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Der junge Mann Nobelpreis für Literatur 2022

18

15,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.01.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

48

Maße (L/B/H)

20/12,1/1,2 cm

Gewicht

142 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

2

Originaltitel

Le jeune homme

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43110-8

Beschreibung

Rezension

»Durch die vorliegende Erzählung ist für die Literaturnobelpreisträgerin des vergangenen Jahres somit ein weiteres Kapitel ihres Lebens abgeschlossen, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden.« ("neues deutschland")
»Ein ausgeglichenes Spiel, kein Liebesroman, aber doch ein Buch, in dem man etwas über Liebe lernt.« ("Frankfurter Rundschau")
» Der junge Mann ist, und dafür kann man Ernaux nicht hoch genug schätzen, ein in sich perfekt konstruiertes, aber nie abgeschlossenes Miniaturkunstwerk.« ("DER SPIEGEL")
» Der junge Mann ist Annie Ernaux’ Meisterstück, eine perfekte Miniatur, in der sie mit einer schwindelerregend schönen Proust’schen Geste all ihre vorigen Bücher verdichtet.« ("Les Inrockuptibles")
»Die erzählerische Raffinesse dieses Textes besteht darin, dass sich in ihm das biografische Lebensthema der Autorin - ihr sozialer Aufstieg aus dem Proletariat - in der Gestalt eines anderen, eines Mannes, noch einmal materialisiert … Die besondere literarische Qualität des Jungen Manns besteht darin, dass die Autorin kunstvoll diesen mit einem anderen ihrer Texte verknüpft.« ("WDR 5")
»Ernaux liefert den Beweis, dass es möglich ist, auf wenig Raum alles zu erzählen. Wie man es von der Französin gewohnt ist: Kein Wort zu viel, keines fehlt.« ("sonntagszeitung.ch")
»Wie sehr Annie Ernaux die Dinge in ihren autofiktionalen Texten auf den Punkt bringt, ist immer wieder überwältigend.« ("Kölnische Rundschau")
» Der junge Mann kondensiert alle Themen, die für Ernaux wichtig sind: das Nachdenken über soziale Herkunft und gesellschaftlichen Aufstieg, übers Frausein und auch nochmal über die Abtreibung, die in ihrem Buch Das Ereignis zentral stand.« ("SWR2")
»Der große Genuss dieses Textes stellt sich ein, wenn man weiß, dass er um die Jahrtausendwende spielt und Annie Ernaux Anlauf nimmt für ihren wunderbaren Roman das Ereignis .« ("WDR 3")
»Ein rigoroses Buch, das schmerzt. Auch das eine Aufgabe großer Literatur.« ("Kleine Zeitung, Graz")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.01.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

48

Maße (L/B/H)

20/12,1/1,2 cm

Gewicht

142 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

2

Originaltitel

Le jeune homme

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43110-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • MarieOn

    5/5

    01.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein leise erzählter erfüllender Tabubruch

    Die beiden, gefangen in einem Alltag aus verfrühtem Zusammenziehen und Prüfungsstress, hatten sich nie vorgestellt, dass Sex auch etwas anderes sein kann als die mehr oder minder aufgeschobene Befriedigung des Begehrens. Eine Art kontinuierlicher Schaffensprozess. Seine Leidenschaft angesichts dieser Neuentdeckung band mich immer mehr an ihn. S. 10 Soviel zu den Gründen, warum sich zwei vom Alter her so unterschiedliche Menschen voneinander angezogen fühlen können. Nachdem A. der junge Mann eine Affäre mit der Autorin Annie Ernaux angefangen hatte, trennte er sich von seiner Freundin. Annie verbringt ab dann die Wochentage mit ihm in seiner Wohnung und sie lieben sich. Das Zimmer, in dem sie die meiste Zeit auf zwei Matratzen verbringen, entwickelt am Abend eine besondere Stimmung. Hier sieht Annie von seinem Fenster aus die Klinik, in die sie als Studentin, vielleicht so alt wie ihr Geliebter, einmal gegangen war, wegen starker Blutungen nach einer heimlichen Abtreibung. Diesen Umstand, von hier auf das Gebäude schauen zu können, findet sie so unerhört, dass sie ihrer Beziehung einen tieferen Sinn attestiert. Und dann beginnt Annie Ernaux ihr Leben zu analysieren. Sie vergleicht sich mit ihm, findet in ihm das proletenhafte, das allen anhaftet, die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, so wie sie. Neben ihrem Ehemann hatte sie sich wie eine Proletin gefühlt, neben A., wie eine Bildungsbürgerin. Er war die verkörperte Vergangenheit. S. 21 Das erste Staunen über die Blicke ihrer Mitmenschen in den Cafés, weicht einer Gewissheit und Sicherheit, dass sie lieber in das Gesicht dieses jungen Mannes sieht, als in das Zerknitterte eines Gleichaltrigen. Die Frauen ihres Alters, die diskret mit ihm flirten, weil sie ihre Stellung auf dem Beziehungsmarkt kennen, sind ihr lieber als die jungen, die so tun, als sei sie gar nicht da.

  • Bewertung

    5/5

    29.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fantastisch! Einfach einzigartig! Genial!

    Und noch so vieles mehr! Und das bei so wenigen Worten. Aber dennoch schafft es Nobelpreisträgerin Annie Ernaux in diesen wenigen Worten und kurzen Passagen, so viel zu thematisieren, was andere in hunderten und tausenden von Seiten nicht schaffen würden. Die Art und Weise wie diese Person mit Worten umgehen kann, ist eine Kunst, die ihresgleichen sucht und auch lange auf dieser Suche verweilen wird. Denn sowas habe ich in meinem Leben nicht gelesen. Ich bin hin und weg, komplett überzeugt davon, dass dieses autobiografische Werk eine literarische Ausnahme ist. Wie man es schafft, in teilweise einzelnen Passagen, Textabschnitten oder sogar nur in Sätzen ein gigantisches, gesellschaftskritisches oder philosophisches Thema aufzumachen und die Klammer direkt im Anschluss wieder zu schließen, ist mir ein Rätsel, aber eines, auf das ich mich sehr gerne einlasse. Ich genieße die Art und Weise wie “Der junge Mann” bestimmte Themen eröffnet, ihnen eine Plattform und meinen Gedanken Anstöße gibt sehr. Ich finde nicht, dass es schade ist, dass dieses Buch so kurz ist. Literatur und Kunst sollte dem kapitalistischen Grundgedanken vom “Preis-Leistungs-Verhältnis” nicht folgen, sondern diesem Strom eher entgegenwirken. Natürlich hätte man aus dieser Geschichte mehr machen können, mehr schreiben können. Aber gerade dadurch, dass dieses Werk so aufgebaut ist, wie es nun mal ist, macht es zu dem, was es ist: Ein literarisch einzigartiges Werk! “Der junge Mann” erzählt die Geschichte einer Annie Ernaux in ihren Fünfzigern und von ihrer Affäre und Partnerschaft mit einem 30 Jahre jüngeren Studenten. Eine interessante Prämisse dir mir sehr gefallen hat.

  • Bewertung

    5/5

    28.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Brechen von Konventionen

    Er ist Mitte 20, Student, wohnt bescheiden und hat sich sie in den Kopf gesetzt. Sie ist Mitte 50, an einem anderen Punkt und lässt sich fallen in diese Leidenschaft. Im gewohnten Ernaux-Stil erkundet die Autorin diese Episode ihres Lebens, legt mehr ihre als seine Motive, Reaktionen und Emotionen frei. Ernaux vermittelt Neugier an dem Altersunterschied, erfreut sich an einer überwundenen Scham. Sie zeigt Lust, Konventionen zu brechen, sich immerzu zu entwickeln, diesen Bruch literarisch zu verarbeiten und in ihr Gesamtwerk einzufügen, denn »Der Junge Mann« erzählt auch die Geburt von »Das Ereignis«. Mit »Der Junge Mann« bricht Ernaux nicht nur mit thematischen Konventionen, sondern auch formal mit einer Konvention, die uns Leser:innen wichtig ist. Ein Roman sollte schon 300 bis 400 Seiten lang sein, weniger als 200 bitte nicht. Hat er aber weniger Seiten, winden wir uns, ihn Roman zu nennen. Und unter 100 Seiten, da hadern wir, so wenig Seiten, was ist das und ja, das ist teuer pro Seite sozusagen. Gerade jetzt, wo die Preise steigen und die Buchpreise zu steigen drohen, wirkt »Der Junge Mann« wie eine Provokation, denn er ist nur 41 Seiten lang, effektiv nur 32, groß geschrieben auch noch. Natürlich irritierte auch mich die Kürze, in gut einer halben Stunde bin ich durch diese leidenschaftliche und zugleich lakonische Miniatur gestürmt, denn Tempo hat sie auch noch. Doch »Der Junge Mann« lohnt sich sehr, sowie der Inhalt als auch die radikal kurze Form haben meine Erinnerungen wie Haltungen provoziert und in einem neuen Licht gezeigt. Ernaux erzählt mit »Der junge Mann« eine Geschichte, die mit jedem Wort mehr zu einer anderen würde. Der Nachhall würde sich mindern, ich wäre wahrscheinlich weniger inspiriert, je mehr Ernaux den Text in die Länge gezogen hätte. Vielleicht hinterfrage ich nun den Drang, Kunst an ihrer Seitenzahl messen zu wollen.

  • Bewertung

    4/5

    22.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Darf in keiner Annie Ernaux-Sammlung fehlen!

    In "Der junge Mann" erzählt Ernaux kurz, jedoch prägnant und eindrücklich von ihrem skandalösen Verhältnis mit einem dreißig Jahre jüngeren Mann. Sie reflektiert über die Bedeutung und Notwendigkeit dieser Affäre - vor allem im Bezug auf ihr schriftstellerisches Dasein und den damaligen Schreibimpuls für "Die Scham" - und bricht wieder einmal jegliche Tabus und gesellschaftliche Konventionen dieser Zeit auf. Dieses kleine aber feine Werk lässt noch einen tieferen Blick in Annie Ernauxs Gedankenwelt zu und knüpft Erfahrungen ihrer Zeit als 50-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder an die ihrer frühen Jugend und Zeit als junge Studentin. Die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen und öffnen ihr die Türen für Zukünftiges.

  • G. G.

    4/5

    09.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Annie Ernaux und der junge Mann. Provokant

    Wie bekommt Ernaux es hin, mit nur 40 Seiten Spielraum, so viele Themen anzusprechen? Wie bekommt sie es hin, so viele Gedankenspiele zu entfesseln - und dies in einer nüchternen, realen Sprache, die einem harte Tatsachen vor das Gesicht knallt? Der "Roman" schafft es inhaltlich unzählige Themen anzusprechen: Alter, Beziehung, politische und geschichtliche Ereignisse, Lebensweisen, Erinnerungen, Sexualität, Schreiben etc. So viel und doch so wenig. Der Inhalt mag für den einen oder anderen mager erscheinen - so ist es aber im Endeffekt nicht, denn es enthält unzählige offene Gedanken, die weiter aufgefangen werden können - quasi ein Experiment, das Ernaux gestaltet. In der Kürze liegt die Würze. Das trifft auf den "Roman" zu, ist aber doch etwas zu bemängeln. Ernaux hätte aus diesen Gedankenfetzen einen wunderbaren "Roman" schreiben können, aber das tat sie bewusst nicht. Ich würde den jungen Mann auch nicht als Roman wahrnehmen, auch nicht als Kurzgeschichte, eher als eine Art Gedankenspiel, so wie man es bei anderen Autoren auch öfters sieht. Es ist ein Spiel des Schreibens. Wie weit kann Ernaux in diesem Bereich gehen? Wie weit lässt sich die Sprache darauf ein und wie schafft man es, so präzise ein Feuer zu entfachen? Hiermit gebe ich dem "Gedankenspiel" 4 Sterne.

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Bewertungen (18)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Gabriel Bernklau

    Gabriel Bernklau

    Thalia Mayersche Köln – Neumarkt

    Buchhändler*in

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    5/5

    21.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Altes Thema, neue Sicht

    Eine ältere Frau (die Autorin) liebt einen jungen Mann (ihren Studenten) – das allein gibt es nicht so häufig zu lesen. Sie genießt ihn, ihre Affäre und sich selbst darin, sich noch einmal jung zu fühlen. Mehr als Sex liebt sie aber das Schreiben, und als sie Inspiration genug hat, beendet sie die Beziehung. Der junge Mann tat mir fast ein bisschen leid, so als Mittel zum Zweck zu dienen, aber verstanden hab ich sie, und ihre kühle Prosa gefällt mir. Leider ist das Buch schon aus, kurz nachdem man es aufgeschlagen hat, daher nur drei von fünf Punkten. Etwas mehr Fleisch hätte mir schon gefallen.
  • Zum Bewerterprofil von Dr. Katrin Rudolphi

    Dr. Katrin Rudolphi

    Thalia Stade

    Buchhändler*in

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    5/5

    15.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieser - zugegebenermaßen - recht...

    Dieser - zugegebenermaßen - recht kurze Text birgt in sich die absolute Quintessenz des Gesamtwerks von Annie Ernaux. in makellos kristallklarer Prosa streift sie die wichtigsten Themen ihrer Biographie und ihres Denkens! Brillant!
  • Zum Bewerterprofil von Natascha Beckmann

    Natascha Beckmann

    Thalia Baunatal – Ratioland Baunatal

    Buchhändler*in

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    4/5

    23.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Annie Ernaux erzählt die Geschichte...

    Annie Ernaux erzählt die Geschichte über ihre Beziehung zu einem 30 Jahre jüngeren Mann. Wie die Gesellschaft darauf reagiert und ihre eigenen Gefühle dazu. Eine kleine, interessante Geschichte.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    4/5

    23.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben und leben lassen

    Die Autorin beschreibt die Leidenschaft zwischen einem wesentlich jüngeren Mann und ihr selbst. Endlich im Alter von über fünfzig Jahren, ist sie fähig, ohne die anerzogene Scham zu genießen, dass Hier & Jetzt ohne Reue in den Vordergrund zu stellen. 15 Euro für knapp vierzig, luftig bedruckte Seiten - das lässt die Kundschaft sicher länger in der Buchhandlung verweilen...;-)
  • Zum Bewerterprofil von Marion Stange

    Marion Stange

    Thalia Lübeck – Citti Park

    Buchhändler*in

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    4/5

    17.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein scharfsinniger Blick auf unsere Gesellschaft

    Eine Frau zu sein und in einer Beziehung mit einem Mann, der ihr Sohn sein könnte ist eine Sache, die oft mit Argwohn betrachtet wird. In diesem kurzen Roman aus der Ich-Perspektive stellt Annie Ernaux sich und uns Fragen über die Stellung der Frau in der Gesellschaft, insbesondere wenn sie älter werden. Eine Erfahrung der Zeit, des Anderen, aber vor allem eine Introspektion.

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