Zitat
Gabriele Hoffmann, Harry & Pooh 2007/2008
"Wenn die Kapitelüberschriften von ""136 Tage vorher"" bis ""136 Tage danach"" lauten, dann möchte man wissen, was sich an dem dazwischen liegenden ominösen Tag Null wohl ereignet hat. Miles ist 16 Jahre und erlebt diese entscheidenden 272 Tage in jeder Hinsicht sehr intensiv. Eigentlich wollte er nur seinem langweiligen, überbehüteten und spießigen Leben zuhause entkommen und sich ""auf die Suche nach dem großen Vielleicht"" begeben. Das sind die letzten Worte des Dichters Francois Rabelais, und sie sind das Motto, nach dem Miles im Internat Culver Creek seine Schulzeit verbringen will. Hätte er vorher geahnt, welchen Preis die Erfüllung dieses kuriosen Wunsches kosten würde, er hätte bestimmt die eine oder andere Diskussion mit seinen neuen, aufregenden Freunden in andere Bahnen gelenkt. Aber man ist ja immer erst hinterher klüger und Alaska, das atemberaubende, göttinnengleich, rätselhafte, unerreichbare Mädchen hätte sowieso nur das getan, was sie tun wollte. Solche Leute gab es in Miles alter Welt nicht. Die neuen sind intelligent, belesen, diskutieren und philosophieren ständig und sind auf der Suche nach dem echten Abenteuer. Das Buch ist kein Internatsroman für kleine Mädchen. Zwar hecken auch hier die Jugendlichen Streiche aus, versuchen pausenlos die strengen Regeln des Hauses zu brechen, aber sie rauchen und trinken und sie schießen in jeder Hinsicht über das Ziel hinaus, soweit, dass es sogar Alaska das Leben kostet. Sie hinterlässt drei ratlose, unbeholfen trauernde Freunde, die sich mit ihrer Schuld und Mitverantwortung an dem Ereignis 136 Tage auseinander setzen und dabei versuchen, das Rätsel um Alaskas Unvernunft und Tod zu lösen. Der Autor ist mit 28 Jahren selbst noch jung. Er versteht es jedoch gut, das Lebensgefühl dieser Jugendlichen einzufangen und sie so zu beschreiben, dass man auch als erwachsener Leser von ihren Persönlichkeiten gefangen genommen wird. Teenager werden sich in diesem beeindruckenden Roman ganz sicher wieder finden und fasziniert den mal tiefgründigen, mal flapsigen Dialogen der Figuren folgen. Dem feinen Humor ist es zu verdanken, dass man hin und wieder sogar an Stellen lachen kann, die eigentlich todtraurig sind."