Februar 33

Inhaltsverzeichnis



Ein Schritt über die Klippe
* Der Monat, in dem sich alles entschied


Der letzte Tanz der Republik
* Samstag, 28. Januar


Die Hölle regiert
* Montag, 30. Januar


Äxte an der Tür
* Dienstag, 31. Januar


Fremdblütige Machwerke
* Donnerstag, 2. Februar


Die genähte Zunge
* Freitag, 3. Februar


Weiß nicht, was tun
* Samstag, 4. Februar


Beerdigung im Regen
* Sonntag, 5. Februar


Sitzungsroutine
* Montag, 6. Februar


Hässliche, kleine, gewaltsame Naturen
* Freitag, 10. Februar


Schutzstaffel für Schriftsteller
* Sonntag, 12. Februar


Männer in Schwarz
* Montag, 13. Februar


Fieber und Flucht
* Dienstag, 14. Februar


Die Tür zuschlagen
* Mittwoch, 15. Februar


Die kleine Lehrerin
* Donnerstag, 16. Februar


Ich gehe. Ich bleibe
* Freitag, 17. Februar


Kein Schatz im Silbersee
* Samstag, 18. Februar


Was soll das Schreiben noch?
* Sonntag, 19. Februar


An die Kasse!
* Montag, 20. Februar


Ziemlich gute Tarnung
* Dienstag, 21. Februar


Die nächsten Wochen überleben
* Mittwoch, 22. Februar


Minister zu Gast
* Freitag, 24. Februar


Bürgerkriegsgericht und Polizeischutz
* Samstag, 25. Februar


Reiseempfehlungen
* Montag, 27. Februar


Die Diktatur ist da
* Dienstag, 28. Februar


Aus der Welt gefallen
* Mittwoch, 1. März


Die falsche Mutter
* Freitag, 3. März


Nicht aufmachen!
* Samstag, 4. März


Stimmabgabe
* Sonntag, 5. März


Die Einsamkeit des Emigranten
* Montag, 6. März


Mut, Angst und Feuer
* Dienstag, 7. März


Lauter Abschiede
* Mittwoch, 8. März


Unerwartete Attacken
* Freitag, 10. März


Letzte Tage
* Samstag, 11. März


Abfahrten
* Montag, 13. März


Der Anblick dieser Hölle
* Mittwoch, 15. März


Wie es weiterging
* 33 Lebensabrisse

Nachwort

Dank

Benutzte Literatur

Personenregister

Bildnachweis

Februar 33

Der Winter der Literatur

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Beschreibung


"PACKEND UND BEÄNGSTIGEND: DIE VERWANDLUNG DEUTSCHLANDS IN EINE HÖLLE AUS DIKTATUR UND TERROR." -STEN NADOLNY

Es ging rasend schnell. Der Februar 1933 war der Monat, in dem sich auch für die Schriftsteller in Deutschland alles entschied. Uwe Wittstock erzählt die Chronik eines angekündigten und doch nicht für möglich gehaltenen Todes. Von Tag zu Tag verfolgt er, wie das glanzvolle literarische Leben der Weimarer Zeit in wenigen Wochen einem langen Winter wich und sich das Netz für Thomas Mann und Bertolt Brecht, für Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin und viele andere immer fester zuzog.

Montag, 30. Januar. Joseph Roth will die Nachrichten, die der Tag bringen wird, nicht mehr in Berlin abwarten. Schon früh morgens fährt er zum Bahnhof und nimmt den Zug nach Paris. Thomas Mann in München derweil kümmert sich die kommenden zehn Tage kaum um Politik, dafür umso mehr um seinen Vortrag über Richard Wagner. Immer ganz dicht an den Menschen, entfaltet Uwe Wittstock ein Mosaik der bedrohlichen Ereignisse unmittelbar nach Hitlers «Machtergreifung», die auch für die Literaten in Deutschland in die Katastrophe führten. Er vergegenwärtigt die Atmosphäre dieser Tage, die von Angst und Selbsttäuschung unter den Schriftstellern, von Passivität bei den einen und Entschlossenheit bei den anderen gezeichnet ist. Wer schmiegt sich den neuen Machthabern an, wer muss um sein Leben fürchten und fliehen? Auf der Grundlage von teils unveröffentlichtem Archivmaterial entsteht ein ungeheuer dichtes Bild einer ungeheuren Zeit.


  • "'Februar 33' ist bewegend, hochpolitisch, lebensprall und dann auch noch spannend wie ein Krimi." -Dea Loher

  • Eine aufrüttelnde Erzählung über den dramatischsten Monat der deutschen Literatur

  • Für alle Leser:innen von Florian Illies, "1913", und Volker Weidermann, "Ostende"


Details

  • Verkaufsrang

    1001

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    10.11.2021

  • Verlag C.H.Beck
  • Seitenzahl

    288

Beschreibung

Details

  • Verkaufsrang

    1001

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    10.11.2021

  • Verlag C.H.Beck
  • Seitenzahl

    288

  • Maße (L/B/H)

    21,8/14,4/2,9 cm

  • Gewicht

    488 g

  • Auflage

    4. Auflage

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-406-77693-9

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5/5

Intensiv, eindringlich, packend

Circlestones Books Blog am 03.12.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

„Für die Zerstörung der Demokratie brauchten die Antidemokraten nicht länger als die Dauer eines guten Jahresurlaubs. Wer Ende Januar aus einem Rechtsstaat abreiste, kehrte vier Wochen später in eine Diktatur zurück.“ (Zitat Seite 273) Thema und Inhalt Dieses Buch handelt von diesem besonderen Schicksalsmonat Februar 1933, in dem sich die Zukunft Deutschlands und der Menschen entscheidet. Wie schon aus dem Titel zu ersehen, geht es in diesem Buch um die blühende kulturelle Vielfalt, die bis zu diesem Jahr 1933 in Deutschland anzutreffen war. Am Beispiel der Literatur schildert der Autor die Situation von bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen, aber auch von Verlegern, Journalisten und mit diesem Kreis befreundeten Künstlern. Sie alle müssen Entscheidungen treffen, in manchen Fällen muss dies sehr schnell geschehen, da den ersten brennenden Büchern rasch auch Verhaftungen folgen. Umsetzung Das Buch beginnt mit dem Presseball in Berlin am 28. Januar 1933 und den zu diesem Zeitpunkt noch unterschiedlichen Meinungen zu der drohenden Gefahr durch die Machtübernahme der NSDAP. Zwei Tage später ist es Realität. Der Autor schildert die Ereignisse in Form eines Tatsachenberichts, jedem Tag ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dessen Mittelpunkt jeweils eine oder mehrere Persönlichkeiten stehen, deren Leben und Entscheidungen während dieser Tage fortlaufend dokumentiert werden. Jedes Kapitel endet mit kurzen täglichen Meldungen aus Tageszeitungen über Zusammenstöße zwischen den politischen Gruppierungen, Gewalttaten mit Toten. Es sind bekannte Schriftsteller und Künstler, die als Beispiele für die gesamte Situation in diesem Bericht auftreten, Namen wie Berthold Brecht, Thomas, Heinrich, Klaus und Erika Mann, Mascha Kaléko, Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin. Doch auch die Haltung der Akademie der Künste in Berlin ist ein Thema. Der Bericht endet mit Mittwoch, dem 15. März 1933. Es folgen insgesamt dreiunddreißig kurze Schilderungen, wie es im Leben der jeweiligen Persönlichkeiten weiterging. Dem Nachwort folgen eine Liste der verwendeten Literatur und ein Personenverzeichnis. Die genaue, ausführliche Recherche, die auch Briefe, Tagebücher und Aufzeichnungen umfasste, geben einen anschaulichen Einblick in diese Zeit, die Ungewissheit und Zweifel dieser Schicksalstage, die wachsende Angst, die Erkenntnis der drohenden Lebensgefahr, die Flucht oft im letzten Augenblick. Im Gegensatz dazu die Entscheidungen von Kulturschaffenden, sich mit den neuen Machthabern zu arrangieren. Fazit Ein sehr eindringliches, beklemmendes Buch, mit der packenden Intensität eines Tatsachenromans und der Spannung eines Kriminalromans.

5/5

Intensiv, eindringlich, packend

Circlestones Books Blog am 03.12.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

„Für die Zerstörung der Demokratie brauchten die Antidemokraten nicht länger als die Dauer eines guten Jahresurlaubs. Wer Ende Januar aus einem Rechtsstaat abreiste, kehrte vier Wochen später in eine Diktatur zurück.“ (Zitat Seite 273) Thema und Inhalt Dieses Buch handelt von diesem besonderen Schicksalsmonat Februar 1933, in dem sich die Zukunft Deutschlands und der Menschen entscheidet. Wie schon aus dem Titel zu ersehen, geht es in diesem Buch um die blühende kulturelle Vielfalt, die bis zu diesem Jahr 1933 in Deutschland anzutreffen war. Am Beispiel der Literatur schildert der Autor die Situation von bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen, aber auch von Verlegern, Journalisten und mit diesem Kreis befreundeten Künstlern. Sie alle müssen Entscheidungen treffen, in manchen Fällen muss dies sehr schnell geschehen, da den ersten brennenden Büchern rasch auch Verhaftungen folgen. Umsetzung Das Buch beginnt mit dem Presseball in Berlin am 28. Januar 1933 und den zu diesem Zeitpunkt noch unterschiedlichen Meinungen zu der drohenden Gefahr durch die Machtübernahme der NSDAP. Zwei Tage später ist es Realität. Der Autor schildert die Ereignisse in Form eines Tatsachenberichts, jedem Tag ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dessen Mittelpunkt jeweils eine oder mehrere Persönlichkeiten stehen, deren Leben und Entscheidungen während dieser Tage fortlaufend dokumentiert werden. Jedes Kapitel endet mit kurzen täglichen Meldungen aus Tageszeitungen über Zusammenstöße zwischen den politischen Gruppierungen, Gewalttaten mit Toten. Es sind bekannte Schriftsteller und Künstler, die als Beispiele für die gesamte Situation in diesem Bericht auftreten, Namen wie Berthold Brecht, Thomas, Heinrich, Klaus und Erika Mann, Mascha Kaléko, Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin. Doch auch die Haltung der Akademie der Künste in Berlin ist ein Thema. Der Bericht endet mit Mittwoch, dem 15. März 1933. Es folgen insgesamt dreiunddreißig kurze Schilderungen, wie es im Leben der jeweiligen Persönlichkeiten weiterging. Dem Nachwort folgen eine Liste der verwendeten Literatur und ein Personenverzeichnis. Die genaue, ausführliche Recherche, die auch Briefe, Tagebücher und Aufzeichnungen umfasste, geben einen anschaulichen Einblick in diese Zeit, die Ungewissheit und Zweifel dieser Schicksalstage, die wachsende Angst, die Erkenntnis der drohenden Lebensgefahr, die Flucht oft im letzten Augenblick. Im Gegensatz dazu die Entscheidungen von Kulturschaffenden, sich mit den neuen Machthabern zu arrangieren. Fazit Ein sehr eindringliches, beklemmendes Buch, mit der packenden Intensität eines Tatsachenromans und der Spannung eines Kriminalromans.

5/5

Das Jahr, als Deutschland die Kultur ausging

Sandra von Siebenthal aus Romanshorn am 01.10.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Joseph Roth, Thomas Mann, Berthold Brecht, Heinrich Mann, Klaus und Erika Mann, Alfred Döblin, Erich Mühsam, Erwin Egon Kisch, Else Lasker-Schüler, Ricarda Huch und viele mehr sind betroffen von einem Umbruch, der in Deutschland 1933 stattfindet: Hitler soll Reichskanzler werden und damit wird sich das Leben der oben genannten ändern. Ihre Stücke können nicht mehr aufgeführt, ihre Bücher nicht mehr gedruckt werden. Sie werden verfolgt, eingesperrt, bedroht und müssen schliesslich fliehen. «Heute muss er [Heinrich Mann] sich auf konspirativen Wegen aus dem Land schleichen. Er, einer der wichtigsten Schriftsteller des Landes, darf froh sein, wenn man ihn nicht erkennt. Zu Fuß ist er unterwegs, mit einem Köfferchen in der Hand und einem Schirm, mehr nicht.» Uwe Wittstock arbeitet sich Tag für Tag durch einen Monat, der nicht nur Deutschland und das Leben da, sondern die ganze Welt verändern wird. Er zeichnet mit grossem Wissen und auf gut lesbare Weise einerseits die politischen Entscheide und Fakten auf, und beleuchtet, was diese für Auswirkungen auf das Leben der dargestellten Literaten hat. Viele schauen zwar besorgt, aber doch nicht hoffnungslos auf die sich verändernde politische Landschaft. Zwar erkennen sie mehrheitlich das Verhängnis einer Wahl Hitlers, glauben aber nicht, dass diese Regierung lange an der Macht sein wird, geschweige denn, dass sie zum Verhängnis für so viele Menschen werden kann. So kommt es dann bei vielen zu sehr überstürzten Abreisen aus Deutschland, weil die Gefahr oft zu spät, wenn zum Glück auch oft gerade noch rechtzeitig, erkannt wurde. Weiterführende Betrachtungen «Nur diesen Monat brauchte es, um einen Rechtsstaat in eine Gewaltherrschaft ohne Skrupel zu verwandeln.» Uwe Wittstock zeichnet die Zeit vom 28. Januar bis zum 15. März 1933 nach, erläutert in kurzen Abschnitten die politischen Umbrüche und sich verändernden Umstände für die Bevölkerung anhand verschiedener Biographien von Schriftstellern. Als Leser ist man Zeuge eines Umbruchs und dem langsamen Bewusstwerden einzelner Schriftsteller, dass die Weimarer Republik zu Ende ist, jeder, der noch daran festhalten will, aufs falsche Pferd setzt – nicht nur das: Er ist in Gefahr, da nicht völkisch Denkende als Gefahr für die neue Regierung und damit (sogenannt) das Volk eliminiert werden sollen – mit Schiesserlaubnis. Das vorliegende Buch ist einerseits ein informatives Zeitzeugnis, andererseits auch eine Warnung, den Blick heute nicht zu verschliessen vor alarmierenden Veränderungen in der Gesellschaft. Die wachsende Spannung in und Spaltung derselben, Terrortaten und zunehmender Judenhass sind nur einige aktuelle Probleme, denen es bewusst zu begegnen gilt, die nicht ignoriert werden dürfen. Das Buch ist ein gutes Mittel, sich vor Augen zu führen, dass eine Demokratie aktiv geschützt werden muss, dass politische Fehlentscheide verheerende Folgen haben können – für den Staat, für die Gesellschaft, für den Einzelnen. Uwe Wittstock ist es gelungen, in einem überschaubaren Rahmen geschichtliche Fakten und persönliche Schicksale aufzuzeichnen. Das Buch ist ab und an sprachlich uneinheitlich, schwankt von fast romanhaften Wendungen hin zu faktisch-sachlicher Sprache und weist andererseits einige Redundanzen auf. Dies sei nur der objektiven Sicht wegen gesagt, tut dem Wert des Buches aber keinen Abbruch. Persönlicher Bezug Die Zeit um das Ende der Weimarer Republik, die Machtergreifung der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg ist seit vielen Jahren, mittlerweile Jahrzehnten eine mich faszinierende und in verschiedenen Forschungsprojekten auch beschäftigende. Als Literaturwissenschaftlerin und politische Philosophin war dieses Buch also quasi eine Pflichtlektüre, vereint es doch die Themen, die mir so lange am Herzen liegen. Sie tun dies aber nicht nur aus reinem Interesse an der Geschichte, sondern eher vor dem Hintergrund, dass ich denke, dass wir nicht vergessen dürfen, was passiert ist – gerade mit Blick auf die Situation heute. Der Satz, dass man aus der Geschichte lernen kann, hat sich leider oft nicht bewahrheitet, weil immer wieder gleiche Fehler passieren. Dies tun sie aber umso mehr, wenn wir die Vergangenheit zu wenig bewusst vor Augen haben. Bücher wie dieses können das ändern. Fazit Ein grossartiges Buch über die politische Lage eines folgenreichen Umbruchs und die Geschichte einiger Schriftsteller, die davon betroffen und bedroht waren. Eine ganz grosse Leseempfehlung.

5/5

Das Jahr, als Deutschland die Kultur ausging

Sandra von Siebenthal aus Romanshorn am 01.10.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Joseph Roth, Thomas Mann, Berthold Brecht, Heinrich Mann, Klaus und Erika Mann, Alfred Döblin, Erich Mühsam, Erwin Egon Kisch, Else Lasker-Schüler, Ricarda Huch und viele mehr sind betroffen von einem Umbruch, der in Deutschland 1933 stattfindet: Hitler soll Reichskanzler werden und damit wird sich das Leben der oben genannten ändern. Ihre Stücke können nicht mehr aufgeführt, ihre Bücher nicht mehr gedruckt werden. Sie werden verfolgt, eingesperrt, bedroht und müssen schliesslich fliehen. «Heute muss er [Heinrich Mann] sich auf konspirativen Wegen aus dem Land schleichen. Er, einer der wichtigsten Schriftsteller des Landes, darf froh sein, wenn man ihn nicht erkennt. Zu Fuß ist er unterwegs, mit einem Köfferchen in der Hand und einem Schirm, mehr nicht.» Uwe Wittstock arbeitet sich Tag für Tag durch einen Monat, der nicht nur Deutschland und das Leben da, sondern die ganze Welt verändern wird. Er zeichnet mit grossem Wissen und auf gut lesbare Weise einerseits die politischen Entscheide und Fakten auf, und beleuchtet, was diese für Auswirkungen auf das Leben der dargestellten Literaten hat. Viele schauen zwar besorgt, aber doch nicht hoffnungslos auf die sich verändernde politische Landschaft. Zwar erkennen sie mehrheitlich das Verhängnis einer Wahl Hitlers, glauben aber nicht, dass diese Regierung lange an der Macht sein wird, geschweige denn, dass sie zum Verhängnis für so viele Menschen werden kann. So kommt es dann bei vielen zu sehr überstürzten Abreisen aus Deutschland, weil die Gefahr oft zu spät, wenn zum Glück auch oft gerade noch rechtzeitig, erkannt wurde. Weiterführende Betrachtungen «Nur diesen Monat brauchte es, um einen Rechtsstaat in eine Gewaltherrschaft ohne Skrupel zu verwandeln.» Uwe Wittstock zeichnet die Zeit vom 28. Januar bis zum 15. März 1933 nach, erläutert in kurzen Abschnitten die politischen Umbrüche und sich verändernden Umstände für die Bevölkerung anhand verschiedener Biographien von Schriftstellern. Als Leser ist man Zeuge eines Umbruchs und dem langsamen Bewusstwerden einzelner Schriftsteller, dass die Weimarer Republik zu Ende ist, jeder, der noch daran festhalten will, aufs falsche Pferd setzt – nicht nur das: Er ist in Gefahr, da nicht völkisch Denkende als Gefahr für die neue Regierung und damit (sogenannt) das Volk eliminiert werden sollen – mit Schiesserlaubnis. Das vorliegende Buch ist einerseits ein informatives Zeitzeugnis, andererseits auch eine Warnung, den Blick heute nicht zu verschliessen vor alarmierenden Veränderungen in der Gesellschaft. Die wachsende Spannung in und Spaltung derselben, Terrortaten und zunehmender Judenhass sind nur einige aktuelle Probleme, denen es bewusst zu begegnen gilt, die nicht ignoriert werden dürfen. Das Buch ist ein gutes Mittel, sich vor Augen zu führen, dass eine Demokratie aktiv geschützt werden muss, dass politische Fehlentscheide verheerende Folgen haben können – für den Staat, für die Gesellschaft, für den Einzelnen. Uwe Wittstock ist es gelungen, in einem überschaubaren Rahmen geschichtliche Fakten und persönliche Schicksale aufzuzeichnen. Das Buch ist ab und an sprachlich uneinheitlich, schwankt von fast romanhaften Wendungen hin zu faktisch-sachlicher Sprache und weist andererseits einige Redundanzen auf. Dies sei nur der objektiven Sicht wegen gesagt, tut dem Wert des Buches aber keinen Abbruch. Persönlicher Bezug Die Zeit um das Ende der Weimarer Republik, die Machtergreifung der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg ist seit vielen Jahren, mittlerweile Jahrzehnten eine mich faszinierende und in verschiedenen Forschungsprojekten auch beschäftigende. Als Literaturwissenschaftlerin und politische Philosophin war dieses Buch also quasi eine Pflichtlektüre, vereint es doch die Themen, die mir so lange am Herzen liegen. Sie tun dies aber nicht nur aus reinem Interesse an der Geschichte, sondern eher vor dem Hintergrund, dass ich denke, dass wir nicht vergessen dürfen, was passiert ist – gerade mit Blick auf die Situation heute. Der Satz, dass man aus der Geschichte lernen kann, hat sich leider oft nicht bewahrheitet, weil immer wieder gleiche Fehler passieren. Dies tun sie aber umso mehr, wenn wir die Vergangenheit zu wenig bewusst vor Augen haben. Bücher wie dieses können das ändern. Fazit Ein grossartiges Buch über die politische Lage eines folgenreichen Umbruchs und die Geschichte einiger Schriftsteller, die davon betroffen und bedroht waren. Eine ganz grosse Leseempfehlung.

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Petra Kurbach

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Großartige, bewegende Lektüre.

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ein Buch, das unter die Haut geht! Deutlich und sachlich beschreibt der Autor wie es den Nazis gelang, an die Macht zu kommen. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Kulturschaffenden Deutschlands, die, vom Tode bedroht, die Flucht ergreifen müssen, um dem Untergang zu entgehen. Tag für Tag können die Lesenden verfolgen, was sich im politischen und kulturellen Leben in Deutschland verändert.
5/5

Großartige, bewegende Lektüre.

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ein Buch, das unter die Haut geht! Deutlich und sachlich beschreibt der Autor wie es den Nazis gelang, an die Macht zu kommen. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Kulturschaffenden Deutschlands, die, vom Tode bedroht, die Flucht ergreifen müssen, um dem Untergang zu entgehen. Tag für Tag können die Lesenden verfolgen, was sich im politischen und kulturellen Leben in Deutschland verändert.

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Das Drama am Ende der Demokratie

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Seit Volker Weidermanns "Träumer" hat mich kein Sachbuch mehr so gefesselt wie dieses. Spannend wie ein Krimi, nur leider alles allzu real und historisch bestens belegt. Uwe Wittstock erzählt minutiös von den Ereignissen zwischen der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bis zur unheilvollen Reichstagswahl am 5. März. Die Freiheit von Kunst und Kultur wird in einem so rasanten Tempo brutal hinweggefegt, dass manche Betroffene mit wehendem Mantel ohne Gepäck zum nächsten Zug Richtung Ausland eilen. Andere fallen zunächst in Schockstarre und geben sich der trügerischen Hoffnung hin, der Spuk würde sehr bald enden. Der großen Namen sind es viele, die hier in kurzen Kapiteln durch die aufreibenden Wochen begleitet werden, denn das kulturelle Leben in Deutschland war reich und vielfältig. Schriftsteller, Künstler, Journalisten, Theaterleute: sie alle wurden Freiwild für die braunen Horden und begaben sich - wenn es Ihnen möglich war - ins Exil. Auch wer sich bestens auskennt mit den Ereignissen dieser Zeit, wird in diesem Buch noch viele neue dramatische Details erfahren. Ich empfehle dieses hochinteressante, gut komponierte, sprachlich hervorragende Buch allen Geschichts- und Literaturinteressierten mit großem Nachdruck. Lassen Sie sich auch gerne inspirieren, einige der erwähnten Autoren und ihre Werke wiederzuentdecken!
5/5

Das Drama am Ende der Demokratie

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Seit Volker Weidermanns "Träumer" hat mich kein Sachbuch mehr so gefesselt wie dieses. Spannend wie ein Krimi, nur leider alles allzu real und historisch bestens belegt. Uwe Wittstock erzählt minutiös von den Ereignissen zwischen der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bis zur unheilvollen Reichstagswahl am 5. März. Die Freiheit von Kunst und Kultur wird in einem so rasanten Tempo brutal hinweggefegt, dass manche Betroffene mit wehendem Mantel ohne Gepäck zum nächsten Zug Richtung Ausland eilen. Andere fallen zunächst in Schockstarre und geben sich der trügerischen Hoffnung hin, der Spuk würde sehr bald enden. Der großen Namen sind es viele, die hier in kurzen Kapiteln durch die aufreibenden Wochen begleitet werden, denn das kulturelle Leben in Deutschland war reich und vielfältig. Schriftsteller, Künstler, Journalisten, Theaterleute: sie alle wurden Freiwild für die braunen Horden und begaben sich - wenn es Ihnen möglich war - ins Exil. Auch wer sich bestens auskennt mit den Ereignissen dieser Zeit, wird in diesem Buch noch viele neue dramatische Details erfahren. Ich empfehle dieses hochinteressante, gut komponierte, sprachlich hervorragende Buch allen Geschichts- und Literaturinteressierten mit großem Nachdruck. Lassen Sie sich auch gerne inspirieren, einige der erwähnten Autoren und ihre Werke wiederzuentdecken!

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    * Freitag, 3. März


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    * Samstag, 4. März


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