Nur einen Moment lang hat Naomi nicht auf ihren einjährigen Sohn Uri aufgepasst, und schon hört sie Geschrei unten auf der Straße, ein Teenager ist von einem herabstürzenden Hammer erschlagen worden. Schnell begreift sie, dass ihr Sohn den Hammer des anwesenden arabischen Handwerkers vom Balkon gestoßen haben muss. Sofort wird dieser verdächtigt, und als Naomi das Missverständnis nicht gleich auflöst und später in der Hoffnung, die Schuldgefühle loszuwerden, mit ihrer Familie von Tel Aviv nach Lagos zieht, entspinnt sich ein immer dichteres Netz aus Unwahrheiten und Unausgesprochenem.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ich konnte zu Beginn kaum weiterlesen, so unerträglich fand ich Naomis Verhalten. Sie und ihr Mann Juval verstricken sich immer weiter in ihren Lügen und Taten, geflohen und gefangen in ihrer Abwärtsspirale. „Diese Autorin kennt die menschlichen Abgründe nur zu genau" so der ORF2.
Israel: Naomi hat einen Moment nicht auf ihren einjährigen Sohn aufgepasst, als durch Geschrei unten auf der Straße erkennbar wird, dass ein Jugendlicher von einem vom Balkon gefallenen Hammer erschlagen wurde. Schnell wird der Mutter klar, dass der kleine Uri das Werkzeug des arabischen Handwerkers hinuntergestoßen haben muss…..
Eine große Empfehlung!
Bewertung
5/5
03.02.2026
eBook (ePUB)
1. erfahrung
Bin begeistert mit dem lesen mit E-Book. Buch ist speziell und bis zum Schluss spannend, werde später ein weiteres Buch dieser Schriftstellerin lesen. .einmal ganz etwas anderes.!!
speedy208
Book Circle Community
5/5
21.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flucht nach vorn - nutzlos!
Ein modernes Sittengemälde der heutigen Zeit - aus Israel. Aber das hätte überall spielen können, denn Vorurteile sind an kein Land gebunden. Am Anfang war ich gar nicht begeistert - das Einzige, was mir gefiel, war eben das Cover mit dem Schwan. Und als ich die ersten Seiten las, dachte ich: “Oh nein, ein Baby, seine Mutter und der Handwerker!” Aber dann bekam das Buch Action, Spannung und man konnte es nicht mehr weglegen. Der Schwan als Symbol der Aufrichtigkeit, des Stolzes, der Reserviertheit, aber auch der Aggressivität, wenn man ihm zu nahe kommt.
Der Stein des Anstosses war eben das Kurz-aus-den-Augen-Verlieren ihres knapp anderthalbjährigen Sohns der jungen Mutter Naomi. Damit wurde quasi eine unglückliche, verhängnisvolle Lawine an Missverständnissen ausgelöst, die schliesslich die junge Familie ins Ausland - sprich Afrika - “fliehen” liessen, um der Schmach, der Scham, der Schuldgefühle zu entgehen. Das half zwar nur vordergründig, aber die Schuld blieb.
Der kleine Uri krabbelt Richtung Balkon, wo der arabische Handwerker seine Werkzeugtasche offen liess. Dieser ist kurz ausgetreten, Balkon und Tasche unbeaufsichtigt, das Baby neugierig, stösst irgendwie an einen Hammer, der sich Richtung Brüstung absetzt und 4 Stockwerke runterfällt. Ausgerechnet auf den Kopf eines 16jährigen russischstämmigen Jungen, der blau macht, also die Schule schwänzt, der Sohn eines Gemüsehändlers um die Ecke. Dieser stirbt, die Passanten schreien, schauen nach oben, wissen, dass da ein arabischer Handwerker tätig ist. Die Ambulanz kommt, der tödlich getroffene Junge wird mitgenommen und die Nachbarn reden von “Terroristen”. Zufällig kommt der 10jährige Sohn des Handwerkers vorbei und wird - als Araber - sofort attackiert, obwohl er nur seinem Vater, dem Handwerker, sein Mittagessen vorbeibringen wollte. Uris Mutter Naomi ist sich bewusst, wer schuld war am Unfall, informiert zwar ihren Mann Juval, der bald kommt, aber nicht die Polizei, der sofort auftaucht und den unschuldigen arabischen Familienvater verhaftet. Die Spannung wächst, die Umgebung ändert und man spürt deutlich die Vorurteile der Juden (in Israel) gegenüber ihren arabischen Landsleuten, die Sündenböcke für alles, quasi der Abschaum, mit dem man nichts zu tun haben will, man ist ja um vieles besser als diese “Terroristen”.
In Afrika ist Naomi zum Nichtstun verdammt, freundet sich in der jüdischen und der englischen Community mit anderen an, während Uri nach dem Vorfall zuhause Alpträume hat, die er nicht erklären kann, weswegen die Eltern eine jüdische Psychologin aufsuchen. Diese kann zwar helfen, aber sie und Juval, der Ehemann, sind alte Vertraute, sie war seine Geliebte. Wieder ein Spannungspunkt. Nachdem sein Sohn “geheilt” ist, lässt sich Juval behandeln. Naomi stattdessen macht Freiwilligenarbeit in einem Kinderheim, wo sie eine reiche, arrogante Afrikanerin kennenlernt, die Naomi wiederum von oben herab behandelt (“diese Weissen”). Obwohl sie sich dann anfreuden, endet die Freundschaft abrupt nach einem verhängnisvollen Essay der Afrikanerin, die in London studiert hat, im “Guardian”, weswegen Juval quasi wieder pseudoversetzt wird. Und immer wieder bekommt das Ehepaar Drohbriefe und -anrufe aus Israel. Dabei hat sich ja vor ihrem Umzug nach Afrika ja das Missverständnis geklärt, aber der älteste Sohn des arabischen Handwerkers fordert Schadenersatz, tyrannisiert die Familie - auch aus der Ferne.
Atmosphärisch sehr gelungener, bedrückender Roman, wo Religion, Tradition, Politik, Vorurteile, Bildung, Klassendenken spürbar wird - ob in dieser oder jener Richtung. Hätte nicht erwartet, dass mich das so packt.
TontoM
aus Luxemburg
5/5
17.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefe Abgründe
Dem Leser tun sich bei der Lektüre unerhörte Abgründe auf. Wie gehen wir mit unserer Hilflosigkeit und Verletzlichkeit und den damit verbundenen Ängsten um? Fünf Minuten der Unaufmerksamkeit verändern und zerstören einige Leben. Fremde Menschen begegnen sich erstmalig, oder vertraute Freunde treffen nach langer Zeit unerwartet wieder aufeinander und versuchen, an die verlorene Nähe anzuknüpfen.
Die Psychologin AGG trifft den Leser sehr tief, wenn er sich der Frage stellen muss, warum sind uns manche Kinder so unsympathisch und wann und warum werden Kinder böse. Der Höhepunkt des Buches läuft jedoch auf die Schilderung eines Tabubruches (S. 253 ff.) hinaus, den die meisten von uns nicht einmal zu denken wagen. Wie weit zensiert man sich gedanklich selbst?
Ich fand den Kontext der Handlung herausfordernd: die tief gespaltene israelische Gesellschaft mit ihrer Chancenungleichheit, die israelische Militärhilfe in Afrika oder historische Bezüge zum Ugandaplan der Briten.
AGG hat wieder ein starkes Buch geschrieben, in dem es um Vertrauen und verlorenes Vertrauen geht.
TontoM
aus Wolsfeld
5/5
17.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefe Abgründe Dem Leser tun…
Tiefe Abgründe Dem Leser tun sich bei der Lektüre unerhörte Abgründe auf. Wie gehen wir mit unserer Hilflosigkeit und Verletzlichkeit und den damit verbundenen Ängsten um? Fünf Minuten der Unaufmerksamkeit verändern und zerstören einige Leben. Fremde Menschen begegnen sich erstmalig, oder vertraute Freunde treffen nach langer Zeit unerwartet wieder aufeinander und versuchen, an die verlorene Nähe anzuknüpfen. Die Psychologin AGG trifft den Leser sehr tief, wenn er sich der Frage stellen muss, warum sind uns manche Kinder so unsympathisch und wann und warum werden Kinder böse. Der Höhepunkt des Buches läuft jedoch auf die Schilderung eines Tabubruches (S. 253 ff.) hinaus, den die meisten von uns nicht einmal zu denken wagen. Wie weit zensiert man sich gedanklich selbst? Ich fand den Kontext der Handlung herausfordernd: die tief gespaltene israelische Gesellschaft mit ihrer Chancenungleichheit, die israelische Militärhilfe in Afrika oder historische Bezüge zum Ugandaplan der Briten. AGG hat wieder ein starkes Buch geschrieben, in dem es um Vertrauen und verlorenes Vertrauen geht.
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5/5
24.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was wäre gewesen, wenn...
Eigentlich ein Unglücksfall, als der herabstürzende Hammer einen jungen Mann erschlägt, aber von einer gewissen Brisanz, da der Arbeiter, der zu diese Zeit auf dem besagten Balkon gearbeitet hat, ein Araber ist, und der zu Tode kommende Jugendliche ein Jude. Nur dass es gar nicht der Arbeiter war, sondern das Kleinkind Uri, das den Hammer vom Balkon hinuntergestoßen hat, während seine Mutter Naomi in der Wohnung war. Erst Tage später, als vieles schon seinen Gang geht, schafft sie es, die Wahrheit zu sagen. Aber da ist es für viele schon zu spät. Wie in all ihren Romanen versteht es Gundar-Goshen, menschliche Abgründe spannend zu erzählen. Es ist immer der eine falsche Weg, in den abgebogen wird, die eine Lüge, die alles zum Einsturz bringt und das eine Missverständnis, das nie geklärt wird. Ein fesselndes Psychodrama über Schuld und Zerwürfnisse im Schatten politischer Ereignisse.
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5/5
29.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wieder ein Muss!
Diese Autorin weiß den Leser mit ihren Geschichten zu fesseln. Ein schmaler Grad, zwischen Menschlichkeit, Moral und Schuld ohne zu bewerten. Was hätte man selbst getan? Was bleibt zurück? Ein Buch, das einen nicht kalt lässt und lange nachhallt.
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5/5
23.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Angst vor dem Fremden
Ein palästinensischer Handwerker, der Reparaturen ausführt und seinen Arbeitsplatz auf dem Balkon aus einem menschlichen Bedürfnis heraus kurzzeitig verlässt, eine Mutter mit einem Kleinkind, das in diesem unbeobachteten Moment unabsichtsvoll einen Hammer vom Balkon kickt, ein Schrei und ein Jugendlicher wird von diesem Hammer tödlich getroffen, die Mutter versteht den Zusammenhang, löst die Situation aber nicht auf, der Handwerker wird verhaftet und abgeführt. Die Katastrophe ist da und nimmt ihren weiteren zerstörerischen Verlauf.
Aus diesem einen Moment heraus entspinnt sich eine dynamischer Handlung, die verstörende Situationen heraufgeschwört. Schuld, Angst, Rassismus, Gewalt, Mobbing und jede Menge Vorurteile sind die toxischen Zutaten zu diesem großartig komponierten Roman, der immer neue Blickwinkel aufzeigt und mit den Gefühlen der Protagonisten und des Lesers spielt. Zerstörte Familien und das fragile Miteinander der Eheleute sind erstklassig herausgearbeitet und werden immer neu beleuchtet. Die aktuellen Themen des Weltgeschehens in diesem Roman lassen mich diesmal lesenderweise erschauern. Ein großartiger Text, der auch von den psychologischen Kenntnissen der Autorin profitiert und damit den besonderen Feinschliff erhält. Absolute Leseempfehlung!
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5/5
25.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gundar-Goshen und Kein & Aber bürgen für Qualität
Als Psychologin und Autorin ist Gundar-Goshen eine unbestechliche, haargenaue Beobachterin. Brillant und gnadenlos schaut sie ihren Figuren bis tief in die Seele. Ein Psychodrama über Rassismus und Rache, Wahrheit und Lüge mit einem starken Auftakt.
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5/5
02.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hochaktuell
Rassismus, Schuld, Vergebung – große Themen eines großartigen Romans, den man, wenn überhaupt, nicht so schnell vergisst. Schicksale hinter den Menschen, Beweggründe für ihr Verhalten und die Gewissheit, dass alles, was wir tun – oder auch nicht tun – Folgen hat, für uns und andere.
Große Literatur!
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