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Souvankham Thammavongsa

1. Frag nach Susan

Frag nach Susan

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65
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Christina Ann Zalamea

Spieldauer

4 Stunden und 16 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

24.08.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

82

Verlag

Aufbau Audio

Übersetzt von

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

EAN

9783757021849

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Christina Ann Zalamea

Spieldauer

4 Stunden und 16 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

24.08.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

82

Verlag

Aufbau Audio

Übersetzt von

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

EAN

9783757021849

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  • Bewertung

    5/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Blick hinter die Kulissen

    Ich war noch nie in einem Nagelstudio, zweimal pro Jahr gibt’s bei mir eine Spontanlackierung im heimischen Badezimmer. Trotzdem fühlte ich mich sofort angezogen von den bunt lackierten Kunstnägeln, die mir auf dem Cover von Souvankham Thammavongsas „Frag nach Susan“ entgegenglänzten. So poliert und farbenfroh das Äußere rüberkommt, so unglamourös und eintönig ist es im Inneren. Die Handlung des 203 Seiten starken Romans spielt an einem einzigen Sommertag in einem kleinen Nagelstudio einer nordamerikanischen Stadt. Alle Mitarbeiterinnen tragen mittellanges schwarzes Haar, schwarze Kleidung und alle heißen sie Susan, weil die Kundinnen und Kunden die richtigen Namen sowieso nicht aussprechen können. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der Inhaberin Ning. Ihre Lebenseinstellung wird im ersten Satz deutlich: „Alle Menschen sind hässlich.“ Sie taxiert die Kunden und Mitarbeiterinnen voller Misstrauen, lässt niemanden so richtig in ihre Nähe, hat keine Beziehung. „Ich bin eine einköpfige Familie. Das geht nämlich auch.“ Sie ist hart geworden, nicht zuletzt in ihrer Zeit als Boxerin. Zwei Geheimnisse ziehen sich durch die Seiten: Ein fehlender Finger und ein gewisser Roger, von dem nicht ganz klar ist, ob es ihn wirklich gibt. Berührt haben mich die Textstellen, in denen Ning sich nach Nähe sehnt und es nicht schafft, das auszudrücken. Es scheint, als würde sie resignieren: „Ich bin jetzt schon so lange so, ich kann mich nicht einfach plötzlich ändern.“ Frag nach Susan ist ein Einblick in migrantische Arbeit im Niedriglohnsektor mit Alltagsrassismus, Sexismus, unterdrückten Wünschen und Existenzängsten. Ein Lichtblick in der Ohnmacht sind die derben Lästereien über die anwesenden Kunden, die die Mitarbeiterinnen in ihrer Muttersprache austauschen. „Frag nach Susan“ habe ich In einem Rutsch durchgelesen. Ich mochte Ning, die Inhaberin, trotz ihrer schroffen Art und ihrer Unzugänglichkeit. Oder gerade deshalb. Eine Leseempfehlung für alle, die sich für die Perspektive hinter den Kulissen der Schönheit interessieren. Und jetzt geh ich mir die Nägel lackieren.

  • Bewertung

    5/5

    21.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mikrokosmos Beautysalon

    Die zurückgetretene Profiboxerin Ning führt in einer amerikanischen Grossstadt ein Nagelstudio. Als Frau asiatischer Herkunft stellt sie bewusst vier ebenfalls asiatische Mädchen ein, die alle ein einheitliches Erscheinungsbild haben müssen. Jede bekommt das Namensschild "Susan". Die echten Namen spielen keine Rolle, denn die Kundinnen sehen sowieso in jeder Angestellten das Gleiche, nämlich nichts. Tag für Tag arbeiten Ming und ihr Team bis zum Umfallen. Die tägliche Devise lautet: Nicken, Lächeln, A*loch denken. Daneben müssen sie auch für ein Butterbrot als stets verfügbare Seelsorgerinnen der Kundschaft agieren und sich deren ganzen Seelenmüll anhören. Die Angestellten sorgen für ihre eigene Psychohygiene, indem sie noch während den Behandlungen in ihrer Muttersprache über die Kundinnen lästern - bissig, indiskret und vulgär. Sie wissen, dass ihnen sowieso niemand zuhört. Sie entwickeln in ihrer Tätigkeit eine messerscharfe Menschenkenntnis, die jeden Psychiater erblassen liesse. Eins steht fest: das Beautybusiness ist ein noch gnadenloseres Pflaster als das Boxergewerbe. Die Autorin präsentiert einen schonungslosen Blick hinter die Fassade des American Way of Life. Knallhart und pointiert beschreibt sie Themen wie Klassendenken, Alltagsrassismus und das Nichtgesehenwerden von Menschen, die man als untergeordnet betrachtet. Es beeindrucken die persönlichen Schicksale hinter den einzelnen "Susans" und mich berührte, wie Ning ihre Distanziertheit gegenüber Mitarbeitern und Kunden nie ablegen kann. Ein Buch, das dazu animiert, unsere erzogenen und erworbenen sterotypen Menschenbilder zu überdenken.

  • Hornita

    aus Augsburg

    5/5

    21.08.2026

    eBook (ePUB 3)

    Macht nachdenklich

    Mit bissigem Humor schildert die Autorin den Alltag in einem Nagelstudio. Die Details hinter den Kulissen zwischen Solidarität und Konkurrenz fand ich sehr gut getroffen. Dadurch, dass sich die Nagelkünstlerinnen untereinander nur in ihrer Muttersprache unterhalten, entsteht eine Parallelwelt, die die Kundschaft nicht wahrnimmt oder wahrnehmen will. Als Leser erlebt man beide Welten: die unbedachten Äußerungen der ahnungslosen Kundinnen, die ihre Dienstleistungskräfte dadurch beleidigen und herabwürdigen sowie die kleine Rache der austauschbaren Angestellten, die ungewollt so viel erfahren und mit dem Wissen über die Kundschaft lästern. Ich fand es gut, dass auch das Leben der Angestellten außerhalb des Nagelstudios angedeutet wurde und wie die prekären Lebensumstände die hohe Fluktuation erklären. Der Schreibstil hat mich sofort abgeholt und es ist eine Kunst, einen Klassenkampf so unterhaltsam und pointiert darzustellen. Gleichzeitig macht das Buch auch nachdenklich und gibt viele Anstöße.

  • SueWid

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    20.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Vielleicht sind wir alle Susan.

    Wenn man das Cover mit den bunten Fingernägeln von „Frag nach Susan“ sieht, glaubt man zunächst zu wissen, was einen erwartet: ein schlichter Frauenroman über Beautyprobleme, dessen bunte Nägel vom Titelbild verlockend anstrahlen. Auch der Titel klingt nach etwas Beiläufigem. Nach einem kleinen Tipp, einem Insider, den man einer Freundin oder einem Freund geben würde. Doch hinter Susan verbirgt sich weit mehr als nur eine Frau. Susan ist der Name mehrerer Frauen, die in einem Nagelstudio arbeiten. Es ist nicht ihr richtiger Name. „Susan“ macht es der Kundschaft bequem. Niemand muss sich einen ungewohnten Namen merken oder sich die Mühe machen, die einzelnen Frauen als unterschiedliche Menschen wahrzunehmen. Eigentlich würde das den Kundinnen und Kunden aber vermutlich ohnehin nicht auffallen. Sie wollen, dass diese Frauen unsichtbar bleiben und sich ganz um ihr Wohlbefinden kümmern. An einem heißen Sommertag im August erleben wir gemeinsam mit Ning, der Chefin des Nagelstudios Susan’s, einen ihrer Arbeitstage. Die laotisch-kanadische Dichterin und Autorin Souvankham Thammavongsa erschafft in ihrem Roman einen spannenden, humorvollen und stellenweise herzzerreißenden Mikrokosmos. Das gelingt ihr vor allem durch die einnehmende, kluge und aufmerksame Protagonistin. Das hat mich besonders überrascht, denn Ning bleibt die meiste Zeit distanziert. Sie lässt weder ihre Kolleginnen noch uns als Leserschaft wirklich an sich heran. Sie hält vieles zurück und offenbart nur soviel von sich wie sie will. Ning liebt ihre Arbeit. Mit ihrer Kundschaft sieht es allerdings anders aus. Ihr scharfer Blick auf sie enthüllt zwischenmenschliche Mängel, toxische Beziehungen, Sehnsüchte und Spannungen. Gleichzeitig zeigt er, wie privilegierte Menschen mit migrantischen Arbeiterinnen, obdachlosen Menschen und anderen gesellschaftlich benachteiligten Personen umgehen. Die Klassenverhältnisse und Abhängigkeiten werden in der Geschichte sehr deutlich, dabei hatte ich nie das Gefühl, dass mir die Botschaft des Romans ständig erklärt werden muss. Vieles erschließt sich aus den Situationen selbst, aus Nings Beobachtungen und aus dem, was unausgesprochen bleibt. Besonders gut haben mir ihre tiefgreifenden inneren Monologe und die reflektierten Passagen gefallen. Auch der schwarze Humor kommt nicht zu kurz. Wenn sich die Susan’s in ihrer Muttersprache über die Kundschaft auslassen, die kein Wort verstehen, musste ich mehr als einmal schmunzeln. Auf diese Weise ziehen sie eine eigene Grenze und schaffen sich innerhalb des Studios ein kleines Reich, das nur ihnen gehört. Der Schreibstil ist schnell und knapp, passt aber hervorragend zum Inhalt: schnörkellos und manchmal hart wie Nings Boxhiebe. Er fängt schemenhaft Nings Vergangenheit ein, bringt ihren Wunsch nach guter Arbeit und zufriedener Kundschaft zum Ausdruck und schafft es dennoch, immer wieder zarte und verletzliche Momente einzuflechten. Zum Beispiel, wenn Ning sich selbstlos um einen obdachlosen Mann kümmert. Sie begegnet ihm nicht von oben herab, sondern behandelt ihn selbstverständlich als Menschen und gibt ihm einen Moment, in dem er nicht übersehen wird. Oder wenn eine junge Mutter über das Muttersein und das Bereuen spricht. Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐ Mich hat „Frag nach Susan“ beeindruckt. Auf nur 207 Seiten entfaltet sich ein gesellschaftskritischer Roman, der vermutlich noch lange aktuell bleiben wird. Ich würde mir wünschen, dass wir alle etwas aufmerksamer durch die Welt gehen und die Menschen stärker wahrnehmen und wertschätzen, die uns im Alltag helfen, beraten, versorgen oder einfach ihre Zeit schenken. Vielleicht sind wir alle manchmal Susan. Werden übersehen von anderen, sind aber auch blind für die Menschen, die direkt vor uns stehen.

  • Bewertung

    5/5

    20.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was für ein Tag!

    Na, das war ja ein Tag im Nagelstudio mit dem ich nicht gerechnet habe. Stell dich an die Seite von Ning - lausche ihren Gedanken und Worten im Kontakt zu sich selbst, ihren Mitarbeitenden, ihren Kund*innen und weiteren Menschen aus ihrem Umfeld und du tauchst ein in die vielschichtige Welt eines Menschen, der anpackt, der Gefühle versteckt, der klug und ambitioniert ist, dazu lernen kann und einstecken. Ning gewinnt, Ning hat einen Plan und Ning ist dennoch ein Mensch mit Emotionen, auch wenn sie diese nicht gerne preisgibt. Und dann sind da ihre Mitarbeitenden - optisch ähnlich und charakterlich mit mind. einer Person aus deinem Umfeld vergleichbar. Und dann sind da die Kund*innen - du könntest eine von ihnen sein und vielleicht wirst du nie mehr etwas von dir erzählen oder eben doch und aufgenommen werden in den Kreis der Vertrauten. Und die Tauben. Vergessen wir nicht die Tauben. Ja, das war ein Tag, der ganz schön viele Einblicke mit sich gebracht hat - der Schreibstil so schnell und klug und die Themen einmal durchgeswiped.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (65)

Unsere Meinungen

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    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    4/5

    19.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nur eine Nummer

    Nicht nur die Vorschusslorbeeren von Katja Oskamp wecken Erwartungen. Auch der Inhalt von "Frag nach Susan“ lässt zunächst an "Marzahn mon amour“ denken. Die unterschiedlichsten Menschen gehen an einem Ort ein und aus, lassen sich professionell pflegen und tragen dabei ihr Herz auf der Zunge. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Während Ersteres für mich eher eine berührende und wohltuende Lektüre war, ist Letzteres ein ganz anderes Kaliber. Alle Mitarbeitenden werden Susan genannt und tragen die gleiche Kleidung, das soll es einfacher machen. Mich hat mitunter erschöpft, wie die privilegierte Kundschaft auf diese Frauen blickt und wie dabei Unterschiede in Klasse, Geschlecht und gesellschaftlicher Macht sichtbar werden. Deutlich unbequemer als gedacht, ziemlich fordernd.

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