Dshamilja
Mit einem Vorwort und einer Erinnerung an die Entstehung dieser Erzählung von Tschingis Aitmatow. Nachwort von Louis Aragon. Nachwort von Louis Aragon. Erzählung
Die lebensfrohe Dshamilja lernt den träumerischen Danijar kennen und lieben. Mit den Augen eines Kindes, das zu verstehen beginnt, erzählt ihr junger Schwager Seït, welch eine Macht die Liebe sein kann.
Tschingis Aitmatow arbeitete als Veterinärmediziner auf dem Experimentiergut des Viehzuchtforschungsinstituts von Kirgisien. Er hatte bereits einige kleinere Erzählungen veröffentlicht und absolvierte 1956 ein Praktikum am Maxim Gorki-Literaturinstitut in Moskau. Als Diplomarbeit verfasste er eine Geschichte, gab ihr den Titel Dshamilja, und seither geht sie um die ganze Welt.
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Dshamila oder Djamila gehört zu den bekanntesten Liebesgeschichten der Neuzeit. Für mich damals Schullektüre war das schmale Bändchen der Einstieg in das Werk Aitmatows. Wer noch nichts kennt, sollte hiermit starten. Berührend und sehr lohnenswert!
Dshamilja
Elisabeth Schuhmann aus St. Johann im Pongau am 15.02.2012
Bewertungsnummer: 767274
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dshamilja gilt als die schönste Liebesgeschichte der Welt. 1958 als Diplomarbeit des kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow entstanden, vermag sie mit ihren unglaublichen Sprachbildern immer noch zu begeistern.
Said, ein junger Bursche, erzählt uns die Geschichte seiner Schwägerin Dshamilja und deren Liebe zu Danijar.
Ein vom Krieg gezeichneter Soldat, Danijar, kehrt in sein Heimatdorf zurück. Er ist schwermütig, verschlossen ein Außenseiter, gemieden von den Bewohnern des Dorfes. Dshamilja , deren Mann an der Front kämpft, ist arbeitsam, fröhlich und schön, wird geliebt und verehrt. Danijars Liebe zu Dshamilja wird für Said offenkundig, als dieser auf der Heimfahrt von der täglich gemeinsam verrichteten Arbeit zu singen beginnt. Said schreibt: ..diese Liebe erfüllte ihn ganz, sie klang aus seinen Liedern, sie war sein Leben.
Dshamilja bricht mit der fest verwurzelten Tradition und gesteht Danijar ihre Liebe. Gemeinsam fliehen sie aus dem kirgisischen Dorf.
Vielleicht ist es die schönste Liebesgeschichte der Welt, dies vermag ich nicht zu beurteilen jedenfalls hat mich Aitmatow mit seinen Beschreibungen der Steppenlandschaft, den Schilderungen des alltäglichen Lebens in der Kolchose und der aufkeimenden Liebe, begeistert!
Meinung aus der Buchhandlung
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Für mich ist es zwar nicht die "schönste Liebesgeschichte der Welt", so wie es im Vorwort gesagt wird, aber dennoch empfehle ich das Buch wärmstens weiter. Wir erfahren diese Liebesgeschichte nicht aus Sicht des Paares selbst, sondern von Dshamiljas 15-jährigem Schwager Said. Es ist eine zarte, vorsichtige Liebe, die nicht vorgesehen ist in der Gesellschaft, und die sich dennoch nicht verbieten lässt. Die Sprache ist sehr schön, v.a. wenn man bedenkt, dass der Erzähler noch so jung war und die Liebe ihm selbst noch fremd war.
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"Und in jedem meiner Bilder wird Danijars Lied erklingen, wird Dshamiljas Herz schlagen"
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dshamilja, eine 1958 entstandene Novelle, dessen sirenhafte Wirkung das gefrorene Meer in uns allen schmelzen zu lassen vermag. Eine zeitlose Erzählung, in der es kein überflüssiges Wort gibt, keinen Satz der nicht im Herzen widerklingen würde. Tschingis Aitmatov ist noch jung, aber seine Geschichte wirkt so, als beherberge er die unermessliche Erfahrung der Menschheit in seinem eigenen kirgisischen Herzen. In den sanften Anhöhen der kirgisischen Steppe, wo Berge wie alte Wächter thronen, entfaltet sich die himmlische Geschichte von Dshamilja. In diesem Herzen weht ein Sturm der Liebe, ein nach Entfaltung und Verwirklichung dürstender urzeitlicher Wind der Sehnsucht. Dshamiljas Schönheit, so erfahren wir, mutet wie ein leuchtender Stern am unendlichem Himmel der grenzenlosen Steppe an, sie erstrahlt in der Dunkelheit der nomadischen Zwänge und Bräuche. Der Erzähler Said webt uns mit einfachen Worten ein zartes Netz der Gefühle, das die Sehnsucht und das Leid der Liebenden einfängt und uns dabei spüren lässt, dass die Liebe wie ein unaufhaltsamer Fluss durch die Herzen fließt. Dshamilja, die im Schatten der Tradition lebt, trägt die Last der Erwartungen auf ihren Schultern, doch in ihren Augen glimmt ein Funke Rebellion, ein befreiender Wunsch nach einem Leben jenseits der Grenzen. Diese von leidenschaftlicher Schwermut durchzogene Geschichte vermag uns zu vermitteln, dass Liebe, so schön und zerbrechlich sie auch sein mag, immer den Mut verdient, gelebt zu werden. In diesem Drama der Gefühle tritt der Vagabunde Danijar auf, ein junger Mann, der mit seinem Mut und seiner Leidenschaft wie ein Funke in der Dunkelheit leuchtet. Anders ist er, immerzu geheimnisvoll schweigend, stets von einer Aura des Erhabenen umgeben. Seine Präsenz in der Geschichte ist wie ein sanfter Sturm, der die Stille der alten Welt erschüttert. Er ist das lebendige Symbol für den Wunsch nach Veränderung, für den Mut gegen den Strom zu schwimmen und für die Kraft, die Liebe selbst in den dunkelsten Zeiten zu bewahren. „Er war ein zutiefst verliebter Mensch“, hören wir Said berichten, „aber er war nicht einfach in einen anderen Menschen verliebt – sondern es war eine andere, alles umfassende Liebe zum Leben und zur Erde. Diese Liebe erfüllte ihn ganz, sie klang aus seinen Liedern, sie war sein Leben“. Die Erzählung von Dshamilja wird uns von Said berichtet, einem 15 Jahre altem Kind, das jenem Entstehen feiner erster Liebe beiwohnt. Auch er liebt Dshamilja, jedoch wird er es erst wissen, wenn er sie unwiederbringlich verloren hat. Tschingis Aitmatovs Stimme dringt zu uns, hindurch durch ferne Länder und Zeiten und verkündet uns die geheimnisvolle Macht des gegenseitigen Seelen-Erkennens. In diesem poetischen Epos spiegelt sich die universelle Wahrheit: Dass Liebe, so zerbrechlich sie auch sein mag, nicht den Mut verlieren darf, und dass sie die Kraft hat, Welten zu verändern.
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