Was vom Tage übrig blieb
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Kazuo Ishiguro

1. Was vom Tage übrig blieb

Was vom Tage übrig blieb

Hörbuch-Download (MP3)

Variante: Hörbuch-Download (2017)

Was vom Tage übrig blieb

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Hörbuch

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

2859

Sprecher

Gert Heidenreich

Spieldauer

8 Stunden und 51 Minuten

Fassung

ungekürzt

Abo-Fähigkeit

Ja

Medium

MP3

Family Sharing

Ja

Beschreibung

Details

Family Sharing

Ja

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Verkaufsrang

2859

Sprecher

Gert Heidenreich

Spieldauer

8 Stunden und 51 Minuten

Fassung

ungekürzt

Abo-Fähigkeit

Ja

Medium

MP3

Erscheinungsdatum

18.12.2017

Verlag

Random House Audio

Hörtyp

Lesung

Originaltitel

The Remains of the Day (Faber and Faber Ltd.)

Übersetzer

Hermann Stiehl

Sprache

Deutsch

EAN

9783837142426

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Schöne Sprache jedoch sehr zähe Geschichte

monerl aus Langen am 10.03.2021

Bewertet: Hörbuch-Download

Kurzmeinung Genre: Roman Handlung: Die Handlung ist vielfältig. Zum einen geht es um den Butler Stevens, der sich voll und ganz seinem Beruf verschrieben hat. Diesen führt es voller Hingabe und absoluter Würde aus. Die Hierarchie wird nicht hinterfragt, genauso wenig die Vorgänge, die sich im Haus über viele Jahre abspielen. Große Politik wird gemacht und Geschichte geschrieben, doch Mr. Stevens erlaubt sich kein Urteil. Der Zweite Weltkrieg steht vor der Tür und Politiker und Diplomaten aus aller Welt finden in England in diesem Herrenhaus zusammen, tauschen sich aus und debattieren. So ein Herrenhaus benötigt neben einem herausragenden Butler ebenso eine herausragende Hauswirtschafterin. Miss Kenton ist für diese Rolle ebenso geschaffen wie Mr. Stevens für seine. Zwischen den beiden gibt es eine Art Zuneigung, die jedoch nie über das förmliche Verhalten hinausgeht. Zu persönlich und zu privat mag Mr. Stevens nämlich überhaupt nicht. Charaktere: Zwei Protagonisten, die sich in nichts nachstehen. Mr. Stevens, der Butler, ist sehr gut porträtiert und sein charakterlicher roter Faden ist absolut durchgängig, ganz ohne Unterbrechungen. Er ist das Nonplusultra eines Butlers. Er dient mit ganzem Herzen, mit offenen Augen und verschlossenen Ohren. Denn es steht ihm nicht zu, sich eine Meinung über all die Gäste zu bilden, die im Herrenhaus ein- und ausgehen. Er besitzt eine kühle Distanz, die sogar so weit geht, dass er nicht in der Lage ist, seinem sterbendem Vater ein paar Minuten beizustehen. Er fühlt sich unwohl und nimmt seine Arbeit als Vorwand gehen zu müssen, da dies sein Vater, ebenso ein Butler vom alten Schlag, absolut verstehen kann und nicht dulden würde, wenn sein Sohn ein schlechtes Bild auf sich und den Berufsstand wirft. Miss Kenton erfüllt nur vordergründig die Anforderungen an ihren Berufsstand als Hauswirtschafterin. Sie erfüllt ihre Aufgabe mit Bravour, leistet sich aber immer wieder ein liebevolles Geplänkel mit Mr. Stevens. Vergeblich versucht sie ihm Emotionen zu entlocken und erkennt immer, wann er Zuspruch und ein gutes Wort braucht. Sie stärkte ihm den Rücken, nachdem sein Vater gestorben war. Diese beiden Figuren sind dem Autor hervorragend gelungen! Spannung: Auf Spannung wartet man in diesem Roman vergeblich. Es kommt ein Interesse auf, wie das Aufeinandertreffen der beiden, nach so vielen Jahren, vonstatten gehen wird. Wird Mr. Stevens endlich etwas aus sich heraus gehen können und Miss Kenton gestehen, dass er sie all die Jahre vermisst hat? Wird sie mit ihm zurück ins Herrenhaus kommen und ihre alte Stelle wieder aufnehmen? Auf das Ende ist man somit wohl gespannt, doch diese Frage schwirrt dem Leser nicht permanent im Kopf herum. Schreibstil: Keine Frage, Kazuo Ishiguro hat sprachlich gesehen mit diesem Roman etwas Besonderes geschaffen. Sehr ruhig schreitet das Geschehen voran. Und unter der hochgehobenen und -geborenen Gesellschaft entspannen sich Gespräche, die man nicht alltäglich nennen kann. Erfrischend waren für mich auch die Dialoge von Mr. Stevens und den Bürgern der Ortschaften, in denen er auf seiner Reise gewollt als auch ungewollt Halt macht. Hervorragend auch die innere Reise von Mr. Stevens. Wie man anhand von seinen Aussagen merkt, dass er angefangen hat sich mit sich und seiner Vergangenheit zu beschäftigen und analysiert, ob er manchmal nicht hätte anders handeln müssen. Ende: Ein Ende, das sich für mich so abgezeichnet hat. Deswegen aber nicht minder gut. Dem Autor ist es gelungen der Geschichte treu zu bleiben. Das gefällt mir sehr. Hörbuch: Wunderbar gelesen und interpretiert von Gert Heidenreich, meinem liebsten Sprecher für Hörbücher. Keiner schafft es auf so ganz besondere Weise Figuren und ihre Charaktere so wiederzugeben, dass es vom Anfang bis zum Ende ein reiner Hörgenuss ist. Fazit: Ein wirklich gutes Hörbuch! Doch trotz all dem Positiven, das ich hier erwähne und hervorhebe, kann selbst die schöne Sprache und der herausragende Sprecher die Eintönigkeit und auch in großen Teile die Langeweile der Geschichte nicht verschwinden lassen. Hätte ich das Buch gelesen, hätte ich sicherlich immer mal wieder Seiten überblättert oder quergelesen. Mir persönlich reichte das leider nicht, um das gesamte Buch als herausragend bezeichnen zu können. Ich fühlte mich nicht mitgerissen. Mich konnte auch diese bittersüße und unerfüllte Liebe nicht so richtig rühren.

Schöne Sprache jedoch sehr zähe Geschichte

monerl aus Langen am 10.03.2021
Bewertet: Hörbuch-Download

Kurzmeinung Genre: Roman Handlung: Die Handlung ist vielfältig. Zum einen geht es um den Butler Stevens, der sich voll und ganz seinem Beruf verschrieben hat. Diesen führt es voller Hingabe und absoluter Würde aus. Die Hierarchie wird nicht hinterfragt, genauso wenig die Vorgänge, die sich im Haus über viele Jahre abspielen. Große Politik wird gemacht und Geschichte geschrieben, doch Mr. Stevens erlaubt sich kein Urteil. Der Zweite Weltkrieg steht vor der Tür und Politiker und Diplomaten aus aller Welt finden in England in diesem Herrenhaus zusammen, tauschen sich aus und debattieren. So ein Herrenhaus benötigt neben einem herausragenden Butler ebenso eine herausragende Hauswirtschafterin. Miss Kenton ist für diese Rolle ebenso geschaffen wie Mr. Stevens für seine. Zwischen den beiden gibt es eine Art Zuneigung, die jedoch nie über das förmliche Verhalten hinausgeht. Zu persönlich und zu privat mag Mr. Stevens nämlich überhaupt nicht. Charaktere: Zwei Protagonisten, die sich in nichts nachstehen. Mr. Stevens, der Butler, ist sehr gut porträtiert und sein charakterlicher roter Faden ist absolut durchgängig, ganz ohne Unterbrechungen. Er ist das Nonplusultra eines Butlers. Er dient mit ganzem Herzen, mit offenen Augen und verschlossenen Ohren. Denn es steht ihm nicht zu, sich eine Meinung über all die Gäste zu bilden, die im Herrenhaus ein- und ausgehen. Er besitzt eine kühle Distanz, die sogar so weit geht, dass er nicht in der Lage ist, seinem sterbendem Vater ein paar Minuten beizustehen. Er fühlt sich unwohl und nimmt seine Arbeit als Vorwand gehen zu müssen, da dies sein Vater, ebenso ein Butler vom alten Schlag, absolut verstehen kann und nicht dulden würde, wenn sein Sohn ein schlechtes Bild auf sich und den Berufsstand wirft. Miss Kenton erfüllt nur vordergründig die Anforderungen an ihren Berufsstand als Hauswirtschafterin. Sie erfüllt ihre Aufgabe mit Bravour, leistet sich aber immer wieder ein liebevolles Geplänkel mit Mr. Stevens. Vergeblich versucht sie ihm Emotionen zu entlocken und erkennt immer, wann er Zuspruch und ein gutes Wort braucht. Sie stärkte ihm den Rücken, nachdem sein Vater gestorben war. Diese beiden Figuren sind dem Autor hervorragend gelungen! Spannung: Auf Spannung wartet man in diesem Roman vergeblich. Es kommt ein Interesse auf, wie das Aufeinandertreffen der beiden, nach so vielen Jahren, vonstatten gehen wird. Wird Mr. Stevens endlich etwas aus sich heraus gehen können und Miss Kenton gestehen, dass er sie all die Jahre vermisst hat? Wird sie mit ihm zurück ins Herrenhaus kommen und ihre alte Stelle wieder aufnehmen? Auf das Ende ist man somit wohl gespannt, doch diese Frage schwirrt dem Leser nicht permanent im Kopf herum. Schreibstil: Keine Frage, Kazuo Ishiguro hat sprachlich gesehen mit diesem Roman etwas Besonderes geschaffen. Sehr ruhig schreitet das Geschehen voran. Und unter der hochgehobenen und -geborenen Gesellschaft entspannen sich Gespräche, die man nicht alltäglich nennen kann. Erfrischend waren für mich auch die Dialoge von Mr. Stevens und den Bürgern der Ortschaften, in denen er auf seiner Reise gewollt als auch ungewollt Halt macht. Hervorragend auch die innere Reise von Mr. Stevens. Wie man anhand von seinen Aussagen merkt, dass er angefangen hat sich mit sich und seiner Vergangenheit zu beschäftigen und analysiert, ob er manchmal nicht hätte anders handeln müssen. Ende: Ein Ende, das sich für mich so abgezeichnet hat. Deswegen aber nicht minder gut. Dem Autor ist es gelungen der Geschichte treu zu bleiben. Das gefällt mir sehr. Hörbuch: Wunderbar gelesen und interpretiert von Gert Heidenreich, meinem liebsten Sprecher für Hörbücher. Keiner schafft es auf so ganz besondere Weise Figuren und ihre Charaktere so wiederzugeben, dass es vom Anfang bis zum Ende ein reiner Hörgenuss ist. Fazit: Ein wirklich gutes Hörbuch! Doch trotz all dem Positiven, das ich hier erwähne und hervorhebe, kann selbst die schöne Sprache und der herausragende Sprecher die Eintönigkeit und auch in großen Teile die Langeweile der Geschichte nicht verschwinden lassen. Hätte ich das Buch gelesen, hätte ich sicherlich immer mal wieder Seiten überblättert oder quergelesen. Mir persönlich reichte das leider nicht, um das gesamte Buch als herausragend bezeichnen zu können. Ich fühlte mich nicht mitgerissen. Mich konnte auch diese bittersüße und unerfüllte Liebe nicht so richtig rühren.

Sehr mühsame Geschichte

Bewertung am 04.12.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Leider sehr langatmige Geschichte. Habe mehrmals überlegt abzubrechen und begonnen Absätze nur noch zu überfligen in der Hoffnung es kommt eine Pointe...leider bis zur letzten Seite keine Wende ..

Sehr mühsame Geschichte

Bewertung am 04.12.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Leider sehr langatmige Geschichte. Habe mehrmals überlegt abzubrechen und begonnen Absätze nur noch zu überfligen in der Hoffnung es kommt eine Pointe...leider bis zur letzten Seite keine Wende ..

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Was vom Tage übrig blieb

von Kazuo Ishiguro

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Alexander Krebelder

Thalia Nürnberg

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5/5

Elegant und bittersüß

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Was vom Tage übrig blieb" ist ein literarisches Kunstwerk. Kazuo Ishiguro schafft es einen unspektakulären Roadtrip durch den Süden Englands zu einer anmutigen und zutiefst melancholischen Reise werden zu lassen. Eine Handlung, die geduldig und langsam aus dem aufopferungsvollen Leben des Butlers Steven berichtet. Was dieses Buch zu einem der besten macht, die je gelesen habe, ist jedoch nicht die Geschichte selbst, sondern die Art und Weise wie eben diese erzählt wird. Ishiguros Schreibstil ist ein absoluter Hochgenuss. So vornehm und elegant, als würde jeder Satz unseren Verstand um Erlaubnis bitten, eintreten zu dürfen. Jedes Wort fühlt sich an, als würde Butler Steven es direkt an uns richten. Jeder Absatz ein Zeugnis seiner Seele, die über Jahrzehnte hinweg nichts anderes kannte, als zu dienen, zu funktionieren und eigene Impulse höflich auf Distanz zu halten. Als er sich auf den Weg zu einer ehemaligen Kollegin macht, die womöglich mehr hätte sein können als "nur eine Kollegin", beginnt sein ganzes (verschwendetes?) Leben über ihn hineinzubrechen. Ein fantastisches Buch, nach dessen Lektüre sich alles andere erst einmal wie die Rückseite einer Cornflakes-Packung anfühlen wird.
5/5

Elegant und bittersüß

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Was vom Tage übrig blieb" ist ein literarisches Kunstwerk. Kazuo Ishiguro schafft es einen unspektakulären Roadtrip durch den Süden Englands zu einer anmutigen und zutiefst melancholischen Reise werden zu lassen. Eine Handlung, die geduldig und langsam aus dem aufopferungsvollen Leben des Butlers Steven berichtet. Was dieses Buch zu einem der besten macht, die je gelesen habe, ist jedoch nicht die Geschichte selbst, sondern die Art und Weise wie eben diese erzählt wird. Ishiguros Schreibstil ist ein absoluter Hochgenuss. So vornehm und elegant, als würde jeder Satz unseren Verstand um Erlaubnis bitten, eintreten zu dürfen. Jedes Wort fühlt sich an, als würde Butler Steven es direkt an uns richten. Jeder Absatz ein Zeugnis seiner Seele, die über Jahrzehnte hinweg nichts anderes kannte, als zu dienen, zu funktionieren und eigene Impulse höflich auf Distanz zu halten. Als er sich auf den Weg zu einer ehemaligen Kollegin macht, die womöglich mehr hätte sein können als "nur eine Kollegin", beginnt sein ganzes (verschwendetes?) Leben über ihn hineinzubrechen. Ein fantastisches Buch, nach dessen Lektüre sich alles andere erst einmal wie die Rückseite einer Cornflakes-Packung anfühlen wird.

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5/5

Ein Butler, der nichts preisgeben will, erzählt.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Upstairs/Downstairs-Lebenswelt der englischen Aristokratie fasziniert auch heute immer wieder. Lang bevor Julian Fellowes das mit "Gosford Park" und "Downton Abbey" auskostete, gab uns Kazuo Ishiguro "Was vom Tage übrig blieb". Im Wesentlichen besteht das Buch aus Rückblenden im Kopf des Butlers Stevens, während er auf dem Weg ist herauszufinden, ob die ehemalige Haushälterin Miss Kenton bereit ist, ins Haus zurückzukehren. Es ist faszinierend, wie gut das Buch funktioniert, obwohl es komplett aus Stevens' Perspektive erzählt wird, der ein frustrierender Erzähler ist. Seine Maxime ist, dass ein Butler als Mensch komplett hinter seiner Rolle zurücktreten müsse, und er bleibt auch dem Leser gegenüber dieser Rolle verhaftet. Das heißt, Stevens lässt uns Anteil haben an dem, was geschieht, seine zusätzlichen Bewertungen geben aber nur seine Meinungen zu Manieren wieder, keinerlei emotionale Offenbarungen. Ishiguro schafft es dennoch, den Leser hinter die Fassade blicken zu lassen, indem er gegen Stevens' Widerstand plastisch macht, was hinter seinem stoischen Äußeren brodelt. Man möchte ihn als Leser teilweise schütteln und schreien "sag was" - und sicherlich geht es Miss Kenton ähnlich. Trotz dieser frustrierenden Komponente ist "Was vom Tage übrig blieb" aber ein Buch, das durchaus auch in den Humortopf greift und genau in den Bereich fällt, was das Synonym für Belletristik ist: Schöne Literatur!
5/5

Ein Butler, der nichts preisgeben will, erzählt.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Upstairs/Downstairs-Lebenswelt der englischen Aristokratie fasziniert auch heute immer wieder. Lang bevor Julian Fellowes das mit "Gosford Park" und "Downton Abbey" auskostete, gab uns Kazuo Ishiguro "Was vom Tage übrig blieb". Im Wesentlichen besteht das Buch aus Rückblenden im Kopf des Butlers Stevens, während er auf dem Weg ist herauszufinden, ob die ehemalige Haushälterin Miss Kenton bereit ist, ins Haus zurückzukehren. Es ist faszinierend, wie gut das Buch funktioniert, obwohl es komplett aus Stevens' Perspektive erzählt wird, der ein frustrierender Erzähler ist. Seine Maxime ist, dass ein Butler als Mensch komplett hinter seiner Rolle zurücktreten müsse, und er bleibt auch dem Leser gegenüber dieser Rolle verhaftet. Das heißt, Stevens lässt uns Anteil haben an dem, was geschieht, seine zusätzlichen Bewertungen geben aber nur seine Meinungen zu Manieren wieder, keinerlei emotionale Offenbarungen. Ishiguro schafft es dennoch, den Leser hinter die Fassade blicken zu lassen, indem er gegen Stevens' Widerstand plastisch macht, was hinter seinem stoischen Äußeren brodelt. Man möchte ihn als Leser teilweise schütteln und schreien "sag was" - und sicherlich geht es Miss Kenton ähnlich. Trotz dieser frustrierenden Komponente ist "Was vom Tage übrig blieb" aber ein Buch, das durchaus auch in den Humortopf greift und genau in den Bereich fällt, was das Synonym für Belletristik ist: Schöne Literatur!

Ingbert Edenhofer
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