Ein sehr bewegendes Buch das mir sehr gefallen hat. Es war ein rührendes und unterhaltsames Buch. Ich kann es nur empfehlen.
Bewertung
aus Potsdam
5/5
17.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Hugh Bain`s Leben
Der Debütroman des schottisch-amerikanischen Schriftstellers Douglas Stuart, " Shuggie Bain", ist für mich eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Shuggie ist eine Romanfigur, die man sobald nicht mehr vergisst.
Der Junge, der als Fünfjähriger mit seinen Eltern und Halbgeschwistern bei seinen Großeltern lebt, ist anders, fantasievoll und feminin. Sein Vater, der selten zu Hause ist und Beziehungen zu vielen Frauen hat, arbeitet als Taxifahrer. Shuggies Herz gehört seiner Mutter Agnes,einer schönen Frau, die vom Leben unerfüllt ist und gern und viel trinkt.
Als die Familie in eine Sozialwohnung in Pithead zieht, verlässt sie der Vater. Auch die große Schwester zieht bald aus.
Shuggie macht es sich zur Aufgabe mit unerschütterlicher Hingabe und großer Liebe seine Mutter von der Trinkerei zu bewahren.
Dieses Buch erhält von mir eine unbedingte Leseempfehlung.
Kristall86
aus an der Nordseeküste
4/5
20.09.2021
eBook (ePUB)
Toxisch, teuflisch, süchtig
Klappentext:
„Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre, mit einem Vater, der virile Potenz über alles stellt. Shuggies Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Haltung mit makellosem Make-up, strahlend weißen Kunstzähnen und glamouröser Kleidung zeigt - und doch Trost immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe und unerschütterlicher Liebe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.“
Was hier so „weich“ dargestellt wird, entpuppt sich beim lesen als eine extrem toxische Geschichte, die nach Alkohol regelrecht stinkt. Autor Douglas Stuart hat eine enorme, kraftvolle und extrem intensive Geschichte verfasst, dessen Hauptprotagonist „Shuggie“ besser nicht hätte beschrieben sein können. Gleich vorweg: das Buch hat mich nicht so umgehauen, wie es andere Bücher dieses Jahr bereits getan haben, aber, und nun kommt das große ABER: man liest dieses Buch , taucht in die Seele von Shuggie und Mutter Agnes ein und will eigentlich garnicht weiter lesen. Warum? Die Worte, die Stuart hier wählt sind heftig aber dennoch klar gesetzt. Punktgenau beschreibt er Situationen die man eben lieber nicht „sehen“ will, die man gern verdrängt, die gern hinter den Kulissen spielen könnte und genau das ist die Krux bei dieser Geschichte: man will eigentlich nicht und ist dennoch gefesselt und liest immer weiter.
Die Story ist für weltoffenen Menschen gedacht. Warum? Nur wer mit offenen Augen und Verstand durch diese Welt geht, wird hier nicht den Schreck seines Lebens erhalten. Stuart beschreibt eine sehr gesellschaftskritische Zeit, eine Stadt, in der der Staub alles und jeden überdeckt und die Tristesse bei jedem Bürger in einer Art Wohngemeinschaft wohnt. Douglas Stuart nimmt kein Blatt vor den Mund und hat mit seiner klaren Wortwahl es dennoch geschafft, Situationen nicht immer direkt auszusprechen, sondern gekonnt durch verschiedenen Faktoren den Leser „aufzudrängen“. Dieses aufdrängen ist auch notwendig, sonst verstehen wir die Story rund um Shuggie nie…Diese Art von Schreibstil war dafür perfekt gewählt und hat mich zutiefst beeindruckt. Hier und da gab es ein paar Längen, ein paar Situationen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen oder die so nach Alkohol stinken, das einem beim lesen schlecht wird. Das dieses Buch einen Preis erhalten hat, ist mir dennoch ein Rätsel. Wie gesagt, wer mit einem offenen und wachen Blick die Welt sieht, entdeckt hier nichts Neues, sondern eine Story, die unschön ist, aber eben nunmal überall spielen könnte. Von einem Leben in der Gosse liest niemand gern, aber dennoch ist es allgegenwärtig und ja, da gebe ich Douglas Stuart recht, auch darüber muss gesprochen werden. Nichts darf einfach so verharmlost werden oder einfach „tot-geschwiegen“ werden wenn es doch da ist.
Eine sehr beeindruckende Geschichte, der ich 4 sehr gute Sterne gebe, die aber dem äußert gelungenen Schreibstil und weniger der Story vergeben werden. Selten so eine heftige und toxische Geschichte gelesen, die nachhallt und den Leser immer wieder zum nachdenken anregt. Beeindruckend, aber mit Sicherheit nicht jeder Lesers Lieblingsbuch….
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5/5
19.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Von der unerschütterlichen Liebe eines Kindes
Hugh "Shuggie" Bain, ein zarter, ätherischer Junge im Glasgow der 80er Jahre, hineingeboren in das typisch verarmte Arbeitermilieu dieser Zeit, hat es schwer sich zu behaupten. Er ist anders als die anderen Jungs. Er liebt seine Mutter, die ihn als einzige zu verstehen scheint, abgöttisch und bewundert sie, für ihre Schönheit, die sie aufwändig zelebriert, obwohl kaum Geld für Make-up, Kleidung und andere Extravaganzen zur Verfügung steht. Sein Vater, ein notorischer Fremdgänger, ständig pleite, ist bald schon von der Bildfläche verschwunden. Geldmangel, Sorgen und die unerwiderte Liebe des Mannes, treibt seine Mutter immer rasanter in die Alkoholsucht. Das erschütternde Porträt eines Kindes, das sich nichts mehr wünscht, als seiner Mutter helfen zu können, das dem Drama nichts anderes entgegenzusetzen hat, als seine unerschütterliche Liebe und Hoffnung auf Besserung. Shuggie Bain hat mich tief bewegt. Keine leichte Kost - aber wundervoll geschrieben.
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