Produktbild: Nackt über Berlin

Nackt über Berlin Roman | Das Buch zur Serie bei ARD

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13,99 €

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Format

ePUB

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Nein

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Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

23.02.2018

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

384 (Printausgabe)

Dateigröße

795 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843717137

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ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • nicht oder eingeschränkt barrierefrei

Erscheinungsdatum

23.02.2018

Verlag

Ullstein Ebooks

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384 (Printausgabe)

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795 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843717137

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  • Bewertung

    5/5

    14.01.2021

    eBook (ePUB)

    Überraschend tiefgreifend

    Es wirkt zunächst wie ein harmloses Buch, aber mit jeder Seite zieht es Sie langsam mehr und mehr in seinen Bann. Die Handlung wird maßgeblich von der Verliebtheit unseres Protagonisten beeinflusst und auch die Atmosphäre profitiert davon enorm. Wenn Sie aussagekräftige Romane schätzen lesen Sie dieses Buch und tauchen Sie in die Welt eines jungen schüchternen Jungen ein.

  • LaberLili

    5/5

    14.01.2021

    eBook (ePUB)

    Aus der Kategorie: "Romane, die nicht enden sollten."

    Das Ende ist das Problem so manchen Buches; das Problem von „Nackt über Berlin“ ist dabei nicht, wie es endet, sondern dass es endet. Selten war ich so enttäuscht von einem Roman, dass er vorbei und ausgelesen war wie in diesem Fall. Ja, das Hauptthema der Lehrersentführung bzw. Lehrerseinsperrung war letztlich auserzählt, aber zum Schluss war ich erst recht (aber so schön und nicht so beklemmend-schrecklich wie zuvor der Schuldirektor Lamprecht) gefangen in diesem Jannik-Erzählflow und hätte einfach gerne weiterhin von ihm berichtet bekommen, wie es ihm nun zukünftig ergangen war. Anfangs, das in Gefangenschaft nehmen des Rektors, wirkte noch wie ein schriller Roadmovie, nur ohne großes Road-Stück, auch wenn der Lamprecht von einer Straße aufgelesen wird, gepaart mit einem Hauch Kunstfilm. Wie ein Stück, das einen die Figuren innerlich zur Räson rufen lässt: „Schluss mit der Albernheit, zurück zum Ernst!“ Aber dieser Eindruck zerfließt, weil er schon an der Quelle eher dürftig aufsprudelte: Jannik (der zunächst als „Janni“ genannte Figur eingeführt wird und Seite um Seite seine kindliche Unbedarftheit verliert und sich schließlich in die Rolle eines sehr viel reiferen und selbstbewussteren JanniK einfindet) liebt klassische Musik und weiß zu jeder Situation einen zu ihr passenden Komponisten mit einem passenden Stück: Da er über weite Strecken des Buchs als Erzähler fungiert, ist man als Leser immer mit der Musik um ihn herum, und sei es, dass sie nur in seinem Kopf spielt, konfrontiert und die ist hier so explizit dargestellt, dass man von Anfang an damit rechnet, dass die Erzählung in die Tiefe gehen wird. Denn welcher Autor, der einfach nur oberflächliche Unterhaltung bieten will, würde schon so sehr „ausufern“ anstelle nur mal nebenher zu erwähnen, dass mal Bach oder mal Mozart gehört wird? Eben. Gut, vielleicht würde das auch der ein oder andere Autor tun, der seiner Erzählung einfach nur einen kulturelleren Anstrich verleihen wollte, aber: Die klassische Musik, seine alten russischen Lieblingskomponisten, sind der eine große Punkt, in dem Jannik von vornherein völlig selbstverständlich und absolut selbstsicher auftritt; er wirkt viel zu authentisch als dass seine Leidenschaft für die Klassik angedichtet wirken würde. Da merkt man: Der Autor kennt sich aus, entweder mit klassischer Musik, oder auch nur damit, wie eine extrem gründliche Recherche vonstatten geht. An anderer Stelle hatte ich bereits erwähnt, dass ich nach dem halbfertig gelesenen Roman den Eindruck hatte, diese Geschichte sei eine als Liebeserklärung an Tchaikovsky getarnte Liebeserklärung an Rachmaninoff. So intensiv ist Janniks Liebe zur Klassik dargestellt! In der zweiten Buchhälfte ging dieser Eindruck jedoch ein wenig unter: Immer häufiger kommt ein externer Erzähler zu Wort, der von und über Jens Lamprecht erzählt und dessen Gefühlsleben sowie (vergangene) Verhaltensweisen präsentiert und klar wird, was Tai antreibt, den Direktor so zu foltern… und je schlechter es Lamprecht geht, desto schlechter fühlt sich auch Jannik, der in Tai weniger den heimlich geliebten, tollen Schwarm zu sehen beginnt, sondern mehr und mehr einen Tyrann, der, nahezu im wahrsten Sinne des Wortes, auch bereit wäre, über Leichen zu gehen. Aber Verknalltheit lässt sich halt auch nicht so einfach abstellen, ebenso wenig wie die Loyalität unter besten Freunden. „Nackt über Berlin“ ist ein sehr, sehr toller Roman; dass Jannik schwul ist, ist letztlich so nebensächlich wie es in der realen Welt auch egal sein sollte, wer nun welche sexuelle Orientierung hat. Er ist halt in Tai verliebt; ja und? Ein mögliches Coming-out, das schließlich auch stattfindet, wird ebenso wenig auffällig in den Vordergrund gerückt; es spielt auch keine große Rolle: In erster Linie ist dies ein Coming-of-Age-Roman, ein Jugend- UND Erwachsenenroman mit jugendlichen Figuren (wie insbesondere Jannik), die sich mit ganz gewöhnlichen Unsicherheiten plagen und versuchen, sich selbst als ganz eigenständige Person zu behaupten oder eben überhaupt zu ihrem echten Selbst zu finden, auch wenn es sich vom Gros der Menschen in ihrem direkten bisherigen Umfeld in der ein oder anderen Hinsicht abhebt. „Nackt über Berlin“ erzählt auch keine Romanze; wenn dies als Liebesroman verstanden werden soll, muss man es zweifellos als Tragödie auffassen.

  • LaberLili

    5/5

    18.05.2018

    eBook (ePUB)

    [Vorab: Ein Rezensionsexemplar…

    [Vorab: Ein Rezensionsexemplar war mir, via #NetGalleyDE, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.] Das Ende ist das Problem so manchen Buches; das Problem von „Nackt über Berlin“ ist dabei nicht, wie es endet, sondern dass es endet. Selten war ich so enttäuscht von einem Roman, dass er vorbei und ausgelesen war wie in diesem Fall. Ja, das Hauptthema der Lehrersentführung bzw. Lehrerseinsperrung war letztlich auserzählt, aber zum Schluss war ich erst recht (aber so schön und nicht so beklemmend-schrecklich wie zuvor der Schuldirektor Lamprecht) gefangen in diesem Jannik-Erzählflow und hätte einfach gerne weiterhin von ihm berichtet bekommen, wie es ihm nun zukünftig ergangen war. Anfangs, das in Gefangenschaft nehmen des Rektors, wirkte noch wie ein schriller Roadmovie, nur ohne großes Road-Stück, auch wenn der Lamprecht von einer Straße aufgelesen wird, gepaart mit einem Hauch Kunstfilm. Wie ein Stück, das einen die Figuren innerlich zur Räson rufen lässt: „Schluss mit der Albernheit, zurück zum Ernst!“ Aber dieser Eindruck zerfließt, weil er schon an der Quelle eher dürftig aufsprudelte: Jannik (der zunächst als „Janni“ genannte Figur eingeführt wird und Seite um Seite seine kindliche Unbedarftheit verliert und sich schließlich in die Rolle eines sehr viel reiferen und selbstbewussteren JanniK einfindet) liebt klassische Musik und weiß zu jeder Situation einen zu ihr passenden Komponisten mit einem passenden Stück: Da er über weite Strecken des Buchs als Erzähler fungiert, ist man als Leser immer mit der Musik um ihn herum, und sei es, dass sie nur in seinem Kopf spielt, konfrontiert und die ist hier so explizit dargestellt, dass man von Anfang an damit rechnet, dass die Erzählung in die Tiefe gehen wird. Denn welcher Autor, der einfach nur oberflächliche Unterhaltung bieten will, würde schon so sehr „ausufern“ anstelle nur mal nebenher zu erwähnen, dass mal Bach oder mal Mozart gehört wird? Eben. Gut, vielleicht würde das auch der ein oder andere Autor tun, der seiner Erzählung einfach nur einen kulturelleren Anstrich verleihen wollte, aber: Die klassische Musik, seine alten russischen Lieblingskomponisten, sind der eine große Punkt, in dem Jannik von vornherein völlig selbstverständlich und absolut selbstsicher auftritt; er wirkt viel zu authentisch als dass seine Leidenschaft für die Klassik angedichtet wirken würde. Da merkt man: Der Autor kennt sich aus, entweder mit klassischer Musik, oder auch nur damit, wie eine extrem gründliche Recherche vonstatten geht. An anderer Stelle hatte ich bereits erwähnt, dass ich nach dem halbfertig gelesenen Roman den Eindruck hatte, diese Geschichte sei eine als Liebeserklärung an Tchaikovsky getarnte Liebeserklärung an Rachmaninoff. So intensiv ist Janniks Liebe zur Klassik dargestellt! In der zweiten Buchhälfte ging dieser Eindruck jedoch etwas unter: Immer häufiger kommt ein externer Erzähler zu Wort, der von und über Jens Lamprecht erzählt und dessen Gefühlsleben sowie (vergangene) Verhaltensweisen präsentiert und klar wird, was Tai antreibt, den Direktor so zu foltern… und je schlechter es Lamprecht geht, desto schlechter fühlt sich auch Jannik, der in Tai weniger den heimlich geliebten, tollen Schwarm zu sehen beginnt, sondern mehr und mehr einen Tyrann, der, nahezu im wahrsten Sinne des Wortes, auch bereit wäre, über Leichen zu gehen. Aber Verknalltheit lässt sich halt auch nicht so einfach abstellen, ebenso wenig wie die Loyalität unter besten Freunden. „Nackt über Berlin“ ist ein sehr, sehr toller Roman; dass Jannik schwul ist, ist letztlich so nebensächlich wie es in der realen Welt auch egal sein sollte, wer nun welche sexuelle Orientierung hat. Er ist halt in Tai verliebt; ja und? Ein mögliches Coming-out, das schließlich auch stattfindet, wird ebenso wenig auffällig in den Vordergrund gerückt; es spielt auch keine große Rolle: In erster Linie ist dies ein Coming-of-Age-Roman; und wenn Liebesroman, dann Tragödie!

  • Lesemone

    4/5

    14.01.2021

    eBook (ePUB)

    Sehr lesenswert

    Was anfangs als sehr schräge und lustige Geschichte begann, entwickelte sich dann plötzlich zu einem Buch, das in die Tiefe ging. Mich hat die Wendung sehr überrascht, da ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Aber es tat der Geschichte sehr gut, denn sonst hätte ich sie als Klamauk abgetan. Mir hat sehr gut die charakterliche Entwicklung von Jannik gefallen und auch die Leiden von Direktor Jens Lamprecht gingen mir zu Herzen. Ich habe stellenweise mit ihm mitgelitten. Tai kam mir sehr skrupellos und sadistisch rüber, aber je weiter ich las, desto verständlicher waren seine Aktionen. Axel Ranisch versteht es sehr gut die Gefühle zu transportieren und dort Humor reinzubringen, wo er angebracht ist. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und dadurch, dass es im Verlauf auch etwas tiefgründiger wurde, ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert!

  • Bewertung

    aus Stuttgart

    4/5

    14.01.2021

    eBook (ePUB)

    Aus Spaß wird ernst

    Jannik ist ein normaler Sechzehnjähriger aus Berlin. Normal? Fast. Jannik liebt klassische Musik und komponiert gern. Und er ist in der sexuellen Orientierungsphase, denn er merkt, dass er für seinen vietnamesischen Kumpel und Mitschüler Tai schwärmt, ein IT-Genie, der immer mit der Kamera bewaffnet, Momente einfängt, um sie so digital auf einem Datenträger festzuhalten. Beide sind Außenseiter und kämpfen sich mehr schlecht als recht durch den schulischen Alltag. Eines Abends begegnen sie ihrem Schuldirektor Jens Lamprecht, einem äußerst strengen und moralisch festen Zeitgenossen, der sturzbetrunken durch Berlin taumelt. Kurzerhand entführen sie ihn in seine Wohnung und schließen ihn dort ein. Was als kleiner Jungenstreich für Jannik begann, wird bald ernst. Denn Tai spielt sein eigenes Spiel mit dem Direktor, was so perfide ist, dass dieser in einer Art Seelenstriptease eine Höllenfahrt der Gefühle durchlebt - mit einem Ziel, die Wahrheit über den Tod einer Mitschülerin zu erfahren. Was am Anfang der Geschichte mit einer lockeren und leichten Erzählung beginnt, entwickelt sich für den Leser im Verlauf tatsächlich zu einer tiefgründigen und ernsten Geschichte, die mich als Leserin angesprochen und zum Nachdenken angeregt hat. Mich hat die Geschichte der beiden Freunde sehr überzeugt. Denn Axel Ranisch gelingt es auf eine sehr humorvolle und teils skurile Art und Weise sehr authentische Charaktere zu zeichnen, die mit ihrer Sprache und Handlungsweise überzeugen können. Jannik ist mir von Anfang an sehr sympathisch und auch seine Entwicklung - seine Zweifel und sein innerer Kampf, ob er das Richtige tut und nicht zuletzt seine Gefühle zu einem gleichaltrigen Jungen, die in einem genialen Coming-Out-Moment vor seinen Eltern gipfelt, machen ihn zu einem sehr glaubhaften Helden und Protagonisten. Tai bleibt hingegen durchaus undurchsichtig, weil seine eigentlichen Motive immer irgendwie im Verborgenen bleiben. Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt - der von Jannik und des Schuldirektor Jens Lamprecht - wird der Leser auf einer turbolenten Achterbahnfahrt mitgenommen, die durchaus ernste Töne anschlägt. Die Entwicklung des Schuldirektors hin zum reuigen "Sünder" wirkt zwar teilweise etwas überspannt, aber passt letztlich doch in diese schnell erzählte und dynamische Geschichte. Die lockere Sprache, die teils skurilen, unterhaltsamen Momente und nicht zuletzt ein wirklich toll gestaltetes Cover machen dieses Buch aus meiner Sicht zu einer echten Leseempfehlung.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (51)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von E. Schmalzer

    E. Schmalzer

    Thalia Trier – Trier-Galerie

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.04.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Spannender, mit Sinn für detailreiche...

    Spannender, mit Sinn für detailreiche Charaktere geschriebener Mix aus Entführungsdrama, das sich ganz anders entwickelt als von Protagonist Jannik gedacht, und der schwierigen Geschichte um seine heimliche Liebe zum besten Freund und die ersten Schritte Richtung Coming out.
  • Zum Bewerterprofil von Isabell Blinne

    Isabell Blinne

    Thalia Singen – EKZ CANO

    Buchhändler*in

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    5/5

    20.08.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Authentischer und unterhaltsamer...

    Authentischer und unterhaltsamer Roman über den 17-jährigen Jannik, der mit seinem Übergewicht, unerwiderter Liebe und seinem eigens weggesperrten Rektor eine Menge Probleme hat.
  • Zum Bewerterprofil von Ingbert Edenhofer

    Ingbert Edenhofer

    Thalia Mayersche Bottrop

    Buchhändler*in

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    5/5

    19.10.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Selbstfindung eines jungen Schwulen - und sooo viel mehr!

    Der Preis fürs Klappentext-Understatement des Jahres geht sicherlich an "Nackt über Berlin". Ich erwartete ein Buch über einen 17-Jährigen, der sich in erster Linie damit auseinandersetzen muss, in einen Freund verliebt zu sein und dabei in eine absurde Entführungsgeschichte mit seinem Schulrektor gerät. Das ist schon auch ein Aspekt des Buchs, aber nichts bereitete mich darauf vor, dass es in psychologische Abgründe absteigen würde. Dabei ist Jannik, der Protagonist, noch relativ unbeteiligt - es ist die Konfrontation zwischen seinem Schwarm Tai und Rektor Lamprecht, die sich immer mehr zuspitzt. Die Perspektive wechselt ab zwischen Yanniks erster Person und Lamprechts dritter. Lamprecht wird dort die ganze Zeit Jens genannt, was hilft, in diesen Kapiteln eine andere Seite von ihm zu sehen als in denen, die nur als Opfer der Entführung auf ihn schauen. Überhaupt scheint es Ranisch nicht um ein klares Gut und Böse zu gehen. Eher geht er davon aus, dass Menschen geläutert werden können, selbst nach schweren Verfehlungen. Das ist sicherlich ein Punkt, zu dem man kontrovers stehen kann, aber es ist nicht so ohne Weiteres möglich, "Nackt über Berlin" mit einer ganz festgefahrenen Moral zu lesen. Dass es tief in Psychen vordringt, bedeutet nicht, dass es ein in erster Linie schwermütiges Buch ist - im Gegenteil: Es gibt sehr absurde Momente, die nur Lachen als Reaktion erlauben. Der Einstieg ins Buch zeigt Ranischs Filmhintergrund, denn er schreibt offensichtlich mit Filmmusik im Ohr, was dem Buch eine deutliche eigene Handschrift gibt. Alles in allem bisher mein liebstes Buch, das 2018 erschienen ist - und jedem ans Herz gelegt, dessen Literatur nicht heteronormativ und moralisch eindeutig sein muss.
  • Zum Bewerterprofil von Matthias Kesper

    Matthias Kesper

    Thalia Kassel

    Buchhändler*in

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    5/5

    22.08.2018

    Buch (Taschenbuch)

    "Morgen lassen wir ihn frei, kleiner Jannik. Versprochen!"

    "Kurz nach zehn bekam ich eine SMS. Sie war von Tai. Ich hatte bereits gedöst. Jetzt waren all meine Sinne wach. Komm penner, das musst du sehen! Seinen Worten fügte er ein etwas verwackeltes Bildchen an, von einem Mann, der offensichtlich bewusstlos auf dem Gehweg lag. Wo bist du? Wer ist das?, schrieb ich zurück. Die Antwort folgte prompt in Form eines weiteren, schärferen Bildes. Jetzt war das Gesicht des Mannes in Großaufnahme zu sehen. Ich erkannte Herrn Lamprecht, den Direktor unserer Schule. Geil,geil, geil! Der ist stramm wie brot. das gibt millionen klicks!, schrieb Tai." Jannik und Tai, von ihren wenig politisch korrekten Mitschülern "Fetti und Fidschi" genannt, 16 Jahre alt, immer auf der Suche nach einem Kick, oder einem guten Video-Shot, finden also ihren Direktor, Jens Lamprecht, wie oben beschrieben vor. Erst machen sie ordentlich Bilder bzw Filmaufnahmen von ihm, dann geleiten sie ihn nach Hause, helfen ihm in seine Wohnung, nehmen ihm seine Schlüsselkarte weg, um ihn ein Wochenende lang einzusperren. Der Grund: Seine bloße Existenz! Und weil sie es können! Jede Kontaktmöglichkeit nach draußen wird unterbrochen, Handy gestohlen, W-Lan-Router zerstört, sein Laptop mit Tais Handy verbunden, damit sie als Kerkermeister mit ihrem Opfer kommunizieren können. Z.B. soll er "endlich gestehen!" Was? Wer weiß. Als sie Lamprecht auch am Montag auf Tais betreiben nicht freilassen, eskaliert das Ganze. Jannik, der an diesem Wochenende endgültig begreift, daß er heftig in Tai verliebt ist, kann diesen nicht stoppen..... Axel Ranisch hat einen rauschhaften Roman über sexuelle Identität, über Freundschaft und Liebe in der Pubertät, über Machtmissbrauch durch Lehrer und über nacktes Überleben in Extrem-Situationen geschrieben - Phantastisch!
  • Zum Bewerterprofil von Evelyn Röwekamp

    Evelyn Röwekamp

    Thalia Universitätsbuchhandlung

    Buchhändler*in

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    4/5

    01.03.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Erwachsenwerden mit Klassik

    Ein Roman für junge Leute und solche die es geblieben sind.Axel Ranisch erzählt die Geschichte von Jannik und Tai frisch, lustig und überhaupt nicht doof. Jannik der sich mit seinem Comingout quält, hat sich unsterblich in Tai verliebt.Seine Eltern wissen natürlich nichts. Beide Jungen freunden sich an und erwischen eines Tages ihren volltrunkenen Direktor auf der Straße. Tai filmt alles und er hat einen Racheplan, von dem Jannik nichts weis. Was wie ein Scherz beginnt wird bald ein Höllentrip. Ach ja, das Buch können auch Eltern lesen.

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