• Archipel
  • Archipel

Archipel

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2018

Buch (Taschenbuch)

12,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Archipel

Ebenfalls verfügbar als:

Gebundenes Buch

Gebundenes Buch

ab 20,00 €
Taschenbuch

Taschenbuch

ab 12,00 €
eBook

eBook

ab 9,99 €
Hörbuch

Hörbuch

ab 15,95 €

Beschreibung


Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2018 und monatelang auf der Bestsellerliste: ein kühner europäischer Familienroman von der Insel des ewigen Frühlings, Teneriffa.

Julio, el portero, war nicht immer der Pförtner. Doch heute, mit über neunzig Jahren, hütet er die Türen im Asilo, dem Altenheim von La Laguna. Julio ist einer, der Privilegien nur als die der anderen kennt. Er war Kurier im Bürgerkrieg, Gefangener der Faschisten, er floh und kam wieder.

Von ihm und von denen, die seinen Weg kreuzten, von dem, was sie liebten, flohen oder suchten, auf der Insel und im Leben, erzählt dieser Roman. Er führt in die Tiefen des vergangenen Jahrhunderts. Und es zeigt sich noch heute viel Gestern darin.

'Archipel' ist eine große Reise durch die Zeit und bis ans Ende Europas. Die Städte Teneriffas atmen ihren ewigen Sommer, aber zwischen all den Gerüchen und Geräuschen des Südens spürt man den Luftzug eines ganzen Jahrhunderts. Während in einem Altenheim die Menschen ihre letzten Wege gehen, versuchen es die Jungen mit neuer Hoffnung. Es ist der Zyklus des Privaten, den Inger-Maria Mahlke auf grandiose Weise mit dem Politischen verknüpft. Und so blättert man durch hundert Jahre wie durch ein Album voll schmerzhaft schöner und genauer Bilder. Sieht Abkömmlinge der spanischen Konquistadoren und majestätische Putzfrauen, Aufstieg und Abstieg, Liebe und Korruption. ("deutscher-buchpreis.de")
Eine beglückende Lektüre … Inger-Maria Mahlke führt den Familienroman ins 21. Jahrhundert, unprätentiös, literarisch souverän und - vor allem - auch politisch relevant. ("Zeit Online")
Die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert von der äußersten Peripherie aus zu erzählen - ich weiß gar nicht, wer das vor Mahlke je gemacht hat als Schriftsteller … ("SWR 2 "Lesenswert"")
Mahlkes für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominierter Roman gehört zur anspruchvollsten Literatur, die derzeit in deutscher Sprache geschrieben wird. ("Der Tagesspiegel")
Ein ganz erstaunlicher Roman … Inger-Maria Mahlke schreibt kein Wort zu viel, fast spröde ist ihr Stil, doch liegt gerade in den so präzise heraufbeschworenen Bildern - Poesie. ("NDR Kultur "Neue Bücher"")
In 'Archipel' spült Inger-Maria Mahlke die Geschichte Teneriffas an, von 1919 bis heute. Auch wenn der buchpreisnominierte Roman Löcher hat: Seine Struktur, seine Bilder, seine Figuren machen tolle Wellen. ("Spiegel Online")
Ein sehr intensiver, nachhallender Roman. ("MDR Kultur")
Ein kühn konzipierter Roman, der die Geschichte Teneriffas zu einem Lehrstück über das 20. Jahrhundert formt, das fasziniert. ("Neue Zürcher Zeitung")

Inger-Maria Mahlke wuchs in Lübeck und auf Teneriffa auf, studierte Rechtswissenschaften an der FU Berlin und arbeitete dort am Lehrstuhl für Kriminologie. 2009 gewann sie den Berliner Open Mike. Ihr Debütroman Silberfischchen wurde ein Jahr später mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis ausgezeichnet. Für einen Auszug aus ihrem Roman Rechnung offen bekam sie beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis den Ernst-Willner-Preis zugesprochen; 2014 erhielt sie den Karl-Arnold-Preis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Ihr Roman Wie Ihr wollt gelangte unter anderem auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises, den sie 2018 für den Roman Archipel dann erhielt.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.03.2020

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

19/12,6/3,5 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.03.2020

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

19/12,6/3,5 cm

Gewicht

373 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-29156-2

Das meinen unsere Kund*innen

3.2

11 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

1 Sterne

Bewertung am 06.10.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Archipel spielt auf der Ferieninsel Teneriffa. Als Urlauber, der ein oder zwei Wochen vor Ort ist, erfährt man meistens nichts über die Geschichte der Insel oder das Leben der Einheimischen. Umso schöner, wenn man das mit einem Buch zumindest teilweise nachholen kann, ohne dabei mit den üblichen Klischees aus dem Atmosphäre-Baukasten abgevespert zu werden. Ein vielschichtiger Familienroman über drei Generationen und vor allem eine spannende Suche nach den Ursprüngen der Inselgesellschaft.

Bewertung am 06.10.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Archipel spielt auf der Ferieninsel Teneriffa. Als Urlauber, der ein oder zwei Wochen vor Ort ist, erfährt man meistens nichts über die Geschichte der Insel oder das Leben der Einheimischen. Umso schöner, wenn man das mit einem Buch zumindest teilweise nachholen kann, ohne dabei mit den üblichen Klischees aus dem Atmosphäre-Baukasten abgevespert zu werden. Ein vielschichtiger Familienroman über drei Generationen und vor allem eine spannende Suche nach den Ursprüngen der Inselgesellschaft.

Interessante Familiengeschichte mit einer kunstvollen und raffinierten Erzählstruktur

Kaffeeelse am 21.02.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist interessant und gleichzeitig auch sehr verwirrend, wenn man sich die vielen Rezensionen zu diesem Buch ansieht. Ich habe mich unwillkürlich gefragt, ob ich das gleiche Buch gelesen habe. Denn mir hat dieses Buch wirklich sehr gefallen. Aber es ist hier wahrscheinlich sehr wichtig, mit welchen Erwartungshaltungen man an dieses Buch herangeht. Ich hatte fast keine und habe mich überraschen lassen und ich wurde überrascht. Und ich kann durchaus nachvollziehen, warum dieses Buch den Deutschen Buchpreis bekommen hat. Es hat für meine Begriffe auch nur recht wenig zu einer 5 Sterne Bewertung meinerseits gefehlt. Diese habe ich nur deshalb nicht gegeben, weil der letzte Rest zum angeknipst sein gefehlt hat. Die Art des Erzählens, also der rückwärts erzählte Aufbau des Buches und die immer rudimentärer werdenden Abschnitte, wie Erinnerungen gleichgesetzt, verdient meiner Meinung nach definitiv diese 5 Sterne Bewertung. Was haben wir hier: Es wird hier die Geschichte von drei sozial unterschiedlich gestellten Familien erzählt, die hochgestellten Bernadottes, die gutbürgerlichen Bautes und die armen Morales Ruiz, die ganze Geschichte ist angesiedelt auf der Kanaren Insel Teneriffa, spiegelt die Geschichte der Insel. Doch eigentlich wird in der Geschichte dieser drei Familien auf die Geschichte Spaniens geschaut und die Folgen der zurückliegenden Zeit auf das Heute demonstriert und ebenso werden die Risse aufgezeigt, die durch die spanische Gesellschaft gehen, die nie gekittet wurden und mit denen die spanische Gesellschaft leben muss. Genauso wird gezeigt, wie ein wirtschaftliches Absinken eines Landes sich auf die Bevölkerung auswirkt. Von dieser Warte heraus ist dieses Buch sehr vielschichtig, die Autorin hat sich ihre Gedanken zu Spanien gemacht und mir haben ihre Gedanken und die Art der Ausarbeitung sehr gefallen. Der Titel des Buches ist auch interessant gewählt, die insgesamt 17 Kapitel des Buches handeln in 15 verschiedenen Jahren, insgesamt werden aber 96 Jahre Zeitgeschichte behandelt, von 2015 bis 1919. Je weiter die Geschichte fortläuft, desto mehr werden die Kapitel immer fragmentarischer/rudimentärer, erscheinen wie Erinnerungen, es bildet sich ein Kaleidoskop verschiedener Bilder, fast wie ein Archipel, trotzdem erscheint ein ganzheitlicher und zusammenhängender und auch stimmiger Blick auf die drei verschiedenen Familien. Anfänglich hatte mich die Autorin auch voll erwischt, ich war angeknipst und begeistert und hatte in meinem Hinterkopf schon die 5 Sterne Bewertung parat. Leider veränderte sich dieser Eindruck und im letzten Drittel/Viertel verliert das Buch an Fahrt. Ebenso erwähnenswert ist die Art der Schreibe, wirkt diese doch recht kühl, fast emotionslos, dennoch erreicht die Autorin mit dieser Schreibe bei mir sehr viele Emotionen. Nur gegen Ende, vielleicht auch gerade durch diese immer rudimentäreren Kapitel, verliert sich diese Emotion bei mir etwas und das Buch, das Erzählte erscheint weniger strahlend. Schade!

Interessante Familiengeschichte mit einer kunstvollen und raffinierten Erzählstruktur

Kaffeeelse am 21.02.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist interessant und gleichzeitig auch sehr verwirrend, wenn man sich die vielen Rezensionen zu diesem Buch ansieht. Ich habe mich unwillkürlich gefragt, ob ich das gleiche Buch gelesen habe. Denn mir hat dieses Buch wirklich sehr gefallen. Aber es ist hier wahrscheinlich sehr wichtig, mit welchen Erwartungshaltungen man an dieses Buch herangeht. Ich hatte fast keine und habe mich überraschen lassen und ich wurde überrascht. Und ich kann durchaus nachvollziehen, warum dieses Buch den Deutschen Buchpreis bekommen hat. Es hat für meine Begriffe auch nur recht wenig zu einer 5 Sterne Bewertung meinerseits gefehlt. Diese habe ich nur deshalb nicht gegeben, weil der letzte Rest zum angeknipst sein gefehlt hat. Die Art des Erzählens, also der rückwärts erzählte Aufbau des Buches und die immer rudimentärer werdenden Abschnitte, wie Erinnerungen gleichgesetzt, verdient meiner Meinung nach definitiv diese 5 Sterne Bewertung. Was haben wir hier: Es wird hier die Geschichte von drei sozial unterschiedlich gestellten Familien erzählt, die hochgestellten Bernadottes, die gutbürgerlichen Bautes und die armen Morales Ruiz, die ganze Geschichte ist angesiedelt auf der Kanaren Insel Teneriffa, spiegelt die Geschichte der Insel. Doch eigentlich wird in der Geschichte dieser drei Familien auf die Geschichte Spaniens geschaut und die Folgen der zurückliegenden Zeit auf das Heute demonstriert und ebenso werden die Risse aufgezeigt, die durch die spanische Gesellschaft gehen, die nie gekittet wurden und mit denen die spanische Gesellschaft leben muss. Genauso wird gezeigt, wie ein wirtschaftliches Absinken eines Landes sich auf die Bevölkerung auswirkt. Von dieser Warte heraus ist dieses Buch sehr vielschichtig, die Autorin hat sich ihre Gedanken zu Spanien gemacht und mir haben ihre Gedanken und die Art der Ausarbeitung sehr gefallen. Der Titel des Buches ist auch interessant gewählt, die insgesamt 17 Kapitel des Buches handeln in 15 verschiedenen Jahren, insgesamt werden aber 96 Jahre Zeitgeschichte behandelt, von 2015 bis 1919. Je weiter die Geschichte fortläuft, desto mehr werden die Kapitel immer fragmentarischer/rudimentärer, erscheinen wie Erinnerungen, es bildet sich ein Kaleidoskop verschiedener Bilder, fast wie ein Archipel, trotzdem erscheint ein ganzheitlicher und zusammenhängender und auch stimmiger Blick auf die drei verschiedenen Familien. Anfänglich hatte mich die Autorin auch voll erwischt, ich war angeknipst und begeistert und hatte in meinem Hinterkopf schon die 5 Sterne Bewertung parat. Leider veränderte sich dieser Eindruck und im letzten Drittel/Viertel verliert das Buch an Fahrt. Ebenso erwähnenswert ist die Art der Schreibe, wirkt diese doch recht kühl, fast emotionslos, dennoch erreicht die Autorin mit dieser Schreibe bei mir sehr viele Emotionen. Nur gegen Ende, vielleicht auch gerade durch diese immer rudimentäreren Kapitel, verliert sich diese Emotion bei mir etwas und das Buch, das Erzählte erscheint weniger strahlend. Schade!

Unsere Kund*innen meinen

Archipel

von Inger-Maria Mahlke

3.2

0 Bewertungen filtern

Unsere Buch­händler*innen meinen

Profilbild von S. Willaredt

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

S. Willaredt

Thalia Bonn

Zum Portrait

5/5

Hat den Deutschen Buchpreis wirklich verdient

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Man merkt dem Buch an, dass die Autorin auf Teneriffa groß geworden ist. Ich fühlte mich auf diese Insel zurück versetzt, die Menschen und ihr Alltag sind einfach toll beschrieben. Gleichzeitig ist es ein Ausflug in die bewegte Geschichte Teneriffas, aufgehängt an der Annäherung der Enkelin Rosa an ihren im Asilo de Ancianos lebenden Großvater. Fahren Sie einmal von Santa Cruz de Tenerife auf der Hauptstraße nach Puerto de la Cruz in den Norden. Dort begegnen Ihnen folgende Städtenahmen: Valle Guerra ( Tal des Krieges ), La Matanza ( die Schlacht ), La Victoria ( der Sieg ). Nach der Lektüre von Archipel, wissen Sie warum diese Städte so heißen.
5/5

Hat den Deutschen Buchpreis wirklich verdient

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Man merkt dem Buch an, dass die Autorin auf Teneriffa groß geworden ist. Ich fühlte mich auf diese Insel zurück versetzt, die Menschen und ihr Alltag sind einfach toll beschrieben. Gleichzeitig ist es ein Ausflug in die bewegte Geschichte Teneriffas, aufgehängt an der Annäherung der Enkelin Rosa an ihren im Asilo de Ancianos lebenden Großvater. Fahren Sie einmal von Santa Cruz de Tenerife auf der Hauptstraße nach Puerto de la Cruz in den Norden. Dort begegnen Ihnen folgende Städtenahmen: Valle Guerra ( Tal des Krieges ), La Matanza ( die Schlacht ), La Victoria ( der Sieg ). Nach der Lektüre von Archipel, wissen Sie warum diese Städte so heißen.

S. Willaredt
  • S. Willaredt
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Profilbild von Ingbert Edenhofer

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Ingbert Edenhofer

Thalia Essen - Allee-Center

Zum Portrait

3/5

Ambitioniert, aber kein Buch für mich

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Vorweg: Selten sehe ich den Mehrwert, wenn eine Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Natürlich gibt es Ausnahmen. Das Musical "Merrily we Roll Along" zeigt die Hintergründe, die dazu geführt haben, dass ursprünglich hoffnungsvolle Figuren immer zynischer wurden. Und im Film "Memento" erlaubt der umgedrehte Handlungsverlauf dem Zuschauer, sich in den Protagonisten einzufühlen, dem das Kurzzeitgedächtnis fehlt - wie der Zuschauer weiß er also nicht, was zuvor geschah. Hier hingegen erschließt sich die Notwendigkeit nicht, sich in die Vergangenheit zu entwickeln. Wenn "Archipel" von Figuren bevölkert wäre, die magnetisch und ein bisschen mysteriös wären, könnte es interessant sein, ihren Hintergrund kennen zu lernen, aber sofern ich nicht etwas ganz Relevantes überlesen habe, werden die Figuren in erster Linie jünger. Einmal stellt sich heraus, dass einer der Charaktere einen Bruder hat, der bisher nicht erwähnt wurde - und der wird dann noch die Figur, deren Vergangenheit zu erforschen am interessantesten ist. Ansonsten bleibt mein Blick auf die Figuren aber sehr distanziert. Die erste Rückwärtsbewegung kommt auch erst nach einem Drittel des Buchs. (Ich möchte nicht absolut meine Hand dafür ins Feuer legen - die ersten drei Kapitel spielen im Jahr 2015, aber es kann sein, dass die auch schon umgedreht ablaufen, es mir nur einfach nicht bewusst war, weil ich danach schaute.) So werden die Regeln der Erzählung nicht sehr schnell etabliert, weshalb man sich wohl auch weniger an die Hand genommen fühlt, sondern eher vor den Kopf gestoßen. Das alles soll nicht heißen, dass ich erwarte, dass Literatur nicht fordern soll. Im Gegenteil. Und ich bin sicher, dass es viele Leute gibt, die mehr Spaß an diesem Buch haben als ich. Es ist fraglos ambitioniert. Und ich bin weder Historiker noch Geograf, sodass es gut möglich ist, dass es Ebenen im Geflecht des Buchs gibt, die sich anderen Leuten erschließen, mir allerdings opak bleiben. Dennoch schließe ich mich nicht den Verleihern des Deutschen Buchpreises an: Für mich ist "Archipel" nicht das Buch des Jahres.
3/5

Ambitioniert, aber kein Buch für mich

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Vorweg: Selten sehe ich den Mehrwert, wenn eine Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Natürlich gibt es Ausnahmen. Das Musical "Merrily we Roll Along" zeigt die Hintergründe, die dazu geführt haben, dass ursprünglich hoffnungsvolle Figuren immer zynischer wurden. Und im Film "Memento" erlaubt der umgedrehte Handlungsverlauf dem Zuschauer, sich in den Protagonisten einzufühlen, dem das Kurzzeitgedächtnis fehlt - wie der Zuschauer weiß er also nicht, was zuvor geschah. Hier hingegen erschließt sich die Notwendigkeit nicht, sich in die Vergangenheit zu entwickeln. Wenn "Archipel" von Figuren bevölkert wäre, die magnetisch und ein bisschen mysteriös wären, könnte es interessant sein, ihren Hintergrund kennen zu lernen, aber sofern ich nicht etwas ganz Relevantes überlesen habe, werden die Figuren in erster Linie jünger. Einmal stellt sich heraus, dass einer der Charaktere einen Bruder hat, der bisher nicht erwähnt wurde - und der wird dann noch die Figur, deren Vergangenheit zu erforschen am interessantesten ist. Ansonsten bleibt mein Blick auf die Figuren aber sehr distanziert. Die erste Rückwärtsbewegung kommt auch erst nach einem Drittel des Buchs. (Ich möchte nicht absolut meine Hand dafür ins Feuer legen - die ersten drei Kapitel spielen im Jahr 2015, aber es kann sein, dass die auch schon umgedreht ablaufen, es mir nur einfach nicht bewusst war, weil ich danach schaute.) So werden die Regeln der Erzählung nicht sehr schnell etabliert, weshalb man sich wohl auch weniger an die Hand genommen fühlt, sondern eher vor den Kopf gestoßen. Das alles soll nicht heißen, dass ich erwarte, dass Literatur nicht fordern soll. Im Gegenteil. Und ich bin sicher, dass es viele Leute gibt, die mehr Spaß an diesem Buch haben als ich. Es ist fraglos ambitioniert. Und ich bin weder Historiker noch Geograf, sodass es gut möglich ist, dass es Ebenen im Geflecht des Buchs gibt, die sich anderen Leuten erschließen, mir allerdings opak bleiben. Dennoch schließe ich mich nicht den Verleihern des Deutschen Buchpreises an: Für mich ist "Archipel" nicht das Buch des Jahres.

Ingbert Edenhofer
  • Ingbert Edenhofer
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Unsere Buchhändler*innen meinen

Archipel

von Inger-Maria Mahlke

0 Rezensionen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Archipel
  • Archipel