Butcher's Crossing
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John Williams

1. Butcher's Crossing

Butcher's Crossing

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Beschreibung

Kansas, 1870: Der Student Will Andrews kehrt Harvard den Rücken, um im Wilden Westen sein Glück zu finden. Er landet in Butcher's Crossing, einem Ort mitten im Nirgendwo. Dort wimmelt es von rastlosen Männern, Huren und zwielichtigen Gestalten. Auf der Suche nach Geld und Abenteuern schließt sich Andrews einer Gruppe von Büffeljägern an. Nach einer strapaziösen Reise gelangen sie ans Ziel und geraten, besessen vom Töten der Büffel, in einen Blutrausch. Bald holt der Winter sie ein. Erst im Frühjahr, halb wahnsinnig durch Hunger und Kälte, können sie heimkehren. Doch was sie erwartet, ist eine Welt, die sich genauso endgültig verändert hat wie sie selbst.

Details

Sprecher

Johann Bülow

Spieldauer

8 Stunden und 56 Minuten

Fassung

ungekürzt

Abo-Fähigkeit

Ja

Medium

MP3

Family Sharing

Ja

Beschreibung

Details

Family Sharing

Ja

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Sprecher

Johann Bülow

Spieldauer

8 Stunden und 56 Minuten

Fassung

ungekürzt

Abo-Fähigkeit

Ja

Medium

MP3

Erscheinungsdatum

06.03.2015

Verlag

Der Audio Verlag

Hörtyp

Lesung

Sprache

Deutsch

EAN

4057664018922

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unverblümtes Wild West

Bewertung am 17.09.2015

Bewertet: Hörbuch-Download

Hörbuch, 8 Stunden, 57 Minuten gesprochen von Johann von Bülow Nachdem ich von John Williams Buch „Stoner“ so begeistert war, habe ich mir diesen „Western“ als Hörbuch zugelegt und bin wieder begeistert. Der Vorgänger ist allerdings ein Klasse besser, der hätte 7* verdient. Dieses historische Buch in die Richtung moderner „Wild West“ abzulegen, unverklärt, weit entfernt von einer „Karl-May Beschreibung“. Williams löst sich von den amerikanischen Mythen, weist dem Westernklischees den Rücken. Es geht nicht um große Ideale und Abenteuer, die Büffeljagd war ein Geschäft. Der Leser wird mit Entbehrung, harter Arbeit und dem Tötens konfrontiert, riecht förmlich beim Lesen die ungewaschen Männer, die Büffel, den Geruch von Blut. Männer und Tiere in der Wüste, die fast am Verdursten sind, Ochsen, deren Zungen mit dem letzten Wasser befeuchtet werden, damit ihre Zungen nicht anschwellen, eindrückliche Beschreibungen, die es dem Leser erscheinen lässt, als reite er mittendrin. „Behutsam badete Miller das rauhe, gequollene Fleisch; Hand und Handgelenk steckten tief im Hals des Ochsen.“ Phantastisch, wie Williams die Herstellung von Patronen beschreibt, die die Männer erst kurz vor der Jagd in der Einöde herstellen, weil sie sonst verdorben wären. Psychologisches, wie die Verhaltensweisen von Miller, der im Blutrausch einen Büffel nach dem anderen abknallt oder seine Handlungsweise, als die Truppe nach Butcher‘s Crossing zurückkehrt, sind fein beobachtet und erzählerisch eindrücklich dargestellt. Um 1870 finanziert Will Andrews, der Harward-Student aus Boston, Miller den Deal seines Lebens, eine Jagd auf die kostbaren Felle der Büffel in einem unbekannten Tal in den Rocky Mountains. Will sucht das große Abenteuer. Er wird es erhalten, den Ritt in die Hölle. Büffel sind zu der Zeit fast ausgestorben, für Felle wird viel Geld geboten. Miller behauptet, er wisse, wo sich immer noch große Herden aufhalten, völlig versteckt. Miller, ein knallharter Trapper alten Stils, geldgierig, abenteuerlustig, abgebrüht, dagegen Will Andrews, ein verweichtes Söhnchen, naturbegeistert und idealistisch, hochnaiv, ein Stoff, aus dem sich mehr als eine gute Geschichte entwickelt. Miller ist ein Mistkerl, aber auch er zeigt einen weichen Kern. Mit von der Partie ist sein Freund, der leicht verrückte Charley Hoge, den Miller einst vor dem Kältetod rettete, wobei er ihm allerdings die verfrorene und verfaulte Hand amputieren musste. Fred Schneider ist dabei, der beste Häuter. Er erklärt Will später, wie man Tiere ausweidet und das Fell sachgemäß abzieht. Innereien, die sich als schwierig gestalten, Gestank, Fliegenheere, der Leser ist mit allen Sinnen dabei. Nach acht Monaten kehren die Männer zurück: „Meine Güte, ihr Männer verbreitet einen mächtigen Gestank“, sagt der Rezeptionist im Hotel von Butcher‘s Crossing. Ich möchte den Ausgang der Geschichte nicht verraten. Nur so viel, es wäre kein Williams, wenn dieser Roman kein Drama wäre. Dieser Roman ist amerikanische Geschichte. Aber es ist mehr, denn Williams beschreibt eindrücklich Naturgewalten (die Wüste und Schneestürme), die Gier des Menschen und seine grausame Gewalt, seine Dummheit, sich selbst seine Lebensgrundlage durch Zerstörung zu entziehen. Williams beschreibt aber auch die Schnelligkeit der Märkte, den Zerfall von Siedlungen, wenn sie sich den Märkten nicht anpassen können. Schäbige Hotels, schmutzige Saloons, ein Stück von Wild West in seiner Reinform. Von den geschätzten 50 Millionen Büffeln, die es in Amerika einmal gegeben hat, waren um 1900 nur noch 500 Exemplare übrig. Fasziniert durch die Dramaturgie und die gewaltige Sprache wird der Leser mitgezogen in eine vergessene Welt, weit entfernt vom Kitsch des Malboroman.

unverblümtes Wild West

Bewertung am 17.09.2015
Bewertet: Hörbuch-Download

Hörbuch, 8 Stunden, 57 Minuten gesprochen von Johann von Bülow Nachdem ich von John Williams Buch „Stoner“ so begeistert war, habe ich mir diesen „Western“ als Hörbuch zugelegt und bin wieder begeistert. Der Vorgänger ist allerdings ein Klasse besser, der hätte 7* verdient. Dieses historische Buch in die Richtung moderner „Wild West“ abzulegen, unverklärt, weit entfernt von einer „Karl-May Beschreibung“. Williams löst sich von den amerikanischen Mythen, weist dem Westernklischees den Rücken. Es geht nicht um große Ideale und Abenteuer, die Büffeljagd war ein Geschäft. Der Leser wird mit Entbehrung, harter Arbeit und dem Tötens konfrontiert, riecht förmlich beim Lesen die ungewaschen Männer, die Büffel, den Geruch von Blut. Männer und Tiere in der Wüste, die fast am Verdursten sind, Ochsen, deren Zungen mit dem letzten Wasser befeuchtet werden, damit ihre Zungen nicht anschwellen, eindrückliche Beschreibungen, die es dem Leser erscheinen lässt, als reite er mittendrin. „Behutsam badete Miller das rauhe, gequollene Fleisch; Hand und Handgelenk steckten tief im Hals des Ochsen.“ Phantastisch, wie Williams die Herstellung von Patronen beschreibt, die die Männer erst kurz vor der Jagd in der Einöde herstellen, weil sie sonst verdorben wären. Psychologisches, wie die Verhaltensweisen von Miller, der im Blutrausch einen Büffel nach dem anderen abknallt oder seine Handlungsweise, als die Truppe nach Butcher‘s Crossing zurückkehrt, sind fein beobachtet und erzählerisch eindrücklich dargestellt. Um 1870 finanziert Will Andrews, der Harward-Student aus Boston, Miller den Deal seines Lebens, eine Jagd auf die kostbaren Felle der Büffel in einem unbekannten Tal in den Rocky Mountains. Will sucht das große Abenteuer. Er wird es erhalten, den Ritt in die Hölle. Büffel sind zu der Zeit fast ausgestorben, für Felle wird viel Geld geboten. Miller behauptet, er wisse, wo sich immer noch große Herden aufhalten, völlig versteckt. Miller, ein knallharter Trapper alten Stils, geldgierig, abenteuerlustig, abgebrüht, dagegen Will Andrews, ein verweichtes Söhnchen, naturbegeistert und idealistisch, hochnaiv, ein Stoff, aus dem sich mehr als eine gute Geschichte entwickelt. Miller ist ein Mistkerl, aber auch er zeigt einen weichen Kern. Mit von der Partie ist sein Freund, der leicht verrückte Charley Hoge, den Miller einst vor dem Kältetod rettete, wobei er ihm allerdings die verfrorene und verfaulte Hand amputieren musste. Fred Schneider ist dabei, der beste Häuter. Er erklärt Will später, wie man Tiere ausweidet und das Fell sachgemäß abzieht. Innereien, die sich als schwierig gestalten, Gestank, Fliegenheere, der Leser ist mit allen Sinnen dabei. Nach acht Monaten kehren die Männer zurück: „Meine Güte, ihr Männer verbreitet einen mächtigen Gestank“, sagt der Rezeptionist im Hotel von Butcher‘s Crossing. Ich möchte den Ausgang der Geschichte nicht verraten. Nur so viel, es wäre kein Williams, wenn dieser Roman kein Drama wäre. Dieser Roman ist amerikanische Geschichte. Aber es ist mehr, denn Williams beschreibt eindrücklich Naturgewalten (die Wüste und Schneestürme), die Gier des Menschen und seine grausame Gewalt, seine Dummheit, sich selbst seine Lebensgrundlage durch Zerstörung zu entziehen. Williams beschreibt aber auch die Schnelligkeit der Märkte, den Zerfall von Siedlungen, wenn sie sich den Märkten nicht anpassen können. Schäbige Hotels, schmutzige Saloons, ein Stück von Wild West in seiner Reinform. Von den geschätzten 50 Millionen Büffeln, die es in Amerika einmal gegeben hat, waren um 1900 nur noch 500 Exemplare übrig. Fasziniert durch die Dramaturgie und die gewaltige Sprache wird der Leser mitgezogen in eine vergessene Welt, weit entfernt vom Kitsch des Malboroman.

Gewaltiger Roman

Bewertung aus Dietikon am 19.01.2022

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Eine Geschichte in gewaltiger, atmosphärischer Sprache. Ein Buch das man nicht so schnell vergisst. Absolut lesenswert.

Gewaltiger Roman

Bewertung aus Dietikon am 19.01.2022
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Eine Geschichte in gewaltiger, atmosphärischer Sprache. Ein Buch das man nicht so schnell vergisst. Absolut lesenswert.

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Matthias Preuschoff

Mayersche Düsseldorf-Gerresheim

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Über Clint Eastwood und das Scheitern

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In einem kleinen Nest irgendwo im Nirgendwo der Prärie versucht ein junger Student aus gutem Hause seine Erfüllung zu finden. Hierfür heuert er bei einem Trupp Büffeljäger an, deren engstirniger Anführer die Gruppe nach anfänglichen Erfolgen ins Verderben leitet. Die Stimmung des Buches scheint so wortarm wie ein Clint Eastwood Western, es wird nichts beschönigt oder glorifiziert. Es ist schmutzig, ärmlich und von einem stetigen Pessimismus geprägt. Von der Aufbruchsstimmung der frühen Siedler scheint nichts mehr übrig geblieben zu sein. Wer wilde Schießereien, Kneipenschlägereien und blutrünstige Ureinwohner erwartet ist hier fehl am Platz. Butchers Crossing ist eine Parabel über die Getriebenheit eines Menschen, über die Sehnsucht auszubrechen aber auch über das Scheitern. Der "wilde Westen" ist Geschichte und ebenso scheinen es der Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung zu sein. Man meint, beim Lesen stets Charles Bronsons Mundharmonikaspiel aus "Spiel mit das Lied vom Tod" zu hören, ahnt der Leser doch, das die Geschichte kein gutes Ende nimmt. Ein herausragender Spätwestern, für den man kein Fan von Winnetou sein muss!
5/5

Über Clint Eastwood und das Scheitern

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In einem kleinen Nest irgendwo im Nirgendwo der Prärie versucht ein junger Student aus gutem Hause seine Erfüllung zu finden. Hierfür heuert er bei einem Trupp Büffeljäger an, deren engstirniger Anführer die Gruppe nach anfänglichen Erfolgen ins Verderben leitet. Die Stimmung des Buches scheint so wortarm wie ein Clint Eastwood Western, es wird nichts beschönigt oder glorifiziert. Es ist schmutzig, ärmlich und von einem stetigen Pessimismus geprägt. Von der Aufbruchsstimmung der frühen Siedler scheint nichts mehr übrig geblieben zu sein. Wer wilde Schießereien, Kneipenschlägereien und blutrünstige Ureinwohner erwartet ist hier fehl am Platz. Butchers Crossing ist eine Parabel über die Getriebenheit eines Menschen, über die Sehnsucht auszubrechen aber auch über das Scheitern. Der "wilde Westen" ist Geschichte und ebenso scheinen es der Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung zu sein. Man meint, beim Lesen stets Charles Bronsons Mundharmonikaspiel aus "Spiel mit das Lied vom Tod" zu hören, ahnt der Leser doch, das die Geschichte kein gutes Ende nimmt. Ein herausragender Spätwestern, für den man kein Fan von Winnetou sein muss!

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Der Wilde Westen als Metapher - großartig erzählt

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Will Andrews, Student in Harvard und begeisterter Anhänger von Emersons Naturphilosophie begibt sich 1870 auf einen Selbstfindungstrip in den Wilden Westen – und als Leser ahnt man schnell, das dies eigentlich nur schief gehen kann. Von diesem Scheitern schreibt John Williams auf brillante und großartige Weise, so eindringlich und berührend, das der Leser sich diesem Sog nicht entziehen kann. Wie gesagt, wir befinden uns im sogenannten Wilden Westen, und zwar in Kansas und es ist die Zeit der großen Büffeljagden. Will Andrews trifft in Butcher´s Crossing ein, einem verlassenen kleinen Nest, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Er hat ein bisschen Geld gespart, das er gerne investieren möchte, um das „wahre“ Leben kennenzulernen und wendet sich nun an Mr.McDonald, einen Büffelfellhändler, der ihm als Verbindungsmann genannt wurde. Dieser vermittelt ihn eher widerwillig, weil er schon eine dunkle Vorahnung hat, an den Büffeljäger Miller, der schnell Feuer und Flamme dafür ist, eine Expedition von Andrews finanziert, zu starten. Bald schon hat Miller alles Notwendige besorgt, einen Karren mit Ochsen, Proviant, Munition, einen Häuter namens Fred Schneider und auch sein alter stark dem Alkohol zugeneigter Freund Charley Hoge ist mit von der Partie. Währenddessen knüpft Andrews zarte Bande zu der Prostituierten Francine, die ihn in ihr Herz geschlossen hat und ihn auch nicht wirklich ziehen lassen will. Aber dann geht es doch los, in ein einsames Tal weit weg in den Bergen, in dem Miller einst eine riesige Büffelherde entdeckt hatte. Nur das dies schon zehn Jahre her ist...wird es dort immer noch Büffel geben und werden die Büffeljäger den Widrigkeiten wie Durst, Hunger und schlechtem Wetter trotzen können? John Williams hat ein leises und schlichtes Buch geschrieben, das fast beiläufig dem Menschen in seinem tiefsten Inneren nahekommt. Der Wilde Westen als Metapher, als Bild für das Leben in all seiner erbarmungslosen Wahrhaftigkeit. Nach seinem Überraschungserfolg mit „Stoner“ hat Williams endgültig bewiesen, dass er zu den Großen der Literatur zählt.
5/5

Der Wilde Westen als Metapher - großartig erzählt

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Will Andrews, Student in Harvard und begeisterter Anhänger von Emersons Naturphilosophie begibt sich 1870 auf einen Selbstfindungstrip in den Wilden Westen – und als Leser ahnt man schnell, das dies eigentlich nur schief gehen kann. Von diesem Scheitern schreibt John Williams auf brillante und großartige Weise, so eindringlich und berührend, das der Leser sich diesem Sog nicht entziehen kann. Wie gesagt, wir befinden uns im sogenannten Wilden Westen, und zwar in Kansas und es ist die Zeit der großen Büffeljagden. Will Andrews trifft in Butcher´s Crossing ein, einem verlassenen kleinen Nest, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Er hat ein bisschen Geld gespart, das er gerne investieren möchte, um das „wahre“ Leben kennenzulernen und wendet sich nun an Mr.McDonald, einen Büffelfellhändler, der ihm als Verbindungsmann genannt wurde. Dieser vermittelt ihn eher widerwillig, weil er schon eine dunkle Vorahnung hat, an den Büffeljäger Miller, der schnell Feuer und Flamme dafür ist, eine Expedition von Andrews finanziert, zu starten. Bald schon hat Miller alles Notwendige besorgt, einen Karren mit Ochsen, Proviant, Munition, einen Häuter namens Fred Schneider und auch sein alter stark dem Alkohol zugeneigter Freund Charley Hoge ist mit von der Partie. Währenddessen knüpft Andrews zarte Bande zu der Prostituierten Francine, die ihn in ihr Herz geschlossen hat und ihn auch nicht wirklich ziehen lassen will. Aber dann geht es doch los, in ein einsames Tal weit weg in den Bergen, in dem Miller einst eine riesige Büffelherde entdeckt hatte. Nur das dies schon zehn Jahre her ist...wird es dort immer noch Büffel geben und werden die Büffeljäger den Widrigkeiten wie Durst, Hunger und schlechtem Wetter trotzen können? John Williams hat ein leises und schlichtes Buch geschrieben, das fast beiläufig dem Menschen in seinem tiefsten Inneren nahekommt. Der Wilde Westen als Metapher, als Bild für das Leben in all seiner erbarmungslosen Wahrhaftigkeit. Nach seinem Überraschungserfolg mit „Stoner“ hat Williams endgültig bewiesen, dass er zu den Großen der Literatur zählt.

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