Ein Fremder, ein Dorf, ein Kind. Und eine Suche, die niemanden verschont. Cal Hooper, ehemaliger Cop aus Chicago, hat sich in den Westen Irlands geflüchtet. Die Natur scheint friedlich, im Dorf nimmt man ihn freundlich auf. Da springt sein innerer Alarm an: Er wird beobachtet. Immer wieder sucht ein Kind seine Nähe. Auf den umliegenden Farmen kommen auf seltsame Weise Tiere zu Tode. Stück für Stück gerät Cal in eine Suche, die ihn tief in die Dunkelheit führt. Eine Geschichte von mächtiger Spannung und Schönheit; ein literarischer Thriller und ein beeindruckender Roman über Familie, Gemeinschaft, die Natur und die Gefahr, die von den Menschen ausgeht. Der neue große Roman der renommierten Bestseller-Autorin Tana French.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
4/5
16.12.2021
Hörbuch-Download (MP3)
Dunkle Geheimnisse
Die Presse spricht von einem "Meisterwerk literarischer Erzählkunst", einer "soghaften Geschichte" und einer "Klasse für sich". Bei so vielen Lobeshymnen musste ich Der Sucher von Tana French einfach lesen, habe mich allerdings für das Hörbuch, welches leicht gekürzt bei Bookbeat erhältlich ist, entschieden.
Tana French entführt uns in ihrem neuesten Thriller in ein idyllisches und abgelegenens Dorf im Westen Irlands. Protagonist Cal Hooper, ein ehemaliger Cop aus Chicago, hofft in der wildschönen Natur, die sich ihm dort bietet, nach der Scheidung von seiner Frau Frieden und Ruhe zu finden. Die Dorfgemeinschaft ist eingeschworen, regelt ihre Dinge zumeist selber ohne großes Aufsehen. Man trifft sich im Pub, geht zum Angeln und hält sich aus den Angelegenheiten der anderen möglichst raus. Cal wird gut in der Gemeinschaft aufgenommen. Eines Tages bekommt Cal Besuch von Trey Reddy, einem Kind, dass ihm ersucht den vermissten Bruder Brendan zu finden. Cal lässt sich überreden und beginnt privat zu ermitteln. Dabei öffnet er Türen, welche die Dorfgemeinschaft lieber geschlossen gehalten hätte.
Tana French hat einen wirklich wunderbar malerischen und einnehmenden Schreibstil und ich bin beim Hören regelrecht Teil der Geschichte geworden. Ein Thriller, als welcher Der Sucher beworben wird, war es in meinen Augen aber keiner. Das Buch war eine fast schon poetische, ruhige Erzählung. Man spürt zwar irgendwie, dass eine Gefahr in der Luft liegt, bekommt diese aber nicht auf dem Servierteller präsentiert. Die Spannung ist eher unterschwellig vorhanden.
Der Sucher ist vielmehr ein Gesellschaftsportrait mit viel Lokalcholorit, bemerkenswerten, zum Teil schrulligen Charakteren, die im übrigen durch Hörbuchsprecher Wolfgang Wagner herrlich zur Geltung kommen. Als Cal beginnt Fragen zu stellen, wird dies im Dorf nicht gerade begrüßt. Im Gegenteil, es wird im unmissverständlich klar gemacht, dass manche Dinge besser im Dunkeln bleiben. Und auch Trey und Treys Mutter werden bedroht, als Cal seine Nachforschungen betreibt.
Mich konnte Der Sucher mit seinen authentischen Charakteren, dunklen Geheimnissen, der unterschwelligen Spannung, den poetischen Beschreibungen der Natur und der irischen Landschaft richtig begeistern. Einzig das Ende fand ich irgendwie unbefriedigend. Damit meine ich nicht den Ausgang an sich, sondern die Auflösung was mit Brendan passiert ist. Irgendwie fand ich den Ausgang fast eine Spur zu plump.
Dass das Hörbuch nur in gekürzter Fassung verfügbar ist, hat mich im übrigen überhaupt nicht gestört. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl etwas verpasst zu haben oder den Eindruck, dass manche Übergänge nicht flüssig waren.
Große Empfehlung von meiner Seite!
Fazit:
Der Sucher ist ein literarischer, ruhig erzählter Thriller. Tana French hat ein beeindruckendes Portrait einer eingeschworenen, irischen Dorfgemeinschaft gezeichnet, die ihre dunklen Geheimnisse bewahrt. Teilweise war mir die Geschichte trotz unterschwelliger Spannung etwas zu gemächlich und die Auflösung fand ich persönlich etwas plump.
Der Sucher, speziell das Hörbuch gesprochen von Wolfgang Wagner, bekommt dennoch eine große Empfehlung von mir!
Bag
aus Luzern
5/5
27.07.2025
eBook (ePUB 3)
Der Sucher
Der Buchtitel hat es gebracht. Ich war der Sucher und habe einen Freund gefunden. Die Charakterisierung des Suchers und dessen Umfeld hat mich begeistert. Ich werde Tana French treu bleiben. Ist das Begeisterung? Ein treuer Leser.
Bewertung
5/5
22.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Leise, unaufgeregt, ruhig und tief, keine seichte Geschichte!
Einen Thriller finden Sie meines Erachtens nicht vor...
Aber gerade DAS ist eine Qualität dieses Buches, das im Grunde keine "Action" braucht, um die diffuse Bedrohlichkeit aufzubauen.
Der Klappentext wurde schon mehrfach hier wiederholt, das spare ich mir. Ich habe dieses Buch gehört als 'Ungekürzte Version' und habe mich langsam hineinziehen lassen.
Die Charaktere sind höchstindividuell ausgestaltet und haben mich gerade auch in ihren Besonderheiten überzeugt.
Der Sprecher gab ihnen mit seiner Stimmvarianz überraschend viel Eigenleben.
Besonders auch der Umstand, dass sich Cal und Trey in einer konstruktiven, freundlichen Weise anfreunden - Cal fördert das Kind in schöner Weise, aber er erkennt für meine Einschätzung endlos lange nicht, dass Trey kein Junge ist.
Der erfahrene Cop sitzt seinen eigenen Zuschreibungen und Vorurteilen auf, obwohl er über eine geschulte und erfahrene Menschenkenntnis verfügt. Das hat mich wirklich irritiert, aber vielleicht habe ich diesbezüglich zu hohe Ansprüche.
Die Zähigkeit, in der Cal sein Ziel verfolgt, das Schicksal von Trey's Bruder Brandon aufzuklären, gefällt mir gut - er ist zunächst immer unaggressiv und nicht übergriffig, kann aber für sich einstehen und sich auch zur Wehr setzen.
Das verleiht ihm eine sympathische Souveränität, die ja schließlich auch der Grund dafür ist, dass Trey sich ihm anschließt und anvertraut trotz aller schwieriger Vorerfahrungen.
Tanja
aus Bayern
5/5
29.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Die Dramatik steigert sich enorm
Ein verschwundener Teenager in einem Nest in Irland sorgt für Fragen, die besser unbeantwortet bleiben.
Cal Hooper ist in Amerika ein Cop gewesen. Er sucht in Irland Ruhe und möchte in der Natur unterwegs sein. Seinen Job kann er nicht ablegen.
Ein Kind aus der Nachbarschaft weckt seine Instinkte. Dieses Kind stellt Fragen und will von Cal eine Aufklärung, wo der verschwundene Junge sein könnte.
Zunächst sträubt sich Cal, doch die Hartnäckig des Kindes überzeugt in dann doch auf die Suche zu gehen.
Was er sich dann für einen Ärger einhandelt, sprengt allen Widerwillen. Cal holt seine Fähigkeiten hervor und beginnt zu ermitteln. Da hält ihn auch keine Faust auf.
Es beginnt allmählich und ruhig, die Personen werden vorgestellt, die Geschichte langsam präsentiert.
Zunächst hält sich die Geschichte zurück, die Spannung ist niedrig.
Doch die Atmosphäre verdüstert sich, es kommt zu dramatischen Momenten, in denen sich Cal fragt, ob er nicht besser nach Amerika zurück kehrt.
Es ist eine bildgewaltige Erzählung, die mit einer wunderschönen Natur aufwartet.
Traumhafte Bilder von Wäldern und Feldern gegenüber der Gefahr, die von den Menschen kommt. Es soll anscheinend nicht ans Licht kommen, was passiert ist. Wohin ist der vermisste Junge hin. Ist er abgehauen, liegt ein Verbrechen vor?
Cal lässt sich nicht abwimmeln, er forscht weiter und stößt immer tiefer in ein Wespennest voll Misstrauen, Hass und Gewalt.
Die Dramatik steigert sich enorm bis zu einem kaum auszuhaltenden Gefühl. Es entsteht ein Sog, der mich tief in das Geschehen gezogen hat.
Einen klassischen Krimi darf man nicht erwarten. Es ist eine dramatische Familiengeschichte mit starken Figuren und thrillermäßigen Szenen.
Insgesamt lohnt es sich definitiv, dem Buch eine Chance zu geben und sich mit Cal auf die Suche zu machen.
S. L.
aus Berlin
5/5
30.09.2021
eBook (ePUB 3)
In einem abgelegenen irischen Dorf ...
Cal hat nach 25 Jahren Arbeit bei bei der Polizei von Chicago und einer Scheidung die Nase voll von Amerika und kauft im Westen Irlands ein marodes Häuschen, welches er ausbaut. Dann geschehen merkwürdige Dinge. Cal will es nicht, wird aber von einem Schützling angeheuert, eine verschwundene Person zu suchen. Als Zivilist kann er nur sehr behutsam vorgehen.
Tana French hat einen anschaulichen, genau beschreibenden Stil. Ihre Figuren werden gut vorstellbar angelegt, haben alle Ecken und Kanten, können aber durchaus sympathisch sein. Auf Cal trifft das zu. Auch wenn er öfter den „Schwachkopf-Blick“ bekommt oder verschickt. Die Bewohner des abgelegenen irischen Dörfchens bilden eine verschworene Gemeinschaft, die Einmischung vehement ablehnt. Wer seine Nase zu tief in ihre Angelegenheiten steckt, lebt gefährlich. Derbe Späße und mehr sind an der Tagesordnung. Ob Cal sich davon abschrecken lässt?
Es geht auch um Etikette, Anstand und Manieren, zu denen Cal eine Meinung vertritt, die ich durchaus teile. Insgesamt ist er eine beeindruckende Person, über die ich gern mehr lesen würde.
Spannender und unterhaltsamer Krimi von Fischer Scherz, aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.
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5/5
14.10.2021
eBook (ePUB 3)
Die irische Weite & das Verschwinden.
Cal Hooper hat es nach Irland verschlagen. Seine Arbeitsstelle musste er kündigen, denn schon zu lange war ihm die Polizeiarbeit in Chicago zuwider, brutal und undurchsichtig die Beweggründe der Kollegen im Umgang mit Verbrechen, so dass ein klarer Schnitt jetzt nötig war.
Nachdem auch noch seine Scheidung rechtskräftig wird, kauft er kurzentschlossen ein kleines Cottage im Westen Irlands und erhofft sich dort im Neuanfang, sehr viel Ruhe, Ländlichkeit und charmante Dorfbewohner. Kaum eingetroffen, stellt er allerdings fest, dass der Neuerwerb äußerst renovierungsbedürftig ist, was ihm nichts ausmacht, denn renovierungsbedürftig ist er schließlich auch! So tut es ihm ungemein gut handwerklich aktiv zu werden, Abends im Pub zu verschwinden, mit den Jungs dort ein Bier zu trinken, zu plaudern, um in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden.
Eines Tages taucht ein Junge bei ihm auf, der wortkarg ist, mit anpackt und nach familiärer Armut riecht. Nachdem das Eis zwischen beiden bricht, gibt er zu, zu wissen, dass er ein ehemaliger Cop ist,...also gerade recht, um seinen mysteriös verschwundenen Bruder zu suchen, der ihn nie allein gelassen hätte...
Cal fühlt sich positiv gefordert, zu gerne lässt er es zu, in anderen Befindlichkeiten zu kramen, als seiner eigenen...
Im Hintergrund beobachtet man einen Schafsmörder, der Nachts sein Unwesen treibt und ehrlich gesagt liegt dort noch viel mehr im Argen, als es zunächst scheint...
Meisterhaft schaut Tana French mit ihrer scharf geschnittenen irischen Milieustudie in die Seelen der Menschen. Man spürt förmlich, den nach Seeluft riechenden Wind beim Laufen durch die Hügel der irischen Wildnis.
Geheimnisvoll & undurchsichtig.
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4/5
04.01.2026
eBook (ePUB 3)
Ruhig und psychologisch
„Der Sucher“ ist ein ruhiger, aber spannender Roman, in dem weniger der Kriminalfall im Mittelpunkt steht - eher die Entwicklung des ehemaligen Polizisten Cal Hooper inmitten eines abgelegenen irischen Dorfes. Die Autorin baut die Geschichte mit viel Zeit für Landschaft, Dorfgemeinschaft und fein gezeichnete Figuren auf, was einen dichten Sog erzeugt, aber ein deutlich langsameres Tempo hat, als klassische Krimis.
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4/5
19.05.2025
Buch (Taschenbuch)
cozy crime in Irland
Das Buch erzählt von dem ehemaligen amerikanischen Polizisten Calvin Hooper, der in einer irischen Kleinstadt neu anfangen möchte. Er hat ein Haus gekauft und möchte dieses restaurieren. Bei seinen Arbeiten wird er von einem Kind beobachtet. Dieses Kind hat einen Bruder verloren und möchte das Calvin seinen verlorenen Bruder findet. also findet sich Calvin erneut in Ermittlungsarbeiten wieder, die sich in einer Kleinstadt jedoch als schwieriger erweisen als vorher angenommen.
Ein Krimi, den ich eher als cozy crime bezeichnen würde. Die Autorin baut eine gemütliche Atmosphäre auf, die super zum mitfiebern ist. Neben der Ermittlung behandelt das Buch auch viele intermenschliche Beziehungen und die klassischen Konflikte in Kleinstädten.
Sehr ruhiger Krimi, der vor allem durch die Dichte der Figuren und der Atmosphäre überzeugt. Ein kleines bisschen mehr Spannung hätte ihm allerdings durchaus gut getan...
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