Das neue Hörbuch von Bestsellerautorin Mareike Fallwickl stellt unsere Glaubenssätze zu Freundschaft und Romantik infrage und beschreibt mutig die Utopie, die wir uns für unser Leben wünschen.Luzia wächst in einer Gemeinschaft auf, die für ganz unterschiedliche Menschen eine Zuflucht bietet. Im »Haus« werden queere und platonische Formen von Liebe sowie geteilte Elternschaft gelebt. Später, als Erwachsene, kämpft Luzia als Theaterregisseurin gegen patriarchale Strukturen an und versucht, etwas zum Guten zu verändern. Ihre Jugendfreundin Marle verspürt mit Anfang vierzig einen starken Kinderwunsch und entscheidet sich für einen ungewöhnlichen Weg abseits von Beziehungen mit Männern.Doch plötzlich, nach einem verheerenden Unwetter, scheint alles bedroht, was diese Wahlfamilie über Jahrzehnte miteinander aufgebaut hat. Was braucht es, damit eine solche Gemeinschaft in Zeiten wie diesen bestehen kann?
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
19.10.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Unangepasst, unbequem und spannend
Das Hörbuch ist wirklich gut gelungen! Auch die Sprecher fand ich hervorragend gewählt, weil ihre Stimmen und ihre Art zu lesen sehr gut zum Stil des Buches passen.
Inhaltlich beschäftigt sich Mareike Fallwickl wieder mit unangepassten Lebensentwürfen und der Frage, wie wir unser Zusammenleben anders gestalten könnten. Besonders interessant fand ich die Idee einer Gemeinschaft, in der Freundschaft, Liebe und Familie nicht nach den üblichen Vorstellungen funktionieren müssen. Es geht um alternative Formen des Zusammenlebens und darum, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die für alle Menschen mehr Freiheit und Möglichkeiten bietet.
Wie man es von Fallwickl kennt, gibt es dabei auch wieder einige Grenzüberschreitungen. Manchmal denkt man sich zunächst, dass bestimmte Handlungen eigentlich nicht so recht zu einem Roman über weibliche Emanzipation und eine gerechtere Gesellschaft passen wollen. Gleichzeitig finde ich genau diesen Widerspruch spannend: Warum sollten weiblich gelesene Personen in der Literatur nicht ebenfalls Gewalt ausüben oder moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen dürfen? Eine andere Gesellschaft zu denken bedeutet schließlich nicht, alle Figuren zu idealisieren oder sie von Widersprüchen freizusprechen.
Gerade diese unbequemen Aspekte machen den Roman für mich interessant. Fallwickl regt dazu an, eigene Vorstellungen von Freundschaft, Liebe und gesellschaftlichem Zusammenleben zu hinterfragen, ohne es sich dabei immer einfach zu machen. Ein spannendes Hörbuch, das mich beschäftigt hat und dessen Umsetzung mir wirklich gut gefallen hat
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
17.10.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Besonders - eigenwillig - mutig
Luzia wächst im "Haus" auf, einem Schutzhaus für Menschen, die selbstgewählt ihre Beziehungen jenseits der Normen des gesellschaftlichen Mainstreams gestalten wollen, bewacht von den "Unsichtbaren", freundlichen Schutzgeistern. Luzia hat zwei Mamas und zwei Papas: einerseits die Freundinnen Mama Charlotte und Mama Lena, andererseits das schwule Männerpaar Jerome und Paul, und von wem sie biologisch abstammt, weiß sie gar nicht, lange hat das auch keine Bedeutung für sie. Alle Erwachsenen teilen sich Erwerbsarbeit und Care-Arbeit solidarisch und je nach ihren individuellen Möglichkeiten.
Dazu leben noch wechselnde andere Menschen im Haus: "Blue Boy", ein junger Mann mit einer wahrscheinlich tragischen Hintergrundgeschichte, Henrika, die mal ein Henrik war, ein paar weitere Kinder und ältere Menschen, die das Haus vor einigen Jahrzehnten ursprünglich als Schutzraum vor Männergewalt gegründet haben. Und dann gibt es Menschen, die Luzia erst einmal von außen begegnen, etwa Marle, die mit ihrer Zirkusfamilie vor kurzem zugereist ist, als Luzia eine Jugendliche ist, Somi, die sie später kennen und schätzen lernt, oder Menschen aus dem Theaterumfeld, in dem die erwachsene Luzia ihre eigenen, feministischen Stücke inszenieren wird.
Es ist ein freies und unkonventionelles Leben, das die Menschen im Haus da führen, doch auch nicht frei von Bedrohungen von außen, etwa, wenn mal wieder das Jugendamt kommt und wissen will, wie genau die Partnerschaften und Familienverhältnisse hier nun aussehen würden, aber auch nicht von Zerrüttungserscheinungen im Inneren. Manche tragen eine seelische Last, die schwerer ist, als sie dauerhaft aushalten können. Manche sehnen sich nach mehr Rückzug und Individualität, oder doch nach einer klassischen heterosexuellen Paarbeziehung.
Was hält zusammen, wenn alles zu zerbrechen droht? Sind Familie die, die füreinander Verantwortung übernehmen und einstehen, unabhängig von Blutsverwandtschaft oder Heirat? Was passiert, wenn sich etwas daran ändert?
Ich habe die Geschichte als Hörbuch, einfühlsam, nuanciert und abwechslungsreich gesprochen von drei talentierten Sprecherinnen, gehört, und kann es auch in dieser Form sehr empfehlen.
Mareike Fallwickl ist mit diesem Hörbuch ein unkonventionelles, sprachgewaltiges, sensibel erzähltes, vielschichtiges und differenziertes Meisterwerk innovativer Erzählkunst gelungen. In diesem Haus wird ein Miteinander fühlbar, das so für die meisten Menschen bisher nur eine weit entfernte Utopie oder Dystopie ist (je nach individuellem Standpunkt). Besonders gefällt mir, dass nichts klischeehaft ist und auch die Menschen in diesem Haus ganz einfach Menschen sind... keine Heiligen, keine perfekten Ideale, sondern Menschen mit ihren Besonderheiten, Liebenswürdigkeiten und Unzulänglichkeiten.
Auch Freundschaften können Härteproben ausgesetzt sein und auch queere Beziehungen können sich neuordnen oder gar zerbrechen und das alles hat Auswirkungen auf alle Beteiligten und ganz besonders auf involvierte Kinder... so wie in heterosexuellen Beziehungen auch. Und doch ist bei all dem, was auch schwer ist, in der Vergangenheit, die ihre langen Schatten bis in die Gegenwart wirft, genauso wie in der jeweiligen Gegenwart, so viel Liebe spürbar, so viel Verbundenheit, so viel Hoffnung, Füreinander-Einstehen und Miteinander.
Zeitlich springt das Hörbuch zwischen verschiedenen Zeiten hin und her, mal sind wir in der Gegenwart, dann wieder in Luzias Kindheit oder Jugend oder noch früher in der Zeit, in der das Haus gegründet wurde, vor Luzias Geburt.
Im Mittelpunkt der meisten Szenen steht Luzia, als im Haus geborenes und aufgewachsenes Kind, das dadurch so selbstverständlich mit einem anderen, neuen und selbstbewussteren Blick auf die Welt schaut als viele andere und sich weniger gefallen lässt: weder von Jugendcampleitungen, die Bodyshaming oder das Bloßstellen von Jugendlichen im Rahmen von pseudolustigen Teamspielen als normal ansehen noch diktatorische und misogyne Praktiken eines selbstherrlichen, machtbesessenen Theaterregisseurs in ihrem ersten Praktikum nach der Schule. Da zeigt sich: das Haus hat dazu beigetragen, aus Luzia eine selbstbewusste, eigenständig denkende und mutige junge Frau zu machen, die für sich und ihre Werte und Prinzipien, aber auch für Gerechtigkeit und andere Menschen einzustehen vermag.
Insgesamt ist "Haltet euch fest" eine spannend erzählte Geschichte, die gleichzeitig dafür sensibilisieren will, vieles von dem, was wir als "normal" anzusehen gelernt haben, zu überdenken, zum Beispiel:
- Warum räumen wir romantischen Beziehungen immer automatisch so einen Vorrang vor Freundschaften ein, wenn es um die Wahl unseres Wohnortes, unsere zeitlichen und finanziellen Ressourcen und vieles mehr geht?
- Warum wird eine Frau mit zehn guten Freundinnen, aber ohne romantischen Partner, von der Gesellschaft oft als einsamer betrachtet als eine Frau in einer Beziehung, aber ohne Freundschaften?
- Werten wir Freundschaften ab, wenn wir nach dem Ende einer Beziehung von "Freunde bleiben" sprechen? So als ob eine Freundschaft weniger Bedeutung hätte als eine romantische Beziehung?
- Wenn wir davon sprechen, dass Kleidung vorteilhaft sei, wessen Vorteil meinen wir? Doch selten den der Trägerin und so gut wie nie geht es darum, sich darin besonders wohlzufühlen? Was macht es mit uns, wenn wir schon früh darauf trainiert werden, dass es wichtiger sei, wie wir aussehen, als wie wir uns fühlen?
- Wie können wir friedlichere, freundschaftlichere Gesellschaftsmodelle gestalten und wie gehen wir damit um, wenn auch diese ihre Unzulänglichkeiten haben, so wie alles?
- Wo beginnen Utopien, wo enden sie und wo gibt es Hoffnung für positive Veränderung?
Ja, es ist ein wichtiges, mutiges, unkonventionelles Hörbuch. Eines, das genauso unterhält wie tief berührt und weiterbildet, zum Mitfühlen und Nachdenken anregt. Aber auch eines, das Konzentration braucht, gerade aufgrund der vielen Zeitsprünge und das deshalb in konzentrierten Momenten gehört werden sollte... es eignet sich weniger als manch andere Geschichten dazu, nebenbei etwas anderes zu tun, zu viel Relevantes ist sonst schnell verpasst. Wer sich beim Hörbuch-Hören also nicht so ganz konzentrieren kann oder will, der greife lieber zur Printausgabe.
Jedenfalls kann ich es all jenen Lesenden, die offen für queere Beziehungen, unkonventionelle Lebensweisen und erfrischende neue Gedanken dazu sind, sehr empfehlen.
Bewertung
5/5
19.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfach nur WOW
Ich bin generell ein großer Fan von Mareike Fallwickl, habe jedes ihrer Bücher gelesen und auch schon einige Lesungen besucht. Dieses Buch ist für mich ein weiterer Entwicklungsschritt in der Reihe ihrer bisherigen Romane.
Ich liebe es, wenn sich beim Lesen neue Horizonte auftun – und wenn man selbst dann, wenn man sich für tolerant hält, über die eigenen Grenzen im Kopf stolpert und deren Berechtigung aufs Neue hinterfragen muss.
Für mich war dieses Buch wieder ein absolutes Highlight meines literarischen Jahres. Es hat die Grenzen dessen, was ich als „normal“ empfinde, erweitert und in mir Raum für vielfältigere Vorstellungen von Liebe geschaffen.
Ein Satz wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben:
„Familie ist kein Zustand. Familie ist eine Entscheidung.“
Bewertung
aus Dortmund
5/5
18.10.2026
eBook (ePUB)
Ein Haus der Freiheit
MAREIKE FALLWICKL: HALTET EUCH FEST
Buch & Hörbuch
Der neue Roman von Bestsellerautorin Mareike Fallwickl stellt unsere Glaubenssätze zu Freundschaft und Romantik infrage und beschreibt mutig die Utopie, die wir uns für unser Leben wünschen.
Luzia wächst in einer Gemeinschaft auf, die für ganz unterschiedliche Menschen eine Zuflucht bietet. Im Haus werden queere und platonische Formen von Liebe sowie geteilte Elternschaft gelebt. Später, als Erwachsene, kämpft Luzia als Theaterregisseurin gegen patriarchale Strukturen an und versucht, etwas zum Guten zu verändern. Ihre Jugendfreundin Marle verspürt mit Anfang vierzig einen starken Kinderwunsch und entscheidet sich für einen ungewöhnlichen Weg abseits von Beziehungen mit Männern.
Doch plötzlich, nach einem verheerenden Unwetter, scheint alles bedroht, was diese Wahlfamilie über Jahrzehnte miteinander aufgebaut hat. Was braucht es, damit eine solche Gemeinschaft in Zeiten wie diesen bestehen kann?
Das war mein erster Roman von Mareike Fallwickl, und ich brauchte ein bisschen, bis ich die Personen zuordnen konnte – aber vielleicht war genau das schon beabsichtigt, um die Vielfalt der Bewohner des Hauses zu zeigen.
Auf der einen Seite finde ich die Idee faszinierend, daß so viele unterschiedliche Menschen miteinander leben und jede/r so sein darf, wie er/sie ist. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich in einem solchen „Gewusel“ leben könnte (aufgewachsen als Einzelkind mit einer sehr ordentlichen Mutter).
Der Gedanke der Freiheit (mit all ihren Schwierigkeiten, auch der Außenwelt) gefällt mir jedoch sehr gut. Es sollte nur selbstverständlich sein… Wir arbeiten daran.
Fallwickls Stil liegt mir sehr, und ich werde die anderen auch bald lesen!
Das Hörbuch wird ganz wunderbar vorgelesen von Marie-Isabel Walke und Jana Kozewa.
Ich kann beides nur empfehlen.
Nicole
5/5
11.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ja einfach nur JA
Mareike Fallwickl ist so eine unglaublich gute Autorin. Ich habe so viel gefühlt beim Lesen, ich war total versunken darin. Ich habe es so geliebt. Generell dieses aufbrechen von Stereotypen, dieses Neudenken von Familie. Es ist so wichtig, gerade in der aktuellen Zeit. Danke Mareike, danke für dieses Buch.
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5/5
19.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nur Liebe für dieses Buch
Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass Mareike Fallwickl dieses Mal ein echtes Wohlfühlbuch geschrieben hat, hätte ich mich gefragt, ob wir von derselben Autorin sprechen.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Wahlfamilie, egal in welcher Form.
Zwei Frauen, die vor gewalttätigen Männern fliehen mussten, gründen ein Haus, in dem jeder willkommen ist. Sigrid bringt ihre eigene Tochter Charlotte mit ins Haus, die später mit ihrer besten Freundin dort Kinder großzieht. Mit der Zeit zieht auch ein schwules Paar mit ins Haus und alle Aufgaben werden untereinander aufgeteilt und das wohlgemerkt seit den 70er/80er Jahren.
Hauptprotagonistinnen sind Luzia und Marle. Luzia ist die Tochter von Charlotte und Lena. Marle zieht in dieselbe Stadt und wird Luzias beste Freundin.
Im Buch erleben wir in Zeitsprüngen verschiedene Zeiten im Haus, den Anfang mit Sigrid und Frieda, Luzias Kindheit und das Heute.
Es stecken so viele wichtige Themen in diesem Buch und natürlich geht auch eine Wahlgemeinschaft durch viele Höhen und Tiefen.
Durch das Wechseln der Perspektiven auf verschiedenen Zeitebenen, setzt sich langsam ein Bild zusammen, wie es den Bewohnern des Hauses mit der Zeit ergangen ist.
Ich habe das ein oder andere Tränchen verdrückt und wünsche mir sehr, dieses Haus möge keine Utopie sein, sondern eine echte Möglichkeit und Alternative, die auch in der Gesellschaft anerkannt sein sollte.
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5/5
17.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
mutmachend & umarmend
Mareike Fallwickls Buch ist eine wundervolle Erzählung über Zusammenhalt, alternative Lebensentwürfe & darüber, wie viel so ein Haus bedeuten kann. Die Charaktere sind so liebevoll und nahbar geschrieben, dass man in jeder Leseminute mitfühlt, miterlebt und mitfiebert. Auch wenn einen die Zeitspünge leicht wehmütig lassen werden, so ist es die kleine Welt um das Haus doch eine Erfahrung die jede ihrer Facetten wert ist. Ich liebe dieses Buch! Und ich möchte gerne in dem Haus wohnen. :)
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4/5
11.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leben und leben lassen
Den neuen Roman der geschätzten Autorin habe ich mit großer Neugier erwartet. Mir mutet der Text eher wie ein erzählerischer Bericht an. Thema sind die Strukturen, die entstehen können, wenn Familie jenseits des klassischen Modells gelebt wird, und die vielfältigen Konsequenzen für Kinder, Beteiligte und die Rechtsprechung. Das Buch ist voller Menschen, deren Vielzahl den roten Faden bisweilen zu einem Knäuel werden lässt. Interessant und faszinierend. Wer zufrieden im althergebrachten Familienmodell lebt, bekommt hier einiges zu entdecken. Und am Ende zählt, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Gut!
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