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Der ewige Spießer Erbaulicher Roman in drei Teilen

73

6,80 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.08.2015

Verlag

Hofenberg

Seitenzahl

112

Maße (L/B/H)

22/15,5/0,9 cm

Gewicht

191 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8430-7718-7

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.08.2015

Verlag

Hofenberg

Seitenzahl

112

Maße (L/B/H)

22/15,5/0,9 cm

Gewicht

191 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8430-7718-7

Herstelleradresse


Email: info@bod.de

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3 Sterne

2 Sterne

1 Sterne

Tolle Erzählung

Mrs.Bookwonderland aus Bobenheim-Roxheim am 06.03.2026

Bewertungsnummer: 3067745

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte von Romeo und Julia kennt man ja eigentlich. Trotzdem war ich neugierig auf diese Ausgabe vom Buch. Es geht wieder um die bekannte tragische Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia. Zwei Familien die verfeindet sind und eine Liebe, die eigentlich gar nicht sein darf. Der Einstieg fällt hier recht leicht. Gerade wenn man mit klassischen Texten manchmal seine Schwierigkeiten hat. Mir haben auch die Illustrationen im Buch gut gefallen. Sie passen gut zur Geschichte und bringen viele Szenen nochmal anders rüber. Dadurch kommt man auch ziemlich schnell durch die Seiten. Ich bin tatsächlich durch das Buch geflogen. Für mich war es ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann. Die Geschichte selbst kennt man natürlich schon, trotzdem fand ich es interessant sie nochmal in dieser Form zu erleben. Für mich war es eine schöne Möglichkeit einen bekannten Klassiker nochmal neu zu entdecken. Ich denke das Buch könnte sowohl für Leser interessant sein die die Geschichte schon kennen, als auch für welche die Romeo und Julia vielleicht zum ersten mal lesen.

Tolle Erzählung

Mrs.Bookwonderland aus Bobenheim-Roxheim am 06.03.2026
Bewertungsnummer: 3067745
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte von Romeo und Julia kennt man ja eigentlich. Trotzdem war ich neugierig auf diese Ausgabe vom Buch. Es geht wieder um die bekannte tragische Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia. Zwei Familien die verfeindet sind und eine Liebe, die eigentlich gar nicht sein darf. Der Einstieg fällt hier recht leicht. Gerade wenn man mit klassischen Texten manchmal seine Schwierigkeiten hat. Mir haben auch die Illustrationen im Buch gut gefallen. Sie passen gut zur Geschichte und bringen viele Szenen nochmal anders rüber. Dadurch kommt man auch ziemlich schnell durch die Seiten. Ich bin tatsächlich durch das Buch geflogen. Für mich war es ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann. Die Geschichte selbst kennt man natürlich schon, trotzdem fand ich es interessant sie nochmal in dieser Form zu erleben. Für mich war es eine schöne Möglichkeit einen bekannten Klassiker nochmal neu zu entdecken. Ich denke das Buch könnte sowohl für Leser interessant sein die die Geschichte schon kennen, als auch für welche die Romeo und Julia vielleicht zum ersten mal lesen.

Eine super Mischung aus Story, Kunst und Informationen rund um Shakespeare

Lisa-Maria (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 01.03.2026

Bewertungsnummer: 3062313

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe Romeo und Julia tatsächlich noch nie als Stück gelesen, sondern nur in Berlin als Musical gesehen, fand die Graphic Novel aber richtig interessant, da ich dachte, dass sie einfach zu verstehen sein wird und dazu noch schön illustriert ist. Ich kann zwar nicht sagen, ob die Graphic Novel dem Originalstück entspricht, aber sie ist, mit ein paar eher größeren Unterschieden gegen Ende, im Kern sehr ähnlich zum Musical. Was an der Graphic Novel direkt auffällt, ist, dass nicht nur die Geschichte selbst enthalten ist, sondern zu Beginn auch etwas über Shakespeare, sein Leben und seine Inspirationen geschrieben wurde. Außerdem wird das Stück etwas erklärt sowie die an der Handlung beteiligten Personen vorgestellt. Als es dann zur eigentlichen Graphic Novel ging, war ich ziemlich begeistert von den Illustrationen, da diese sehr ausdrucksstark und schön koloriert sind. Man kann den Protagonisten die Gefühle deutlich aus den Gesichtern ablesen. Auch wenn ich mir manchmal ein bisschen mehr Gespräche und längere Sprechblasen gewünscht hätte, fand ich die Geschichte insgesamt sehr gut vermittelt. Am Ende des Buches befindet sich noch viel zusätzliches Material, wie zum Beispiel die Erzählstruktur von Romeo und Julia oder Hinweise darauf, dass William Shakespeare sich auch von anderen Schriftstellern seiner Zeit inspirieren ließ. Außerdem werden wie im Deutschunterricht die Motive des Stücks sowie die Sprache näher unter die Lupe genommen, und die bekannteste Szene am Balkon wird ebenfalls noch erläutert. Ich persönlich fand die ganze Aufarbeitung rund um das Stück sogar fast noch besser als die Graphic Novel selbst, da man die Geschichte dadurch sehr gut einordnen konnte. Und das war noch nicht alles: Es gibt auch Informationen zur Veröffentlichung des Stücks, zu seiner Aufführung, zu den Theatern, in denen es damals gespielt wurde, sowie einen Lebenslauf Shakespeares. Mein Fazit: Ich persönlich fand diese Graphic Novel unheimlich gut und habe vor allem die vielen zusätzlichen Informationen rund um das Stück und Shakespeares Leben sehr genossen. Ich kann sie jedem, der sich für Romeo und Julia interessiert, sehr ans Herz legen. Die Graphic Novel bekommt von mir 5 von 5 Sterne.

Eine super Mischung aus Story, Kunst und Informationen rund um Shakespeare

Lisa-Maria (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 01.03.2026
Bewertungsnummer: 3062313
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe Romeo und Julia tatsächlich noch nie als Stück gelesen, sondern nur in Berlin als Musical gesehen, fand die Graphic Novel aber richtig interessant, da ich dachte, dass sie einfach zu verstehen sein wird und dazu noch schön illustriert ist. Ich kann zwar nicht sagen, ob die Graphic Novel dem Originalstück entspricht, aber sie ist, mit ein paar eher größeren Unterschieden gegen Ende, im Kern sehr ähnlich zum Musical. Was an der Graphic Novel direkt auffällt, ist, dass nicht nur die Geschichte selbst enthalten ist, sondern zu Beginn auch etwas über Shakespeare, sein Leben und seine Inspirationen geschrieben wurde. Außerdem wird das Stück etwas erklärt sowie die an der Handlung beteiligten Personen vorgestellt. Als es dann zur eigentlichen Graphic Novel ging, war ich ziemlich begeistert von den Illustrationen, da diese sehr ausdrucksstark und schön koloriert sind. Man kann den Protagonisten die Gefühle deutlich aus den Gesichtern ablesen. Auch wenn ich mir manchmal ein bisschen mehr Gespräche und längere Sprechblasen gewünscht hätte, fand ich die Geschichte insgesamt sehr gut vermittelt. Am Ende des Buches befindet sich noch viel zusätzliches Material, wie zum Beispiel die Erzählstruktur von Romeo und Julia oder Hinweise darauf, dass William Shakespeare sich auch von anderen Schriftstellern seiner Zeit inspirieren ließ. Außerdem werden wie im Deutschunterricht die Motive des Stücks sowie die Sprache näher unter die Lupe genommen, und die bekannteste Szene am Balkon wird ebenfalls noch erläutert. Ich persönlich fand die ganze Aufarbeitung rund um das Stück sogar fast noch besser als die Graphic Novel selbst, da man die Geschichte dadurch sehr gut einordnen konnte. Und das war noch nicht alles: Es gibt auch Informationen zur Veröffentlichung des Stücks, zu seiner Aufführung, zu den Theatern, in denen es damals gespielt wurde, sowie einen Lebenslauf Shakespeares. Mein Fazit: Ich persönlich fand diese Graphic Novel unheimlich gut und habe vor allem die vielen zusätzlichen Informationen rund um das Stück und Shakespeares Leben sehr genossen. Ich kann sie jedem, der sich für Romeo und Julia interessiert, sehr ans Herz legen. Die Graphic Novel bekommt von mir 5 von 5 Sterne.

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Romeo und Julia

von Steve Shakespeare, Steve Barlow, Steve Skidmore

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Meinung aus der Buchhandlung

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Jérôme Wiedenhaupt

Thalia Hildesheim

Zum Portrait

5/5

Ritt in die Unendlichkeit – Hauke Haien und die Grenze der Aufklärung.

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Vielleicht ist der Wind nur die Stimme der Welt, wenn sie leise spricht.“ Ja dieser Roman ist vom Wind durchzogen, vom Sturm geformt. Man könnte meinen, die Geschichte beginne mit Wind. Nicht mit einem Menschen, nicht mit einem Dorf, nicht einmal mit dem Deich, der doch ihr eigentliches Rückgrat bildet. Sondern mit Wind – diesem ruhelosen Atem der Nordsee, der über Marschland streicht, Gras biegt, Wolken jagt und Gedanken in Bewegung setzt. In dieser Atmosphäre hebt die Novelle Der Schimmelreiter von Theodor Storm an: wie ein Gerücht, das über das Land weht und langsam Gestalt annimmt. Ein Reiter soll dort draußen zu sehen sein, sagen die Leute. Ein Mann auf einem weißen Pferd. Oder vielleicht ein Gespenst. Schon dieser Beginn verrät das Eigenartige des Werks: Es erzählt nicht einfach eine Geschichte, es lässt sie entstehen – aus Stimmen, Erinnerungen, Landschaft. Man hört sie beinahe, wie sie sich über Generationen hinweg formt, weitergegeben an langen Winterabenden, während draußen das Wasser gegen den Deich schlägt. Storm gelingt hier etwas Seltenes: Die Novelle wirkt zugleich präzise und geheimnisvoll. Sie besitzt die klare Struktur einer klassischen Erzählung und zugleich die Unschärfe einer Sage. Mehrere Erzählebenen lagern sich übereinander wie Sedimente im Marschboden. Ein Reisender hört die Geschichte, ein Schulmeister erzählt sie, und dahinter liegt die eigentliche Lebensgeschichte Hauke Haiens – des Deichgrafen, des Visionärs, des Außenseiters. Diese raffinierte Rahmung erzeugt eine Atmosphäre, in der sich Realität und Legende unmerklich vermischen. Man liest und fragt sich unwillkürlich: Ist dies ein historischer Bericht oder eine Dorfphantasie, die im Sturm gewachsen ist? Genau darin liegt ein Kernreiz der Novelle. Storm lässt das Rationalistische und das Mythische unaufhörlich gegeneinander antreten. Hauke Haien selbst erscheint zunächst unscheinbar: ein stiller, scharf beobachtender Junge, der lieber rechnet als spielt. Doch in dieser nüchternen Begabung glimmt bereits etwas Radikales. Hauke glaubt an Ordnung, an Maß, an die Möglichkeit, Naturkräfte durch kluges Denken zu bändigen. Für ihn ist der Deich kein bloßer Wall aus Erde, sondern ein geometrisches Problem, eine Aufgabe, die sich verbessern lässt. Seine Vorstellung eines neuen, flacheren Deichprofils entspringt einer fast modernen Ingenieurslogik. In einer Welt, die noch stark von Tradition, Aberglauben und sozialer Rangordnung geprägt ist, wirkt dieser Gedanke beinahe revolutionär. Storm zeichnet hier eine Figur, die zugleich Kind ihrer Zeit und ihr Vorausläufer ist. Hauke besitzt die Härte des Rationalisten und die Einsamkeit des Visionärs. Er denkt schneller als seine Umgebung – und bezahlt dafür mit Misstrauen. Das Marschdorf, das ihn umgibt, ist kein idyllischer Ort, sondern ein soziales Gefüge voller latenter Spannungen. Neid, Furcht, Gerüchte – all das arbeitet unter der Oberfläche wie Wasser im Deichkörper. Storm schildert diese Gemeinschaft mit einer Genauigkeit, die beinahe ethnografisch wirkt. Die Bauern fürchten Veränderungen, nicht aus bloßer Dummheit, sondern weil ihr Leben ohnehin am Rand der Katastrophe balanciert. Ein einziger Sturm kann Jahre harter Arbeit zerstören. In dieser fragilen Welt erscheint Haukes Fortschrittsglaube zugleich notwendig und bedrohlich. Er fordert die alte Ordnung heraus. Und genau hier entfaltet sich die tragische Dynamik der Novelle. Das vielleicht Charakteristischste an Storms Erzählweise ist die enge Verschränkung von Landschaft und Psyche. Das nordfriesische Land ist kein Hintergrund, sondern ein handelnder Raum. Wind, Wasser, Nebel – sie wirken wie stille Kommentatoren der Handlung. Wenn Hauke nachts über den Deich reitet, wenn Sturmwolken über die Marsch ziehen, dann spiegeln diese Bilder seine innere Lage. Storm, selbst Jurist und lebenslang mit der norddeutschen Küste verbunden, kannte diese Landschaft nicht nur geografisch, sondern existenziell. Die Küste war für ihn ein Ort, an dem menschliche Vernunft und Naturgewalt in ständiger Auseinandersetzung stehen. Gerade diese Spannung bildet den poetischen Kern der Novelle. Der Anlass für Storm, diese Geschichte zu schreiben, lag nicht zuletzt in seiner späten Lebensphase. Als er die Novelle vollendete, blickte er bereits auf ein langes Leben zurück. Viele seiner Werke kreisen um Erinnerung, Verlust und die Frage, was von einem Menschen bleibt. Eine alte nordfriesische Volkssage über einen geisterhaften Reiter auf dem Deich gab ihm den erzählerischen Ausgangspunkt. Doch Storm verwandelt diese Sage in etwas weit Komplexeres: eine Meditation über Fortschritt, Isolation und die Grenzen menschlicher Kontrolle. Hauke Haien wird so zu einer Figur, die zwischen Aufklärung und Mythos steht – halb Ingenieur, halb Gespenst. Gerade deshalb endet sein Schicksal so, wie es endet. Der finale Sturm, die brechenden Deiche, das Chaos aus Wasser, Wind und Panik wirken zunächst wie eine klassische Naturkatastrophe. Doch literarisch betrachtet ist dieses Ende weit mehr als ein dramatischer Höhepunkt. Es ist die logische Konsequenz eines Lebens, das ganz auf Beherrschung der Natur ausgerichtet war. Hauke hat versucht, Ordnung in eine Welt zu bringen, die sich letztlich nicht vollständig berechnen lässt. Sein tragischer Ritt in die Flut wirkt fast wie eine letzte, verzweifelte Gleichung: Wenn der Deich versagt, muss er selbst Teil des Deiches werden. In dieser Szene verschmelzen Rationalität und Mythos endgültig. Der Mensch, der gegen Aberglauben kämpfte, wird selbst zur Legende. Vielleicht liegt darin auch die nachhaltige Wirkung der Novelle. Sie erzählt nicht nur von einem individuellen Schicksal, sondern von einem Grundkonflikt der Moderne. Wie weit kann menschliche Planung gehen? Wo beginnt das Unberechenbare? Storm formuliert diese Fragen nicht theoretisch, sondern in Bildern: im Schimmel, der im Nebel auftaucht; im grauen Wasser, das über den Deich steigt; im Schweigen der Dorfbewohner, die zugleich bewundern und fürchten. Sollte man dieses Buch heute noch lesen? Gerade heute vielleicht mehr denn je. In einer Zeit, in der Deiche höher gebaut, Küsten vermessen und Klimamodelle berechnet werden, wirkt Storms Geschichte erstaunlich gegenwärtig. Sie erinnert daran, dass technische Lösungen immer auch soziale und psychologische Dimensionen besitzen. Hauke scheitert nicht nur an der Natur, sondern auch an den Menschen um ihn herum. Fortschritt braucht Vertrauen – und genau dieses Vertrauen bleibt ihm versagt. Und so bleibt am Ende das Bild des Reiters im Sturm. Ob man es als Spukgeschichte liest oder als poetische Metapher, spielt kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist, dass Storm eine Figur geschaffen hat, die über ihre Zeit hinausreicht. Hauke Haien steht auf seinem Deich wie eine Silhouette zwischen zwei Welten: der alten, die im Aberglauben Schutz sucht, und der neuen, die an Berechnung und Planung glaubt. Dass er schließlich im Meer verschwindet, macht die Geschichte nicht nur tragisch, sondern auch seltsam schön. Denn im Verschwinden beginnt die Legende – und mit ihr das leise, unaufhörliche Weitererzählen, das diese Novelle bis heute lebendig hält.
  • Jérôme Wiedenhaupt
  • Buchhändler/-in

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5/5

Ritt in die Unendlichkeit – Hauke Haien und die Grenze der Aufklärung.

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Vielleicht ist der Wind nur die Stimme der Welt, wenn sie leise spricht.“ Ja dieser Roman ist vom Wind durchzogen, vom Sturm geformt. Man könnte meinen, die Geschichte beginne mit Wind. Nicht mit einem Menschen, nicht mit einem Dorf, nicht einmal mit dem Deich, der doch ihr eigentliches Rückgrat bildet. Sondern mit Wind – diesem ruhelosen Atem der Nordsee, der über Marschland streicht, Gras biegt, Wolken jagt und Gedanken in Bewegung setzt. In dieser Atmosphäre hebt die Novelle Der Schimmelreiter von Theodor Storm an: wie ein Gerücht, das über das Land weht und langsam Gestalt annimmt. Ein Reiter soll dort draußen zu sehen sein, sagen die Leute. Ein Mann auf einem weißen Pferd. Oder vielleicht ein Gespenst. Schon dieser Beginn verrät das Eigenartige des Werks: Es erzählt nicht einfach eine Geschichte, es lässt sie entstehen – aus Stimmen, Erinnerungen, Landschaft. Man hört sie beinahe, wie sie sich über Generationen hinweg formt, weitergegeben an langen Winterabenden, während draußen das Wasser gegen den Deich schlägt. Storm gelingt hier etwas Seltenes: Die Novelle wirkt zugleich präzise und geheimnisvoll. Sie besitzt die klare Struktur einer klassischen Erzählung und zugleich die Unschärfe einer Sage. Mehrere Erzählebenen lagern sich übereinander wie Sedimente im Marschboden. Ein Reisender hört die Geschichte, ein Schulmeister erzählt sie, und dahinter liegt die eigentliche Lebensgeschichte Hauke Haiens – des Deichgrafen, des Visionärs, des Außenseiters. Diese raffinierte Rahmung erzeugt eine Atmosphäre, in der sich Realität und Legende unmerklich vermischen. Man liest und fragt sich unwillkürlich: Ist dies ein historischer Bericht oder eine Dorfphantasie, die im Sturm gewachsen ist? Genau darin liegt ein Kernreiz der Novelle. Storm lässt das Rationalistische und das Mythische unaufhörlich gegeneinander antreten. Hauke Haien selbst erscheint zunächst unscheinbar: ein stiller, scharf beobachtender Junge, der lieber rechnet als spielt. Doch in dieser nüchternen Begabung glimmt bereits etwas Radikales. Hauke glaubt an Ordnung, an Maß, an die Möglichkeit, Naturkräfte durch kluges Denken zu bändigen. Für ihn ist der Deich kein bloßer Wall aus Erde, sondern ein geometrisches Problem, eine Aufgabe, die sich verbessern lässt. Seine Vorstellung eines neuen, flacheren Deichprofils entspringt einer fast modernen Ingenieurslogik. In einer Welt, die noch stark von Tradition, Aberglauben und sozialer Rangordnung geprägt ist, wirkt dieser Gedanke beinahe revolutionär. Storm zeichnet hier eine Figur, die zugleich Kind ihrer Zeit und ihr Vorausläufer ist. Hauke besitzt die Härte des Rationalisten und die Einsamkeit des Visionärs. Er denkt schneller als seine Umgebung – und bezahlt dafür mit Misstrauen. Das Marschdorf, das ihn umgibt, ist kein idyllischer Ort, sondern ein soziales Gefüge voller latenter Spannungen. Neid, Furcht, Gerüchte – all das arbeitet unter der Oberfläche wie Wasser im Deichkörper. Storm schildert diese Gemeinschaft mit einer Genauigkeit, die beinahe ethnografisch wirkt. Die Bauern fürchten Veränderungen, nicht aus bloßer Dummheit, sondern weil ihr Leben ohnehin am Rand der Katastrophe balanciert. Ein einziger Sturm kann Jahre harter Arbeit zerstören. In dieser fragilen Welt erscheint Haukes Fortschrittsglaube zugleich notwendig und bedrohlich. Er fordert die alte Ordnung heraus. Und genau hier entfaltet sich die tragische Dynamik der Novelle. Das vielleicht Charakteristischste an Storms Erzählweise ist die enge Verschränkung von Landschaft und Psyche. Das nordfriesische Land ist kein Hintergrund, sondern ein handelnder Raum. Wind, Wasser, Nebel – sie wirken wie stille Kommentatoren der Handlung. Wenn Hauke nachts über den Deich reitet, wenn Sturmwolken über die Marsch ziehen, dann spiegeln diese Bilder seine innere Lage. Storm, selbst Jurist und lebenslang mit der norddeutschen Küste verbunden, kannte diese Landschaft nicht nur geografisch, sondern existenziell. Die Küste war für ihn ein Ort, an dem menschliche Vernunft und Naturgewalt in ständiger Auseinandersetzung stehen. Gerade diese Spannung bildet den poetischen Kern der Novelle. Der Anlass für Storm, diese Geschichte zu schreiben, lag nicht zuletzt in seiner späten Lebensphase. Als er die Novelle vollendete, blickte er bereits auf ein langes Leben zurück. Viele seiner Werke kreisen um Erinnerung, Verlust und die Frage, was von einem Menschen bleibt. Eine alte nordfriesische Volkssage über einen geisterhaften Reiter auf dem Deich gab ihm den erzählerischen Ausgangspunkt. Doch Storm verwandelt diese Sage in etwas weit Komplexeres: eine Meditation über Fortschritt, Isolation und die Grenzen menschlicher Kontrolle. Hauke Haien wird so zu einer Figur, die zwischen Aufklärung und Mythos steht – halb Ingenieur, halb Gespenst. Gerade deshalb endet sein Schicksal so, wie es endet. Der finale Sturm, die brechenden Deiche, das Chaos aus Wasser, Wind und Panik wirken zunächst wie eine klassische Naturkatastrophe. Doch literarisch betrachtet ist dieses Ende weit mehr als ein dramatischer Höhepunkt. Es ist die logische Konsequenz eines Lebens, das ganz auf Beherrschung der Natur ausgerichtet war. Hauke hat versucht, Ordnung in eine Welt zu bringen, die sich letztlich nicht vollständig berechnen lässt. Sein tragischer Ritt in die Flut wirkt fast wie eine letzte, verzweifelte Gleichung: Wenn der Deich versagt, muss er selbst Teil des Deiches werden. In dieser Szene verschmelzen Rationalität und Mythos endgültig. Der Mensch, der gegen Aberglauben kämpfte, wird selbst zur Legende. Vielleicht liegt darin auch die nachhaltige Wirkung der Novelle. Sie erzählt nicht nur von einem individuellen Schicksal, sondern von einem Grundkonflikt der Moderne. Wie weit kann menschliche Planung gehen? Wo beginnt das Unberechenbare? Storm formuliert diese Fragen nicht theoretisch, sondern in Bildern: im Schimmel, der im Nebel auftaucht; im grauen Wasser, das über den Deich steigt; im Schweigen der Dorfbewohner, die zugleich bewundern und fürchten. Sollte man dieses Buch heute noch lesen? Gerade heute vielleicht mehr denn je. In einer Zeit, in der Deiche höher gebaut, Küsten vermessen und Klimamodelle berechnet werden, wirkt Storms Geschichte erstaunlich gegenwärtig. Sie erinnert daran, dass technische Lösungen immer auch soziale und psychologische Dimensionen besitzen. Hauke scheitert nicht nur an der Natur, sondern auch an den Menschen um ihn herum. Fortschritt braucht Vertrauen – und genau dieses Vertrauen bleibt ihm versagt. Und so bleibt am Ende das Bild des Reiters im Sturm. Ob man es als Spukgeschichte liest oder als poetische Metapher, spielt kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist, dass Storm eine Figur geschaffen hat, die über ihre Zeit hinausreicht. Hauke Haien steht auf seinem Deich wie eine Silhouette zwischen zwei Welten: der alten, die im Aberglauben Schutz sucht, und der neuen, die an Berechnung und Planung glaubt. Dass er schließlich im Meer verschwindet, macht die Geschichte nicht nur tragisch, sondern auch seltsam schön. Denn im Verschwinden beginnt die Legende – und mit ihr das leise, unaufhörliche Weitererzählen, das diese Novelle bis heute lebendig hält.

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J. Wagner

Thalia Bad Salzuflen

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5/5

Jemand musste Josef K. verleumdet haben..

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein unvollendetes Werk Franz Kafkas, das man trotzdem unbedingt gelesen haben sollte. Man kann das Buch auf verschiedene Arten interpretieren, und es regt den Leser zum Nachdenken an. Es wird dem Wort "kafkaesk" aufjedenfall gerecht.. Franz Kafka ist nicht für jeden was, das ist völlig in Ordnung. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist er ein großer Gewinn.
  • J. Wagner
  • Buchhändler/-in

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5/5

Jemand musste Josef K. verleumdet haben..

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein unvollendetes Werk Franz Kafkas, das man trotzdem unbedingt gelesen haben sollte. Man kann das Buch auf verschiedene Arten interpretieren, und es regt den Leser zum Nachdenken an. Es wird dem Wort "kafkaesk" aufjedenfall gerecht.. Franz Kafka ist nicht für jeden was, das ist völlig in Ordnung. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist er ein großer Gewinn.

Meinung aus der Buchhandlung

Der Schimmelreiter

von Theodor Storm

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