Herbst 1918: Die Spanische Grippe wütet allerorten - doch die Einwohner der Holzfällerstadt Commonwealth beschließen, sich zu schützen. Sie stellen die Gemeinde unter Quarantäne und riegeln die einzige Zufahrtsstraße ab. Als ein Hilfe suchender Soldat von einem Wachposten erschossen wird, um ihn am Betreten der Stadt zu hindern, breiten sich innerhalb des Ortes Angst, Argwohn und Hysterie aus.
Thomas Mullen erzählt in seinem hellsichtigen und mitreißenden Roman von Moral in Zeiten der Krise, von einer Gesellschaft, der die Solidarität abhanden zu kommen droht - aber auch von Hilfsbereitschaft, Hoffnung und Mitgefühl.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Ivy S.
Book Circle Community
5/5
11.08.2024
eBook (ePUB)
Wenn Menschen ihre eigene Stadt gründen...
✨ Zitat aus dem Buch: “Die Strassen waren nicht beleuchtet und Philip hatte auch keine Laterne dabei. Drei Querstrassen weiter bog eine von einem erschöpften Ross gezogene Kutsche die Strasse, auf der er ging. Sogleich versteckte er sich an der Seitenwand eines Hauses. Warum tat er das eigentlich? Wegen der Grippe, überlegte er, sie verlieh jeder harmlosen, alltäglichen Verrichtung eine neue Bedeutung und eine böse Absicht.”
Thomas Mullens Roman, “Die Stadt am Ende der Welt,” ist aktueller denn je, obwohl er bereits 2006 erschien.
Er behandelt Themen wie Individualismus, Gemeinwohl, moralische Fragen und die Auswirkungen einer Pandemie. Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, während der Spanischen Grippe, und regt zum Nachdenken über unsere heutige Zeit und die C19-Pandemie an.
Meine Meinung:
Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt und erhält von mir ⭐⭐⭐⭐⭐! Obwohl der Anfang etwas langatmig wirkt, gehört das zur Geschichte und gibt den Charakteren Tiefe. Die Protagonisten und Protagonistinnen sind greifbar, und jeder Charakter findet seine Zeit, um im Buch vorgestellt zu werden. Der Schreibstil ist angenehm, und die Handlung lässt einen über die Auswirkungen der Angst nachdenken, die durch die Grippe ausgelöst wurde.
Fazit:
Die Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft während der C19-Pandemie sind unverkennbar. Eine 100%ige Leseempfehlung von mir!
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Mein Gesamteindruck: 5⭐
Protagonisten:innen: 4.5⭐
Spannung: 5⭐
Geschichte: 5⭐
Cover: 4⭐
Schreibstil: 4⭐
Bewertung
aus Frankfurt
5/5
01.04.2022
eBook (ePUB)
Spannend und nachdenklich, absolute Empfehlung
Dieser Roman ist spannend, erschütternd, realistisch und sehr zu empfehlen.
Die Charaktere sind sehr lebensecht und durchaus sympathisch (obwohl sie auf gleicher Weise auch wieder erschrecken).
Unbedingt lesen!
brauneye29
aus Wachtendonk
5/5
07.04.2021
eBook (ePUB)
Erschreckende Parallelen
Zum Inhalt:
Als im Jahr 1918 die Spanische Grippe wütet beschließen die Einwohner von Commonwealth sich selbst unter Quarantäne zu stellen und keinen mehr in die Stat zu lassen. Ein Hilfe suchender Soldat wird durch Erschießen am Betreten der Stadt gehindert. Nach diesem Vorfall breitet sich zunehmend Angst und Hysterie im Ort aus.
Meine Meinung:
Wenn man dieses Buch in der heutigen Zeit unter während Corona liest, fühlt man sich schon in Teilen sehr an das heutige Geschehen erinnert, auch wenn die Spanische Grippe im Vergleich schon noch deutlich schlimmer war, wenn man bedenkt, dass mindestens 27 - 50 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Geschichte fand ich sehr bedrückend aber auch spannend erzählt. Der Schreibstil ist gut und das Buch lässt sich sehr gut und zügig lesen.
Fazit:
Erschreckende Parallelen
leseratte1310
4/5
07.04.2021
eBook (ePUB)
Menschen in Zeiten der Pandemie
In Zeiten einer Pandemie über eine andere Pandemie, die schon lange her ist, zu lesen, ist schon merkwürdig.
Im Herbst 1918 wütet die Spanische Grippe und fordert viele Opfer. Die Bewohner der kleinen Holzfällerstadt Commenwealth versuchen sich zu schützen, indem sie ihren Ort hermetisch abriegeln. Die einzige Zufahrtsstraße wird bewacht. Doch dann sucht ein Soldat Hilfe und wird am Betreten der Stadt gehindert indem er erschossen wird. Der junge Philip Worthy, Adoptivsohn des Stadtgründers, muss das mit ansehen und ist verstört. Er verhält sich später anders, als er in eine solche Situation kommt.
Es ist dem Autor Thomas Mullen gut gelungen, die besondere Atmosphäre um die Ausnahmesituation in dem kleinen Ort einzufangen.
Die Charaktere sind gut und authentisch beschrieben. Zunächst geht es einen Gemeinschaftssinn in dem kleinen florierenden Ort. Doch durch den Vorfall verändern sich die Dinge. Als dann auch trotz aller Vorsicht die Grippe doch im Ort Opfer fordert, zerbricht der Zusammenhalt. Misstrauen macht sich breit und dann wird die Versorgungslage auch noch schwierig. Von Toleranz und Gemeinschaft ist nichts mehr zu spüren. Jeder ist sich wohl selbst der nächste.
Parallelen zur heutigen Zeit sind nicht zu übersehen, denn sonst wäre nicht auf Teufel komm raus gehortet worden. Die einen sind gegen die strengen Maßnahmen, um sich zu schützen, den anderen haben Ängste. Es gibt Menschen, die wollen helfen, aber es gibt auch jene, die in Ausnahmesituation schnell ihre Menschlichkeit vergessen.
Diese Geschichte entwickelt sich eher gemächlich und damit auch ihre Darsteller, so dass es manchmal etwas langatmig wird. Dennoch hat mich dieser bedrückende Roman gepackt. Er ist durchaus lesenswert.
Bewertung
4/5
07.04.2021
eBook (ePUB)
Brandaktuell
Eine kleine, erst vor kurzem gegründete Stadt in den USA beschließt in der zweiten Jahreshälfte 1918 sich vor dem Heranziehen der Spanischen Grippe zu schützen indem sie sich von der Außenwelt isoliert und selbst unter Quarantäne stellt. Spätestens als ein Soldat plötzlich vor der Stadt auftaucht wird dieser Entschluss auf eine harte Probe gestellt.
Thomas Mullens Roman ist bereits 2006 erstmals erschienen, aber im Jahr 2020 mit der Covid-19 Pandemie aktueller denn je. Viele Maßnahmen, welche die Bewohner von „Commonwealth“ treffen, kennt man aus dem aktuellen Alltag: Maske tragen, Abstand halten, Quarantäne. Interessant zu der Verknüpfung mit der heutigen Lage ist auch das Nachwort des Autors.
„Die Stadt am Ende der Welt“ gibt einen sehr eindrücklichen Einblick in das Jahr 1918 und die Zeit der Herbstwelle der Spanischen Grippe in den USA. Der Zeitgeist wird in diesem historischen Roman sehr gut eingefangen und die Handlung ist mit vielen historischen Fakten verknüpft.
Das Buch selbst lässt sich gut lesen, die Handlung ist interessant, spannend erzählt und hat keine Längen. Philip, einer der Hauptfiguren, hat mich allerdings ab dem dritten Kapitel angefangen zu stören mit seinem unvernünftigen Handeln. Sein Verhalten war für mich absolut nicht mehr nachvollziehbar (gegen Ende hat sich das noch einmal gebessert).
Was ich mir gewünscht hätte, wäre ein etwas kritischer Umgang mit dem Namen der Spanischen Grippe gewesen. Zu der Zeit, in der der Roman spielt, hat sich der Name „Spanische Grippe“ erst nach und nach durchgesetzt. Gerade bei den Soldaten wurde sie aber auch anders (etwa „Drei-Tage-Fieber“) genannt. Alle Romanfiguren sprechen aber durchgehend von der „Grippe“ oder „Spanischen Grippe“, obwohl auch Soldaten im Roman auftreten.
Insgesamt ein interessanter historischer Roman, der auch philosophische Fragestellungen angeht und sehr gut in die heutige Zeit passt. Der Roman führt einem noch einmal sehr deutlich vor Augen, dass uns vielleicht über 100 Jahre von der Spanischen Grippe trennen in denen sich gesellschaftlich vieles verändert hat, das Verhalten der Menschen in außergewöhnlichen Situationen letztlich aber dasselbe ist.
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5/5
26.06.2021
Buch (Taschenbuch)
...eine Stadt macht dicht!
In Amerika grassiert die spanische Grippe. Die kleine Stadt Commenwealth geht freiwillig in Quarantäne, um sich gegen den Virus zu schützen. Trotzdem erreicht das Drama seinen Lauf.
Obwohl der Roman schon 20 Jahren vor Corona geschrieben wurde, beschreibt Mullen doch mit beeindruckender Aktualität, was dann in Commenwealth mit den Menschen passiert. Angst vor Nähe, Angst vor Lebensmittelknappheit, aber ebenso thematisiert er den Mut einiger weniger, die sich ihrer menschlichen Verantwortung stellen. Ein beeindruckender Roman, der mit jeder Seite ein Stück mehr Spannung aufbaut. Ebenso schockierend wenn man sieht, wie Menschen in solchen Situationen reagieren. Aber auch gleichzeitig ein Paradebeispiel für die Menschlichkeit. Lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.
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5/5
26.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Psychogramm einer Pandemie- meisterhaft...
Psychogramm einer Pandemie- meisterhaft erzählt!100 Jahre liegen zwischen der spanischen Grippe und unserer Corona-Pandemie,es wirkt so unheimlich aktuell. Erstaunlich,wie viel die Menschen damals schon über eine gefährliche Seuche wussten. Das Erstlingswerk von Th.Mullen!
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5/5
10.02.2021
Buch (Taschenbuch)
Zeitlos.
Dichter dran an der aktuellen Situation ist wohl kaum ein Buch. Eine Stadt schottet sich ab, um einem verheerenden Virus zu entgehen. Kommt Ihnen bekannt vor? Obwohl Zeit,1918, und Ort USA, so fern sind, ist die Lektüre absolut beklemmend und schwer auszuhalten aber doch gut. Thomas Mullen hat die Geschichte über eine besondere Stadt und ihren Kampf gegen das Grippevirus 1918 bereits 2006 geschrieben. Es fühlt sich beim Lesen jedoch so an, als schreibe er von heute.
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5/5
07.11.2020
Buch (Taschenbuch)
Beeindruckend: das klassische...
Beeindruckend: das klassische preisgekrönte Meisterwerk, damaliger Erstling des Autors, jetzt in einer wunderschön gestalteten Neuausgabe. Ein brilliantes Buch von erschreckender Aktualität - nicht umsonst wurde er mit Camus "Pest" verglichen.
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5/5
18.10.2020
Buch (Taschenbuch)
"Nun war sein Leben endlich lebenswert - und deshalb fürchtete er diese Grippe!"
Eigentlich fürchtet jeder, völlig zu Recht, in den Jahren 1917 und 1918 die sog. Spanische Grippe. Das Grippe-Virus, das in diesen Jahren umging, war höchst ansteckend, raste buchstäblich einmal um den gesamten Erdball und hinterliess eine wahre Schneise des Todes.
Thomas Mullen wollte mit diesem Roman, seinem Erstlingswerk, die Erinnerung an diese Geißel der Menschheit wach halten, wollte, wie er im Nachwort schreibt, der Vergangenheit ein Echo geben, das wiederum in unsere Zeit gespiegelt werden sollte. Keineswegs ist Mullen ein "Seher", ein Mensch, der in die Zukunft blicken kann, nur ein wacher Kopf, der seinen Lesern einen "historischen" Roman vorgelegt hat, der sich auch auf die Gegenwart beziehen könnte. Könnte? Ja, denn "Die Stadt am Ende der Welt" erschien bereits 2006, Covid-19 noch kein Thema, nur die ständig mutierenden Viren waren da, geradeso, als hätten Sie 1918 gesagt: Diesmal seid Ihr davon gekommen, aber schauen wir mal....
Der Roman geht wirklich unter die Haut, ist absolut nichts für Hypochonder, oder auch nur sehr ängstliche Menschen. Er ist niemals reißerisch, keine klassische "Doomsday-Novel", sondern ein literarisches Werk, kraftvoll wie Camus "Pest" oder, ganz bestimmt, Poes "Die Maske des roten Todes"! Hätte der Großmeister der amerikanischen Literatur statt dieser Erzählung einen Roman über die menschliche Hybris und die Pest verfasst, er wäre sicherlich ähnlich Thomas Mullens Geschichte der Stadt Commonwealth...
Wenige hundert Menschen leben, relativ abseits aller Straßen, in dem kleinen Ort - eine Mischung aus Sozialisten, Wehrdienstverweigerern, Utopisten, die im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs eine bessere Welt für möglich halten. Als Amerika in den Krieg eintritt, die ersten Todesmeldungen gefallener Soldaten eintreffen, kommt auch mit Wucht das Grippevirus in die USA. Die "Stadtväter von Commonwealth beschließen die totale Isolation, stellen den ganzen Ort unter Quarantäne. Die einzige Zufahrt wird Tag und Nacht bewacht, als ein Mann trotzdem versucht, den Ort zu betreten, wird er erschossen und, unter Berücksichtigung aller Hygieneregeln, am Waldrand 24 Stunden später bestattet. Als Philip, der an dem Mord beteilgt war, erneut Wache hält, taucht ein Soldat auf, der sich nicht abwimmeln lässt. Noch unter dem Eindruck der Gewalttat wenige Tage zuvor, nimmt ihn Philip mit in ein leerstehendes Lagerhaus. Nach dem die ganze Sache entdeckt wird, werden die beiden für 48 Stunden isoliert. Alles noch einmal gut gegangen? In diesen zwei Tagen erkranken mehrere Menschen in Commonwealth schwer, paralell dazu machen in dem rund 20 Meilen entfernten nächsten Städtchen Gerüchte die Runde, dass "die Roten" in Commonwealth sich nicht solidarisch mit dem Rest der USA zeigen...
Dieses Buch ist einfach rundum gelungen, allerdings im Moment nur schwer auszuhalten, dennoch gerade jetzt, extrem wichtig. All die, die heute sagen: "Corona ist doch nur eine Grippe" mögen hier einfach mal nachlesen, was "nur eine Grippe" sein kann - und was eine Pandemie für eine, scheinbar?, zivilisierte Gesellschaft bedeuten kann, wie dünn der Firnis über der latenten Gewaltbereitschaft ist, wie schnell Solidarität durch "Jeder ist sich selbst der nächste" ersetzt werden kann...
Eine Dystopie der Extra-Klasse!
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