Die mächtige japanische Kuki-Familie folgt einer menschenverachtenden Tradition: Der jeweils jüngste Sohn wird dazu erzogen, das Böse über die Menschheit zu bringen. Und so erhält Fumihiro eine Ausbildung, deren Ziel Zerstörung und Unglück ist, so viel ein einzelner Mensch nur vermag. Doch er hat andere Pläne: Fumihiro liebt das Waisenmädchen Kaori und will sie beschützen – und damit wird sein eigener Vater zu seinem schlimmsten Feind.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Fumihiro ist ein sensibler Junge, dessen Mutter früh verstorben ist. Sein Vater ist das Oberhaupt es mächtigen Kuki-Clans, der kaum in der Öffentlichkeit auftritt. Fumihiros erwachsene Geschwister leiten die Unternehmungen des Clans und haben keine Beziehung zum knapp 14jährigen Bruder. Der Vater hat noch ein Waisenmädchen adoptiert, in das Fumihiro sich verliebt .....
Eigentlich wäre alles gut, gäbe es nicht die grausame Familientradition, den jüngsten Sohn zu einem Monstrum zu formen, der nur Unglück und Leid über die Menschheit bringt. Fumihiro kann seinem Schicksal nicht entkommen - oder findet er doch einen Weg ??
Ein verstörender Roman um eine menschenverachtende Tradition, deren Grausamkeit kaum zu überbieten ist.
Spannend und atmosphärisch dicht erzählt - aber für uns Europäer eine fremde Welt.
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5/5
11.07.2019
eBook (ePUB 3)
Japan-Noir
Was macht ein Monster zum Monster? Kann man jeden zum Bösen erziehen? Welchen Effekt hat es auf das eigene Leben, einen Menschen zu töten? Ein nachdenklicher und zutiefst melancholischer Roman über die tiefsten Abgründe des Menschen und was er bereit ist, für die Liebe zu tun.
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4/5
21.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Leben unter einem dunklen Auftrag
Fuminori Nakamuras "Die Maske" ist ein Roman, der sich mit großer Konsequenz in jene literarische Tradition stellt, die das Verhältnis des Menschen zu seiner eigenen Identität, zu seiner Schuld und zu einem als übermächtig erlebten Schicksal auslotet. Von der ersten Seite an entfaltet der Text eine bedrückende, beinahe kafkaeske Stimmung. Der Protagonist Fumihiro Kuki wird von seinem Vater dazu bestimmt, „das Böse über die Welt zu bringen“. Diese groteske, fast mythische Setzung wirkt wie ein Urteil, das dem Helden nicht nur auferlegt, sondern in sein innerstes Selbst eingeschrieben wird. Ähnlich wie bei Kafka erleben wir einen Menschen, der unter dem Bann einer unentrinnbaren Verheißung steht. Das Schicksal erscheint als etwas, das sich nicht diskutieren lässt, das nicht verhandelt werden kann, sondern in seiner Bedrohlichkeit einfach da ist. Die Atmosphäre ist entsprechend von einer latenten Bedrückung, von Schweigen, von ritualisierter Gewalt und von einem konstanten Gefühl des Ausgeliefertseins bestimmt. Der Vater als übermächtige, in seiner Grausamkeit beinahe abstrakte Figur wirkt wie eine Verkörperung des Gesetzes, das Fumihiro in eine Rolle zwingt, die er nicht will. Die titelgebende Maske fungiert als zentrales Symbol dieses Romans: Sie steht nicht nur für die Identitätsveränderung, die der Protagonist tatsächlich durch eine Operation erfährt, sondern auch für die Rollen, die jedem Menschen gesellschaftlich und familiär auferlegt werden, und für das Versteckspiel vor dem eigenen Inneren. Dieses Motiv hat eine deutlich existentialistische Dimension: Es geht um die Frage, ob man man selbst sein kann, wenn man von Anfang an in eine Erwartung hinein sozialisiert wird, die das „Eigene“ zu verdrängen droht. Neben Kafka ist es vor allem Dostojewski, dessen Einfluss sich hier spüren lässt. Fumihiro ist nicht nur Opfer eines äußeren Plans, sondern auch ein Subjekt, das sich an diesem Plan abarbeitet. Sein innerer Konflikt, sein Schwanken zwischen Selbsthass, Rebellion und dem Wunsch nach Erlösung erinnern stark an Figuren wie Raskolnikow oder Iwan Karamasow. Die moralische Ambivalenz ist für Nakamura zentral: Fumihiro ist nicht einfach gut oder böse, er ist zerrissen. Die Liebe zu Kaori wird zur Möglichkeit eines Auswegs, aber auch zu einer weiteren Quelle der Qual. "Dostojewskisch" ist dabei vor allem die Verknüpfung von Leid und Selbsterkenntnis: Erst durch das Ertragen seiner Qualen, durch das Durchleben seiner Angst und seiner Schuld, beginnt Fumihiro zu verstehen, was es heißt, ein freier Mensch zu sein – oder vielleicht gerade nicht frei zu sein. Nakamura gelingt es über weite Strecken, diese psychische Spannung literarisch fruchtbar zu machen. Seine Sprache ist präzise, seine Bilder sind eindringlich, und die Szenen im Haus der Familie Kuki besitzen eine Dichte, die dem Leser fast den Atem nimmt. Besonders die Kindheitsschilderungen, die Begegnungen mit dem Vater und die ersten Momente der Rebellion gegen das vorgegebene Schicksal sind meisterhaft komponiert. Doch so eindrucksvoll diese Passagen sind, so problematisch sind andere. In der zweiten Hälfte verliert der Roman stellenweise an Kohärenz. Die Handlung springt, manche Motivationen bleiben unklar, manche Wendungen wirken weniger organisch als konstruiert. Das betrifft besonders die Episoden rund um Fumihiros neue Identität und die terroristischen Hintergründe, die die Handlung immer stärker durchziehen. Zwar steigern diese Elemente die Dramatik, sie schwächen aber zugleich die psychologische Stringenz. Während am Anfang die Atmosphäre aus der genauen Beobachtung des Innenlebens und der beklemmenden Familiendynamik entsteht, drängt sich gegen Ende die äußere Handlung immer stärker in den Vordergrund, ohne dass sie der inneren Logik immer gerecht würde. Problematisch ist auch, dass die Figurenzeichnung nicht in allen Punkten überzeugt. Fumihiro bleibt trotz seiner inneren Konflikte manchmal zu distanziert, um als Identifikationsfigur vollständig zu tragen. Sein Schmerz, seine Ängste und seine Ambivalenz werden erzählt, aber nicht immer erfahrbar. Kaori wiederum ist mehr Spiegel und Projektionsfläche als eigenständige Figur. Ihre Entwicklung bleibt eher schemenhaft, was umso bedauerlicher ist, als sie für Fumihiros moralischen Konflikt eine Schlüsselrolle spielt. Gegen Ende des Romans scheint Nakamura eine Auflösung anzustreben, die einen versöhnlichen Ton anschlägt. Doch gerade hier wäre eine Radikalität wünschenswert gewesen, die den Mut besitzt, die aufgeworfenen Fragen unbeantwortet zu lassen. Liebe und Empathie treten als potenzielle Gegengifte gegen die Verzweiflung auf – ein Motiv, das zwar berührend sein kann, das aber im Kontext dieses düsteren, philosophischen Romans fast zu konventionell wirkt. Die Härte, die der Text über weite Strecken durchhält, wird am Schluss ein wenig abgeschwächt, und damit geht ein Teil der Wirkung verloren. Dennoch bleibt Die Maske ein bedeutender Beitrag zur modernen Literatur Japans. Es ist ein Roman, der den Mut hat, über Schuld, Bestimmung, Rebellion und Identität nachzudenken, ohne in einfache Antworten zu fliehen. Die kafkaeske Bedrohung, die dichterische Bildsprache und die existenziellen Fragen, die an Dostojewski erinnern, verleihen ihm eine Tiefe, die über die Krimihandlung hinausreicht, in die er mitunter eingebettet ist. Wer sich auf diese Dichte einlässt, wird mit einer vielschichtigen, oft verstörenden Lektüre belohnt. Wer hingegen einen stringenten Thriller mit klarer Auflösung sucht, könnte unzufrieden zurückbleiben. Gerade diese Ambivalenz macht das Buch aber zu einer lohnenden, wenn auch nicht immer bequemen Lektüre.
Eine unheimlich einnehmende und intensive Geschichte. Mich hat 'Die Maske' etwas atemlos zurückgelassen. Ganz große Empfehlung!
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