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Nachsommer Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Akzeptabel

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

19.08.2019

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

19/12,3/1,7 cm

Gewicht

167 g

Auflage

2

Originaltitel

Sensommar

Übersetzt von

Karl-Ludwig Wetzig

Sprache

Deutsch

EAN

2710004538437

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

19.08.2019

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

19/12,3/1,7 cm

Gewicht

167 g

Auflage

2

Originaltitel

Sensommar

Übersetzt von

Karl-Ludwig Wetzig

Sprache

Deutsch

EAN

2710004538437

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Amsterdamer Straße 192
50735 Köln
DE
herstellung@dumont.de

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Kain und Abel...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 31.05.2018

Bewertungsnummer: 3029994

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein letzter Abend im Sommerhaus seiner Kindheit - bald muss Olof die Villa in den südfinnischen Schären für immer verlassen. Carl, sein jüngerer Bruder, hat sie von der Mutter vermacht bekommen - er, der stetes ihr Liebling war und in dessen Schatten Olof bis heute steht.   “Ich bin durch sämtliche Zimmer gegangen, habe ein kurioses Ding nach dem andern in die Hand genommen, sie eine Weile darin gewogen und dann wieder zurückgestellt. Sie lassen sich nicht retten. Auf eine eigenartige Art hängt jedes einzelne von ihnen mit den anderen zusammen. Wenn man sie voneinander trennt, werden sie absurd und bedeutungslos.” (S. 17)   Nicht allein deshalb verbindet die Brüder eine komplizierte Beziehung, geprägt von Konkurrenz und unausgesprochenen Konflikten, deren Wurzeln bis weit zurück in ihre Jugend reichen. Jahrelang gingen sich die beiden aus dem Weg, und als sie nun am Sterbebett der Mutter wieder aufeinander treffen, steigern sich die Spannungen zwischen ihnen erneut. Erzählt wird hier zum einen von dem Zusammentreffen der Brüder am Sterbebett der Mutter, gemeinsam mit einigen anderen Figuren, von dem Alltag drumherum mit Bootstouren, Angelausflügen und Gewitterabenden, zum anderen von ausgewählten Episoden aus ihrer Vergangenheit. Dabei erfolgt die Verschränkung der Zeitebenen so gekonnt, dass durch den Kontrast der alten, kaum vernarbten und immer noch nachwirkenden Verletzungen sowie des aggressiven Schweigens der Brüder in der Gegenwart der Eindruck einer Eskalation in Zeitlupe entsteht.   “Weißt du noch, dass Vater genau auf dieselbe Art gestorben ist?”, fragte ich ihn. Er schraubte den Schlüssel fest um die obere Mutter, hob den Hammer und schwang ihn ein paarmal urch die Luft. “Und du willst behaupten, du weißt es noch, oder was?” Ich fragte mich, wie er wissen konnte, dass ich es nicht mehr wusste. “Ich bin schließlich en par Jahre älter als du.” Er lachte trocken auf, ein Schnaufen. “Halt fest!” - “Wo?” Er deutete auf den Schaft des Schraubenschlüssels. “Den muss man wohl kaum festhalten, oder?” Er sah mir direkt in die Augen. “Hast du Schiss?” Ich hockte mich hin, packte den Schaft so nah wie möglich an der Mutter. “Du bist doch weggerannt, zum Teufel”, sagte er. Dann pfiff es dicht an meinem Kopf vorbei. Der Hammer traf mit einem Knall eine Daumenbreite von meinen Händen entfernt auf." (S. 48 f.)   Johan Bargum präsentiert in diesem schmalen Roman eine Familiengeschichte von existenzieller Wucht, die einen ungeheuren Sog entwickelt. Jede Rückblende und jede kleine Enthüllung in der Gegenwart wandelt und vervollständigt das Wesen der Figuren. So empfindet man schlussendlich sogar für Olofs zornigen und ungerechten Bruder Carl zunehmend Sympathie, da sein Charakter nicht nur Härte ausstrahlt, sondern letztlich auch Hilflosigkeit. Olof fungiert hier als nüchterner Ich-Erzähler, der Stil ist klar, schlicht und schnörkellos. Die geschilderten subtilen Dramen werden nahezu beiläufig berührt, ebenso wie die existenziellen Fragen, die dadurch aufgeworfen werden: ‘Weiß man eigentlich jemals, was vor sich geht?’ Vieles schwingt zwischen den Zeilen mit und macht das Lesen dadurch um so vieles intensiver, als es die bloßen Worte könnten. Johan Bargum, der zu den bekanntesten Autoren Finnlands zählt, erscheint hier als Meister der Reduktion. In wenigen Strichen entwirft er eine ungeahnt intensive Erzählung, häufig durchzogen von einem melancholischen Ton, jedoch auch von unerwartet heiteren und leichtfüßigen Szenen. Das Ende ist offen, lässt mich aber nicht unzufrieden zurück. Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit lassen sich nicht ausräumen und wiedergutmachen, was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Einzig gilt, sich nicht vor dem Leben zu verstecken. Für mich eine überraschend bereichernde Lektüre! © Parden  

Kain und Abel...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 31.05.2018
Bewertungsnummer: 3029994
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein letzter Abend im Sommerhaus seiner Kindheit - bald muss Olof die Villa in den südfinnischen Schären für immer verlassen. Carl, sein jüngerer Bruder, hat sie von der Mutter vermacht bekommen - er, der stetes ihr Liebling war und in dessen Schatten Olof bis heute steht.   “Ich bin durch sämtliche Zimmer gegangen, habe ein kurioses Ding nach dem andern in die Hand genommen, sie eine Weile darin gewogen und dann wieder zurückgestellt. Sie lassen sich nicht retten. Auf eine eigenartige Art hängt jedes einzelne von ihnen mit den anderen zusammen. Wenn man sie voneinander trennt, werden sie absurd und bedeutungslos.” (S. 17)   Nicht allein deshalb verbindet die Brüder eine komplizierte Beziehung, geprägt von Konkurrenz und unausgesprochenen Konflikten, deren Wurzeln bis weit zurück in ihre Jugend reichen. Jahrelang gingen sich die beiden aus dem Weg, und als sie nun am Sterbebett der Mutter wieder aufeinander treffen, steigern sich die Spannungen zwischen ihnen erneut. Erzählt wird hier zum einen von dem Zusammentreffen der Brüder am Sterbebett der Mutter, gemeinsam mit einigen anderen Figuren, von dem Alltag drumherum mit Bootstouren, Angelausflügen und Gewitterabenden, zum anderen von ausgewählten Episoden aus ihrer Vergangenheit. Dabei erfolgt die Verschränkung der Zeitebenen so gekonnt, dass durch den Kontrast der alten, kaum vernarbten und immer noch nachwirkenden Verletzungen sowie des aggressiven Schweigens der Brüder in der Gegenwart der Eindruck einer Eskalation in Zeitlupe entsteht.   “Weißt du noch, dass Vater genau auf dieselbe Art gestorben ist?”, fragte ich ihn. Er schraubte den Schlüssel fest um die obere Mutter, hob den Hammer und schwang ihn ein paarmal urch die Luft. “Und du willst behaupten, du weißt es noch, oder was?” Ich fragte mich, wie er wissen konnte, dass ich es nicht mehr wusste. “Ich bin schließlich en par Jahre älter als du.” Er lachte trocken auf, ein Schnaufen. “Halt fest!” - “Wo?” Er deutete auf den Schaft des Schraubenschlüssels. “Den muss man wohl kaum festhalten, oder?” Er sah mir direkt in die Augen. “Hast du Schiss?” Ich hockte mich hin, packte den Schaft so nah wie möglich an der Mutter. “Du bist doch weggerannt, zum Teufel”, sagte er. Dann pfiff es dicht an meinem Kopf vorbei. Der Hammer traf mit einem Knall eine Daumenbreite von meinen Händen entfernt auf." (S. 48 f.)   Johan Bargum präsentiert in diesem schmalen Roman eine Familiengeschichte von existenzieller Wucht, die einen ungeheuren Sog entwickelt. Jede Rückblende und jede kleine Enthüllung in der Gegenwart wandelt und vervollständigt das Wesen der Figuren. So empfindet man schlussendlich sogar für Olofs zornigen und ungerechten Bruder Carl zunehmend Sympathie, da sein Charakter nicht nur Härte ausstrahlt, sondern letztlich auch Hilflosigkeit. Olof fungiert hier als nüchterner Ich-Erzähler, der Stil ist klar, schlicht und schnörkellos. Die geschilderten subtilen Dramen werden nahezu beiläufig berührt, ebenso wie die existenziellen Fragen, die dadurch aufgeworfen werden: ‘Weiß man eigentlich jemals, was vor sich geht?’ Vieles schwingt zwischen den Zeilen mit und macht das Lesen dadurch um so vieles intensiver, als es die bloßen Worte könnten. Johan Bargum, der zu den bekanntesten Autoren Finnlands zählt, erscheint hier als Meister der Reduktion. In wenigen Strichen entwirft er eine ungeahnt intensive Erzählung, häufig durchzogen von einem melancholischen Ton, jedoch auch von unerwartet heiteren und leichtfüßigen Szenen. Das Ende ist offen, lässt mich aber nicht unzufrieden zurück. Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit lassen sich nicht ausräumen und wiedergutmachen, was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Einzig gilt, sich nicht vor dem Leben zu verstecken. Für mich eine überraschend bereichernde Lektüre! © Parden  

schönes, ruhiges Lesevergnügen

Edith Berger am 20.03.2018

Bewertungsnummer: 388380

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist lange her, seit Olof seinen jüngeren Bruder Carl das letzte Mal gesehen hat. Vor Jahren ist Olof mit seiner Frau und seinen Söhnen nach Amerika ausgewandert. Ungleich höhere Karrierechancen waren wohl der Hauptgrund für diese Entscheidung. Nun liegt Carls und Olofs Mutter im Sterben. Olof fliegt mit seiner Familie nach Finnland zurück. Trotz ihrer Trauer sind die Erinnerungen an ihre stete Rivalität, ihre Reibereien und Auseinandersetzungen sofort wieder präsent. Auch ihre Träume und Versäumnisse drängen sich ins Bewusstsein. Eine Klärung ihrer schwierigen Beziehung scheint unausweichlich.

schönes, ruhiges Lesevergnügen

Edith Berger am 20.03.2018
Bewertungsnummer: 388380
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist lange her, seit Olof seinen jüngeren Bruder Carl das letzte Mal gesehen hat. Vor Jahren ist Olof mit seiner Frau und seinen Söhnen nach Amerika ausgewandert. Ungleich höhere Karrierechancen waren wohl der Hauptgrund für diese Entscheidung. Nun liegt Carls und Olofs Mutter im Sterben. Olof fliegt mit seiner Familie nach Finnland zurück. Trotz ihrer Trauer sind die Erinnerungen an ihre stete Rivalität, ihre Reibereien und Auseinandersetzungen sofort wieder präsent. Auch ihre Träume und Versäumnisse drängen sich ins Bewusstsein. Eine Klärung ihrer schwierigen Beziehung scheint unausweichlich.

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Nachsommer

von Johan Bargum

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Maren Oberwelland

Thalia Varel

Zum Portrait

5/5

Die leisen Töne

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Nachsommer" von Joha Bargum hat mich auf ganzer Linie überzeugt und einmal mehr gezeigt, dass der Mareverlag einfach großartige Bücher macht. Bargum erzählt eine große Geschichte in leisen Tönen und macht sie dadurch nur noch größer. Zwei Brüder, so unterschiedlich und doch so gleich, die Vergangenheit, die einen immer irgendwann einholt und Kinder, die den eigenen Blick schärfen. Mit 140 Seiten ist "Nachsommer" eines der wenigen Bücher, die es schaffen mit wenigen Worten so viel zu sagen. Ich bin begeistert, meine absolute Leseempfehlung!
  • Maren Oberwelland
  • Buchhändler/-in

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Die leisen Töne

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"Nachsommer" von Joha Bargum hat mich auf ganzer Linie überzeugt und einmal mehr gezeigt, dass der Mareverlag einfach großartige Bücher macht. Bargum erzählt eine große Geschichte in leisen Tönen und macht sie dadurch nur noch größer. Zwei Brüder, so unterschiedlich und doch so gleich, die Vergangenheit, die einen immer irgendwann einholt und Kinder, die den eigenen Blick schärfen. Mit 140 Seiten ist "Nachsommer" eines der wenigen Bücher, die es schaffen mit wenigen Worten so viel zu sagen. Ich bin begeistert, meine absolute Leseempfehlung!

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P. Kurbach

Thalia Osnabrück

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5/5

Abschied und Neubeginn in den Schären.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kleiner, feiner Familienroman, der nur eine Sommer dauert. Dafür aber alte Wunden aufreisst und schliesst. Erzählt in Worten,welche die Phantasie beflügeln und eigene Bilder schaffen.
  • P. Kurbach
  • Buchhändler/-in

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Abschied und Neubeginn in den Schären.

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Kleiner, feiner Familienroman, der nur eine Sommer dauert. Dafür aber alte Wunden aufreisst und schliesst. Erzählt in Worten,welche die Phantasie beflügeln und eigene Bilder schaffen.

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Nachsommer

von Johan Bargum

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