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Produktbild: Oktoberfest
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Artikelbild von Oktoberfest
Stefanie Sargnagel

1. Oktoberfest

Oktoberfest Ein Spaziergang auf der Wiesn

Gesprochen von
2
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Stefanie Sargnagel

Spieldauer

1 Stunde und 36 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

08.10.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

30

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732486878

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Stefanie Sargnagel

Spieldauer

1 Stunde und 36 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

08.10.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

30

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732486878

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  • Johanna

    aus München

    3/5

    10.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Mythos in der Groteske

    Weil das Oktoberfest nie auserzählt ist und das Immer-Gleiche sich in immer neuen Variationen zu einem Mythos aufgebaut hat, braucht auch die Gegenwartsliteratur einen Wiesnbesuch. Rustikal und derb darfs ruhig sein und zum Lachen aus sicherem Abstand. Gleich zu Beginn betont die Sargnagelstefe, ihr seien „Volksfeste dieser Art nicht unbekannt. […] Nationalstolz, Alkoholmissbrauch und Übergriffe kennt man in der geliebten Heimat von Kindheit an.“ Der Unterschied sei, dass kein FPÖ-Mann vorne stehe und über den Islam schimpfe. Staunen wird sie dann über das Ausmaß des Exzesses. Zwei Wochen lang stand Stefanie Sargnagel nicht nur am Wiesnrand, sondern auch im biersumpfigen Zelt, am Kotzhügel, im Flohzirkus und vor der Toilettentür und verdichtete dann das Ergebnis ihrer teilnehmenden Beobachtung des seltsamen Gebarens der hiesigen und auswärtigen Erdbewohner mit kenntnisreichem feministisch-satirischen Blick, scharf, unappetitlich, ordinär (wie sonst?). Dass die Beschreibung bei Sargnagel genauso drastisch und grotesk ausfällt wie das Geschehen da unten auf der Theresienwiese, ist für Sargnagel-Leserinnen eh selbstverständlich. Sehr treffende Beobachtungen (ins Absurde verzerrt) gelingen ihr immer wieder: zum Beispiel beim Aufmascheln der Wiesngängerinnen, denen in Friseursalons pseudobayerische Frisuren gedrechselt werden: „Kordelzöpfe, Gretchenschwänze, Kränze, Gräten, Kronen, Dutte, Bauerntaue, Wasserfälle, Schnecken. Selbst die Wimpern werden eingeflochten. Ganze Frauengruppen, bestehend aus Töchtern, Tanten und Großmüttern, lassen sich ineinander verknüpfen, bis sie sich in einen großen deutschen Zopf mit zappelnden kleinen Gliedmaßen verwandeln, der wie ein Rattenkönig Richtung Festgelände wackelt.“ Sargnagels Ausrüstung für die Expedition ist ebenso bemerkenswert. Neben dem obligatorischen Wegwerfdirndl aus Polyester wird die Berichterstatterin von einer Freundin mit „Pfefferspray, Gleitgel, Pflaster, Notrufnummern für Sexualstraftaten“ ausgestattet. Den Traumprinzen, den sie sich erhofft hat, wird sie da nicht finden. Es geht halt um den Rausch, die schnelle Nummer und eigenartige Attraktionen. Teufelsrad-Moderatoren werfen mit zotigen sexistischen Kommentaren um sich. Achtzehnjährige Polizisten-Bürscherln überbieten sich im Festnehmen, besonders von Cannabis-Konsumenten (denn Rauschgift ist hier nicht erlaubt). Irgendwann werden mir die Monstrositäten dann doch zu viel. Das Amüsement hält sich in Grenzen. Das Immer-Gleiche kann auch langweilen. Noch mehr im zweiten Teil, der ihren Besuch in Bayreuth dokumentiert. Einst (2016) im Auftrag der Zeit verfasst geht es hier um das Befremden im Angesicht der verknöcherten Wagner-Hochkultur, aber eigentlich ums pausenlose Essen, mit dem Sargnagel der Kultur ausweicht, mit der sie nichts anfangen kann (Buch-Füllstoff?). Viel besser, versponnener, geschickter ins Groteske kippend und zugespitzter ist ihre Satire „Opernball“ (2026). Auch das amerikanische Reisetagebuch „Iowa“ (2023) hat mir gefallen.

  • Bewertung

    aus Waldkraiburg

    1/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Oktoberfestbesucher - das "abartige Wesen"

    Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein Spießer und selbst eher mal für anzügliche oder unpassende Kommentare unrühmlich bekannt. Aber was Frau Sprengnagel (alias Sargnagel) hier zu Papier bringt, ist jenseits jedes toleranten Geschmacks. Wer eine humorvoll überzogene Satire über Sitten und Unsitten der Wies'n erwartet wird enttäuscht. In beispiellos ordinärer, geschmackloser Weise werden auch die positivsten Seiten in den Dreck gezogen. Da wird aus jedem Wiesenbesucher, insbesondere den Bayern, ein dumpfer, besoffener, sexsüchtiger Volltrottel mit Hang zur Glorifizierung des Nationalsozialismus und ohne Kontrolle über Speichelfluss, Harn- und Stuhldrang. Polizisten werden ausnahmslos als unreife (18jährige), gewalttätige Sadisten beschrieben, die das Oktoberfest benutzen um ihre Brutalo-Phantasien straflos auszuleben. Aus dem weltberühmten Trachten- und Schützenzug, Präsentation des Brauchtums zahlreicher deutscher Regionen und internationaler Gäste, wird die Wiederauferstehung von Nazi-Aufmärschen. Die zig tausenden Zuschauer beschreibt sie als grölenden pöbelnden, die eigenen Kinder vernachlässigenden Mob. Dass es bei dieser Riesenveranstaltung negative Auswüchse gibt, ist mir, jahrzehntelang als Polizist auch auf der Wies'n im Einsatz, durchaus bewusst und (unangenehm) bekannt. Wer als unbedarfter Leser auf dieses unsägliche Werk stößt und es für bare Münze nimmt, wird sicher keinen Schritt mehr auf die Münchner Theresienwiese setzen. Frau Sargnagel konzentriert sich, wohl aus Publicity-Gründen, nur auf die übelsten denkbaren Vorkommnisse und nimmt freudig selbst daran teil. Kein Wort darüber, dass bei jährlich 6 bis 8 Millionen Besuchern über 90 Prozent einfach nur Spaß mit der Familie, Freunden, Arbeitskollegen haben wollen und auch haben. Und auch die wenigsten der zugegebenermaßen zahlreichen Betrunkenen mutieren automatisch zu kotzenden, urinierenden, "gehirnamputierten" Sexualverbrechern. Der zweite Teil des Buches, über die Bayreuther Wagner-Festspiele ,ist zwar nicht mehr so vulgär wie die Schilderung der Wiesen, zieht aber auch bar jeden Sachverstandes alles an dieser weltberühmten Veranstaltung in den Dreck. Mein (persönliches!) Fazit: Das hat nichts mit Satire oder Comedy zu tun, sondern ist eine unappetitliche Aneinanderreihung von Obszönitäten. (Ob ich noch weitere Werke der immerhin preisgekrönten Autorin, in Hoffnung auf einen anderen Stil, lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht (hoffentlich) war "Oktoberfest" nur eine einmalige "Entgleisung" ...

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Michael Schenkl

    Michael Schenkl

    Thalia Regensburg – Donau-Einkaufszentrum

    Buchhändler*in

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    5/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Oktoberfest

    Stefanie Sargnagel knöpft sich in ihrem neuen Buch zwei "typisch deutsche" Kulturinstitutionen vor, die gegensätzlicher nicht sein könnten: das namensgebende Oktoberfest und im zweiten Kapitel die Bayreuther Festspiele. Wie gewohnt wird das Ganze zwar gnadenlos ironisch überspitzt, aber mehr als ein Fünkchen Wahrheit ist definitiv drin. Und gerade diese Mischung aus für jedermann augenblicklich überprüfbarer Wahrheit und dem unvergleichlichen schwarzen Humor und Sarkasmus macht den besonderen Lesespaß aus.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    4/5

    12.10.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    In Deckung...

    Auf Lesereise unterwegs, liegt das Oktoberfest quasi um die Ecke. Die Österreicherin Stefanie Sargnagel stattet der Großveranstaltung einen Besuch ab. Mit der offenbar unverzichtbaren Wiesn-Ausrüstung am Leib und im Gepäck erzählt sie von den Ursprüngen, beschreibt Location und Menschen unverblümt und mit genüsslicher Süffisanz. Kein Anreiz, selbst dorthin einen Fuß zu setzen, aber ach, wie unterhaltsam! Danach geht’s für mehrere Tage in Begleitung nach Bayreuth auf den Grünen Hügel. Zum Kontrastprogramm gehört unter anderem eine Schlachtplatte beim Griechen, und dass die ZEIT das alles bezahlt, wird sicherheitshalber gleich mehrfach erwähnt. Sargnagels Beobachtungen sorgen auch hier für Verwunderung bis Heiterkeit. Von der Autorin höchstselbst gelesen, amüsant.
  • Zum Bewerterprofil von Lukas Becker

    Lukas Becker

    Thalia Köln-Braunsfeld

    Buchhändler*in

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    4/5

    18.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Oktoberfest - Extremsport auf den Wiesn

    Dieses mal nimmt Stefanie Sargnagel uns mit auf eine Höllenfahrt ins Paradies — und es ist herrlich. Mit ihrer gewohnten Sarkasmus-Dichte und schwarzem Humor beobachtet sie das Münchner Oktoberfest nicht als Touristin, sondern als anthropologische Forscherin im Dirndl. Sie dokumentiert den kontrollierten Wahnsinn: Männer in Aggregatszuständen, die Theresienwiese als Bühne der Exzesse, die Rosa Wiesn neben den Bierzelten. Das Genie liegt darin, dass Sargnagel das Absurde nicht erfinden muss — sie muss es nur aufschreiben und dabei so clever kommentieren, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt. Wer das Oktoberfest selbst für eine Zumutung hält, wird hier endlich verstanden. Wer es liebt, wird sich selbst wiedererkennen. Und wer sich dafür nicht interessiert, wird trotzdem nicht langweilen — weil Sargnagel schreibt darüber. Das reicht völlig aus. Ein kurzes, präzises Buch über Rausch, Wahnsinn und die liebenswerten Gemeinsamkeiten von Österreich und Bayern. Und nach drei Tagen Durchhalten bekommen wir noch einen Text über Wagner-Festspiele in Bayreuth ... Herrlich!

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