Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...
In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«
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Mir wurde dieses Buch in der 13. Klasse aufgezwungen. Mir haben die Schreibweise und die Ausdrücke nicht gefallen. Brutale Szenen sehr detailliert geschrieben, sodass es mir schwerfiel, dieses Buch für die Schule zu lesen. Schade, dass man das Genre in der Schule nicht aussuchen kann.
Erschreckend, ergreifend, traurig und schonungslos, aber gerade deswegen eines der Bücher, welches Aufmerksamkeit verdient!
Pink Anemone aus Wien am 14.04.2021
Bewertungsnummer: 1013159
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich »Fiete« Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere,Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich redenlässt steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...
In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«...(Klappentext)
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Mein Großvater, dazumals selbst als junger Bursch als letzte Hoffnung an die Front geschickt, hat mir einiges aus dieser Zeit erzählt und ich habe auch schon vieles an Biographien und Geschichtsbücher gelesen, aber es ist immer wieder erschreckend wie brutal und grausam in dieser Zeit agiert und reagiert wurde - selbst in den eigenen Reihen.
In diesem Buch wird die Geschichte von Walter erzählt - ein junger SS-Soldat, der, wie so viele, nichts mit dem Krieg zu tun haben wollte und noch am Ende zwangsrekrutiert wurde, um den erhofften Endsieg doch noch zu erlangen.
Dabei hat er es als Versorgungsfahrer noch mehr oder weniger gut getroffen, da ihm somit die Front erspart blieb.
Man durchlebt mit ihm Fliegeralarme, Bombeneinschläge, die Angst vor dem näherrückenden Iwan, kroteske Besäufnisse, Grausamkeit und Kaltblütigkeit gegenüber sog. Partisanen und selbst in den eigenen Reihen, den Zwang mitmachen zu müssen, um nicht selbst an die Wand gestellt zu werden, etc.
Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, der Erzählstil schonungslos und ergreifend. Ohne Beschönigung und Glorifizierung wird einem hier die Sicht eines Soldaten beschrieben.
Der Autor schafft es dieses Buch spannend und facettenreich zu gestalten und schlägt auch mal ruhige und nachdenkliche Töne an. So beschreibt dieser Roman nicht nur Gräueltaten, sondern auch was damals Hoffnung, Freundschaft, Kameradschaft und auch Mut bedeuteten.
Durch diesen Roman wird wieder einmal mehr bewusst, dass diese Zeit nicht nur für die sog. "Feinde" und die Zivilbevölkerung grausam und beängstigend war, sondern auch für die Soldaten. Denn viel zu oft wird vergessen, dass nicht alle der Soldaten (egal ob SS oder Wehrmacht) von Hitlers Ideologie überzeugt waren, mit Freuden in den Krieg zogen, Feinde aus dem Weg räumten oder zu Gräueltaten fähig waren.
Dieser Roman ist keineswegs leicht zu lesen, aber welches Buch mit dieser Thematik ist das schon? - egal, ob aus Soldatensicht, aus der Sicht eines jüdischen Überlebenden oder aus der Sicht der Zivilbevölkerung.
Das sollte einem jedoch nicht daran hindern dieses Buch zu lesen, denn nichtsdestotrotz ist dieses Buch gute Literatur die auf jeden Fall Aufmerksamtkeit verdient.
Fazit:
Für schwache Nerven und Mägen ist dieser äußerst authentische Roman nichts und auch mit starken Nerven ist dieser Roman nicht leicht zu lesen - erschreckend, ergreifend, traurig, schonungslos.
Der Autor schafft es trotzdem diese Thematik in einen spannenden Roman zu verpacken. Denn so erschreckend und bedrückend vieles ist, so interessant und aufschlussreich ist es auch.
Dieser Roman ist bis jetzt eines meiner wenigen Lesehighlights dieses Jahres und bekommt daher eine absolute Leseempfehlung.
Meinung aus der Buchhandlung
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"Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden"
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Niederträchtige Barbarei und unaussprechliche Grausamkeit des Krieges, selten vermochte es die Kunst der Literatur diese so radikal und bezwingend darzustellen wie in diesem Roman. Selten nur nutzte die Literatur ihre Mittel auf so fulminante Weise, um die moralisch-psychische Verelendung von Soldaten derart sichtbar werden zu lassen. Bravourös ist hier nicht nur Ralf Rothmanns zarte poetische Brillanz, sondern auch die humane kraftvolle Empathie, die er für Walters Tragödie aufbringt: Die Tragödie des unschuldig Schuldigseins, über die Walter Urban in der Nachkriegszeit mit niemandem sprechen wird, für die Sprache gerade keine Sprache finden kann. Sein Sohn, der sich schon nach wenigen Romanseiten aus der Position des Ich-Erzählers zurückzieht, leiht ihm seine Stimme und erzählt an Stelle des Vaters von dessen Kriegstrauma. „Das Schweigen, das tiefe Verschweigen, besonders wenn es Tote meint, ist letztlich ein Vakuum, das das Leben irgendwann von selbst mit Wahrheit füllt“, so die Tonalität gleich zu Anfang des Buches, die uns die Richtung vorgibt. Wir lesen im Folgenden die bittere Geschichte des 17jährigen Walter Urban, einem Melker, der noch im Februar 1945 durch einen Trick zusammen mit seinem Freund Fiete in die Waffen-SS zwangsrekrutiert und nach kurzer Ausbildung nach Ungarn verschickt wurde. Hitlers letztes Aufgebot, sein letzter Atemzug. Was die beiden dort erlebten, ist in seiner menschenverachtenden Grausamkeit zwar jedem halbwegs geschichtlich informierten Leser nicht unbekannt, in dieser gnadenlosen Härte aber selten literarisch derart ausformuliert worden. Die verstörende Qualität dieses Romans liegt nicht zuletzt auch darin, dass der Text, der von Kanonendonner und Luftalarmen berichtet, immer wieder Räume der Ruhe öffnet. Hier werden auf sehr feinsinnige Weise viele Fragen gestellt, auf die es keine Antworten zu geben scheint. Rothmann durchzieht seinen Roman immer wieder mit Naturbeschreibungen, stets erfahren wir welches Licht über den weiten baumlosen Ebenen liegt, welcher Art die Windverhältnisse sind. Jedes Martyrium scheint seine Einhegung in die niemals verschwindende Natur zu erhalten, möglicherweise vermag gerade die Harmlosigkeit der Naturprozesse den Weg aus dem totalitären starren System weisen zu können. Rothmann malt mit Worten, so zart und doch so schwer, von Leben und Sterben, vom ewigen Meer menschlicher Sinnsuche. Der Frühling, ein Spiegel, voll Hoffnung und Schmerz, zeigt uns, dass im Vergehen auch ein neuer Anfang kehrt.
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Eindringlich erzählt Ralf Rothmann von der Grausamkeit des Krieges – seine Sprache gleichermaßen von schonungslosem Detailreichtum und anrührender Poetik. Meine Worte sind unzulänglich um diesen Roman zu beschreiben. Ein großartiges Buch, das mich zu Tränen gerührt und demütig zurückgelassen hat!
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