Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Magd Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben ... Margaret Atwoods »Report der Magd« ist ein beunruhigendes und vielschichtiges Meisterwerk, das längst zum Kultbuch avanciert ist.
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Leider immernoch hochaktuell
Bewertung am 02.08.2023
Bewertungsnummer: 1992703
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Margret Atwood ist eine Meisterin des Storytellings und rückt durch die Augen der namenlosen Protagonistin die Welt von Gilead langsam in den Fokus. Wir erfahren durch die Vergangenheit der Magd wie sich der totalitäre Staat überhaupt hatte bilden können. Auch interessant ist, dass Atwood nur echte Vorfälle aus der Geschichte in die Welt von Gilead einbaut. Vorfälle die sich auch jetzt wiederholen, denn der Report der Magd hält unserer Gesellschaft immer noch den Spiegel vor und spricht davon, welche Zukunft uns erwarten könnte wenn das Patriachat weiter wächst und Staat und Religion sich verbünden. Die aktuellen Geschehnisse im Iran und die Abtreibungsverbote in den USA erinnern uns daran, dass diese Zukunftsvision garnicht so weit von unserer Gegenwart entfernt ist.
Auch jetzt werden Frauen zu Geburtsmaschinen minimiert und in hochgeschlossene, "sittsame" Kleider gezwängt um den "sexgetriebenen" Mann nicht zur Sünde zu verleiten. Und während FeministInnen im Internet über das Patriachat aufklären bekommen auch die sogenannten Männerrechtler immer mehr Aufmerksamkeit für ihre traditionellen Wertvorstellungen. Die Ansichten zwischen Mann und Frau geraten ins Schwanken und mit der wachsenden, feministischen Revolution zieht gleichzeitig auch eine Welle von Sexismus und veralteten Werten auf, die versucht uns abzudrängen.
Dieses Buch ist Aufklärung und ein Aufruf weiter für unsere Rechte zu kämpfen.
eine grausame Zukunft
Meggie aus Mertesheim am 28.03.2022
Bewertungsnummer: 1684183
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Eine düstere Zukunft für Frauen - nachdem durch zu viel radioaktiver Verseuchung die Geburtenrate stark zurückgegangen ist, wird ein neues System eingeführt. Aufgrund der zunehmenden Sterilität der Menschen, werden diejenigen Frauen, die noch fruchtbar sind, dazu genötigt, in einem Haushalt als sog. "Magd" zu dienen. Dazu gehört, dass man keinerlei Rechte mehr hat und dem Hausvorstand dienlich sein muss, damit sie schwanger wird und dem Ehepaar, in dessen Haus sie lebt, ein Kind zu gebären.
Offred ist solch eine Magd und lebt im Hause des Kommandanten und dessen Frau Serena Joy. Offred erzählt ihre Geschichte, in dem sie in Rückblicken erklärt, wie es dazu kam, dass sie nun als Magd dienen muss und ausführt, wie das Leben sich nun gestaltet.
In einem erschütternd nüchternen Ton wird hier die Geschichte von June erzählt, die nunmehr Offred heißt und als Magd im Haushalt von Serena Joy und ihrem Mann, der nur als Kommandant bekannt ist, lebt.
Die Autorin hat sich eine düstere Zukunft für Frauen ausgedacht, in der radioaktive Verseuchung dazu führt, dass viele Frauen und Männer steril werden und somit die Geburtenrate in den USA drastisch zurückgeht. Es wird ein neuer Staat - Gilead - ausgerufen. Wer dort lebt, hat sich an bestimmte Regeln zu halten. Dazu gehört, dass eine Frau, die noch fruchtbar ist, so viele Kinder wie möglich austragen soll. Dabei wird sie einem Haushalt zugewiesen, der nicht in der Lage ist, Kinder zu zeugen. In einer unmenschlichen "Zeremonie" muss die Magd dem Hausherrn zu Diensten sein, in der Hoffnung, dass sie schnell schwanger wird und - vor allem - auch ein gesundes Kind zur Welt bringt.
Ich habe die Serie "The Handmaid's Tale" mit großen Interesse verfolgt und nun wollte ich auch lesen, wie die Autorin sich die Geschichte vorgestellt hat. Dabei muss ich sagen, dass die TV-Serie sich sehr nah an das Buch gehalten hat, zumindest, was die Grundgeschichte angeht.
Die Serie hat mich schon erschüttert, aber das Buch spiegelt diese Erschütterung nochmals wider, in dem mit einer Nüchternheit von Offred erzählt wird, wie es zu all dem überhaupt kam.
Die Autorin hat sich eine düstere Zukunft einfallen lassen. Die Frauen sind herabgestuft und den Männern Untertan. Nur wenige Rechte werden ihnen eingeräumt, je nach Status.
Hochinteressant ist jedoch, wie Offred anfängt, sich etwas gegen das System zu wehren, mit den wenigen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen. Sie bekommt Bruchstücke mit, die sich langsam zu einem großen Bild zusammenfügen.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, da bei der wörtlichen Rede keine Zeichensetzung benutzt wurde bzw. nur selten die wörtliche Rede in Anführungszeichen gesetzt wird. Man gewöhnt sich zwar daran, allerdings wird auch nicht erklärt, warum dies so gehandhabt wurde.
Am Ende erwartet einem eine Podiumsdiskussion. in der Jahre später erzählt wird, dass der "Report der Magd" gefunden und analysiert wurde.
Meggies Fussnote:
Eine grausame Dystopie.
Meinung aus der Buchhandlung
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Die Welt von Gilead ist erschreckend einfach strukturiert: Männer haben die Macht, während Frauen nahezu alle Rechte entzogen wurden. Sie werden in drei Rollen eingeteilt. Entweder als schmückendes Beiwerk an der Seite eines Mannes, als Hausmädchen oder als Gebärende. Diese dystopische Gesellschaft, die Margaret Atwood erschafft, wirkt dabei nicht nur beklemmend, sondern auch beunruhigend aktuell.
Atwood gelingt es, eine Welt zu zeichnen, die zwar extrem erscheint, aber gleichzeitig erschreckend nah an reale Entwicklungen heranrückt. Themen wie Unterdrückung, Kontrolle über den eigenen Körper und der Entzug grundlegender Rechte sind keine rein fiktiven Elemente. Vielmehr spiegeln sie gesellschaftliche Tendenzen wider.
Mit jedem Kapitel wird klarer: Gilead ist nicht nur eine erfundene Dystopie. Es ist eine Warnung. Eine Warnung davor, wie schnell gesellschaftliche Errungenschaften verloren gehen können, wenn Macht unkontrolliert bleibt.
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Ich habe mich lange davor gedrückt, dieses Buch zu Lesen, weil das Thema so heavy war. Jetzt habe ich mich dem Buch angenommen und wow, wow, wow. Ich kann gar nicht richtig ausdrücken, wie schockierend und erdrückend das Buch für mich als Frau war. Gleichzeitig war der Schreibstil so toll und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Es war ein bisschen wie ein Unfall. Zu wissen, dass die Autorin sich an realen Gegebenheiten orientiert hat, war nochmal schockierender für mich.
Ich empfehle dieses Buch ausnahmslos jedem, da es doch leider so wichtig und aktuell ist.
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