen Besuchern über 90 Prozent einfach nur Spaß mit der Familie, Freunden, Arbeitskollegen haben wollen und auch haben. Und auch die wenigsten der zugegebenermaßen zahlreichen Betrunkenen mutieren automatisch zu kotzenden, urinierenden, "gehirnamputierten" Sexualverbrechern. Der zweite Teil des Buches, über die Bayreuther Wagner-Festspiele ,ist zwar nicht mehr so vulgär wie die Schilderung der Wiesen, zieht aber auch bar jeden Sachverstandes alles an dieser weltberühmten Veranstaltung in den Dreck. Mein (persönliches!) Fazit: Das hat nichts mit Satire oder Comedy zu tun, sondern ist eine unappetitliche Aneinanderreihung von Obszönitäten. (Ob ich noch weitere Werke der immerhin preisgekrönten Autorin, in Hoffnung auf einen anderen Stil, lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht (hoffentlich) war "Oktoberfest" nur eine einmalige "Entgleisung" ...

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  • Zum Bewerterprofil von Michael Schenkl

    Michael Schenkl

    Thalia Regensburg – Donau-Einkaufszentrum

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    5/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Oktoberfest

    Stefanie Sargnagel knöpft sich in ihrem neuen Buch zwei "typisch deutsche" Kulturinstitutionen vor, die gegensätzlicher nicht sein könnten: das namensgebende Oktoberfest und im zweiten Kapitel die Bayreuther Festspiele. Wie gewohnt wird das Ganze zwar gnadenlos ironisch überspitzt, aber mehr als ein Fünkchen Wahrheit ist definitiv drin. Und gerade diese Mischung aus für jedermann augenblicklich überprüfbarer Wahrheit und dem unvergleichlichen schwarzen Humor und Sarkasmus macht den besonderen Lesespaß aus.
  • Zum Bewerterprofil von Lukas Becker

    Lukas Becker

    Thalia Köln-Braunsfeld

    Buchhändler*in

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    4/5

    18.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Oktoberfest - Extremsport auf den Wiesn

    Dieses mal nimmt Stefanie Sargnagel uns mit auf eine Höllenfahrt ins Paradies — und es ist herrlich. Mit ihrer gewohnten Sarkasmus-Dichte und schwarzem Humor beobachtet sie das Münchner Oktoberfest nicht als Touristin, sondern als anthropologische Forscherin im Dirndl. Sie dokumentiert den kontrollierten Wahnsinn: Männer in Aggregatszuständen, die Theresienwiese als Bühne der Exzesse, die Rosa Wiesn neben den Bierzelten. Das Genie liegt darin, dass Sargnagel das Absurde nicht erfinden muss — sie muss es nur aufschreiben und dabei so clever kommentieren, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt. Wer das Oktoberfest selbst für eine Zumutung hält, wird hier endlich verstanden. Wer es liebt, wird sich selbst wiedererkennen. Und wer sich dafür nicht interessiert, wird trotzdem nicht langweilen — weil Sargnagel schreibt darüber. Das reicht völlig aus. Ein kurzes, präzises Buch über Rausch, Wahnsinn und die liebenswerten Gemeinsamkeiten von Österreich und Bayern. Und nach drei Tagen Durchhalten bekommen wir noch einen Text über Wagner-Festspiele in Bayreuth ... Herrlich!

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